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Freitag, 20 Juli 2007 14:37

Jugend und Lebensfreude (Teil 15)

Kennen Sie Ihre Freunde gut? Welcher ihrer Freunde ist aufrichtig? Zeigen sie wie sie wirklich sind?

Diese Frage beantwortet Amir Khosro Dehlawi so:

Ein Freund ist der, der wie ein Spiegel die Schattenseiten des Freundes zeigt, nicht der, der hinterrücks alles über ihn aufs Genaueste preisgibt.

Ja, liebe Hörerfreunde, wir wollen heute über Freundschaft und Kontakte und deren Rolle im Leben der Jugend sprechen.

Die Auswirkungen des sozialen Umfeldes auf die Jugend stellen eines der Hauptthemen der Erziehung dar. Der Mensch verbringt sein Leben im Allgemeinen mit seinen Mitmenschen und seine Persönlichkeit wird von der der anderen beeinflusst und diese Einflussnahme ist bei Heranwachsenden und Jugendlichen stärker. Die Jugend misst der Rivalität und Freundschaft mit den gleichaltrigen Jugendlichen große Bedeutung bei und genießt den Umgang mit ihnen. Die Freundschaftskreise der Jugend rufen eine Atmosphäre ins Leben, die tief auf sie einwirkt.

Morris Debs, der im Bereich der Psychologie der Pubertät viele Forschungsarbeiten vorgelegt hat, sagt: „Durch Freundschaft in der Jugend werden Erfahrungen gesammelt, die bei der Entwicklung der Persönlichkeit der Jugendlichen eine große Rolle spielen. Diese Erfahrungen tragen zum Schliessen von bewussten Freundschaften im Erwachsenenalter bei.

Freunde besitzen eine große Anziehungskraft und stellen Stützen füreinander dar. Die Aufnahme in den Freundeskreis ist für die Jugend überaus wichtig. Aus diesem Grunde bezeichnet man die Freundschaft als einen der Faktoren für das Wachstum der Jugend. So sagt die blinde amerikanische Schriftsteller Helen Keller. „Solange ich die Methode zur Begegnung mit anderen nicht gelernt hatte, konnte ich den wahren Begriff von mir selbst nicht erkennen.

Auch zeigen Forschungen, dass die Anerkennung durch andere den Jugendlichen Selbstvertrauen verleiht und je mehr die anderen die Jugend anerkennen, desto stärker akzeptiert sie sich selbst und vertraut mehr auf sich.

Im Allgemeinen beeinflussen die in einer Gruppe zusammengekommenen Jugendlichen die Entscheidungen von einander. Eine Untersuchung zeigt, dass der Entschluss der Heranwachsenden und Jugendlichen zu Studieren in den meisten Fällen unter dem Einfluss der Entscheidungen ihrer Freunde gefasst wurde. Im Großen und Ganzen beeinflussen drei Gruppen das soziale Wachstum der Jugend:

Erstens: Mächtige und einflussreiche Personen, die ihnen Bestimmungen aufzwingen;

Zweitens: Personen, die als Vorbild gelten und denen die Jugend nachahmt

Drittens: Freunde bzw. Gefährten, deren Reaktionen zur Kollektivität bzw. zur Ausstoßung der Jugend führen.

Die Kreise der jugendlichen Freunde und Altersgleichen öffnen einander aufgrund ihrer großen Emotionen ihre Herzen für die Freundschaft. Dabei spielen sie eine so große Rolle, dass sie den Vater bzw. die Mutter ersetzen und dem Jugendlichen ihre Ansichten aufdiktieren. Diese Beeinflussung ist so stark, dass die Jugendlichen manchmal einander bei Verhaltensweisen und der Art und Weise des Sprechens und der Kleidung als Vorbild gelten.

In der Tat stellen Freunde eine wirksame Quelle zur Befriedigung der Bedürfnisse der Jugend dar. Aus diesem Grunde üben sie eine besondere Anziehungskraft aus.

Der Prophet des Islam s.a.s sagte: „Der Mensch folgt tatsächlich seinem Freund. Jeder von euch sollte bei der Wahl seines Freundes sehr vorsichtig handeln und vorher über denjenigen, mit dem er Freundschaft schließen möchte, nachforschen.

Der Umgang mit den Altersgleichen und Jugendlichen und ihre Anziehungskraft ruft eine besondere Kultur hervor und diese Kultur hat Eigenheiten wie Verlässlichkeit, gegenseitige Befolgung und Auflehnung gegen die Traditionen. Aus diesem Grunde ist der Umgang mit Freunden für einen Jugendlichen, dem das ernsthafte Leben und soziale Konflikte bevorstehen, überaus ausschlaggebend.

Viele Psychologen sind der Auffassung, dass die Jugendlichen mit den Grundsätzen des nützlichen und konstruktiven Umgangs vertraut gemacht werden sollen, und so viele Deviationen und Misserfolge verhindert werden können.

Der Prophet des Islam wies auf die Bedeutsamkeit des Umgangs mit Freunden hin und bezeichnete die Dauerhaftigkeit von Freundschaften als Grundlagen des Umgangs. Er sagte: „Gott gefällt Standhaftigkeit bei der Freundschaft, also setzt solche Freundschaften fort."

Der Prophet bezeichnete bei einer anderen Gelegenheit die Erweisung von Herzlichkeit und Zuneigung als einen wichtigen Pfeiler bei der Anhebung der Freundschaft und sagte: „Wenn einer von euch seinen Freund lieb hat, so muss er es ihm sagen, denn es trägt zur Fortdauer der Freundschaft und Sympathie bei.

Gelehrte und Denker warnen in ihren Worten, man sollte seine Freunde wahren, denn sie stellen das Ornament des Menschen in der Ruhezeit und einen Vorrat bei Schwierigkeiten dar.

Der Umgang mit aufrechten und lauteren Freunden, die bestimmte moralische und menschliche Grundsätze schätzen, stellt eine geeignete Gelegenheit für das Wachstum der Persönlichkeit des Jugendlichen und seinen Fortschritt dar. Denn solche Menschen leiten die Gedanken des Jugendlichen in die richtige Richtung und erhöhen bei ihm die Neigung zu guten Taten und zu Lauterkeit. Der Jugendliche kann durch den ständigen Kontakt mit guten Freunden seine Schwächen und Schattenseiten erkennen und seine Fähigkeiten im Vergleich mit würdigen Männern abschätzen.

Aus diesem Grunde sagte Imam Ali, Friede sei mit ihm: „Der unfähigste ist derjenige, der keine Freunde finden kann und noch unfähiger ist derjenige, der die Freunde die er schon hat, verliert."

Viele Menschen zeigen bei der ersten Begegnung eine so große Freundschaft, dass die Jugendlichen mit ihren feinen Gefühlen und zartfühlenden Herzen glauben, diese Äußerungen seien aufrichtig. Deshalb werden sie schnell von ihnen angezogen. Darum ist einer der wichtigen Punkte beim Umgang und Freundschaften die Wahl guter und würdiger Freunde. Wie und nach welchen Kriterien man jemanden zum Freund wählen soll, stellt eine überaus wichtige Angelegenheit dar, worüber wir im nächsten Beitrag sprechen werden.

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