Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Freitag, 20 Juli 2007 14:18

Teil 5

Teil 5
Den zweiten Teil seines west-östlichen Diwans hat Goethe mit Hafis-Nameh-Buch des Hafis - überschrieben. Zunächst geht er auf den Dichternamen Hafis ein. Hafis hieß eigentlich Khadsche Schamseddin. Der Name Hafis ist eigentlich ein Titel, den er der Tatsache verdankt, dass er den Koran auswendig rezitieren konnte.
Goethe bringt in diesem Gedicht zum Ausdruck, dass er ähnlich wie Hafis eine Abneigung gegen Heuchlerei und Betrügerei hat. Anschließend lobt er Hafis. Seine Gedichte habe keinen Anfang und kein Ende und seine Worte sind wie ein kreisendes Gewölbe. Goethe bezeichnet dies als den Grund der Hafis'schen Größe.

Dass du nicht enden kannst, das macht dich groß.
Und dass du nie beginnst, das ist dein Los.
Dein Lied ist drehend wie das Sterngewölbe
Anfang und Ende immerfort dasselbe.
Und was die Mitte birgt, ist offenbar.
Das, was zu Ende bleibt und anfangs war.

Du bist der Freuden echte Dichterquelle
Und ungezählt entfließt dir Well auf Welle.
Zum Küssen stets bereiter Mund.
Ein Brustgesang der lieblich fließet
Zum Trinken stets gereizter Schlund
Ein gutes Herz, das sich ergießet.
Und mag die ganze Welt versinken,
Hafis, mit dir, mit dir allein,
Will ich wetteifern: Lust und Pein
Sei uns den Zwillingen gemein!
Wie du zu lieben und zu trinken,
Das soll mein Stolz, mein Leben sein.
Nun töne Lied mit eignem Feuer!
Denn du bist älter, du bist neuer.

Nach diesen Versen der Begeisterung, gibt Goethe ausdrücklich zu erkennen, dass er in seiner Dichtung dem Beispiel von Hafis folgen will und die Punkte, die Hafis in Bezug auf Wort und Bedeutung des Wortes beachtet hat, anwenden will. Goethe gesteht dabei ein, dass Hafis der Dichter aller Dichter ist und ihn Goethe voll und ganz für sich gewonnen hat.

Darauf öffnet Goethe das Buch der Liebe, das Eschgh-Nameh. In diesem Buch preist er das Lieben als eine Kunst, durch die der Liebende zwar nicht an Geld und Macht gelangt, die ihn aber mit den größten Helden auf der Welt auf eine Stufe stellt. Goethe nennt in diesem Teil sechs Paare: Rostam und Rudabeh, Jussof und Suleika, Farhad und Schirin, Madschnun und Leyli, Dschemil und Bothnieh. Soleyman und Balghais . Goethe sagt, er habe aufmerksam im Buch der Liebe gelesen. In diesem Buch seien die Seiten der Freude spärlich und die des Kummers zahlreich.

Im darauf folgenden Tefkir-Nameh, dem Buch der Betrachtungen, wendet er sich Goethe der Vernunft zu. Hier verwendet er den Pandnameh (das Buch der Ratschläge) des Farid-od-Din-e Ataar-e Neyschaburi.

Der nächstfolgende Abschnitt im West-östlichen Diwan Goethes ist das Randsch-Nameh - das Buch des Unmutes. Hier übt Goethe an den Heuchlern und denen, die ihrem Wissen prahlen Kritik.

Auf das Buch der Leiden folgt das Buch der Sprüche - Hikmat-Nameh. Goethe bringt zu Beginn, angeregt von den weisen Sprüchen iranischer Dichter in kurzen Reimen weise Ratschläge. Außerdem widmet er sich auch Sprichwörtern aus dem Iran und aus anderen östlichen Ländern. Zum Beispiel reimt er:

Wer auf die Welt kommt, baut ein neues Haus.
Er geht und lässt es einem zweiten.
Der wird sich`s anders zubereiten
Und niemand baut es aus.

Diesem Gedicht liegt ein Gedicht aus dem "Bustaan" des großen iranischen Dichters "Saadi" zugrunde.

Auch folgende Reime von Goethe sind von einem iranischen Sprichwort abgeleitet:

"Wer schweigt hat wenig zu sorgen."
"Der Mensch bleibt unter der Zunge verborgen."

 

 

Mehr in dieser Kategorie: Teil 4 »

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren