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Schritt für Schritt mit der Islamischen Revolution

Schritt für Schritt mit der Islamischen Revolution (4)

Sonntag, 08 Februar 2009 04:48

Teil 4

geschrieben von
Der revolutionäre Kampf der iranischen Bevölkerung hielt an. Nach der Niedermetzelung von Studenten und Schüler am 4. November 1978, erschien der Schah im staatlichen Fernsehen und entschuldigte sich für vergangene Fehler, kündigte aber an, eine Militärperson zum Premierminister zu ernennen. Einen Tag danach musste Scharif Emami, der angeblich für eine Nationalversöhnung sorgen sollte nach zweieinhalb Monaten erfolgloser Tätigkeit als Premierminister abdanken. Der Amtsantritt des neuen Premierministers General Azhari war in Wahrheit der Beginn einer Militärherrschaft im Iran. Aber die Bevölkerung setzte Demonstrationen und Streiks fort und jeden Tag gingen Meldungen über Tote und Verletzte in ihren Reihen ein. Eine der schäbigsten Angriffe der Schah-Armee des Schahs ereignete sich im nordöstlichen Maschhad. Bei diesem drangen die Soldaten des Regimes nach den Demonstrationen in die heilige Stätte Imam Rezas ein, schossen auf die Menschen und warfen Tränengas auf sie ab.Kurz vor dem Trauermonat Moharram 1978 schickte Imam Khomeini eine wichtige Botschaft an die Iraner. In dieser nannte er den Monat Moharram den Monat, in dem das Blut über die Schwerter gesiegt hat und die geballten Fäuste der Freiheits- und Unabhängigkeitssuchenden und derer, die die Wahrheit sagen, über Panzer und Maschinengewehre und das Heer des Iblis siegen müssen und die Wahrheit die Lüge auslöschen soll.Die Botschaft Imam Khomeinis, der er die geistig-seelische Atmosphäre des Monats Moharram zur Vorantreibung der Ziele der Revolution nutzte, ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die islamische Revolution die religiösen Bräuche zu Hilfe nahm.Schon am ersten Abend des Trauermonats verwandelten sich die Trauersitzungen für Imam Hussein zu Anti-Regime- Versammlungen. Die Protestkundgebungen nahmen zu. Und schon an diesem ersten Abend des Trauermonats wurden einige Menschen in Teheran vom Regime getötet und außer diesen Märtyrern gab es noch eine große Anzahl von Verletzten. In seiner Beileidsbotschaft aus diesem Anlass hat Imam Khomeini diese Massaker als sinnlos bezeichnet und gesagt, dass diese ein Schandfleck auf der Stirn des Schahs und seiner Freunde im In- und Ausland sind. Am 9. des Trauermonats, welcher 1978 mit dem 10. Dezember zusammenfiel, brachte die iranische Bevölkerung erneut ihre Solidarität und ihre Ablehnung des Schah-Regimes und die Unterstützung für die Bildung der islamischen Republik zum Ausdruck. Das Regime kannte die Gefühle der Bevölkerung für Imam Hussein und erklärte für den 9. und 10.Tag des Trauermonats die militärische Ausgangssperre für aufgehoben und Versammlungen für erlaubt. Am 9. Tag des Trauermonats erlebten der Schah und seine Unterstützer im Ausland einen riesigen Fußmarsch und waren unangenehm überrascht. In Teheran trafen circa 3,5 Millionen Menschen zusammen und skandierten revolutionäre Losungen. Sie forderten erneut die Absetzung des Diktators und verurteilten das Massaker an ihren Mitbürgern. Nach dem riesigen Fußmarsch am Tassua-Tag, dem 10. Dezember 1978, bereiteten sich die Iraner auf eine noch größere Demonstration am nächsten Tag, dem Aschura-Tag vor. Nicht nur in Teheran sondern überall im Iran strömten sie in den ersten Morgenstunden des 11. Dezembers auf die Straße. Die Riesenmenge forderte die Beseitigung von Unterdrückung und der Fremdabhängigkeit. In Teheran waren es circa 4 Millionen und in ganz Iran circa 16 Millionen Demonstranten. In ihrer riesigen Kundgebung forderten sie den Abgang des Schahs, die Abschaffung der Monarchie und die Herstellung der islamischen Republik Iran.Zum Abschluss ihrer eindrucksvollen Kundgebung in Teheran unterstrichen die Teilnehmer in einer Proklamation die Führung durch Imam Khomeini, den Sturz des tyrannischen Schah-Regimes, die Herstellung einer gerechten islamischen Regierung, das Recht auf Freiheit, Unabhängigkeit und Vernichtung des Machteinflusses des Imperialismus in Iran. Der eindrucksvolle Fußmarsch versetzte die Weltbevölkerung in Erstaunen. Der Schah und die USA waren erbost und resigniert. In einigen Städten kam es bei den Demonstrationen zum Aschura-Tag Imam Husseins zur gewaltsamen Einmischung der Agenten des Schahs und Dutzende Menschen wurden Märtyrer oder verletzt.In seiner Botschaft anlässlich der großen Fußmärsche am 9. und 10. des Trauermonats, - bezeichnete er diese Protesterhebung als große Volksabstimmung über die Ablehnung des Pahlavi-Regimes. Erneut rief er die Militärkräfte auf, sich der Bevölkerung anzuschließen. Diese Aufrufe des Imams an die Soldaten und seine wiederholte Mahnung an die Bevölkerung sich gegenüber den Soldaten friedfertig zu verhalten, sowie seine spirituelle Ausstrahlung führten dazu, dass viele Rekruten aus den Kasernen flüchteten oder nicht mehr bereit waren, auf die Bevölkerung zu schießen. Am Aschura-Tag, dem 11. Dezember 1978, stürmten einige Soldaten und Offiziere der Privatgarde des Schahs die sich den Revolutionären angeschlossen hatten den Befehlssitz der Bodenkräfte und zahlten den Schahagenten die Massaker an der Bevölkerung heim.Am 26. 12. 78 wurde ein Universitätsprofessor namens Kamran Nedschatollahi in Teheran von der Schahgarde erschossen. Er hatte an dem Sitzstreik der Dozenten teilgenommen. Die Trauerzeremonien für diesen Märtyrer verwandelten sich rasch in eine große Protestkundgebung. Wieder schossen die Militärkräfte Dutzende von Demonstranten nieder oder verletzten sie.Unterdessen hatte sich auch im nordwestlichen Tabriz einiges getan. Dort hatten sich viele Soldaten der Bevölkerung angeschlossen und die Armee hatte die Kontrolle über Tabriz verloren.Am ersten Januar 1979 richteten die Schah-Agenten ein Blutbad unter der Bevölkerung in Maschhad, Nordost-Iran an. Es gab Hunderte Tote und Verletzte. Ähnliche Tragödien in kleinerer Größenordnung ereigneten sich auch in anderen Städten. Da die Pahlavi-Monarchie auf ihren Untergang zuging, trafen sich die Regierungschefs und Premierminister der vier westlichen Staaten USA, Frankreich, Deutschland und England vom 4. bis 7. Januar 1979 auf der Insel Guadeloupe in der Karibik. Sie gelangten zu dem Ergebnis, dass wegen der Ausmaße der islamischen Revolution im Iran, der Schah nicht mehr in der Lage ist an der Macht zu bleiben und zurücktreten müsse.Die USA, Deutschland, England und Frankreich kamen zu dem Schluss, dass ihnen wegen der einmaligen Position Imam Khomeinis, dem Führer der iranischen Bevölkerung, nichts anderes übrig bleibt, als mit ihm zu verhandeln. Gleichzeitig wurde General Robert Heyser damaliger Vizechef der US-Luftkräfte in Europa mit einem Sonderauftrag in den Iran geschickt. Sein Auftrag bestand darin, die Disziplin in der Armee zu bewahren und diese auf einen eventuellen Militärputsch vorzubereiten.Die Konferenz in Guadeloupe und die Entsendung General Heysers in den Iran waren klare Beispiele für die direkte Einmischung von Fremdmächten insbesondere der USA in die internen Angelegenheiten Irans.
Sonntag, 08 Februar 2009 04:48

Teil 3

geschrieben von
Das Schahregime hoffte, dass der neue Premierminister Scharif Emami mit seinen Versprechungen, die Bevölkerung von der Fortsetzung ihres Aufstandes abhalten könnte. Aber die iranische Bevölkerung ließ sich nicht täuschen und demonstrierte ihre Meinung beim Fußmarsch zum Fitr-Fest am 4. September 1978Am 4. September 1978 demonstrierten Millionen von Iranern landesweit nach dem Gemeinschaftsgebet zum Festtag gegen den Schah und die USA.Drei Tage später folgte die Bevölkerung einem Aufruf der Geistlichen zu einem großen Fußmarsch in Teheran.An diesem nahmen ungefähr 2 Millionen Menschen teil. Sie forderten die Abschaffung der gewaltsamen Monarchie und die Herstellung der islamischen Republik. Diese große Kundgebung bereitete dem Schah und seinen Unterstützern einen großen Schrecken. Nach dem großen Fußmarsch der Teheraner sollte am nächsten Tag eine ähnliche Kundgebung stattfinden. Deshalb machten sich am Freitag dem 8. September 1978 viele Menschen auf den Weg zu den Versammlungsorten. Unterdessen hatte das Schahregime in Teheran und 11 anderen Städten wie Qom, Isfahan, Schiraz, Tabriz und Maschhad, militärische Ausgangssperre verhängt. Die Soldaten des Regimes bezogen in Panzern und Panzerwagen ihre Stellungen auf den Straßen. Als nach einigen Warnungen die Bevölkerung in Teheran nicht bereit war in ihre Häuser zurückzukehren, wurde sie plötzlich aus der Luft und zu Boden angegriffen. An diesem schwarzen Freitag gab es Tausende von Toten und Verletzten. Das Schah-Regime glaubte, durch die blutige Unterdrückung dieser Demonstration die Bevölkerung derartig eingeschüchtert zu haben, dass sie die Revolution aufgibt. Doch der Wille des Volkes war nicht zu brechen, im Gegenteil er war gewachsen. Imam Khomeini schrieb in seiner Botschaft anlässlich des blutigen Angriffs auf die Kundgebung in Teheran:Der Schah möchte sich an der wehrlosen Bevölkerung rächen... Er möchte die Bevölkerung mit Maschinengewehren angreifen und allen Protest ersticken. Aber dafür ist es zu spät. Die unterdrückte und wachsame Bevölkerung Irans, ist bewusst geworden."In seiner Botschaft forderte Imam Khomeini die Militärkräfte auf sich der Bevölkerung anzuschließen. Durch das Massaker an der Bevölkerung am 8. September schadete sich der Schah selber, denn die Revolution wurde dadurch beschleunigt. Einige Tage nach dem Massaker an der Teheraner Bevölkerung, schickte Jimmy Carter der damalige US-Präsident ein Schreiben an den Schah und unterstützte ihn. Bald wurde dem Schah und den USA klar, dass die Bevölkerung nach den Ereignissen am schwarzen Freitag in ihrem Willen zum Kampf bestärkt geworden war. Parallel zu den Umwälzungen im Iran, ereignete sich im Irak, wo Imam Khomeini im Exil lebte, etwas, was ebenso erheblich die Weiterentwicklung der islamischen Revolution beeinflusste.Im Gefolge des Druckes, den das Baath-Regime im Irak auf Imam Khomeini ausübte, damit er seinen Kampf gegen den Schah abbricht, umstellten die irakischen Sicherheitskräfte die Wohnung Imam Khomeinis in Nadschaf. Diese Maßnahme erfolgte nachdem die beiden Gewaltregime Irans und Iraks miteinander verhandelt hatten.Der Schah wollte dass Imam Khomeini seine Aktivitäten einstellt und die damalige irakische Regierung fürchtete sich vor den Auswirkungen des Kampfes Imam Khomeinis auf die irakische Bevölkerung, und wollte deshalb nicht, dass der Imam noch länger im Irak blieb.Schließlich verließ der Imam sein geliebtes Nadschaf in Richtung Kuwait. Aber die Positionsträger in Kuwait hielten eine enge Beziehung zum Schahregime und zu den USA. Deshalb verweigerten sie dem Imam den Aufenthalt in Kuwait, obwohl er von dort aus nach Syrien hatte weiterziehen wollen. Einige glaubten, dass der Imam die Vorbedingung des irakischen Regimes, seine politischen Tätigkeiten einzustellen, akzeptiert habe, damit er im Irak bleiben kann. Aber der Imam ergriff unerwartet einen revolutionären und schicksalhaften Entschluss.Am 7. Oktober 1978 flog er nach Paris. In einer Botschaft an die iranische Nation sagte er über diesen Entschluss: Für mich spielt der Ort keine Rolle, sondern was eine Rolle spielt ist die Erfüllung der religiösen Verpflichtung. Was eine Rolle spielt, sind die hohen Interessen des Islams und der Muslime.Das Schahregime und die USA dachten dass Imam Khomeini in einem westlichen Land in die Isolation gerät und er seine Beziehungen zu den Menschen im Iran nicht aufrechterhalten kann. Aber die Geschichte bewies das Gegenteil.Einige Tage nach seinem Eintreffen in Paris begab sich der Imam in die nahe gelegene kleine Ortschaft Naufel Le Chateau. Die französische Regierung, welche den Schah unterstützte, stellte Einschränkungen für Interviews und für das Gemeinschaftsgebet Imam Khomeinis auf. Aber diese Einschränkungen waren wegen Andrang der Reporter und Anhänger, die gekommen waren um mit den Imam zu sehen und zu sprechen, gar nicht verwirklichbar. Im Laufe von fast 4 Monaten, die der Imam in Naufel Le Chateau war, verwandelte sich diese stille Ortschaft in ein internationales Nachrichtenzentrum und ein Zentrum zur Verbreitung der Nachrichten über die Revolution und der Anti-Schah-Losungen. Unterdessen war in Iran die Regierung von Scharif Emami mit der Parole von der nationalen Versöhnung an die Macht gelangt und versuchte durch einige oberflächliche Schritte zu suggerieren dass das Schah-Regime sein Vorgehen geändert habe. So gab Emami anfangs bekannt, dass seine Regierung von keiner Partei abhängig sei. Auf diese Weise stand der Rastakhiz-Partei, die Anfang März 1975 auf Befehl des Schahs gegründet worden war und in der alle Mitglied werden mussten, kurz vor ihren Zusammenbruch und wurde schließlich am 24. September für aufgelöst erklärt.Die Rastakhiz-Partei verkörperte die Gewalt und die Alleinansprüche des Schahs. Sie wurde auf Befehl des Schahs gegründet, während es vorher nur zwei Parteien namens „Iran Nowin" und „Mardom" gab. Diese rivalisierten anscheinend miteinander, waren aber beide für das Schah-Regime. Aber selbst diese Parteien mussten nach Gründung der Rastakhiz-Partei aufgelöst werden. Der Schah verlangte, dass jeder dieser neuen so genannten Auferstehungspartei beitritt und unterstrich, wer dies nicht wolle, solle das Land verlassen oder ins Gefängnis gehen. Die Auflösung der Rastakhis-Partei war für den Schah ein schwerer Schlag. Wenige Tage danach erschien er im Fernsehen und gestand zum ersten Mal ein, dass es in der Vergangenheit Fehler gegeben habe. Aber er lud die Schuld dafür den vorhergehenden Regierungskabinetten auf. In diesem Zusammenhang wurden einige Funktionsträger des ehemaligen Regimes, wie der Premierminister Amir Abbas Howeida und Nasiri, der Savak-Chef festgenommen. Aber die Bevölkerung sah weiterhin den Hauptschuldigen im Pahlavi-Regime und seinen Unterstützern, den USA. Und sie forderte unbeirrt weiter den Sturz des Schahs und den Abbruch der Ausbeutung durch die USA
Sonntag, 08 Februar 2009 04:47

Teil 2

geschrieben von
Im letzten Beitrag haben wir auf einige Ereignisse in den Jahren nach der Verbannung Imam Khomeinis r.h. im Jahre 1964 bis zum Beginn der Bewegung der iranischen Bevölkerung im Jahre 1977 hingewiesen. In diesen Jahren lag zwar Schweigen über der iranischen Gesellschaft, aber es entstanden aufgrund der Bemühungen, die Imam Khomeini im Exil und seine Helfer im Inland zur Entlarvung des Schah-Regimes unternahmen, allmählich die Bedingungen für eine große Volksrevolution gegen die Gewalt des Schahs und die Fremdausbeutung. Der verdächtige Tod des ältesten Sohnes Imam Khomeinis, Ayatollah Seyyed Mostafa Khomeini am 23. Oktober 1977, kann als erster Funke dieser Revolution betrachtet werden. Kaum jemand konnte glauben, dass der 47-jährige Gelehrte eines natürlichen Todes gestorben sein sollte und alles deutet darauf hin, dass der Geheimdienst des Schahregimes in Zusammenarbeit mit dem irakischen Baath-Regime, ihn ermordet hat. Ayatollah Mostafa Khomeini war wegen politischer Tätigkeiten gegen das Schah-Regime, kurz nachdem Imam Khomeini verbannt worden war, festgenommen und ebenso in die Türkei ausgewiesen worden. Mit seinem Vater wurde er daraufhin in den Irak abgeschoben. Bei Imam Khomeini und anderen Gelehrten im heiligen Nadschaf in Irak erweiterte er sein theologisches Wissen und erreichte hohe wissenschaftliche Stufen. Er unterstützte in allem seinen Vater Imam Khomeini und war sein Berater. Das Schah-Regime dachte, mit seiner Ermordung könne es Imam Khomeini warnen und ihm seelisch so sehr zusetzen, dass er von der Fortsetzung seines Kampfes ablässt. Imam Khomeini zeigte trotz seiner Trauer um den kampfbereiten und gelehrten Sohn nicht das geringste Anzeichen für seelische Erschütterung. In seiner ersten Rede nach dem Märtyrertod seines Sohnes Ayatollah Seyyed Mostafa Khomeini unternahm er weitere Enthüllungen über das Pahlavi-Regime und rief die iranische Nation zur Solidarität auf, sich gegen dieses Regime zusammen zu tun.Trotz der Zensur und Unfreiheit im Iran, war der Protest gegen den mysteriösen Tod oder mit anderen Worten gegen den Märtyrertod des Sohnes Imam Khomeinis groß. In Wahrheit war es nach der Abschiebung Imam Khomeinis im Jahre 1964, das erste Mal, dass wieder große Versammlungen stattfanden. Auf diesen wurde der Verlust von Mostafa Khomeini betrauert. Und zum ersten Mal wurde wieder in der Öffentlichkeit der Name Khomeini genannt. Kaum 3 Monate später erschien in einer Zeitung, die Regime-hörig war, ein beleidigender Artikel gegen Imam Khomeini und das was den Muslimen im Iran heilig ist. Die Teheraner Zeitung Ettelaat druckte den Text am 9. Januar 1978 ab, nachdem der Schah dies persönlich angeordnet hatte. Die revolutionäre Bevölkerung war empört. Einen Tag nach dem dieser beleidigende Zeitungsartikel veröffentlicht worden war, schlossen die Gelehrten in Qom aus Protest ihre Unterrichtsräume und die Theologieschüler und -studenten demonstrierten. Am nächsten Tag, dem 11. Januar, schloss sich die Bevölkerung den Theologieschülern an und es entstand eine große Kundgebung gegen das Regime. Doch die Agenten des Regimes eröffneten das Feuer auf die Demonstranten und schlugen ihre Protestkundgebung gewaltsam und blutig nieder.Diese Demonstration zeigte, dass die Bevölkerung nur auf den Moment wartete, sich gegen das Regime zu erheben. Sie zeigte, dass die Bevölkerung nach circa 13 Jahren noch immer in Imam Khomeini ihren Anführer sah und es nicht duldete, dass er beleidigt wurde. Der Schah und seine Unterstützer in den USA hatten nicht gedacht, dass die Bevölkerung nach all der Propaganda des Schahs noch immer der Religion und ihrem religiösen Führer derartig treu geblieben war. Das Schah-Regime glaubte, der Aufstand von Qom sei ein vorübergehendes Aufbegehren gewesen und durch seine blutige Niederschlagung wäre wieder für Ruhe gesorgt.Aber zum 40. Trauertag der Opfer dieser Protestkundgebung in Qom kam es auch zu einem Aufstand in Tabriz. Zu diesem hatte der revolutionäre Geistliche Ayatollah Ghazi Tabatabai aufgerufen. Die islamische Revolution im Iran war also nicht verebbt. Am 2. Februar 1978 wurde in vielen Städten im Iran um die Märtyrer von Qom getrauert, doch die Trauerversammlungen im nordwestiranischen Tabriz wurden von den Handlangern des Schah-Regime gewaltsam angegriffen. Daraufhin strömte die Tabrizer Bevölkerung auf die Straßen und demonstrierte. Die Armee des Schahs griffen diese Demonstrationen mit Panzern und Panzerfahrzeugen an. Dutzende der Demonstranten in Tabriz kamen ums Leben oder wurden verwundet. Hunderte wurden festgenommen. Der Aufstand der Tabrizer zeigte dass die Revolution im Iran im Kommen war und die Iraner an den Erfolg eines Aufstandes gegen das tyrannische Regime zu glauben begonnen hatten. Imam Khomeini rh. verfolgte von Irak aus die Geschehnisse im Iran. In einer Botschaft teilte er sein Beileid über die Opfer in Tabriz mit und schickte folgende Botschaft, die einen Ausblick auf die Zukunft der Bewegung gab: „Der Schah sollte wissen, dass die iranische Nation ihren Weg gefunden hat und nicht ruhen wird, bis die Verbrecher zurecht gewiesen sind und dieser blutdürstigen Dynastie das Unrecht, das ihnen und ihren Vätern geschah, vergolten haben. Dank des Willens des Allmächtigen sind nun im ganzen Land hunderte Stimmen gegen den Schah und das Regime laut geworden und werden immer lauter und das Banner des Islams wird auf den Schultern der werten Geistlichen zur Vergeltungsübung an diesem Tyrannen unserer Zeit zu wehen beginnen." Imam Khomeini kündigte auch an, dass er die Feiern zum Neujahr im Jahre 1357 (1978) die im März zu Beginn jedes iranischen Sonnenjahres begangen werden, in Respekt vor den Märtyrern von Tabriz und Qom boykottiert. Auf diese Weise bahnte sich im Iran allmählich der allgemeine Aufstand gegen das unterdrückerische Regime an, und zwar unter Anführung von Imam Khomeini. Schritt für Schritt mit der Revolution Teil 473 ZeilenLiebe Hörerfreunde. Im letzten Beitrag haben Sie erfahren wie es nach dem beleidigenden Artikel über Imam Khomeini in vielen Städten Irans zu Demonstrationen kam und diese in Qom und Tabriz vom Schah-Regime niedergeschlagen wurden. 40 Tage nach der blutigen Unterdrückung der Bevölkerung von Tabriz begingen die Bürger in Yazd zusammen mit der Bevölkerung anderer Städte den 40. Trauertag dieses Ereignisses und demonstrierten danach auf den Straßen. Am nächsten Tag versammelten sie sich- einem Aufruf von Ayatollah Sadughi folgend - in der Hauptmoschee dieser Stadt. Auf dieser Versammlung forderte Ayatollah Sadughi die Rückkehr Imam Khomeinis und die Freilassung der politischen Gefangenen. Die anschließende Demonstration wurde von den Agenten des Pahlavi-Regimes angegriffen. 15 Demonstranten wurden Märtyrer und es gab eine Anzahl von Verletzten.Die Bevölkerung fürchtete sich immer weniger davor gegen das Regime zu protestieren. Imam Khomeini schickte ermutigende Botschaften und betonte die Fortsetzung des Kampfes in geschlossenen Reihen. Ein wichtiger Punkt war, dass die iranische Nation sich unter der Führung von Imam Khomeini ungeachtet jeder Gruppenzugehörigkeit zusammentat. Diese Einheit in der Führung und gemeinsame Entschlossenheit der Bevölkerung ist ein wichtiger Grund für den Sieg der Revolution gewesen. Nach 15 Jahren beging die iranische Bevölkerung zum ersten Mal den Jahrestag des Aufstandes vom 5. Juni 1963, welcher zum Symbol für die Unterstützung Imam Khomeinis und den Kampf gegen das Schah-Regime geworden war. Zur Erinnerung: bei dem Aufstand am 5. Juni hatten die Menschen gegen die Festnahme von Imam Khomeini demonstriert und viele fanden beim Angriff der Schah-Agenten auf diese Demonstrationen den Tod.Dieses Ereignisses wurde am 5. Juni 1978 zum ersten Mal in der Öffentlichkeit wieder gedacht.Die Kundgebungen der Bevölkerung hielten an und Imam Khomeini schickte Ende Juli 1978 kurz vor dem Fastenmonat eine wichtige Botschaft an die iranische Nation. Er spornte die Bevölkerung zu vermehrtem Protest an und betonte dass die Bewegung islamisch ist. Zugleich wies er auf die Täuschungsmanöver des Schahregimes hin und forderte, dass die Ereignisse der Revolution schriftlich festgehalten werden.Anfang August wurden die Volksdemonstrationen in Isfahan blutig unterdrückt. Und einige Tage später verhängte der Schah in dieser und anderen Städten militärische Ausgangssperre.Anlässlich des Massakers an den Isfahanern betonte Imam Khomeini in einer Botschaft, dass es eine Tragödie nach der anderen geben werde, solange die Pahlavi-Regierung weiter besteht. Er rief die Bevölkerung auf verstärkt alle Kräfte zu mobilisieren und in Vertrauen auf die göttliche Macht um die Befreiung aus den Fängen der in- und ausländischen Unterdrücker zu kämpfen.Angesichts der wachsenden revolutionären Bewegung, kam der Schah zu der Einsicht, dass der Aufstand landesweite Dimensionen angenommen hat und nicht mehr abbricht. Daher witterte er Gefahr. Seine Handlanger ergriffen Maßnahmen um die revolutionären Kräfte in schlechten Ruf zu bringen. In einem Interview am 18. August 1978 sagte er: Ich habe vor einer großen Tragödie, die der schwarze Reaktionismus zur Erzeugung von Furcht und Schrecken in diesem Land hervorruft, Angst. Mit schwarzem Reaktionismus meinte der Schah die Geistlichen und die revolutionären Muslime. Einen Tag nach diesen Äußerungen kam es zu einem schrecklichen Vorfall im Rex-Kino in Abadan, Südwestiran. Im Rex-Kino von Abadan befanden sich 700 Menschen, als plötzlich Rauch in den Kinosaal eindrang und der Saal zu brennen begann. In Windeseile verbreiteten sich die Flammen. 377 unschuldige Menschen, darunter Frauen und Kinder starben an den Verbrennungen oder erstickten und es gab zahlreiche Verletzte. Die Propagandamaschine des Regimes berichtete ausführlich über diesen Vorfall und stellte ihn als Maßnahme der religiösen Regimegegner hin, obwohl das Regime sich sonst über die Kundgebungen der Regimegegner ausschwieg. Ihr Argument für diese Behauptung war, dass diese Regimegegner gegen Kunst und Kino seien und aus Fanatismus den Brand gelegt hätten. Aber keiner nahm ihnen diese Lüge ab. Anhand von Beweisstücken wurde deutlich, dass die Brandstiftung im Rex-Kino ein Verbrechen war, dass der Schah angeordnet hatte um die Revolutionäre in Verruf zu bringen. Und zwar hatte man alle Ausgänge des Kinos verriegelt und die Agenten des Regimes hatten mit der Kinodirektion Absprachen getroffen.Imam Khomeini entlarvte in seiner Botschaft das Schah-Regime und sagte: Ich glaube nicht dass ein Muslim zu solch einer schrecklichen Tat bereit ist, und auch kein anderer Mensch, es sei denn dass er solche Dinge gewohnt ist und aufgrund seiner Raubtiernatur nicht mehr zu den Menschen zählt.Er fügte hinzu: Dieses menschenfeindliche Verhalten, welches gegen die islamischen Gebote verstößt ist keine Tat der Schahgegner. Die Schahgegner bringen nämlich ihr Leben zum Schutz des Islams und des Irans und von Leib, Seele und Besitz der Bevölkerung in Gefahr. Das Gerichtsverfahren, das nach dem Sieg der islamischen Revolution hinsichtlich der Brandstiftung im Rex-Kino in Abadan durchgeführt wurde und aufgrund dessen einige dieser Brandstifter verurteilt wurden, ließ keinen Zweifel mehr darüber übrig, dass diese Schandtat vom Schah veranlasst worden war. Nach 6 Monaten Protest im Iran und der Brandlegung im Rex-Kino in Abadan durch die Schah-Agenten, trat Dschamschid Amuzgar aus seinem Amt als Premierminister zurück und Dschafar Scharif Emami übernahm seinen Posten. Durch Auswechseln seiner Schachfiguren wollte das Regime vortäuschen es habe sich auch etwas an seiner Politik geändert. Scharif Emami versprach Pressefreiheit und die Auflösung des berüchtigten Geheimdienstes Savak. Aber Imam Khomeini kannte die volksfeindliche Gesinnung des Pahlavi-Regimes und seine Fremdabhängigkeit und wusste dass alle Akteure im Dienste der Interessen des Regimes und der USA handeln. Deshalb rief er in einer Botschaft die iranische Nation zu Wachsamkeit gegenüber den listigen Plänen des Schahs auf.
Sonntag, 08 Februar 2009 04:46

Teil 1

geschrieben von
Nachdem der Imam 1964 erst in die Türkei und dann in den Irak verbannt worden war geriet der Kampf der iranischen Bevölkerung gegen das Schah-Regime vorläufig ins Stocken. Der Schah verstärkte sein Instrumentarium zur Unterdrückung der Bevölkerung insbesondere den Savak, seinen Nachrichten- und Informationsdienst. Der Savak hatte vor allen Dingen den Auftrag Regimegegner ausfindig zu machen, zu foltern und zu vernichten. Die Savak-Agenten wurden seitens des amerikanischen Spionagedienstes CIA und der Geheimorganisation des zionistischen Regimes Mussad ausgebildet. Der Anschlag auf Hassanali Mansur, den damaligen Premierminister des Regimes war das erste einschneidende Ereignis nach der Verbannung Imam Khomeinis. Der Anschlag war die Reaktion auf die unterdrückerischen Maßnahmen des Regimes. Nachfolger Mansurs wurde Amir Abbas Howeida. Ein strikter Untertan des Schahs und gehorsamer Befolger der US-Politik. Howeida konnte 13 Jahre lang als Premierminister Macht ausüben. Innerhalb dieser Zeit erfuhren die Erdöleinnahmen Irans einen enormen Anstieg. Sie wurden jedoch für Militärausrüstung und für die riesigen Ausgaben des Schahs und seiner Familie und Clique verschwendet, zum Beispiel für die kostspieligen Feste, die der Stabilisierung des Pahlavi-Regimes dienen sollten. 1966 feierte der Schah das 25. Jubiläum seiner Monarchie. Unterdessen hatte er während dieser Zeit den Iranern nur Rückständigkeit und Unheil beschert. Im darauf folgenden Jahr wurden noch größere Geldsummen für die Krönungszeremonien des Schahs ausgegeben. Aber die kostspieligste aller Zeremonien fand 1971 unter dem Titel: Fest des 2500-jährigen Kaisertums statt.Zu diesen Festzeremonien wurden zahlreiche Staatschefs und hohe Positionsträger anderer Länder eingeladen. Hunderte Millionen Dollar gab der Schah für diese prunkvolle eitle Selbstdarstellung aus.Doch dies genügte ihm noch nicht. Im darauf folgenden Jahr, beging er den Jahrestag des pompösen Festes von 1971 und 1975 feierte er prompt das 50 jährige Jubiläum der Pahlavi-Dynastie, wieder unter einem riesigen Kostenaufwand. Dabei gab es weiterhin viele Bedürftige im Iran, die Schwierigkeiten hatten ihre Familien mit dem Notwendigsten zu versorgen. In Fortsetzung seiner Anti-Islampolitik und unter Hervorhebung der Verdienste der Herrscher im antiken Iran, änderte der Schah Mitte März 1976 den Beginn der iranischen Zeitrechnung.Er ließ sie nicht mehr bei der Hidschra des Propheten 622 nach Christus beginnen, sondern bei dem Beginn des Kaisertums im Iran vor über 2000 Jahren. So kam es, dass die Jahreszahl auf iranischen Kalendern plötzlich höher war, als die auf den christlichen Kalendern. Ein Jahr zuvor, im März 1975 hatte der Schah die Rastakhiz Partei gegründet. Er selber war Anführer dieser so genannten Partei der Auferstehung. Die anderen Parteien ließ er alle auflösen, obwohl sie Befürworter des Regimes gewesen waren. Dazu meinte er stolz: Alle Iraner sind Mitglieder dieser Partei, - der Partei der Auferstehung - ob sie wollen oder nicht. Die, die nicht wollen, sollen es bekannt geben. Wir geben ihnen einen Pass, damit sie das Land verlassen und wenn sie nicht ausreisen wollen, gehören sie ins Gefängnis.Die große Arroganz des Schahs rührte von da her, dass er sich auf die Unterstützung der USA verließ und glaubte durch seine Anti-Islam-Politik seine Diktatur gefestigt zu haben. Außerdem legte er keinen Wert auf die Überzeugungen der BevölkerungAber die Revolutionäre und Regimegegner blieben nicht tatenlos. Nach dem Imam Khomeini verbannt worden war, sahen einige Leute, darunter solche mit islamischen Tendenzen aber auch solche mit nicht-islamischen, den einzigen Weg im bewaffneten Kampf. Es entstanden verschiedene Gruppen im Untergrund. Aber in der Praxis hatten sie wenig Erfolg. Imam Khomeini und viele Persönlichkeiten, die wie er dachten, waren der Ansicht, dass die Bevölkerung ausreichend aufgeklärt werden muss bevor eine Revolution möglich wird. Deshalb wählte er die Strategie der Verbreitung der revolutionären Lehren des Islams und der Aufdeckung der Korruption und Verdorbenheit des Schah-Regimes. Das Regime reagierte sehr empfindlich auf diese Art der Publikation und die Aktivisten in diesem Bereich wurden aufgespürt und verhaftet. In ihren Ansprachen und Predigten haben viele Geistliche die islamischen Lehren dargelegt und insbesondere den Punkt hervorgehoben, dass der Islam nicht erlaubt, dass sich der Mensch der Ungerechtigkeit und dem Unrecht unterwirft. Sie riefen die Bevölkerung zum Kampf gegen die Ungerechtigkeit und Diskriminierung durch das Schah-Regime auf. Diese Geistlichen wurden festgenommen, gefoltert und in abgelegene Orte verbannt. Mitte 1970 wurde einer der hohen Geistlichen namens Ayatollah Seyyed Mohammad Reza Saidi verhaftet, weil er gegen die USA war und Imam Khomeini unterstützte. Er wurde gefoltert und fand den Märtyrertod. 1974 wurde Ayatollah Hussein Ghaffari aus ähnlichen Gründen festgenommen und von den Savak-Agenten zu Tode gequält. Mitte Juni 1976 fand Dr. Ali Schariati, ein iranischer muslimischer Intellektueller, der nachhaltig das Islaminteresse unter den Studenten und der Jugend erweckte hatte, in England auf mysteriöse Weise den Tod und viele sind davon überzeugt, dass die Savak-Agenten ihn umbrachten. Trotz aller Härten weitete sich aber die islamische Volksbewegung im Iran aus und die bewusstmachende enthüllende Öffentlichkeitsarbeit durch reiligiöse Schah-Gegner, bereitete viele Menschen auf einen große Protesterhebung gegen die Diktatur des Schahs vor.In den Jahren vor dem Sieg der islamischen Revolution begann der Schah sich wegen des plötzlichen Anstiegs des Erdölpreises und der bedingungslosen Unterstützung durch den damaligen US-Präsidenten Nixon noch stärker zu fühlen. Auch war er auf seine Armee stolz, die hart gegen die Gegner im Inland vorging, und wegen der die USA das Pahlavi-Regime zu ihrem Gendarm in der Region gewählt hatten. Im gleichen Maße wie die augenscheinliche Macht des Regimes gewachsen war, nahmen auch Unheil, Korruption, Benachteiligung und Zügellosigkeit zu. Im August 1977 wurde Howeida, nachdem US-Präsident Jimmy Carter von der demokratischen Partei in den USA an die Macht gelangt war, abgesetzt und Dschamschid Amuzgar übernahm das Amt des Premierministers. Der Schah hielt weiterhin seine Macht für stabil und seine Diktatur für beständig. Aber es erwarteten ihn Ereignisse, die die jahrelange Gewalt und den Verrat des Schahs und seiner Clique an der iranischen Nation beenden sollten. Mehr darüber im nächsten Beitrag.