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Sonntag, 15 Juli 2007 22:26

Teil 7

K- Wenn Sie letztes Mal in diese neue Beitragsreihe hineinhörten, erinnern Sie sich wahrscheinlich, dass nach dem Tode des großen Mederkönigs Kyaxares (Howakhschatar) dessen Sohn Astyages (Aastiaag) das Ruder im Reiche in die Hand nahm.

M- Doch er besaß weder die Kühnheit, Festigkeit und Zielstrebigkeit seines Vaters, noch war ihm an Anstrengungen gelegen. Ihm sagte es vielmehr zu, dem süßen Leben zu frönen und das zu genießen, was sein Vater mit großen Mühen erreicht hatte.

K- Und wie er hielten es die meisten seines Gefolges. Auch sie wollten sich vergnügen, lebten dem Augenblick und dachten nur kaum an die Zukunft des Mederreiches.

M- Ganz abgesehen davon, dass sie, ebenso wie ihr Herrscher Astyages und geradezu versunken in Luxus und Prassen - übermäßig arrogant waren und der Bevölkerung gegenüber voller Härte, Ungerechtigkeit und Grausamkeit begegneten.

K- Wie Dr. Sarinkub, bekannter iranischer Historiker und Literaturwissenschaftler, berichtete, verschonte Aastiaag sogar seine eigenen Angehörigen nicht, und ebensowenig Haarpaag, seinen Minister, den er greuslich strafte, weil dieser ihm in einer ungeheuerlichen Angelegenheit den Gehorsam verweigerte.

M- Und zwar hatte Astyages ihm befohlen, seinen kleinen Enkel Kurosch, den Sohn seiner Tochter Maandaanaa, zu töten. Was Haarpaag jedoch nicht tat, weshalb Astyages den Sohn Haarpaags umbringen und aus dessen Fleisch eine Speise zubereiteten ließ, die Haarpaag, der Vater, essen musste.

K- Nebenbei, dieses ungeheuerlich grausame Vorgehen Astyages erinnert stark an den bösen Sahaak der iranischen Sage...

M- Hochmut und Despotie Astyages veranlassten den jungen Kurosch letztlich dazu, doch noch zur Waffe zu greifen. Und zwar gegen Babylon.

K- Allerdings nicht, solange dort Bakhtonassar, sein Schwiegersohn, noch regierte. Doch als dieser nicht mehr lebte, gelüstete es ihn danach, Babylon und auch Haraan, die alte heilige Stadt der Assyrer, in die Hand zu bekommen.

M- Nabonid aber, der nun Herrscher des babylonisches Reiches war, leistete natürlich Widerstand. Es kam zu einem Krieg.

K- Astyages gelang es, Harraan, im Norden des Zwischenstromlandes, zu belagern. Doch noch hatte er die Stadt nicht erobert, als er zum Rückzug blies.

M- Darum, weil man ihn benachrichigt hatte, dass sich die Paarssis, unter der Führung des inzwischen herangewachsenen Kurosch, dem derzeitigen Lokalfürsten in einem Teil des Gebietes Ilaam, gegen Astyages und damit das Mederreich auf den Weg gemacht hatten. Um sich endlich des Jochs des Mederkönigs, genauer, Astyages und seiner Herrschaft zu entziehen...

K- Dieser Aufstand der Paarssi-Stämme und Kuroschs, der aus achämenidischen Geschlecht war, beunruhigte Astyages, den Großvater Kuroschs (mütterlicherseits).
Er - Astyages, blies also den Kampf gegen Babylon ab und rüstete sein Heer zum Krieg gegen Kurosch.

M- Kurz darauf schon standen sich die beiden Herrscher, der junge aus dem Hause der Achaimeniden und der alte Meder, im Kriege gegenüber. Ein Krieg, der rund drei Jahre dauerte und sich in dem Gebiet Paars und Ilaam zutrug.

K- Mit dem Resultat, dass das Meder-Heer, angeführt von Haarpaag, welcher noch immer unter dem Greuel, dass Astyages ihm angetan hatte, litt, Astyages weitere Treue verweigerte, ihn gefangennahm und sich Kurosch ergab.

M- Und wie Herodot berichtet und auch einer babyonischen Inschrift zu entnehmen ist, brachte Kurosch seinen Großvater Astyages nach Ilaam und ließ es an Ehrung ihm gegenüber nicht fehlen.

K- Jedenfalls aber, "Hegmatana" - also das heutige Hamadan und Hauptstadt des Mederreiches, geriet in die Hand Kurosch des Großen.
Das große und prächtige Mederreich fand damit sein Ende. Nun waren es die Achameniden, die das Zepter im weiten Lande führten. Und damit begann die hohe Zeit der Paarssiaan, die bisher unter dem Diktat der Meder gestanden hatten...

M- Ein kurzes Nachwort noch zum Reich der Meder. Schnell und stark hatte es sich entwickeln und erweitern können, und ebenso schnell und unerwartet fand es seinen Untergang.

K- Seine große Macht und der recht schnell erworbene Reichtum führten letztendlich zu seinem Verderb. Denn die Mächtigen des einst so starken und fortschrittlichen Imperiums verfielen in Trägheit, frönten ihren Gelüsten und bitterer Tyrannei und gruben sich damit ihr eigenes Grab.

M- Durch ihre Vereinigung mit den verschiedenen Stämmen, einheimischen und zugewanderten, hatten die Meder ihr großes Reich gründen, festigen und vergößern können. Doch mit dieser Vereinigung - für die ja auch der Name ihrer Hauptstadt zeugt, nämlich Hegmatana, was soviel wie "Stadt für alle", bedeutet, war es unter Astyages vorbei.

K- Er unterjochte und drangsalierte die Verbündeten und machte sich in ihren Reihen verhasst. Ebenso wie auch im Volke der Meder.
Im Volke der Meder, die, wie ja auch die Diaa- aku-Legende (Diaa ku bzw. Deiokes) berichtet, in ihrem Streben nach Gerechtigkeit ihre Regierung ins Leben riefen

M- und späterhin, ebenfalls in ihrem Streben nach Gerechtigkeit, ihrer Regierung - die sich von Recht und Gerechtigkeit weit entfernt hatte - den Laufpass gaben...

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