Montag, 16 Januar 2012 11:30

15. Januar. 2012

Bismillah-ir-rahman-ir-rahim Bei allerschönstem Januarwetter, Sonnenschein, Wind und Frost klappen wir den Hörerstammtisch heute auf. Mag es vorletztes Mal bei „Wir und unsere Hörer“ noch grau in grau und kalt und rauh gewesen sein... jetzt sieht die Welt zwischen dem Persischen Golf und dem Kaspischen Meer schon wieder ganz anders aus, blitzblank wie frisch poliert!
Würde der abenteuerlustige Hörerkollege in Aachen Burkhard Müller schon heute und nicht erst Ende Februar nach Teheran und von dort weiter nach Isfahan fliegen, so könnte er durch das Bullauge des Flugzeugs der Mahan Air jetzt alles mit eigenen Augen sehen:

weiß und im Sonnenlicht glitzernd die hohen Rücken der winterlich verschneiten Bergketten im Westen und Südwesten des Landes, aus denen sich das Zagrosgebirge formiert, und inmitten dieser das majestätische Dena-Massiv mit seiner fünfköpfigen Gipfelkette, von denen der Dena-Gipfel am höchsten ist – ein respekteinflößender Viereinhalbtausender, der seine Spitze in den Wolken verbirgt, und der dem Auge, das an seinen gleißenden Gletschern hinaufwandert, ganz und gar unbezwingbar erscheint.

Unbefahrbar die Landstraßen zu den Dörfern im Hinterland, in denen sich die Menschen nun in ihre mollig warmen Wohnungen zurückgezogen haben, draußen der vor Sturmböen dahinjagende Schnee, der jede Spur verwischt, und die hungrigen Wölfe, die man hier und dort in der Wildnis heulen hört.

Unter dem tiefen Schnee im gefrorenen Erdreich das Wintergetreide, endloses Ackerland am Fuß der Berge in noch endloserem, jeden Laut erstickendem Weiß...

Es ist gerade so, als hätte die deutsche Schriftstellerin und Lyrikerin Sieglind Spieler die Verse, die ich Ihnen heute wieder einmal in Erinnerung rufen will, für einen Tag wie diesen gemacht. Ich lese sie vor aus dem Jahrbuch für das Erzgebirge 2004, das zur Erinnerung an die Hörergemeinschaft im Erzgebirge in unserer Hörerbibliothek steht. Nicht von ungefähr zitiere ich aus diesem Buch, denn Sieglind Spieler ist nicht nur als Forstarbeiterin, Bibliothekarin und Spielzeugherstellerin in ihrer Heimat tätig gewesen, sondern hat auch viele ihrer Lyrik- und Prosawerke in den Erzgebirgischen Heimatblättern, den Freiberger Leseheften und (zwischen 1999 und 2002) auch in besagtem Jahrbuch für das Erzgebirge veröffentlicht.

„Verschneites

weites Land

am Neujahrstag;

froststill gefroren glatt,

in weißer Leere

ausgebreitet;

ein großer Bogen

unbeschriebenes Papier

liegt leer vor uns.

Was schreibt

das Jahr hinein

an seine Tagen?

Was?“

„Dichten“, schreibt Hörerkollege Helmut Dieterle in Isny, „ja, das Dichten ist so eine Sache, die man nicht erzwingen kann. Erst wenn die Musen der Poesie einen geistig besuchen und küssen, dann wird es was. Dann fühle auch ich es manchmal, wie sie mir den Stift in der Hand führen und mir im Kopf die Ideen einhauchen….

Das eine Gedicht, das ich Ihnen letztes Jahr zuschickte, ist etwas düster und traurig geraten, aber es entsprach meiner damaligen depressiven Stimmung, in die ich manchmal gerate. Früher geschah dies öfters, doch nun immer seltener; vielleicht ist das auch ein kleines Zeichen der Besserung?

Der Verlust meines Freundes Gerd Wedemeyer in Wiesbaden hat mich hart getroffen. Wir schrieben einander oft, und ich las gerne seine Übersetzungen aus russischen und koreanischen Zeitungen, die er mir kopiert schickte, auch in die Schweiz. Zu seiner Kostenbeteiligung schickte ich ihm Schweizer Fränkli oder noch Deutsche Mark, später dann Euro, den ich lieber (T)euro nenne, weil ja seit seiner Einführung alles teurer geworden ist.“

In der IRIB-Hörerfamilie gibt es Dichter, das haben Sie gerade gehört. Es gibt aber auch Leute, die Prosa schreiben – Kinderbücher, chinesische Legenden und Reiseberichte. Zu dieser Sorte gehört der „Hörerkollege mit dem Stift in der Hand“ Helmut Matt in Herbolzheim.

Am dritten Dezember, als China Radio International das siebzigjährige Bestehen seiner Sendungen feierte, fand sich für Helmut, der ja Vorsitzender des deutschsprachigen CRI-Clubs Freiburg ist, schon öfters als Gewinner von Preisausschreiben nach China eingeladen wurde, bereits zwei Bücher geschrieben hat, die auf chinesischen Legenden basieren, und durch solche Tätigkeiten immer lebhafte Kontakte zum „Reich der Mitte“ hat, wieder einmal Gelegenheit aktiv zu werden.

Selbstverständlich wer er bei den Feierlichkeiten dort mit von der Partie. Wer aber um diese Jahreszeit die Hauptstadt Chinas bei frischem Neuschnee erlebt, den „Platz des himmlischen Friedens“ und den Kaiserpalast mit der „Verbotenen Stadt“ im winterlichen Weiß und zudem noch schriftstellerisch veranlagt ist, der kann sich des Gefühls gar nicht erwehren, „inmitten von Szenen aus einem alten fernöstlichen Wintermärchen zu sein..“.

Wie dem auch sei, die Reise nach China hat Helmut zu einem umfangreichen Erlebnisbericht inspiriert. Viel Text und schöne Bilder füllen vierzehneinhalb Seiten, und ich weiß jetzt nicht, wie es den anderen Kolleginnen und Kollegen beim Lesen ergangen ist, aber mich hat als alte Feundin der Berge und ihrer Fauna und Flora am meisten der Teil gefesselt, in dem er von seinem Ausflug in die bizarre Bergwelt von Wuyishan erzählt, obgleich eigentlich alle Episoden des Berichtes faszinierend sind.

„Es ist die atemberaubende Landschaft, ihre Düfte und das feine Aroma des Wulong-Tees, wofür die Gegend so bekannt ist,“ berichtet er von dort.

„Der Wulong-Tee, der aufgrund einer berühmten Legende auch den Namen Roter-Mantel-Tee hat, stammt direkt von den drei berühmten, natürlich gewachsenen Teebäumen des Wuyi-Gebirges. Diese Teebäume hat China als Staatsschatz unter den besonderen Schutz der Regierung gestellt.

Den Tee kann man bis zu neun Mal aufgießen, normale Felsentees höchstens sieben Mal.

Der echte Tee wird im Frühjahr in einer traditionellen Zeremonie geerntet. Er erzielt durchweg Preise von mehreren tausende Euro pro hundert Gramm. Die Teepflanzen werden durch Stecklinge von den drei Originalbäumen vermehrt und in größeren Anpflanzungen im Wuyi-Gebirge kultiviert.“

Von der Kultivierung seltener Nutzpflanzen weiß nun auch Werner Schubert in Grafing etwas zu berichten. Nicht, daß er auch nach Fernost oder zumindest in den Nahen Osten verreist wäre... Nein, im Fernsehen hat er davon gehört, mit warmen Pantoffeln an den Füßen, als er mal nicht gerade die Kinder der Nachbarin hüten mußte und auch im Meerschweinchenkäfig ausnahmsweise eitel Sonnenschein herrschte.

„Vor einigen Tagen erfuhr ich in einem kurzen Fernsehbeitrag: Iran bekommt jetzt als größter Produzent von Safran Konkurrenz aus dem hohen Norden.

Ein Gärtner auf der schwedischen Insel Gotland hat damit begonnen, selbst Safran anzubauen. Es heißt, daß gerade die Schweden und dann besonders zu Weihnachten ziemlich vernarrt in dieses Gewürz sind.

Na, mal sehen, wann Schweden zur Safranexportnation Nummer Eins wird. Bisher reicht der Ertrag nur für den Eigenbedarf des Gärtners und einige umliegende Bäckereien...

So, das soll’s erst mal wieder gewesen sein. Ich melde mich natürlich wieder!

Die Empfangsberichte für August und September, Oktober und November gehen in den nächsten Tagen nach Berlin ab.

Liebe Grüße nach Teheran, Ihr

Werner Schubert.“

Ja, richtig, in Schweden wird ja jedes Jahr am 13. Dezember das Luciafest gefeiert, ein vorweihnachtliches Fest, zu dem traditionell süße Hefebrötchen hergestellt werden, ein Gebäck, das „Luciakatze“ oder „Lussekatt“ heißt, und das von seiner typischsten Zutat, dem Safran, die deutlich gelbe Färbung erhält. Dort spätestens taucht er also auf, der Safran.

Wer „Lussekatter“ backen möchte, ist ohne diese Gewürzzutat aufgeschmissen. Kein Wunder, daß besagter Safrangärnter auf Gotland da mit seinem Privatanbau blendende Geschäfte machen kann...

Ja, Leute, das war Werner. Zweiundvierzig Berichte sind es bei ihm wieder geworden, immerhin, obwohl die Kurzwelle auch bei ihm immer mehr aus der Mode kommt.

Zugehört hat er demnach trotzdem noch eifrig – und neben der Unterschrift der Meerschweinchenstempel (bestimmt der absolut einzige in seiner Art!) hat auch nie gefehlt!

Na also!

Was man nicht alles bei Radio „Funk in Deutsch“ zu hören bekommt... nicht nur in der Hörerpostsendung, sondern überhaupt, auch unter der Woche in den Nachrichten, den Berichten und Sonderbeiträgen, die es immer wieder so gibt.

Sehr hübsch findet Oskar Schmitt in Hamburg jedes Mal die Nationalhymne und unsere Anfangsverse aus dem Heilien Koran. Und wie war das in der Sendung „In Richtung Licht“ mit der Kamelstute, die da aus einer Felswand hervortrat als Wunderzeichen für das vorgeschichtliche Volk der Thamud? Das war dem 79jährigen aber auch noch neu!

„Die Nachrichten sind auch gut! Und sehr gefallen kann mir immer, wenn über Ihren Imam Hussein berichtet wird. Am 7. Dezember hörte ich Ihren Beitrag über die iranische Geschichtsschreibung: War einfach hochinteressant.

Habe übrigens den Eindruck, als wenn IRIB von außen gestört würde. Kann das angehen?

73, Oskar.“

Bei der Kurzwelle ist nichts unmöglich. Vielleicht gibt es außer den Hörern tatsächlich auch Störer. Das Geknatter während der Nachrichten – tja, es könnte natürlich auf ihr Konto gehen. Aber vielleicht ist es auch nur ein nichtentstörtes elektrisches Haushaltsgerät beim Nachbarn gewesen?

Gut, daß sich Oskar schnell damit abgefunden und dem Rest der Sendung trotzdem noch beigewohnt hat. Jetzt wünscht er sich Programmplan, Kalender, Briefmarken oder Münzen, Wimpel, Aufkleber und eine QSL-Karte für den aktuellen Bericht vom Dezember, aber auch für den letzten vom Juli, auf den er eine Antwort von uns immer noch vermißt.

Ganz interessant zu hören, daß Oskar für seinen Kurzwellenempfang noch einen Grundig Satellit 500, Baujahr 1989, benutzt! „Er ist zwar schon etwas älter“, meint er, „aber immer noch gebrauchsfähig.“ Also warum nicht?

Störungen auf der Kurzwelle, das gehört bei Wolfgang Gröppel in Witten-Stockum mit zum Beruf.

„Sehr geehrte deutsche Redaktion“, schreibt er am 6. Dezember, „ich möchte mal die technische Sachlage so erklären: Sie haben zur gleichen Zeit auf 7425 kHz und auf 6205 kHz gesendet. Durch meine Hochfrequenzkontrollgeräte habe ich aber festgestellt, daß es auf 6205 kHz wesentlich ruhiger war als auf 7425 kHz. Dort ist es störanfälliger; die Störsignale beziehen sich auf andere Sender im Hintergrund und auch auf die atmosphärischen Schwankungen.

Trotzdem sind die Damen noch recht ordentlich zu verstehen gewesen.

Ich habe zuerst auf 7425 Khz gehört und nach einer halben Stunde umgeschaltet auf 6205.

Mit höflichen Grüßen

OM Wolfgang Gröppel.“

Ja, und wenn sich Wolfgangs Hörerkollege OM Dieter Buchholz auf einer unserer Frequenzen nicht wohlfühlt, schaltet er auch einfach um und hört die Sendung zu Ende.

„Oschersleben, am 4. Dezember

In den ersten zwanzig Minuten war auf 7420 kHz sehr guter Empfang. Aber danach mußte ich auf 7425 kHz umschalten, weil der Empfang auf 7420 kHz nicht mehr möglich war. Zum Glück war auf 7425 dann auch sehr guter Empfang.

73, Dieter Buchholz.“

Und auf diese Weise sind bei Dieter schon 277 Empfangsberichte zustande gekommen, eine ganze Stange, die sich sehen lassen kann. Es gehört eben dazu flexibel zu sein und sich bei unbeständiger Witterung auf dem Kurzwellenozean stets auf das stabilste Boot zu retten. Und das hat der Dieter eben gut los.

Beinahe hätte ich ja bei Dieters RR-Post seine freundlichen Grüße und Glückwünsche zu Weihnachten und Neujahr übersehen! Dann aber schnell noch ein Dankeschön in dieser Angelegenheit, und toi toi toi nach Oschersleben, wo jetzt von der fetten Gans, die beim Gänsebratenlauf der Oscherslebener Laufgruppe „Hohes Holz“ vermutlich auch heuer zu Neujahr wieder zu erringen war, bestimmt nur noch die Knochen und ein Töpfchen Gänseschmalz übrig sind.

„Gesegnete Weihnachten und ein gutes Neues Jahr und alles Gute zum Moharram“.

Günter Kastner in Salzburg hat nichts vergessen: Weihnachten, Neujahr, Moharram. Nun ja, das Interview mit Prof. Dr. Udo Steinbach und der Bericht über Moharram am 3. bzw. 4. Dezember werden ihm noch in frischer Erinnerung gewesen sein, als er seine Post mit den Berichten bis einschließlich 11. Dezember ins Kuvert schob.

Wird der Salzburger IRIB auch im neuen Jahr treu bleiben? Es ist anzunehmen; versichern tut er ja immer wieder:

„Es ist sehr interessant, Ihren Sender zu hören. Ich freue mich sehr über Ihre Sendungen.

Beste Wünsche! Gott segne Sie.“

Winteraufnahmen von Salzburg... Wintereindrücke aus Peking... Winterbilder vom Panorama der Hochgebirgsmassive in West- und Südwestiran...

Am Hörerstammtisch hätte es einem heute richtig kalt werden können, wenn..., ja, wenn die warme und freundschaftliche Atmosphäre nicht gewesen wär‘.

Wünsche allen eine mollig warme Woche!

Ade.

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