Montag, 16 Januar 2012 11:27

8. Januar. 2012

Bismillah-ir-rahman-ir-rahim Einen schönen guten Tag, und wieder einmal willkommen beim IRIB-Hörerstammtisch, dem traditionellen Treff der deutschsprachigen Hörerinnen und Hörer von RadioTeheran!
Na? Beim Überwechseln vom alten zum neuen Jahr wird uns doch hoffentlich keiner auf der Strecke geblieben sein?

Vielleicht hat sich ja der eine oder andere über die Feiertage unter die Wintersportler gemischt oder ist bei dem ungemütlichen Winterwetter Hals über Kopf in Richtung sonnigen Süden ausgebüchst. Gut, das lassen „Wir und unsere Hörer“ natürlich gelten. Dann muß es eben auch einmal ohne sie gehen – ausnahmsweise.

Sie wissen ja: Wenn einer nun mal den Hörerstammtisch aus einem solchen oder einem anderen Grund verpassen muß, kann er sich nachher ja von einem Hobbyfreund berichten lassen, was dieses Mal so los war; oder er kann die Sendung natürlich auch auf radio700.info oder german.irib.ir als podcast nachhören, wenn er die entsprechenden Möglichkeiten dazu hat. Wie „Wir und unsere Hörer“ wissen, ist das bei weitem noch nicht bei allen Kurzwellenhörern der Fall. Und kürzlich haben wir es ja wieder einmal mitbekommen: Lieber als „letzter Neanderthaler“ verschrieen sein! Aber mir meine letzte Ruhe rauben lassen mit diesen neuen nachrichtentechnischen Errungenschaften – das will ich auch nicht.

Zur Kontrolle der Ausbreitungsbedingungen über das Kurzwellennetz sind dem Sender und der Sendetechnik ja nach wie vor Empfangsberichte von seiten der Kurzwellenhörer immer von großer Wichtigkeit. So ist es auch bei IRIB, Radio „Funk in Deutsch“ aus Teheran: Auch im neuen Jahr ist jeder RR (Reception Report), der geschickt wird, gern gesehen.

Der von Burkhard Müller macht da keine Ausnahme. Schön von ihm zu hören am 25. Dezember:

„Hallo liebes Studioteam des deutschen Programms,

endlich habe ich wieder guten Empfang des persischen Programms! Daher direkt auch einen Sendebericht:

7420 kHz im 41m-Band sendet Nachrichten und Hörerpost. Der SINPO-Wert liegt bei 43344. Gut!

Letzte Woche ist mein neues Visum für Iran angekommen. Ende Februar geht’s ab mit Mahan Air nach Teheran und von dort weiter nach Isfahan.

Ihnen allen die allerbesten Weihnachtsgrüße und uns allen Frieden auf Erden,

Burkhard Müller.“

Heute ein Sendebericht – morgen ein Reisebericht? Na, man wird’s ja später sehen, wie sich Burkhard am Hörerstammtisch weiter entwickelt.

A propos 7420 kHz: Diese Frequenz wird, wie Joachim Thiel in Wuppertal richtig beobachtet hat, seit gut vierzen Tagen zu Beginn der Sendungen nicht mehr angesagt. Auch aus der Heimseite unserer Station ist sie gestrichen worden. Aber was dabei verwundert: Sie trägt das Programm aus Teheran trotzdem noch, und wenn sie auch immer den anderen beiden Frequenzen in der Modulation ein Stückchen hinterher hinkt, ist sie doch an sich ein zuverlässiger, rauscharmer und störungsfreier Träger! Was ist da im Busch?

Na, um das herauszukriegen, müssen wir die 7420 und 7425 kHz gleich mal ein bißchen genauer unter die Lupe nehmen, glaub‘ ich.

Zunächst zur 7425.

„Besten Gruß aus Wuppertal!

Ihre Abendsendung wird auf der Direktfrequenz 7425 kHz gegen Ende des Programms häufig unvermittelt abgebrochen, während auf den beiden anderen Frequenzen (7420 und 6205 kHz) die Übertragung bis zum wirklichen Ende weiter geht.

Das war so am 6. Dezember (da war mitten in der Ankündigung der Sender weg; nicht einmal ein Träger war zu hören! Auf 7420 kHz jedoch ging das Programm bis zum regulären Ende weiter), das war so am 11. Dezember (wieder lautstarkes, ungestörtes Signal, kaum Rauschen oder Schwund auf 7425 kHz, und plötzlich endete die Ausstrahlung; auch der Träger war von einer auf die andere Sekunde fort, und es gab nicht, wie üblich, Instrumentalmusik bis zum Beginn der nächsten Sprachsendung); und das war so am 13. Dezember. Am 28. Dezember wurde das Programm auf der Frequenz 7425 kHz schon während der Ansage der Berliner Kontktadresse abgebrochen. Nur am 29. Dezember verwunderte es mich positiv, daß heute die Sendung auf 7425 khz bis zum wirklichen Ende übertragen wurde. Danke dafür!“

Die Sache mit den beiden Frequenzen im 41m-Band hat sich für unsere Ausstrahlungen insofern noch als problematisch erwiesen, daß die beiden sich gegenseitig aufgrund ihrer zeitlichen Verschiebung leicht stören.

So beobachtet Joachim Thiel am 13. Dezember:

„Auf 7425 kHz starkes Signal, aber Störungen durch Ihren Sender auf 7420 kHz mit verzögerter Modulation!“

Und am 18. Dezember:

„Es wird auf 7420 kHz, einer Frequenz, die nicht mehr angesagt wird, noch bis zum Ende gesendet, also es kommen noch die Anschriften, Verabschiedung und Abschlußmusik – allerdings während der gesamten Sendung um einige Sekunden verzögert und etwa eine S-Stufe schwächer.“

Und dann immer wieder das abgehackte Ende bei 7425, das auch Bernd Neumann in Berlin sehr stört und am 18. Dezember zu der Bemerkung verleitet hat:

„Also einfach so den Sender abzuschalten, ist aber auch nicht die feine Art.“

...am 19. Dezember dann wieder:

„Daß der Sender während der Verabschiedung Ihrer Sprecherin abgeschaltet wird, halte ich zumindest für sehr unhöflich!“

...und am ersten Weihnachtstag schließlich:

„Daß der Sender mitten in der Verabschiedung wieder abgeschaltet wurde, ist immer wieder sehr ärgerlich!“

Was die vorzeitige Abschaltung des deutschsprachigen Programms auf der Direktfrequenz 7425 kHz angeht, sind „Uns und unseren Hörern“ da die Techniker eine Erklärung schuldig. Welches der triftige Grund dazu sein könnte, könnte ich Ihnen auch nicht sagen. Ich denke aber, daß das Geheimnis zu lüften ist!

Was die bei dem Sender in Sitkunai in Osteuropa angemietete Frequenz 7420 kHz betrifft, steht die Sache so, daß IRIB den Mietvertrag mit Litauen wieder einmal verlängern muß. Bei der Gelegenheit soll dieses Mal aber auch über eine eventuelle Frequenzänderung verhandelt werden – und zwar wegen der engen Nachbarschaft von 7420 und 7425 kHz im 41m-Band. Denn da die Frequenzlaufzeiten dieser beiden dicht nebeneinander liegenden Frequenzen unterschiedlich sind, kommt es beim Empfang zu einer gegenseitigen Beeinträchtigung, und um sich so etwas einzubrocken, gibt IRIB kein Geld für die Miete aus.

Nun, so lange die Verhandlungen im Gange sind und sich die Leute vom Fach die Köpfe zerbrechen, bleibt es jetzt erst einmal bei der Ausstrahlung unserer Abendsendungen auf 6205 und 7425 kHz. 7420 kHz aus Sitkunai/Litauen war vorübergehend abgeschaltet; mag sein, daß sie kurz danach wieder als Trägerfrequenz in Einsatz genommen wurde – offiziell ist sie bis auf weiteres außer Betrieb.

So weit, so gut.

Und nun, meine Damen und Herren, zu Sendeberichten über die deutschsprachige Morgensendung, Ausstrahlung direkt aus Teheran/Kamalabad auf 15085 und 17690 kHz. Auch hier sind unseren Lauschern ein paar technische Dinge nicht entgangen.

„Die Modulation auf 17690 kHz war am 24. Dezember meiner Ansicht nach zu leise im Verhältnis zur Trägerleistung,“ meldet Bernd Neumann nach dem Hören des Programms in Berlin.

„Auf 15085 kHz ist es sehr schön durchmoduliert. Die 17690 kHz ist eindeutig untermoduliert.

Auch hatte ich den Eindruck, daß zu Beginn der Sendung die Modulation stärker war und dann langsam weniger wurde.“

Vielleicht ist das auch der tiefere Grund für Heinz Günter Hessenbruch in Remscheid und Volker Willschrey in Dillingen, die Vormittagssendung aus Teheran immer nur auf der 15085 kHz zu hören?

Helmut Dieterle im Württembergischen Allgäu steht, wie sich heute gezeigt hat, demnach nicht allein auf weiter Flur mit Empfangsproblemen wegen Signalschwäche. Spätestens heute am Hörerstammtisch hat er das gemerkt.

Es war am ersten Januar, als er schrieb:

„Momentan sind Ihre Frequenzen nur schwach hörbar, das Signal ist zu leise.

Mein altes Dampfradio, der Seilzugempfänger, brauchte eine kleine Reparatur, funktioniert aber weiterhin gut. Auch dort ist IRIB zu leise.

Liegt das an der Sendestärke oder am Wetter?

Ihr regelmäßiger Frequenzwechsel von Sommer- zu Winterfrequenzen und umgekehrt liegt mir immer noch störend in den Ohren. Kann man das nicht anders machen? Sicherlich verlieren Sie dadurch auch Hörer.“

Mag sein. Auch eingefleischten DXern wie Wolfgang Gröppel in Witten-Stockum fällt die Umstellung immer ein bißchen schwer.

Aber ohne Frequenzumstellung geht es nun einmal nicht. Und wenn Sie das tröstet: Auch für die Redaktionen ist die ganze Frequenz- und Sendeplanumstellerei nur mit Umständen verbunden, sonst nichts.

Für diejenigen im Hörerpublikum, die Zugang zum Internet haben und die Präsenz von IRIB-Das-Deutsche-Programm in den Seiten von facebook kennen, vielleicht auch schon über Chat Kontakt zur Redaktion in Teheran aufgenommen haben und dabei mit unserer netten Mitarbeiterin Parissa bekannt geworden sind, hier eine Mitteilung:

Die deutschsprachige Redaktion von IRIB „Stimme der Islamischen Republik Iran“ hat über Weihnachten in facebook eine kleine Umfrage angekurbelt. Es geht um die deutschsprachigen Auslandssendungen von „Funk in Deutsch“, also das, was sie jetzt gerade eingeschaltet haben, und um die Ansichten, Meinungen, Kommentare und Verbesserungsvorschläge der Hörer zum Programm.

Auf dem Fragebogen ist als Einsendeschluß der 31. Dezember 2011 angegeben. Da sich bis zu diesem Termin aber nur ganz wenige facebook-Besucher zu Worte gemeldet und die Fragen auf dem Bogen beantwortet hatten, wurde der Termin nach Rücksprache mit dem Programmchef noch einmal verlängert. Demnach werden Antworten auf die Umfrage noch bis zum Ende der Woche, also dem 15. Januar 2012 einschließlich, von unserer Redaktion dankend entgegen genommen.

Es bleibt auch dabei, daß die Einsender an der Verlosung einer kleinen Belohnung für ihre Mühen beteiligt werden.

Nun haben alle, die über Weihnachten keine Zeit hatten, weil sie von der Familie vereinnahmt wurden, verreist oder sonstwie anderweitig engagiert waren, noch einmal eine Gelegenheit, sich der kleinen Umfrage anzunehmen.

Mitra, Monika und Parissa würden sich freuen, wenn es nun hoffentlich besser klappt. Ich persönlich bin kein Freund von facebook; aber dieses Mal sage ich ausnahmsweise: Schauen Sie doch mal rein!

Zurück zum Kurzwellenhören.

Sehr gerne möchte ich heute wieder einmal ein Dankeschön nach Mönchengladbach schicken, und zwar an die Redaktion des „Radio-Kuriers“, die sich mit der Herausgabe dieser vielseitigen und umfangreichen Hobbyzeitschrift seit Jahr und Tag unermüdlich um die Sache des Kurzwellenhobbys verdient macht. Dort gibt es ja immer einige, die uns zuhören, und die mein Dankeschön an den Chef weitersagen können.

Da unsere deutsche Rundfunkredaktion in Teheran stets mit den aktuellen Exemplaren dieser Fachzeitschrift beglückt wird, ganz unverbindlich und kostenlos, ist sie Michael Schmitz und seinem Team sehr zu Dank verpflichtet. Das möchte ich heute einmal im Klartext ausgedrückt haben!

Das neue Heft, daß ich heute vor mir liegen habe, ist die Ausgabe von November 2011: „Radio-Kurier, weltweit hören alle Länder - alle Sender“. Und wieder begegnet man Beiträgen von Redakteuren, die auch und schon lange Hörer der Stimme von Radio Teheran sind. Einen schönen Gruß!

Zu Dank verpflichtet uns aber eigentlich jede Art von Hörerpost, sei es ein Brief mit der Blitzpost oder einer mit der Schneckenpost, eine Postkarte, eine Drucksache, ein Päckchen oder ein gepolstertes Kuvert mit kleinen Souvenirs... ja, und auch die kleinen Lageberichte einzelner Hörerfreunde, die zwischen den Zeilen allerlei zusätzliche Anhaltspunkte mitliefern und es den Hörerpostleuten leichter machen, eine emotionelle Verbindung herzustellen.

Ein letztes Zitat soll heute stellvertretend für diese Sorte von Hörerzuschriften vorgelesen werden. Es ist ein Auszug aus Helmut Dieterles Brief vom Neujahrstag. Er hat ihn nach einer beinah endlosen Odysee mit seinem alten Computer, dem Drucker, der das Zeitliche segnete, und den finanziellen und behördlichen Hürden, die es zu meistern galt, bis wieder ein Anschluß an Telefon und Internet zustande kam, nun endlich an die germanradio-Adresse mailen können.

„Sehr verehrte Frau Zangeneh,

als im September 2011 mein Drucker kaputt ging als uraltes Modell und es keine Ersatzteile mehr gab, war ich über zwei Monate völlig lahm gelegt, konnte vieles gar nicht schreiben, nur das nötigste für Behörden, und das dann mit der alten, klapprigen mechanischen Schreibmaschine.

Es entstand in dieser Zeit ein gewaltiger Postberg, und ich konnte nur das Nötigste erledigen und das, wo es eine Blitzpostanschrift gab (neudeutsch in der Sprache des Feindes muß es ja überall lauten: ‚E-mail‘). Ein neuer Drucker nutzte mir nichts, da er sich mit meiner zwölfjährigen alten ‚apple‘-Rechnermaschine nicht vertragen hätte. Also was tun?

Eine neue oder zumindest neuere Maschine konnte ich mir finanziell nicht leisten. So telefonierte ich und schickte Blitzbotschaften überall an meine Freunde und Bekannte mit der Anfrage, ob sie einen alten Drucker hätten, den ich installieren lassen könnte.

Und siehe da, der Himmel hatte ein Einsehen, und ich bekam sogar drei alte Drucker. Mein Fachmann hier reinigte sie und brachte sie in Gang, so daß ich wieder schreiben und ausdrucken konnte. Er konnte sich aber ein Schmunzeln und die Bemerkung nicht verkneifen:

‚Die einen sammeln Briefmarken oder Antiquitäten oder alte Gemälde oder Bierdeckel, und Sie sammeln eben alte Drucker...!‘

Von meiner astrologischen Schülerin und ihrem Mann bekam ich inzwischen auch eine wesentlich jüngere Rechnerkiste geschenkt, die er als Fachmann in zehn Stunden geflickt hat, da er sie defekt geschenkt bekam. Nun kann ich die ‚apple‘-Maschine aus meiner Schweizer Zeit für andere Dinge verwenden.

Diese hier, mit der ich jetzt an Sie schreibe, ist schneller und kann sonst auch einiges mehr. Sie hat das Programm ‚windows-xp professional‘ als Grundlage. Nur mein alter Kopf kommt mit der anderen Einteilung und Zuordnung auf dem Bildschirm noch nicht so klar. Ich bin ja ohne diese Zaubermaschinen groß und alt geworden.“

So strampelt und bemüht sich jeder auf seine Weise, am Ball zu bleiben. Der eine läßt das alte Dampfradio oder den Rechner aufmöbeln. Der andere sucht sich, was er aus technischen Gründen über die Kurzwellen nicht hereinbekommen kann, aus den Heimseiten im Internet zusammen.

Am Hörerstammtisch trifft man sich dann: Jeder mit seinen Erfahrungen, und jeder auf das, was er dann, wenn es soweit ist, beizutragen und vorzuzeigen hat, mit Recht auch ein bißchen stolz.

Schön: Dann bis auf weiteres!

Ade.

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