Dienstag, 06 Dezember 2011 11:47

4. Dezember. 2011

Bismillah-ir-rahman-ir-rahim Das deutschsprachige Programm aus der Islamischen Republik Iran und der heutige Willkommensgruß des Kollegiums von der Redaktion an die versammelte Zuhörerschaft vor den Empfängern sind nun, eine gute Woche nach Beginn des heiligen Monats Muharram, von immer dichterem und schwererem Trauerflor umgeben. Das ist Ihnen im Verlauf der Sendung sicher bereits aufgefallen.
Nun, wie Ihnen als Hörern unserer Stimme inzwischen nicht mehr neu sein dürfte, konzentriert sich jetzt alles in unserem Land und auch andernorts, wo Schiiten beheimatet sind, in diesen und in den kommenden Tage fast ausschließlich nur noch auf die Verinnerlichung und seelische Druchdringung der Passion des Fahnenträgers dieser Glaubensgemeinde, Imam Hussein (Friede sei mit ihm); und wie Ihnen ebenfalls mittlerweile bekannt sein dürfte, gipfelt dieses von Tag zu Tag intensivere neue Auflebenlassen und Nacherleben jener alten Begebenheit am zehnten Tag des Muharram im Märtyrium des Helden von Kerbala am Tage Aschura.

Diesem Gedenken möchte natürlich auch unsere Stimme Rechnung tragen. Entsprechend schraubt sie ihren Pegel zurück und beschränkt sich auf gedämpfte Rhythmen, verhaltene Musik und feierliche Trauermärsche – auch in der sonst mit Musik so bunt aufgelockerten Hörerpostsendung.

Es müßte eigentlich hinzugesetzt werden, daß die Drosselung des musikalischen Moments bei unseren Radioausstrahlungen eigentlich nur eine radiogerechte Form der Andacht ist. Sie widerspiegelt in der Tat keineswegs die tatsächliche Atmosphäre, die derzeit in der iranischen Öffentlichkeit herrscht. Denn Orientalen sind nicht Menschen von der Art, wie man ihnen vornehmlich im Westen begegnet: Leute, die sich schweigsam in Trauer hüllen können, ihr Leid nicht offen zur Schau tragen und, ohne eine Träne zu verdrücken, den größten Schmerz hinunterzuschlucken im Stande sind. So sind es auch die Muslime in unserem Lande nicht.

Nein, die tiefe Trauer um Imam Hussein und seine Getreuen am Aschura-Tag wird bei uns offen und voller Enthusiasmus zum Ausdruck gebracht, so wie es der Mentalität der hiesigen Menschen entspricht: in Trauermärschen, die von Klageliedern, Refraingesang und Trommelrollen begleitet sind, in riesigen Trauermessen, zu denen sich Groß und Klein, Arm und Reich in unabsehbaren Mengen versammeln, um der Ansprache des Predigers beizuwohnen. Häufig wird die Veranstaltung dann von einer leidenschaftlichen, melodramatischen Darstellung einzelner Szenen des betreffenden Heldenepos ergänzt, bei der die Zuhörer nicht selten und ungehemmt in Tränen ausbrechen, und so geht es weiter bis spät in die Nacht – rhytmisch begleitete Wechselgesänge zwischen Vorsänger und Gemeinde, Trauermärsche, Trommelrollen und Paukenschlagen in den dunklen Straßen und Gassen der Stadtviertel, bis es in der Ferne verhallt.

Dienstag ist Aschura. Der Vortag zu diesem Tag heisst Taasu’a. An diesem Tag ruft man sich die letzte Nacht in Erinnerung, die dem Heer der Gerechten noch vergönnt war, bevor der Morgen des letzten Tages graute.

Es muß eine unruhige Nacht für alle Beteiligten gewesen sein, schlaflose Stunden in Erwartung eines düsteren Tages, an dem sich, wie man wußte, die Streu vom Weizen trennen würde. Schlaflose Stunden, die man einem letzten Gebet widmete, einer letzten Vertiefung in den Koran, einem letzten Zusammensein mit den treuesten Eidgenossen und dem, was an Frauen und Kindern aus der engsten Familie mit ins Jammertal von Neynava gezogen war.

Es war die Nacht des Abschieds von der Welt und der letzten Vorbereitungen für die Reise in die Ewigkeit.

Das war Taasu‘a, der „neunte Tag“.

Aber auch bei solch tiefschürfenden Ereignissen im islamischen Kulturkreis darf die Hörerpostsendung bei Radio „Stimme der Islamischen Republik Iran“ nicht ausfallen. Sie hat immer ihre Berechtigung, und wie Werner Spinnehörn in Frankfurt-Unterliederbach in seiner Septemberpost wieder einmal beteuert hat, ist es ja so: „IRIB wird immer gerne gehört.“

Und daß sich Helmut Schafheitle nach einem offensichtlichen Hörgenuß am 30. September in der Bodenseegegend auch weiterhin viele interessante Sendungen von uns wünscht, kann ruhig auch dann weitergesagt werden, wenn die Stimmung einmal nicht so locker wie sonst ist.

Übrigens: Seinen kleinen Kurzrapport hat Helmut auf der Rückseite einer Ansichtskarte notiert und somit Gelegenheit gefunden, auch einmal das kunstvolle, mundgemalte Gemälde von Robert Holy des Titels „Abendlicher Segeltörn“ herumzuzeigen – genauso wie Molli, die Mecklenburgische Bäderbahn, eine Husch-husch-Eisenbahn von der Sorte, wie sie das Christkind früher gern zur Bescherung brachte – ein hübsches, nostalgisches Briefmarkenmotiv der deutschen Post.

Helmut Lesser in Gebesee mag gedämpfte Gemütsstimmung nicht. Advent, Taasu‘a oder Aschura... Er betrachtet sich die Kerzen, die heute auf dem Hörerstammtisch brennen, nur mit einer trockenen Bemerkung, die da wäre:

„Aha, sparsamer Stromverbrauch!

Alternativen gibt es immer: Birne aus, Kerze an, geht doch!“

Taktvoll wie er ist, grummelt er das natürlich nur unter der Hand in seinen Bart.

Aber dann hebt er doch den Kopf und fragt laut in die Runde:

„Leute! Wißt Ihr was? Was ist das eigentlich, Strom und Elektrizität, hm?

Ich will’s Euch sagen:

Morgens mit Hochspannung aufstehen, mit Widerstand zur Arbeit gehen, den ganzen Tag gegen den Strom schwimmen, geladen nach Hause kommen, an die Dose fassen und eine gewischt kriegen...

Das ist Elektrizität!“

Und das war, ist und bleibt Helmut, heute Absender von zwei Empfangsberichten, mehreren Zeitungsberichten, einer dreiteiligen wahren Bildergeschichte über eine achtköpfige Schwanenfamilie inmitten von Thüringens Straßen und noch anderen unerhörten Neuigkeiten aus Gebesee.

Den Mossbergs in Schweden reicht es schon, wenn sie eine Hörerpostsendung hören müssen, in der von Johanngeorgenstadt an der „Grenze zu Tschechien“ geredet wird oder um den Namen der Stadt Hirschberg, die heute offiziell ja Jelenia Gora heißt, herum gedruckst wird; da stellen sich ihnen die Haare wie elektrisiert.

„Nö!“ rufen sie sogleich wie aus einem Munde, „auf’m Erzgebirge gibt es keine Reichsgrenze! Östlich davon ist nicht Tschechien, sondern Böhmen oder das von den Slawen besetzte deutsche Sudetenland, integrierender Teil des Großdeutschen Reiches!

Und es gibt auch noch ein anderes Hirschberg, eine Ortschaft in Nordböhmen. Gottesberg ist eine Stadt westlich von Waldenburg, sehr nahe davon.

Segen Gottes ist westlich von Tischnowitz in Mittelmähren gelegen.

Ja, wie herrlich wäre es, wenn die Ostprovinzen des deutschen Reiches noch deutsch wären! Ostpreußen war besonders anziehend mit seiner abwechslungsreichen Landschaft voller Wälder, Seen, Flüsse und Geschichte, und große Männer haben da geweilt...

Im schwedischen Rundfunk wurde eine alte Deutsche in die Kirche zu Lötzen geführt, wo sie konfirmiert worden war. Da brach sie in Tränen aus.

Anbei heute mal einige Lieder, die Sie uns nach Einüben vorsingen könnten, zum Beispiel ein Lied jeweils am Ende von ‚Wir und unsere Hörer‘. Die Ablichtungen erfolgten aus dem Buch ‚Die Taschenharmonika – 143 Perlen für das Piano-Akkordeon‘, Verlag Rahter Leipzig, Druckrecht 1942.

Jetzt haben Sie die Noten.

Mit Grüßen aus Schweden,

Mossberg.“

Ja, jetzt haben wir die Noten, das stimmt, und ich kann mir wohl vorstellen, daß die Mossbergs bestimmt nicht die einzigen wären, die sich – weit weg von der Heimat, aus der sie einst vertrieben wurden – über so ein live vorgetragenes Volkslied freuen würden, das da für sie aus dem Radio kommt.

Aber mit dem Vorsingen dieser schönen alten Lieder am Sprecherpult in Teheran, liebe Mossbergs, wird es bei den geltenden Vorschriften unseres Hauses wohl nichts. Wenn „Wir und unsere Hörer“ jetzt noch zu schunkeln anfangen, dann ist der Ofen bestimmt ganz schnell aus.

Nach dem kleinen Blick über den Tellerrand hinaus in die deutschen Ostprovinzen und nach Ostpreußen mit seinem abwechslungsreichen Landschaftsbild, ein Blick, der „Uns und unseren Hörern“ durch die Briefpost von Hörerkollegen in Südschweden gewährt worden ist, wenden wir uns nun Reaktionen auf die Sendereihe „Mit uns durch den Iran“ zu, die bei IRIB „Funk in Deutsch“ jetzt Freitagabends an Stelle des Persischsprachkurses zu hören ist. Diese Sendereihe findet beim Auditorium offensichtlich Gefallen; jedenfalls hat es bisher noch keine negativen Rückmeldungen dazu gegeben. Positiv wurden einzelne Beitäge indes inzwischen schon mal bewertet, zum Beispiel von Bernd Pätzold in Stolpen der vom 30. September, und der vom 4. November durch eine E-Mail von Hans-Jürgen Tausend in München.

„Sehr geehrte Damen und Herren,“ heißt es da, „ich möchte Ihnen heute einmal danken für Ihre Serie ‚Mit uns durch den Iran‘.

Es macht sehr viel Spaß, sozusagen mit den Ohren ein wenig spazieren zu gehen.“

Ähnlich klingt es bei Bernd:

„Der Beitrag ‚Mit uns durch den Iran‘ gefiel mir sehr gut, weil er sehr informativ war. Über die QSL-Bestätigungen habe ich mich wie immer sehr gefreut.“

Schön!

Übrigens: Daß Bernd seiner Hörerpost den neuen Wandkalender für das Jahr 2012 beigelegt hat, habe ich ja bereits am Hörerstammtisch vom 20. November erzählt. Wissen Sie eigentlich noch, wie das Stolpenkalender-Verslein für Dezember 2011 gelautet hat?

Wir haben es ja schon einmal gebracht, in unserer ersten Dezembersendung Ende des Jahres – damals noch mit der Stimme von Human Vatankhah.

Das war es:

„Wieder geht ein Jahr zu Ende.

Leise Trauer sinkt hernieder.

Aber nach der Jahreswende

Kehrt die alte Hoffnung wieder.“

Wenn Sie neugierig sind zu wissen, wie es dieses Mal klingt, dürfen Sie nicht vorzeitig abschalten oder „Uns und unseren Hörern“ den Rücken drehen. Es kommt nämlich erst ganz zum Schluß.

Vorher erfolgen aber noch ein paar Posteingangsbestätigungen, was ja der eigentliche Zweck einer Hörerpostsendung ist.

Sogleich also ein Dankeschön in Richtung Radebeul! Dort ist Klaus Führlich am 13. und 20. November mal wieder am Kontrollieren der Ausbreitungsbedingungen für seine Region gewesen und hat zu unserer Freude den Empfang als „technisch einwandfrei in guter bis sehr guter Qualität auf allen drei Frequenzen möglich“ befunden.

„Ich habe mich sehr gefreut, wieder das deutsche Programm hören zu können!

Über eine QSL-Bestätigung würde ich mich sehr freuen und bedanke mich schon jetzt für Ihre Bemühungen.

Gespannt erwarte ich schon Ihren Kalender für 2012 aus Ihrem schönen Land. Vielen Dank im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen,

Klaus Führlich.“

Und jetzt kommt gleich noch mal ein Schwall Empfangsberichte aus Deutschkreutz, damit wir nun auch sicher wissen, daß die Technik bei der Frequenzwahl für das Winterhalbjahr wieder ein glückliches Händchen bewiesen hat:

Mit Glückwünschen zum Opferfest, einer Schneckenpost-Nachlieferung von sechs handgeschriebenen Empfangsberichten (Datum Anfang September), das eine Mal sportlichen und das andere Mal feiertäglichen Grüßen aus dem mal nebeligen, mal föhnigen Osten Österreichs: unser Dauergast am Hörerstammtisch Paul Gager.

Empfangsberichte noch und nöcher: Es folgen die Berichte Nummer 145 bis 151 von Dirk Pranke in Filderstadt mit allen guten Wünschen für „Uns und unsere Hörer“ und der Mitteilung von gutem Empfang vor und nach der Uhrumstellung.

„Eine schöne Zeit“ – das ist nun der Wunsch von Heinz Günter Hessenbruch in Remscheid, dieses Mal Einsender von 53 Berichten für den September, der gerade seinen gepolsterten Briefumschlag mit dem Buch darin in Empfang genommen hat.

„Guten Tag, liebe Leute von IRIB,

vielen Dank für das interessante Buch ‚Gottes letzte Botschaft an die Menschheit‘. Ich habe schon gute Zitate gefunden. Ich danke aber auch für die Bestätigung meiner April-Berichte, die im Umschlag war. Es fehlen dann immer noch sechs Monate...

Aber ich weiß: Kommt Zeit, kommt Rat, kommt QSL aus Teheran.

Der Empfang auf den Winterfrequenzen ist in Remscheid gut durchwachsen; wird aber sicher noch besser.“

Das ist auch Dieter Feltes große Hoffnung. Leider ist nämlich derzeit der Empfang nach der Umstellung in Pyrbaum noch als schlecht einzustufen.

„Die Frühsendung,“ klagt er, „kann ich überhaupt nicht hören!

Dies war in meinem Urlaubsort auf der Sinaihalbinsel in Ägypten wesentlich besser. Dort konnte ich Sie jeden Tag in guter Qualität hören.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und verbleibe mit den besten Grüßen

Dieter Feltes.“

Was gäben wir darum, wenn Dieter Feltes endlich einmal so wie Bernd Seiser in Ottenau schreiben könnte:

„Heute, 3. November, höre ich Ihre Sendung gerade auf 17690 kHz, um Sie auch über die Qualität dieser Frequenz informieren zu können.

Wie schon einmal erwähnt, ist der Empfang auch auf den Wintefrequenzen möglich. Am Abend ist die Kombination 7420/7425 recht gut, da kommt der Vorteil zweier benachbarter Frequenzen voll zur Geltung. Gleichkanalinterferenzen hatte ich auf keiner Frequnez. Aber die Morgenfrequenzen und die 6205 am Abend sind doch etwas schwächer.“

„Das Fest an neue Hoffnung mahnt.

Heller Schein, nicht nur erahnt.

Glaub an Liebe, fürchte nicht,

und dir gilt das gute Licht.

Es gibt nichts Gutes

außer: Man tut es!“

Mit diesem Sinnspruch von Erich Kästner, entnommen dem Stolpen-Kalender 2012 für alle, die dem Hörerstammtisch auch heute wieder beigewohnt haben, verbleibe ich Ihre Ursula Zangeneh.

Ade.

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