„Wir und unsere Hörer“ leben jetzt also, wie immer man es drehen und wenden mag, alle in eine besondere und segensreiche Zeit hinein. Das sollte sich jeder einmal bewußt machen, denn es entspricht natürlich dem Wunsche aller Menschen (und nicht nur der Christen oder Muslime), daß diejenigen, die sich auf eine monotheistische Religion berufen, in ihrem neuen Jahreszyklus endlich einmal Farbe bekennen und ihren Kurs auf die Fußstapfen der Propheten zurück lenken mögen. Das vorbehaltlose Bekenntnis zur Wahrheit birgt in der Tat den Frieden für alle in sich – unbesehen der Religionszugehörigkeit, die ja nur sekundär, wenn überhaupt, eine Rolle spielt.
„Inmitten der Welt voll Haß und Neid,
voll Kummer, Tränen und bittrem Leid,
wo Lug und Trug sich die Hände reichen,
wo man herzlos geht über Haufen von Leichen,
wo die einen nicht sehen die hungernden Brüder,
wo die Straken drücken die Schwachen nieder,
wo dämonische Mächte tyrannisch hausen,
apokalyptische Reiter die Lande durchsausen...
Da kann auf Gottes Erden
Wohl niemals Frieden werden!
„Wir werden der Menschheit den Frieden bringen“,
so sagt der Mensch. „Es muß uns gelingen!“
Und eifrig werden die Waffen geschmiedet,
die großen Panzer zusammengenietet.
Männer schürfen bei Tag und Nacht
die Erze aus dem tiefen Schacht,
soll doch bei den kommenden Völkerringen
die Atombombe den sehnlichen Frieden bringen.
Doch nein, so wird auf Gottes Erden
es niemals Frieden werden!
Durch Blut und durch Tränen kann er nicht kommen,
denn dadurch ist der Friede von der Erde genommen.
Auch nicht durch der Geister Ideen und Traum
kommt eine Lösung in unserem Raum.
Es kann nur von höherer Macht aus geschehen,
was durch die Jahrtausend die Völker ersehnen,
denn auf den Trümmern des Menschheitstraum
wird Gott ein Reich des Friedens bau’n,
und was jene Engel gesungen, wird werden:
Ehre sei Gott und Friede auf Erden!“
Leute! Pünktlich zum ersten Advent ist mit der Hörerpost – was sage ich Ihnen? – ein handbemaltes Holzpüppchen bei uns eingetroffen! Eine kleine Kerzenträgerin aus dem fernen Weihnachtsland Erzgebirge – vermutlich ein Erinnerungsstück aus alten DDR-Tagen, das sich der Hörerkollege Christoph Schmidt da für seine Freunde im Teheraner Funkhaus aus dem Herzen gerissen hat, damit auch wir jetzt gleich ein Kerzel anzustecken haben in dieser heiligen Zeit...
„Hier kommt die Weihnacht,“ läßt man sich vom Waldmeister ergänzend erklären, „und sicherlich haben die einen oder anderen Mitarbeiter beim deutschsprachigen Team dazu noch Gedanken aus früheren Tagen. Manchmal lassen sich die Gedanken noch ordnen.
Das Gedicht ‚Es wird doch Frieden werden‘ und das Schneeberger Heimatbüchlein vom Erzgebirgszweigverein Schneeberg-Neustädtel ist dagegen vom Winkler-Christian mit herzlichem Gruß!“
Mit diesen Worten legt der „alte Waldmeister“, der ja ganz hinten an der Stammtischtafel, wo die Beleuchtung kaum hinkommt, seinen Stammplatz hat, noch eine dicke Touristenzeitung und ein paar neue Fotos sowie Broschüren vor sich auf den Tisch, damit „Wir und unsere Hörer“ gelegentlich darin blättern und sie uns betrachten können, erhebt sich aber auch schon und entschuldigt sich für die kommenden vier Wochen. Denn wieder einmal ist er vom Kulturzentrum der Stadt Schneeberg zwecks Übernahme der Beschallung des Schneeberger Weihnachtsmarktes auf den Rathausturm abberufen worden.
Und was wird aus dem Radiohören?
„Gleich nach meinem Geburtstag am 17. November gehe ich schon mal runter in die Stadt, mich mit der Technik vertraut zu machen.
Dann kann ich Ihre Stimme vorerst nicht mehr hören, denn früh muß ich mein Revier und mich versorgen, und abends muß ich auf meinem Posten sein vom ersten bis vierten Advent.
Doch vergessen Sie mich nur nicht!“
Wieso sollte der Christoph Schmidt von „Uns und unseren Hörern“ vergessen werden, nur weil er mal vier Wochen vom Radio Auszeit nimmt?!
Wir haben ja auch Bernd Neumann in Berlin nicht vergessen, als er mit Beginn der Sommersendeperiode wegen der neuen Zeitplanung fast spurlos verschwand und erst jetzt, nach beinahe sechsmonatiger Abwesenheit, wieder an seinen alten Platz zurückgekehrt ist.
„Berlin, am 17. November
Schönen guten Tag, liebe Redaktion!
Der ‚Sommer‘ (in Anführungszeichen) und der sehr schöne Herbst (ohne Anführungszeichen) scheinen jetzt endgültig vorbei zu sein.
Da fällt dem alten DXer doch prompt wieder der Kurzwellenempfänger ein!
In diesem Zusammenhang vielen Dank für die letzte QSL-Karte. Heute ein Bericht über die 6205 kHz. Über eine Bestätigung würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Neumann.“
Vom Ende des ‚Sommers‘ (in Anführungszeichen) und des Herbstes, der ja in vielen Teilen Europas anfänglich ziemlich herb daherkam, sich dann aber im November – zumindest im Osten Österreichs, wie man von Paul Gager erfährt – doch noch dazu herabgelassen hat, sich von der sonnigen und trockenen Seite zu zeigen, spricht Bernd in Berlin; Volker Willschrey in Dillingen kommt es derzeit sogar wie im Frühling vor – und das eine Woche vor dem ersten Advent! –, was ihn aber nicht darüber hinweg täuschen kann, daß die Tage bis zum Jahresende, zu dem er eigentlich seinen 1500. Empfangsbericht fertig haben wollte, trotzdem gezählt sind.
„Dillingen im Saarland, am 21. November:
Wettermässig ist es hier zur Zeit wie im Frühling.
Wir waren am letzten Samstag nach Aachen gefahren, der berühmten Residenzstadt von Karl dem Großen, um dort den Weihnachtsmarkt zu besuchen, der am 18. November eröffnet wurde. Aber die Stimmung war überhaupt noch nicht weihnachtlich; es war richtig mild, und der Himmel strahlte in Blau. So kamen einem die wirklich wunderschön dekorierten Häuschen des Weihnachtsmarktes ein wenig fremdartig vor.
Auch in den letzten Wochen war ich sehr aktiv, so daß ich nicht immer zum Radiohören gekommen bin. Aber meine zehn Empfangsberichte habe ich trotzdem zusammen bekommen. Ob es in diesem Jahr noch reicht, meinen 1500. Bericht zu erstellen, weiß ich nicht; aber ich bleibe natürlich dran.
Ja, es geht auf das Ende des Jahres zu. Bald haben wir wieder ein Kapitel unseres Lebens hinter uns gebracht. In Anbetracht all der schlechten Nachrichen, die auf uns zukommen, muß einem angst und bange werden, was alles noch passiert. Aber die Nachrichtenmacher wissen auch ganz genau, daß sich schlechte Nachrichten besser an den Mann bringen lassen als gute, und so wird alles ständig aufgebauscht, um den Leuten so richtig Angst zu machen. Das steigert die Verkaufszahlen der Medien. Daß es die Stimmung der Leute zermürbt, interessiert keinen .
Und die Spirale all dessen, was diese miese Stimmung bewirkt, ist fast nicht mehr aufzuhalten.
Wie gut, daß wir unsere Freunde und engsten Familienmitglieder haben und uns so weiterhin an vielen schönen Ereignissen erfreuen können.
Und damit zu meinen neuen Berichten. Die Nummern 1451-1460 warten jetzt darauf, ihren weiten, aufgrund des Internet aber trotzdem schnellen Weg nach Teheran anzutreten.
So manches Mal würde ich ja gerne mitreisen... Aber die Reise per Internet ist mir doch zu unsicher. Wer weiß schon, ob man da im Ganzen ankommt?
Oder wird man eventuell vom Provider wieder zurückgewiesen?“
Ja, Erfahrungen mit dem Reisen per Internet, die sollte man vielleicht doch besser Briefe und Empfangsberichte sammeln lassen. Stellen Sie sich nur vor, da käme dann bei germanradio@ eine elektronische Nachricht an mit der Mitteilung: „Datei im Anhang aus Sicherheitsgründen entfernt“ oder „ausgefiltert und versteckt“ oder „vom Spamungeheuer abgefangen und in Einzelteile zerlegt“ – wie könnten „Wir und unsere Hörer“ das der Marise und der Nadine daheim in Dillingen dann nur erklären?
„Eigentlich gibt es noch viele andere Stationen, die in Deutsch senden, aber man hofft, daß die Sendungen aus Teheran weiter bestehen bleiben,“ schreibt Martin Brosche aus Schwäbisch Gmünd in seinem Augustbrief an die IRIB-Radioredaktion.
„Ich höre jetzt auch wieder Radio Minsk um 18:00 Uhr UTC. So geht auch gut RAE Buenos Aires um 21:00 Uhr UTC. Vielleicht ein Tipp für andere DXer?
Vielleicht könnten Sie OM Bernd Seiser Grüße von mir bestellen?
Jetzt hat sich das Licht in den USA gewendet. Alle müssen Kredit geben, um die dortigen Zahlungen zu gewährleisten. Ja, das Pulver wurde wohl zu lange in Afghanistan und Irak verschossen, und vieles wurde im Weltraum und am Mond vergraben.“
„Und jetzt,“ ergänzt ein unbekannter Schreiber mit freundlichem Gruß, „benutzen die USA vermutlich Lasersatelliten, um ausfindig gemachte Munitionsdepots im Iran zu bestrahlen und zur Explosion zu bringen. Im Sommer 2010 haben die USA mit Laserwaffen in Rußland ca. 400 Brände ausgelöst, um die Ernten zu vernichten.
Jedes Land, das mit den USA nicht konform und einig ist, wird mittlerweile mit HAARP, LOIS, LOFAR und ICECAT terrorisiert.
In der Tat: Die USA sind ein perverses Gebilde in ihrem Verbund mit der abartigen westlichen Gemeinschaft.“
Zitat Ende.
Es fragt sich, ob man solche Dinge bei Radio Minsk oder RAE Buenos Aires auch zu hören kriegt?
Die aktuelle Finanzkrise ist auch Thema bei Michael Schätzle in Pforzheim. Er schreibt dazu:
„Interessant waren im deutschsprachigen Programm aus Teheran die Kommentare zur aktuellen Finanzkrise. Bemerkenswert ist hierbei, daß gerade jetzt der Druck auf einige Europa-Staaten wächst, nachdem die USA wegen ihrer Schulden in die Bredouille geraten sind.
Gerade Griechenland hat schon seit Jahren ein Schuldenproblem, ohne daß eine Herabstufung erfolgt wäre. Nun, nachdem der Druck auf den größten Schuldner der Welt wächst, scheinen die Ratingagenturen mit ihren Herabstufungen von den US-Problemen ablenken zu wollen.
Gut gestaltet waren auch die Beiträge über die Rolle des Terrorismus bei der Entstehung Israels. Es hat sich seit damals wenig geändert, außer, daß es sich jetzt um Staatsterror Israels handelt.
Der UN-Bericht über die Aggression gegen die Gaza-Hilfsflotte, bei der es zu Toten kam, ist, wie üblich, sehr einseitig. Interessant, daß Israel das Recht hat, Schiffe in internationalen Gewässern aufzubringen! Ein Recht, das anderen Staaten nicht zugestanden wird.
Erfreulich ist die klare türkische Reaktion auf diese Vorfälle, die zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Israel führte. Es scheint, daß man in der Türkei nun endlich den wahren Charakter des israelischen Regimes erkannt hat.
Soviel für heute.
Anbei wieder einige Fotos von der Y-Burg bei Baden-Baden mit Blick in die Ortenau.
Beste Grüße aus Pforzheim,
Michael Schätzle.“
Bei diesem Blick in die schöne Ortenau anhand der wunderbaren Aufnahmen, die Michael von der Y-Burg aus gemacht hat, wandern unsere Gedanken gleich noch ein bißchen weiter durch den Schwarzwald... bis nach Schiltach, wo Michaels Hörerkollege Helmut Matt geboren wurde, und in den Breisgau, wo er jetzt wohnt und, wie ich vermute, wieder einmal eifrig am Kofferpacken ist.
Stimmt’s, oder hab‘ ich Recht, Helmut?
„Ja, meine Freunde, mittlerweile habe ich auch mal wieder einen Sonderpreis von China Radio International gewonnen – zum vierten Mal bereits.
Am 30. November reise ich also nach Peking.
Am 3. Dezember werde ich an der Feier zum 70. Jubiläum von RCI teilnehmen und gleich am Tag darauf per Inlandsflug ins schöne Guangxi im Süden des Landes fliegen.
Im Südwesten grenzt Guangxi auf einer Länge von rund eintausend Kilometern an Vietnam. Es ist das autonome Gebiet der Zhuang-Nationaliät und weithin auch als Reiseziel bekannt wegen seiner wunderschönen Landschaften, u.a. wegen der Karstberge und des Elefantenrüsselberges am Li-Fluß bei Guilin.
In Peking werde ich auch mit meinem chinesischen Verleger FLTRP (Foreign Language Teaching & Research Press) zusammen treffen. Bis dahin liegt dann auch die englisch-chinesische Ausgabe meines Buches ‚Im Zauber der weißen Schlange‘ frisch gedruckt vor. Es geht dann noch um weitere Projekte, die ich allerdings in englischer Sprache realisieren werde.
In Kürze wird auch wieder eine längere E-Mail mit zahlreichen Empfangsberichten auf den Weg nach Teheran gehen.
Bis dahin sende ich aber erst einmal ganz herzliche Grüße!
In alter Freundschaft, Helmut Matt.“
Es ist schon eine kleine Kunst, die Fäden zusammen zu halten. Da wird der eine vom Duft des Weihnachtsmarktes weggelockt, ein anderer hat Verpflichtungen in China, ein dritter wird auf den Rathausturm hoch zitiert und kommt vier Wochen nicht mehr runter, und der vierte liebäugelt mit Minsk und Buenos Aires...
Doch doch! Man hat schon seine liebe Not mit so einem Hörerstammtisch!
Ade.



