„Hallo! Ein Gruß aus Pyrbaum von Eurem Dieter Feltes.
Momentan ist das Wetter genauso heiß wie bei Ihnen! Da gehe ich, obwohl ich in meinem 2500 Quadratmeter großen Garten viel zu tun habe, jeden Tag ins Freibad, um mich abzukühlen. Als Rentner habe ich ja Zeit.
Kürzlich habe ich von Ihnen das Magazin ‚Mahjubah‘ erhalten. Ich kann zwar Englisch, aber ich lese es lieber in Deutsch. Aber in Deutsch wird die Zeitschrift sicherlich nicht gedruckt?“
Ähnliches bewegt Peter Möller in Duisburg bei unserer Post:
„Hallo! Gruß aus Duisburg!
Ich bedanke mich für die Zeitschrift ‚Echo of Islam‘. Leider ist das Heft aber in englischer Sprache. Meine Englischkenntnisse sind nach Ende meiner Schulzeit 1975 nur noch mehr schlecht als recht. In den großen Umschlag, den ich voriges Jahr im August erhielt, hatten Sie zwei Ausgaben der Zeitschrift ‚Brieftaube‘ zu der QSL-Karte beigelegt – diese Zeitschrift war in deutscher Sprache!“
Gut, daß die Mossbergs in Schweden von uns kein solches Heft bekommen haben, sonst hätte es am Hörerstammtisch gleich wieder ein Donnerwetter gegeben von wegen unserer Schwäche den Bestrebungen des angloamerikanischen Imperialismus gegenüber, überall das Sagen haben zu wollen und sich das Recht der Vorherrschaft unter den Nagel zu reißen, auch im Sprachlichen.
„Englisch ist doch die Sprache des Feindes!“ wird schließlich immer argumentiert.
Oh ja.
Es ist allerdings wirklich auch ein Jammer, daß eine so große und wichtige Sendeanstalt wie IRIB keine deutschsprachigen Zeitungen oder Zeitschriften für die Hörerfreunde hat. Die Brieftaube war ja ein Versuch, diese Lücke zu füllen. Aber leider liegt das Projekt seit längerer Zeit im Koma. Es mangelt dafür an Personal, leider... sonst könnte es vielleicht noch einmal zum Leben erweckt werden.
So müssen sie wohl oder übel als Lückenbüßer herhalten – die englischsprachigen Magazine, die dann der eine oder andere – wir wissen es ja – nicht einmal lesen kann.
Die Stille vor dem Sturm – so verstehe ich die Zeilen, die dieses Mal von Andreas Johannes Berchtold aus Wuppertal gekommen sind. Wer fragt warum, der braucht sich nur daran zu erinnern, von welchem inneren Aufruhr seine Ausführungen sonst immer begleitet waren. Und an den Gegebenheiten, die die Erdgemeinschaft bedrohen , hat sich ja in der Zwischenzeit nicht der Deut verändert...
„Wuppertal, am 18. August 011
Guten Tag,
habe die Sendung erhalten. Besten Dank. Schade, daß die Kalender nicht von nächstem Jahr sind, obwohl ich ahne, daß die wirklichen Probleme für die Menschheit ab nächsten Monat erst beginnen – oder besser: zu eskalieren beginnen.
Die zwei Brieftauben (ältere Ausgaben) werde ich in Kürze lesen. War gerade sehr beschäftigt mit mir selbst, mit jemand anderem und mit meiner Internetpräsenz, die ich umgestaltete.
Über das Schreibgerät (den Kugelschreiber) freue ich mich als jemand, der gern schreibt, sehr. Nichts kann mich mehr erfreuen als die kleinen, nicht unwichtigen und dabei schönen Dinge, genau wie die Grußkarte.
Im Gegensatz zu meiner Angewohnheit, keine Sachen mit Werbung drauf zu kaufen, und wo Werbung drauf ist, diese abzumachen, werde ich an dem Kuli die Werbung dran lassen, weil die Reaktionen darauf mich interessieren, und um dann ins Gespräch darüber zu kommen.
So lasse ich in diesem Fall dieser Werbung ihre Bestimmung.
Ich wünsche kulturelle Akzeptanz in der Weise, daß die Kulturen Territorien anderer wahren, und wünsche Ungespaltenheit und somit Einigkeit – auch für die mulimische Kultur. Auch hier mangelt es an Ungespaltenheit, Einigkeit.
Und ich wünsche, daß jeder Imperialismus abgebaut wird. Denn Imperialismus beinhaltet die Zerstörung anderer Kulturen.
Einen angenehmen Tag,
Wuppertal, Erde.
Andreas Berchtold.“
Vielleicht darf ich einmal etwas privat zu diesem Brief hinzu sagen: Ich stehe hinter dem, was Andreas geschrieben hat, Wort für Wort.
So.
Und da liegt auch schon die Musik auf, mit der „Wir“ „unseren Hörern“ heute aufwarten wollten.
Musik – die wunderschöne Welt der Klänge und Töne, die bei den Kurzwellensendungen der internationalen Rundfunkstationen schon immer ein Stiefkind gewesen ist: Zu diesem Stichwort die folgende Begebenheit:
Als Zeichen der Erkenntlichkeit für die interessanten Reiseberichte und die schönen Fotoserien und vieles andere, mit dem die deutschsprachige Redaktion seit Jahr und Tag von Volker, Marise und Nadine Willschrey in Dillingen versorgt wird, hat es im E-Mailkasten dieses Saarländers neulich auch einmal eine kleine musikalische Überraschung von Radio Teheran gegeben: Zwei Stücke traditionelle Musik aus dem Album „Blick über die weißen Wasser“ von Hussein Alizadeh und Jivan Gaspariyan.
Der Improvisateur auf dem Saiteninstrument Schurangiz ist Ostad Hussein Alizadeh, der wohl größte zeitgenössische iranische Künstler auf diesem Instrument. Das traditionelle Blasinstrument „Duduk" wird von dem armenischen Künstler Jivan Gaspariyan gespielt. Seine Art und Weise, ihm Lieder und Weisen zu entlocken, sie auch mit der eigenen Stimme wiederzugeben, könnte ich mit Worten nicht beschreiben - einfach fantastisch.
Volker Willschrey am 29. August:
„Liebe Freunde,
herzlichen Dank für die E-Mail vom 24. August und die beiden beigefügten Musiktitel. Bin gerade dabei, den Titel Schurangiz zu hören, und kann dabei so herrlich entspannen, daß ich fast vergesse, meinen Text zu schreiben...
Wenn ich die Augen schließe, fühle ich mich irgendwo im wunderschönen Isfahan oder in Schiraz, weit weg vom hektischen Alltag hier in Deutschland.
Ich werde diese wunderschöne Musik wohl noch oft zu meiner Entspannung hören.
Und das armenische Instrument ‚Duduk‘ ist mir wohlbekannt. Ich liebe seinen rauchig-weichen Klang, der etwas Mystisches hat. Ich war ja eine Woche in Armenien bei einem guten Freund und habe dort auch andere Titel mit dem Duduk gehört.“
Später berichtet Volker „Uns und unseren Hörern“ auch wieder einmal ein paar Neuigkeiten von sich und seinen beiden Damen. Das ist nett, denn schließlich gehört ein Brise davon auch immer zu einer unterhaltsamen Hörerpostrevue hinzu.
„Ihr wißt ja, neulich sind wir auf Kurzurlaub in Holland gewesen.
Die Reise war wunderschön. Wir haben sehr viel gesehen, und auch das Wetter hat mitgespielt. Zwar hat es ab und zu schon mal geregnet, aber meistens nur, wenn wir im Bus waren oder abends. Nur in der Nordseebadestadt Scheveningen hatten wir starken Regen, als wir draußen waren.
Hier im Saarland war das Wetter schlimmer. Zunächst sehr heiß (bis zu 35 Grad, was sehr viel für diesen Teil Europas ist), und dann fast immer abrupt beendet durch wolkenbruchartige Unwetter.
Bei unserer letzten Probe zu den Loriot-Sketchen am 26. August in Völklingen kam ich in einen plötzlichen Wolkenbruch mit Sturm und Hagel. Es war ziemlich laut und schlimm. Gott sei Dank ist das Auto noch heil geblieben.
Die Vorab-Premiere war am 27. August. Hat viel Spaß gemacht.
Kennt Ihr eigentlich die Sketche von Loriot? Der KÜnstler ist leider letzte Woche im Alter von 87 Jahre verstorben - ein absolutes Ausnahmetalent.
Ganz liebe Grüße aus Dillingen an alle Kolleginnen und Kollegen der Redaktion von mir, Marise und Nadine.
Volker Willschrey.“
Was die Sketche dieses Künstlers anbelangt, kann ich für meine Kolleginnen und Kollegen zwar nicht sprechen, ich persönlich kenne sie aber schon (kenne sie aber leider nicht.)
Weil in dem Brief jetzt aber gerade von Unwettern die Rede war, umgekehrt mal eine andere Frage an Euch: Habt Ihr eigentlich schon mal etwas von Kugelblitzen gehört?
Nein?
Dann ist der Christoph Schmidt gefragt. Hört, hört!
„Schneeberg, Erzgebirge im Hochsommer 2011
Auf den Hörerstammtisch bezogen, möchte ich Ihnen ein Ereignis schildern, das mir eine Denkaufgabe zum persönlichen Glaubensstandpunkt aufgegeben hat, und das man eigentlich gar nicht mehr vergessen kann.
Von Schneeberg ca. 40 Kilometer entfernt, an der Straße Johanngeorgenstadt-Tschechien liegt in etwa neunhundert Metern Höhe der kleine Erzgebirgsort Steinheidel. Die letzten Häuschen dieser Ortschaft liegen oben am dichten Fichtenwald.
Wir hatten das Auto am Waldrand abgestellt. Es herrschte bestes Sonnenscheinwetter. Wir suchten einen möglichst bergfreien Wanderweg aus, da meine Gefährtin am Knie operiert ist und noch mit Stützstock laufen muß.
Plötzlich zog sich der Himmel zu, und es begann ein Starkregen ohne Unterbrechung. Wir unternahmen alles, um die Schutzhütte zu erreichen; mit Erfolg, denn ein Wandersmann hat immer einen Regenschirm im Rucksack.
Was soll ich Euch sagen!
Es kamen nacheinander zwei Stunden lang fünf Gewitter aus Tschechien über das Gebirge, eines schlimmer wie das vorhergehende. Unser Auto stand 25 Meter entfernt, aber wir fanden keine Möglichkeit, uns ins Auto zu retten von wegen Faradayscher Käfig und so, wir mußten also in der Hütte ausharren.
Plötzlich – ein ungeheurer Blitzschlag, und es kam ein Kugelblitz in der Größe eines reichlichen Luftballons bläulich leuchtend über das Waldgras zum Auto. Ungefähr 20 Meter davor hat es die Plasmablase zertan. Dem Auto und uns ist nichts geschehen.
Der Knall wurde zeitlich genau in Schönheide gehört. Eine Wandergruppe ist in unmittelbarer Nähe an dem Ort vorbei in panischer Angst und wassertriefend zu einer Gaststätte in Steinheidel mehr gerannt als gelaufen. Den Gasball hatten sie nicht gesehen, aber den vermeintlichen Einschlag gerochen – wie wenn ein Hochspannungskabel brennt. Es hat fürchterlich gestunken.
Nach zwei Stunden war der Spuk vorbei. Er hatte sich in unmittelbarer Nähe von einem kleinen Friedhof abgespielt.
Wenn ich mir’s hinterher so überlege: Alles war bereit, sogar eine Grabstätte drüben am Wald. Aber mein Stündchen hatte offenbar noch nicht geschlagen.“
Ja, liebe Leute, was der liebe Waldmeister erlebt hat, ist keine alltägliche Sache, und es gibt nicht viele Augenzeugenberichte von Kugelblitzen wie diesen. Wie ich mir habe sagen lassen, ist die Wissenschaft auch in unserer Zeit noch nicht dazu vorgedrungen zu bestimmen, was ein Kugelblitz physikalisch/chemisch/elektrostatisch genau betrachtet eigentlich für ein Phänomen ist.
Interessanterweise ist das Wort „Kugelblitz“ als Fremdwort in die englische Sprache eingegangen...
Ja, so?
Na, und was auch interessant ist in diesem Zusammenhang, ist die Tatsache, daß der Heilige Koran der Erscheinung von Blitz und Donner gar eine eigene Sure gewidmet hat, die Sure 13.
Vielleicht doch nicht ganz so ohne, der Spuk mit dem Kugelblitz?
Michael Lindner in Gera:
„Liebe Freunde,
nun wird es endlich wieder etwas ruhiger, und ich kann wie gewöhnt ab und zu den deutschsprachigen Programmen aus Teheran folgen. Schließlich bin ich auch weiterhin daran interessiert, was es Neues aus dem Iran und der arabischen Welt gibt.
Im heutigen Brief liegt ein weiterer Empfangsbericht bei mit der laufenden Nummer 655.
Ist Euch eigentlich noch das Motiv der allerersten QSL-Karten von Radio Teheran bekannt? Mich würde es sehr interessieren, wie die QSL-Motive von anno dazumal aussahen. Wäre toll, wenn Ihr mal darüber berichten könntet.
In der Hoffnung auf baldige Post aus Teheran verbleibe ich als Euer treuer Hörerfreund
Michael Lindner.“
Diese Frage müssen wir weiterreichen an das versammelte Hörerpublikum. Frage: Hat jemand noch eine Karte aus der Zeit vor 44 Jahren, als es bei uns mit dem deutschsprachigen Auslandsprogramm anfing?
Ulrich Wicke in Felsberg muß ja wohl passen, da er, wie er in seinem Brief vom 27. Juni schreibt, erst 1983 mit dem DX-Hobby anfing. Seine ersten Hörerfahrungen mit unserem Sender machte er also Mitte der 80er Jahre, damals noch auf der ungewöhnlichen Frequenz 9022 kHz.
„Die 15085 kHz war damals aber glaube ich auch schon im Einsatz“, fügt er hinzu.
Wann wohl Paul Gager in Deutschkreutz mit dem Hören der Station aus Teheran anfing? Er hat jedenfalls noch QSL-Karten aus 1976. Anhand dieser historischen QSL-Karten können wir übrigens gleich auch die Postfachadressen unserer Rundfunkanstalt in Teheran noch einmal einen Schritt weiter zurück verfolgen:
Die Zeit des Iranisch-irakischen Krieges (90er Jahre) hatte ja bereits Andreas Thriemer mit den Postfachangaben 98-200 auf seiner historischen ersten QSL-Karte von Radio Teheran belegt. Paul Gager bringt nun den Beleg für die 80er Jahre, das Jahrzehnt unserer Revolution: Postfach 33-200 Teheran/Iran hat es damals geheißen. Haben Sie das auch gewußt?
Was nun gefragt ist, ist das Motiv der ersten QSL-Karten aus Teheran. „Wir und unsere Hörer“ sind mal gespannt, ob da auch jemand die Antwort weiß?
Tschüß!
Ade.



