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Freitag, 10 Januar 2014 15:26

Prostatakrebs: Geringe Krebsgefahr bei niedrigem PSA-Wert mit 40

PSA Untersuchung PSA Untersuchung
Haben Männer im Alter zwischen 40 und 50 niedrige PSA-Werte, können sie sich ein weiteres Prostatakrebs-Screening für die nächsten zehn Jahre sparen: Ihr Krebsrisiko ist dann äußerst gering.

 

MINNEAPOLIS. Der Nutzen eines regelmäßigen PSA-Screenings ist bekanntlich sehr umstritten.

In Studien konnte damit nur bei einem von 1000 gescreenten Männern ein tödliches Prostata-Ca verhindert werden, dagegen schadete das Screening sieben von 1000 Männern, etwa durch unnötige Biopsien. Daran erinnern Urologen um Christopher Weight von der Mayo Clinic in Minneapolis, USA.

Das Nutzen-Risiko-Verhältnis beim PSA-Test ließe sich jedoch steigern, wenn sich nur Männer mit einem hohen Risiko für Prostatakrebs regelmäßig einem PSA-Test unterziehen würden, die anderen aber nicht (Urology 2013, online 21. Oktober).

Nach Daten einer Langzeitstudie, die Weight und Mitarbeiter nun ausgewertet haben, scheint eine solche Strategie gut zu funktionieren, wenn man den PSA-Wert bei Männern im Alter von 40 bis 50 Jahren misst.

Liegt er unter 1 ng/ml, ist das Risiko, in den folgenden Jahren an einem aggressiven Karzinom zu erkranken, äußerst gering. Solche Männer können sich nach Ansicht der US-Urologen das jährliche Screening also sparen.

PSA über 1 ng/ml - fünffach erhöhtes Krebsrisiko

Zu diesem Schluss kamen Weight und Mitarbeiter, nachdem sie das Schicksal von 268 Männern einer größeren Kohortenstudie im Schnitt 16 Jahre lang beobachtet hatten.

Die Männer waren alle zwischen 40 und 50 Jahren alt und zufällig ausgewählt worden, an einem jährlichen Krebsscreening teilzunehmen, unter anderem per digital-rektaler Prüfung und PSA-Test. Ein Großteil von ihnen (73%) hatte bei der ersten Untersuchung einen PSA-Wert unter 1 ng/ml.

Nur bei 3% in dieser Gruppe (sechs Männer) wurde im Laufe der Studie ein Prostata-Ca festgestellt, dagegen entwickelten 16% (zwölf Männer) in der Gruppe mit PSA-Startwerten über 1 ng/ml einen malignen Prostatatumor.

In dieser Gruppe war die Krebsrate also etwa fünffach höher. Mit Ausnahme von zwei Krebspatienten hatten aber alle einen niedriggradigen Tumor (Gleason-Wert unter 7), die zwei Patienten mit mittelgradigem Tumor hatten zu Beginn bereits einen PSA-Wert über 1 ng/ml gehabt.

Den insgesamt 18 diagnostizierten Tumoren standen 66 Biopsien gegenüber. Bei 80% der initialen Biopsien konnte kein Tumor festgestellt werden.

Im Gegensatz zu PSA-Werten über 1 ng/ml war die initiale digital-rektale Untersuchung nicht wegweisend.

Die 27 Männer mit einem auffälligen Befund bei der ersten Tastuntersuchung entwickelten im Laufe der Studie nicht häufiger einen Tumor als solche ohne auffälligen Erstbefund, mussten sich aber häufiger einer Biopsie unterziehen: Bei zehn von ihnen wurden Prostataproben entnommen, aber nur bei einem ein Tumor diagnostiziert.

Niedriger PSA-Wert: marginales Risiko für tödliche Tumoren

Für Weigt und Mitarbeiter liegen die Konsequenzen auf der Hand: Männer mit einem niedrigen PSA-Wert in ihren 40er-Jahren entwickeln in den folgenden 15 bis 20 Jahren allenfalls niedrigmaligne Tumoren.

Die Gefahr, ein tödliches Karzinom zu übersehen, ist für sie marginal. Dagegen ist die Gefahr hoch, dass sie sich bei einem regelmäßigen PSA-Screening einer unnötigen Biopsie unterziehen.

Solche Männer können ihrer Ansicht nach bis zum Alter von 55 bis 60 Jahren auf ein weiteres Screening verzichten. Liegt der PSA-Wert auch im fortgeschrittenen Alter unter 1 ng/ml, dann bräuchten sie nach den Daten einer großen europäischen Präventionsstudie auch den Rest ihres Lebens kein tödliches Prostata-Ca zu befürchten und könnten auf weitere PSA-Tests ganz verzichten.

Doch was ist nun mit den Männern, die schon in recht jungen Jahren einen PSA-Wert von über 1 ng/ml zeigen? Hier empfehlen die US-Urologen eine Wiederholung nach sechs bis acht Wochen. Ist der Wert dann immer noch zu hoch, genügten zunächst erneute PSA-Tests alle zwei bis vier Jahre.

Dadurch würden weniger harmlose niedriggradige Tumoren diagnostiziert und weniger unnötige Biopsien veranlasst als bei einem jährlichen Screening, ohne die Wahrscheinlichkeit spürbar zu erhöhen, gefährliche Tumoren zu übersehen. (mut)

(Quelle: Ärzte Zeitung)

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