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Freitag, 27 November 2015 06:17

Studie zu den Chancen deutscher Unternehmen auf dem iranischen Markt

Studie zu den Chancen deutscher Unternehmen auf dem iranischen Markt
Berlin (ots) - Nach der kürzlich präsentierten Studie einer weltweit führenden Unternehmensberatung wird die iranische Wirtschaft bis 2020 jährlich um 4 bis 5 Prozent wachsen. Das Ende der Sanktionen bietet daher große Chancen für "Made in Germany".
Die international tätige Unternehmensberatung Roland Berger und die Kanzlei CMS haben das iranische Potential analysiert und geben deutschen Unternehmen Ratschläge für eine erfolgreiche Rückkehr auf den iranischen Markt.

87 Prozent der Iraner schätzen deutsche Produkte als qualitativ hochwertig ein, heißt es in der Studie. Das sei eine gute Basis für alle Industriezweige. Allein der Pkw-Absatz wird sich von 2014 bis 2020 auf 1,8 Millionen Verkäufe pro Jahr verdoppeln. Gleichzeitig verfüge der Iran nicht nur über immense Vorkommen an natürlichen Ressourcen - unter anderem die größten Gas- und die drittgrößten Ölreserven der Welt -, sondern auch über eine gut ausgebildete und vergleichsweise junge Bevölkerung.

Allerdings sei der iranische Markt nicht mehr derselbe wie vor den Sanktionen. In den vergangenen Jahren wurde Beträchtliches geleistet, um trotz der schärfsten jemals gegen ein Land verhängten Sanktionen aus eigener Kraft zu wachsen. Das zeige sich im Selbstbewußtsein gegenüber westlichen Geschäftspartnern. So werde von westlichen Unternehmen mehr erwartet als nur die Lieferung ihrer Produkte. Viele Unternehmer im Iran erhoffen sich höhere Auslandsinvestitionen, um das eigene Geschäft voranzutreiben. Hinzu komme die Aussicht auf externes Wissen und die Erfahrungswerte global agierender Unternehmen.

Die Experten warnen westliche Unternehmen jedoch auch vor Blauäugigkeit, zum Beispiel mit Blick auf den iranischen Staatshaushalt und den  aktuell niedrigen Ölpreis. Weiter seien das sehr komplexe iranische Steuersystem und die staatlichen Regulationen sowie eine westlichen Unternehmen weitgehend fremde Kultur zu berücksichtigen.

Für einen wirtschaftlichen Erfolg im Iran wird daher die Beachtung von vier Grundregeln empfohlen: Das sei erstens ein gutes Verständnis der Geschichte, der Kultur und der iranischen Geschäftslandschaft. Lokal komme dann die Unterstützung durch persisch-sprachige Kollegen und Geschäftspartner hinzu, da viele Dokumente nur in der Landessprache verfügbar sind. Zweitens solle der erste Kontakt möglichst direkt auf Geschäftsführerebene erfolgen, was allerdings angesichts der manchmal komplizierten Beteiligungsverhältnisse nicht einfach sei. Mittelsmänner sind unter Umständen hilfreich, verfolgen jedoch oft ihre eigene Agenda. Drittens sollten sich Firmen rechtlich gründlich und detailliert auf ein Engagement im Iran vorbereiten. So gibt es im Iran allein 52 bilaterale Verträge zum Schutz von Investitionen sowie zahlreiche Doppelbesteuerungsabkommen. Zu berücksichtigen sind daher alle rechtlichen und steuerlichen Aspekte sowie die tatsächliche Verwaltungspraxis vor Ort. Viertens sei von vornherein zu bedenken, dass Entscheidungsprozesse im Iran lange andauern können. Deshalb werden lokale Niederlassungen und eine enge Zusammenarbeit mit iranischen Partnern als Zeichen für den Willen, sich längerfristig zu engagieren, empfohlen.

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