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Donnerstag, 21 Januar 2016 10:05

Der zweite offene Brief an die jungen Menschen im Westen (Teil 8 - Angriffe auf andere Kulturen)

Der zweite offene Brief an die jungen Menschen im Westen   (Teil 8 - Angriffe auf andere Kulturen)
  Ajatollah Khamenei, das Oberhaupt der islamischen Revolution Iran hat in seinem zweiten offenen Brief an die westliche Jugend den Terrorismus als gemeinsames Problem des Westens und der Islamischen Welt bezeichnet und hervorgehoben, dass die

Islamische Welt, darunter Palästina schon viel länger und schwerer als der Westen unter Terrorismus leidet. Er verweist auf die Unterstützung des Westens für den Terrorismus gegen islamische Gesellschaften und fordert die junge westliche Generation auf, den Ursprüngen des Terrorismus nachzugehen und Lösungswege zu finden.

Ajatollah Khamenei hat die jungen Menschen auf die Doppelmoral der westlichen Staaten gegenüber der Islamischen Erweckungsbewegung  und die offene Unterstützung des Westens für den Staatsterrorismus Israels sowie seine Feldzüge in die Islamische Welt aufmerksam gemacht. Er hat bekräftigt, dass diese Angriffe nicht nur menschliche Verluste hervorgerufen, sondern auch die Infrastrukturen in den islamischen Ländern zerstört haben. Er hat dies als Beispiele für die widersprüchliche Politik  des Westens  angeführt.  Die Feldzüge, welche der Westen in den letzten 14 Jahren vorgenommen hat, haben  den Tod von Hundertausenden von Zivilisten in Westasien verursacht und wurden unter dem Vorwand der Bekämpfung des Terrorismus und unter menschenfreundlichen Parolen durchgeführt. Ajatollah Khamenei schrieb in seinem zweiten offenen Brief an die westliche Jugend:

„Der Kummer, den die Heuchelei und die Beschönigungen der Aggressoren in der Islamischen Welt in diesen Jahren verursacht haben, ist nicht weniger schlimm wie die materiellen Schäden.“

Außerdem erklärte er:

„Solange ambivalente Kriterien in der westlichen Politik herrschen, und solange sich der Terrorismus in den Augen seiner mächtigen Unterstützer in einen guten und einen schlechten aufteilen lässt, und solange die Interessen von Regierungen gegenüber den menschlichen und ethischen Werten den  Vorzug genießen, sollte man nicht anderswo nach den Ursachen für die Gewalt suchen.“

Ajatollah Khamenei betonte, dass die Vorherrschaftsbestrebungen des Westens sich allmählich auch in seinen Kulturstrategien niedergeschlagen haben und sich daraus ein stiller und weicher Angriff auf andere Kulturen entwickelte.  Indem er an den friedfertigen Austausch der Muslime mit anderen Kulturen im Laufe von zahlreichen Jahrhunderten erinnerte,  strich er heraus, dass der  Terrorismus nichts mit dem Glauben zu tun hat, sondern durch eine unpassende aufgezwungene Liaison mit fremden Kulturen entstand. Er sieht in den IS-Terroristen den Ableger dieser unglücklichen Vermischung mit importierten Kulturen und schreibt:

„Zuverlässige historische Belege zeugen eindeutig davon, wie sich kolonialistisches Denken mit einer extremistisch und

verworfenen Denkweise gekreuzt hat, und zwar inmitten eines primitiven Stammes, und wie die Saat des Extremismus in dieser Region gestreut wurde.

Wie sollte es möglich sein, dass aus einer der ethisch und menschlich höchststehenden religiösen Lehren, die in ihrem zugrundeliegenden Buch die Tötung eines einzigen

Menschen mit der Tötung der ganzen Menschheit gleichstellt, ein Abschaum wie der IS hervorgeht?!“

Das Oberhaupt der Islamischen Revolution hat sich über die   westlichen Übergriffe auf andere Kulturen   weiterhin wie folgt geäußert:

„Viele Länder auf der Welt sind stolz auf ihre einheimische nationale Kultur. Es sind  Kulturen, die nicht nur groß und fruchtbar sind, sondern Jahrhunderte lang die menschlichen Gesellschaften bestens versorgt haben. Die Islamische Welt bildet dabei keine Ausnahme. Aber in der jetzigen Ära nutzt die westliche Welt die modernen Mittel beständig für eine kulturelle internationale Gleichmachung aus. Ich betrachte es als stumme Gewalt und außerordentlich schädlich, anderen Völkern die westliche Kultur aufzuzwingen und die unabhängigen Kulturen abzuwerten.“

Der Austausch zwischen Kulturen kann in zwei Formen stattfinden:  Im ersten Fall  übernimmt eine Gesellschaft bewusst selber Elemente aus einer anderen Kultur. Sie hat dabei Gelegenheit, Konstruktives einer anderen Kultur der eigenen zur Weiterentfaltung hinzuzufügen.  Diese Auswahl trifft sie im Rahmen der Kultur der eigenen Gesellschaft, ohne dass die fruchtbaren Elemente der eigenen Kultur zerstört oder übergangen werden.

Im zweiten Fall verhält es sich anders und wir sprechen von  einem Kulturangriff.  Bei diesem  werden einer Gesellschaft ohne Beachtung deren Erfordernisse Elemente einer anderen Kultur aufgezwungen.  Weil die Bedürfnisse der Zielgesellschaft und ihre Stärken und Schwächen außer Acht bleiben, kommt es durch die aufgezwungenen  fremden Kulturelementen zu  kulturellen Missständen. Bei einem Angriff auf andere Kulturen werden oft politische und  wirtschaftliche Ziele,  welche nur durch die Zerstörung der Kultur der Zielgesellschaft realisierbar sind, verfolgt.   Seit der Kolonialzeit haben viele Länder einen solchen Angriff auf ihre Kultur erlebt.

Da heute die Völker auf der Welt besser informiert und bewusster geworden sind, ist eine Beherrschung durch Eroberungen auf militärischem Wege nicht mehr so einfach und außerdem sehr kostspielig für die Aggressoren.  Deshalb setzen die Hegemonialmächte seit circa 100 Jahren eine andere Methode ein, und zwar  versuchen sie mittels der Kultur zum Beispiel in Form von  missionarischer Tätigkeit, beim Technologietransfer, durch Wohltätigkeitsvereinigungen, Förderungen des Gesundheitswesens usw.   an ihre Ziele zu gelangen. Zurzeit ist das der beste Weg für die fremden Mächte, um Machteinfluss auf andere Länder zu gewinnen: nämlich in deren Kultur vordringen und sie von innen auszuhöhlen. Dabei stellen sie ihre Werte als progressiv und modern vor,  damit sie anstelle der einheimischen nationalen Werte der Völker treten. Dies ist nichts anderes als  eine Kulturinvasion. Durch diese Invasion soll der Widerstand der Völker gebrochen und ihre problemlose Kapitulation erreicht werden.   

Der französische Ethnologe Michel Panoff  verweist bei der Erklärung des Begriffes der Akkulturation auf die kulturelle Kolonialisierung durch den Westen und schreibt,  dass beim Kontakt zwischen zwei ungleich starken Kulturen die dominierende Gesellschaft – welche  normalerweise  eine Industriegesellschaft ist, direkt oder indirekt ihre Kultur als Leitkultur aufzwingt.

In größerem Format bedeutet es nach seiner Meinung die Vernichtung eines Volkes, wenn die dominierende Kultur an der Zerstörung der sozialen Werte und Mentalität der unterworfenen Gesellschaft arbeitet, während sie zu suggerieren versucht, dass man  durch Herstellung von einer kulturellen Gleichmachung  der unterlegenen Gesellschaft Ruhe und Weiterentwicklung bescheren wolle.

   

Ajatollah Khamenei schreibt in seinem jüngsten offenen Brief:

„Die unabhängigen reichen Kulturen werden herabgestuft und ihre achtbarsten Teile  werden verunglimpft, während die Kultur, die sie ersetzen soll, in keiner Weise als Ersatz  geeignet ist. Zum Beispiel haben die beiden Faktoren „Aggressivität“ und „moralische  Zügellosigkeit“, welche leider zu den Hauptmerkmalen der westlichen Kultur geworden sind, sogar in ihrem eigenen Ursprungsgebiet zur Abnahme ihrer Popularität und  Bedeutung geführt.

Es fragt sich: Begehen wir eine Sünde, wenn wir keine konfliktsuchende, primitive und sinnentfremdende Kultur wollen? Machen wir uns schuldig, wenn wir uns gegen eine verheerende Flut stellen, die sich in Form von allen möglichen Scheinprodukten in Richtung unserer jungen Menschen ergießt? Ich streite nicht die Bedeutung und den Wert von kulturellen Beziehungen ab. Immer, wenn diese Beziehungen unter natürlichen Bedingungen und unter Achtung der empfangenden Gesellschaft verlaufen sind, haben sie Wachstum, Ehre und Bereicherung mit sich gebracht. Im Gegensatz dazu sind heterogene und diktierte Verbindungen erfolglos und schädlich geblieben.“

Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei  verweist darauf, dass die Muslime jahrhundertelang einen fruchtbaren und freundschaftlichen Austausch mit den anderen Kulturen geführt hat.  Übrigens hat der  französische Soziologe Gustave le  Bon (1841-1931)   den Einfluss der Islamischen Zivilisation und die großen Wandlungen, die der Islam für die Menschheit gebracht hat, als erstaunlich bezeichnet und geschrieben: „In allen Ländern, in denen die Islamische Fahne gehisst wurde,  kam es in jeder Hinsicht zu Fortschritten.“  Le Bon führt dies vor allen Dingen darauf zurück, dass der Islam der Natur des Menschen entspricht, die allgemeine Moral durch ihn geläutert wird und er Gerechtigkeit  und Wohltätigkeit und religiöse Toleranz hervorruft.

Die nach Vorherrschaft strebenden westlichen Regierungspolitiker setzen verschiedene Mittel ein, um der Welt zu suggerieren, dass die westliche Kultur überlegen ist. Unterdessen begegnet die westliche Kultur zurzeit in ihrer eigenen Heimat grundlegenden Problemen und harter Kritik. Die moralische Enthemmung  und Gewalt sind zwei nicht zu leugnende Merkmale der westlichen Kultur  und gerade diese Eigenschaften werden anderen Kulturen aufgezwungen.  Demgegenüber weisen die Kulturen, die der Westen  arrogant versucht zu vernichten, fruchtbare Aspekte auf, die jahrhundertelang  die Ethik und die Wissenschaft der Menschheit bereichert haben.

Die versteckte Gewalt, welche die westlichen Staaten gegen andere Kulturen angewendet haben und anwenden,  hat unerfreuliche  Folgen. Eine davon ist die Entstehung von Terrorgruppen wie die IS.  Ajatollah Khamenei fordert in seinem Brief daher  die westliche Jugend auf  genau nach den Ursprüngen des Terrorismus zu suchen und aufgrund der richtigen Kenntnisse gegen den Terrorismus vorzugehen.

 

 

 

 

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