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Montag, 18 Januar 2016 10:48

Der zweite offene Brief an die jungen Menschen im Westen (Teil 7 - Islamophobie)

 Der zweite offene Brief an die jungen Menschen im Westen (Teil 7 - Islamophobie)
  Die Terroranschläge in Paris und der große internationale Widerhall  hat  Ajatollah Khamenei zu einem zweiten offenen Brief an die junge westliche Generation veranlasst. Er bezeichnete  überstürzte

Reaktionen als einen der größten Fehler bei der Bekämpfung von Terrorismus, und warnte vor den negativen Folgen übereilter Maßnahmen, nämlich die Isolierung und Besorgnis der Muslimengemeinde in Europa und den USA und die Verletzung ihrer Grundrechte, die Hervorrufung neuer Krisen durch Verstärkung von Blockbildungen insbesondere durch gesetzliche Verankerungen von oberflächlichen Vorkehrungen.  Ajatollah Khamenei sagte:

„Jedenfalls müsst Ihr, junge Leute, die äußeren Schalen Eurer Gesellschaft öffnen, die Probleme und Abneigungen ausfindig machen und diese beseitigen. Klüfte sollten ausgefüllt und nicht vertieft werden. Ein großer Fehler im Kampf gegen den Terrorismus  sind überstürzte Reaktionen, denn sie vergrößern vorhandene Abstände. Irgendwelche  impulsiven übereilten Handlungen, welche die in Europa und den USA lebende muslimische Gemeinschaft, die aus Millionen von aktiven und pflichtbewussten Menschen besteht, isolieren, in Schrecken und Besorgnis versetzen, und ihnen noch mehr als bisher ihre Grundrechte verwehren und sie in der Gesellschaft an den Rand drängen, werden  keine Lösung sein. 

Diese werden sogar die Abstände vergrößern und die Missstimmungen zunehmen lassen. Oberflächliche Vorkehrungen und Reaktionen, insbesondere wenn sie vom Gesetz gerechtfertigt werden, werden nichts anderes zur Folge haben, als dass durch verstärkte Blockbildungen der Weg für zukünftige Krisen geebnet wird.“

Leider gibt es seit mehreren  Jahren zahlreiche Berichte über Gesetze und Maßnahmen in den westlichen Ländern, bei denen die Muslime ungerecht behandelt und benachteiligt werden.  Nach dem 11. September haben die rechtsradikalen Politiker und radikale Christen und Juden, sowie Parteien, die gegen die Immigration von Muslimen sind aber auch einige einflussreiche Medien unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit   die Gesamtheit der Muslime wegen den Terrorakten einer sehr kleinen Minderheit von kriegssüchtigen Leuten, die sich als Muslime betrachten, angeprangert.   Sie haben Bedingungen heraufbeschworen,  die die rasche Verbreitung von politischem und Religionsfanatismus  und Islamophobie begünstigen.  Am 11.September wurde den westlichen Regierungen ein Vorwand zugespielt und sie haben,  unter  dem Deckmantel des Kampfes gegen den Terrorismus, eine Welle der Angst vor dem Islam und des Islamhasses in den westlichen Ländern ausgelöst.

Filmemacher und das westliche Medienimperium waren intensiv danach bestrebt  den westlichen Gesellschaften und der Weltöffentlichkeit den Gedanken einzuflößen, Islam  sei eine Religion, die die Gewalt verherrliche und den Terrorismus hervorrufe. Seitdem galten in vielen Ländern der Welt immer die Muslime aus Hauptangeklagte für Krisen in der Wirtschaft und Gesellschaft, der Kultur und Politik und für militärische Krisen. Diese vorprogrammierte Aktion führte dazu, dass die muslimischen Immigranten in säkularen Systemen auf die Stufe zweitrangiger Bürger herabgesetzt wurden und ihnen Mindestrechte als Mensch vorenthalten wurden.

Aber im Paragraph 2 des Artikels 20 des internationalen Paktes für bürgerliche und politische Rechte heißt es:

„Jedes Eintreten für nationalen, rassischen oder religiösen Hass, durch das zu Diskriminierung, Feindseligkeit oder Gewalt aufgestachelt wird, wird durch Gesetz verboten.“

Die systematische Verletzung des Rechtes auf Religionsfreiheit der Anhänger von Himmelsreligionen, insbesondere des Islams in Ländern, die sich als Herolde der Freiheit, Demokratie und der Menschenrechte hervortun wollen, ruft auf internationaler Ebene Bedenken hervor.

 

Gemäß Bericht des Meinungsforschungsinstituts Pew Research Study, Washington,  ist 2015 die Zahl der Muslime weiter angestiegen und dieses Institut sagt voraus, dass die Muslime 2050 die zweitgrößte Religionsgemeinschaft in den USA bilden werden.  Bis 2010 war die Zahl der Muslime in Europa auf 43 Millionen angestiegen und hat sich verdoppelt. Für 2050 wird angenommen, dass die Muslime 2050 mehr als 10 Prozent der europäischen Bevölkerung d.h. circa 71 Millionen ausmachen.  Unterdessen  hat die umfangreiche Benachteiligung von in Europa ansässigen Muslimen zur Folge gehabt, dass viele von ihnen nur wegen ihrer Religion auf bessere Bildungs- und Berufschancen und einen besseren  Lebensstandard verzichten müssen. 

Aufgrund der intensivierten Angstmache vor dem Islam in westlichen Ländern haben die Diskriminierungen und die blinde Ablehnung von Muslimen zugenommen.  Laut Umfrage-Bericht von Gallup von 2015 haben viele Muslime in den westlichen Ländern erklärt, dass sie nicht richtig respektiert werden. 54 Prozent der Amerikaner und 48 Prozent der Kanadier sagten aus, in den westlichen Ländern würden die Muslime nicht höflich behandelt. 80 Prozent der Muslime forderten, dass in den westlichen Ländern Verletzungen der Heiligkeit des Korans und anderer religiöser Wahrzeichen unterlassen werden. 60 Prozent der Muslime erwarteten, dass die Muslime wie die anderen Bürger in den westlichen Ländern behandelt werden.

Gemäß diesem Bericht ist die höfliche Behandlung von Muslimen  in Frankreich und England zurückgegangen. Das UN-Menschenrechtskomitee für den internationalen Pakt für politische und zivile Rechte  veröffentlichte 2015 seinen 7. periodischen  Bericht. Dieses Komitee  drückte  darin seine tiefe Besorgnis über den in England vorhandenen weitgehenden Rassismus und die Angstmache vor Ausländern in den Medien und auf Internetseiten und in Form von Büchern und Artikeln mit hasserfülltem Inhalt gegen die Muslime und Afrikaner aus.

 

Die Zeitung Independent schrieb vor kurzem,  dass die muslimischen Schüler in England zunehmend von ihren Mitschülern schikaniert werden und es der Regierung nicht gelungen ist, dieses Problem zu beseitigen. Independent berichtet von verbalen und handgreiflichen Angriffen auf muslimische Schüler in englischen Schulen.  

Es sind in letzter Zeit zahlreiche Berichte über Brandanschläge und gewaltsame Angriffe auf  Schulen, Moscheen, Islamische Zentren, Friedhöfe muslimischer Bürger in Europa und auf muslimische Bürger selber eingegangen, welche von radikalen Gruppen durchgeführt wurden. Die Statistiken verdeutlichen, dass die Angstmache vor dem Islam zur Folge hat, dass viele Europäer keine positive Einstellung zu den Muslimen haben.  Gemäß Untersuchungen  sind 16 bis 21 Prozent der Franzosen, Deutschen und Engländer nicht damit zufrieden, wenn Muslime in ihrer Nachbarschaft wohnen.

Die CCIF, eine Vereinigung die sich gegen Islamophobie in Frankreich einsetzt, hat in einem Bericht bekannt gegeben, dass in den ersten 6 Monaten 2015 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres die Maßnahmen gegen den Islam und Muslime um 23,5 Prozent zugenommen haben. Gemäß  Bekanntmachung dieser Vereinigung nahmen vor allem die physische Gewalt, Beleidigungen und Respektlosigkeiten gegen Muslimen zu.

 

Auch in den USA nahmen die islamfeindlichen Schritte zu. Gemäß Meinungsumfrage, welche die Zeitschrift  Economist zusammen mit YouGov durchführte begegnen 73 Prozent der Muslime in den USA zahlreichen Benachteiligungen.

Auch Human Rights Watch  und das Institut für Menschenrechte der Columbia-Universität gab einen Bericht über Sting-Operationen heraus, die in den USA von den Sicherheitskräften gegen den Terrorismus  durchgeführt werden. Dem Justizministerium und der FBI wurde darin vorgeworfen, unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung die religiöse und ethnische Identität der Muslime herauszufordern. In  diesem 24-seitigen Bericht werden 27 Terrorakten der FBI untersucht und es heißt dort, dass eine große Zahl der Verdächtigen niemals einen Straftat begangen haben, und in Wirklichkeit bei den  Methoden der Bekämpfung des Terrorismus in den USA  nach Gesichtspunkten der Religion und Ethnie selektiv vorgegangen wird.

Auch zeigen Untersuchungen des Gallup-Instituts dass die terroristischen Maßnahmen von radikalen  „Muslimen“ in den USA nur 1 Prozent von den Tausenden von Gewaltakten ausmachen, die jährlich in den USA vorkommen.  Gemäß Gallup ist über Terrorangriffe von radikalen Muslimen weitaus mehr von den US-Medien berichtet worden als über andere gewaltsame Übergriffe. 

Gewalt und Mord ist verwerflich und keine Religion Gottes erlaubt dies. Gemäß dem Koran wiegt die Tötung eines Unschuldigen so schwer wie die  Tötung aller Menschen.  Es ist klar, dass eine solche Religion nichts mit den Terroristen zu tun hat, die sich selber Muslime nennen.

Wenn Terror etwas Verwerfliches ist, darf kein Unterschied zwischen dem Terror an Muslimen und Nicht-Muslimen gemacht werden. Aber die US-Regierung macht Unterschiede.  Haben sich die Verantwortlichen der US-Regierung geäußert als ein  Rassist und Radikaler im Februar 2015 in Nordcarolina 3 muslimische Studenten erschoss? Aber nachdem zwei Personen, von denen es heißt, dass sie die Unterstützer der IS-Terrorgruppe sind auf ein Behindertenheim im kalifornischen Saint Bernardino einen Anschlag verübten,  hat Ronald Trump in einer Bekanntmachung gefordert, dass den Muslimen die Einreise ins Land verwehrt werden muss. Er hat diesbezüglich  gesagt: „Wir dürfen nicht zulassen, dass unser Land Opfer von schrecklichen Angriffen werden, die keine Spur von Vernunft und Respekt vor menschlichen Leben besitzen.“   

Ajatollah Khamenei, Oberhaupt der Islamischen Revolution erklärt in seinem offenen Brief sein Bedauern über die benachteiligenden und unfreundlichen Schritte gegen die Muslime im Westen und schreibt:

 

„Den eingegangenen Meldungen zufolge wurden in einigen europäischen Ländern Bestimmungen eingeführt, welche die Bürger dazu anregen, die Muslime auszuspionieren. Dies ist ein ungerechtes Vorgehen und alle wissen, dass Unrecht, ob man will oder nicht, wie ein Bumerang wirken kann. Die Muslime verdienen diesen  Undank nicht. Die westliche Welt kennt die Muslime seit Jahrhunderten sehr gut. Sie hat fast immer nur Freundlichkeit und Geduld seitens der Muslime erlebt - sowohl in der Zeit, als Menschen aus dem Westen auf dem Territorium des Islam zu Gast waren und  ein Auge auf den Reichtum des Gastgebers geworfen haben, als auch in der Zeit, als der Westen selber Gastgeber war und das Tun und Denken der Muslime genutzt hat.“

 

 

 

 

 

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