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Dienstag, 05 Januar 2016 09:26

Erläuterungen anlässlich des Treffens mit den Teilnehmern an der Konferenz der Einheit

Erläuterungen anlässlich des Treffens mit den Teilnehmern an der Konferenz der Einheit
Vom 27. bis 29. Dezember 2015 tagte in Teheran die 29. Konferenz für Islamische Einheit. Sie galt der Untersuchung der Krisen in der Islamischen Welt und der Lösungswege für ihre Beendigung. Es nahmen über 600 Gelehrte und Persönlichkeiten aus 70 Ländern der Welt an dieser Konferenz teil.

 

 

Sie sprachen über die Gefahren, die aus der Teilung von muslimischen Ländern resultieren und unterstrichen die Bekämpfung von diesbezüglichen Bestrebungen als die größte aktuelle Krise in der Islamischen Welt.  Als effektive Strategie für die Islamischen Ländern forderten sie als erstes die Herstellung von  Frieden und Sicherheit, und daraufhin  die Kooperation der Muslimstaaten im Rahmen eines gemeinsamen Wirtschaftsmarktes  und schließlich die Bemühung um die Herstellung der neuen Islamischen Zivilisation.

 

Am letzten Tag suchten die Teilnehmer das Oberhaupt der islamischen Revolution auf.

Ajatollah Khamenei gratulierte bei diesem Treffen anlässlich des Jahrestages der gesegneten Geburt des Propheten des Islams, Mohammad (Segen sei auf ihm und Friede seinem Hause) und seinem edlen Nachkommen Imam Sadiq (– Friede sei ihm) der Islamischen Weltgemeinde und allen freiheitlichen Denkenden auf der Welt. Er sagte durch die Geburt und die Berufung Mohammads (s) zum Propheten sei der damaligen Welt, die abgestorben und verdorben worden war, neues Leben eingehaucht worden.

                              

 

Gott weist  im Koran darauf hin, dass der  Aufruf des Propheten belebende Wirkung hat, denn Er spricht  im Vers 24 der Sure 8 (Anfal):

„O ihr, die ihr glaubt, hört auf Allah und den Gesandten, wenn er euch zu etwas aufruft, das euch Leben verleiht, …

Ajatollah Khamenei bezeichnete es als gut, den Jahrestag der Geburt des Propheten (s) zu feiern, aber er sagte, dass dies nicht genüge. Mit Hinweis auf das Unrecht, die Hartherzigkeit, Benachteiligungen und Unwissenheit in unserer heutigen Zeit unterstrich er, dass der Tod der Tugenden heute Anlass zur Trauer der Menschheit ist. Er erklärte:  „Die Islamische Welt hat heute die Pflicht, wie der Islam und wie der Prophet dieser Welt wieder Leben einzuhauchen, eine neue  Atmosphäre zu schaffen, einen neuen Weg zu öffnen.  Wir nennen dieses Phänomen, auf das wir warten: Neue Islamische Zivilisation.“

Er fuhr fort:

Mit neuer Islamischer Zivilisation ist nicht gemeint, andere Gebiete anzugreifen, die Rechte der Menschen zu verletzen und den Völkern die eigene Moral und Kultur aufzuzwingen, so wie es die westliche Zivilisation getan hat. Vielmehr bedeutet es, der Menschheit mit den Vorzügen der Religion ein Geschenk zu machen und die Grundlagen dafür zu schaffen, dass die Menschen selber den richtigen Weg erkennen.“  

Dann sprach Ajatollah Khamenei darüber, wie die materialistisch orientierte Zivilisation des Westens zustande kam und verwies darauf dass die Europäer im 16. und 17. Jahrhundert unter Nutzung des Wissens und der Philosophie der Muslime eine Zivilisation begründen  konnten. „Da diese Zivilisation jedoch materialistisch ausgerichtet war,“ so sagte der Revolutionsführer weiter, „habe  der Westen jedes Mittel eingesetzt, darunter die Kolonialisierung und Ausbeutung anderer Völker und mit   Hilfe der Wissenschaft und seiner Erfahrungen die Vorherrschaft über die menschliche Welt  erzielt.“

Er fügte hinzu trotz der  attraktiven Manifestationen der Technologie, die diese Zivilisation brachte, habe sie  der Menschheit weder Glück noch Gerechtigkeit beschert.  Diese Zivilisation  sei  außerdem innerlich von Widersprüchlichkeit befallen, was zur spirituellen  Leerheit  und moralischem Zerfall geführt habe.

Ajatollah Khamenei  fuhr fort: „Heute ist die Islamische Welt an der Reihe, um mittels eigener Anstrengungen, die neue Islamische Zivilisation zu begründen. Genauso wie die Europäer die damals das Wissen und die Erfahrungen der Muslime genutzt haben. Er betonte: „Wir werden  die auf der Welt vorhandenen Kenntnisse und Mittel für die Herstellung der Islamischen Zivilisation jedoch einhergehend mit   dem Islamischen Geist und mit dem Geist der Spiritualität nutzen. Das ist unsere heutige Pflicht.“

 

Ajatollah Khamenei bezeichnete die Herstellung der Islamischen Zivilisation als Aufgabe der Religionsgelehrten und der aufrichtigen Intellektuellen. Er sagte: „Ich selber setze keine große Hoffnung mehr in die Politiker“,  und fuhr fort:  

„Vielmehr müssen die Religionsgelehrten und die aufrichtigen Intellektuellen, die sich nicht nach dem Westen ausrichten, einen Schritt zur Bewusstmachung der Islamischen Umma tun. Sie sollten wissen, dass sich die Begründung dieser Zivilisation realisieren lässt.“

Der Führende der Islamischen Revolution sagte dies mit Hinweis auf die Möglichkeiten und Fähigkeiten der Islamischen Welt, wie geeignete Gebiete und vorteilhafte geografische Lage, eine Fülle an natürlichen Ressourcen und begabte menschliche Kräfte

Ajatollah Khamenei sagte, eines der Instrumente des Feindes zur Verhinderung der neuen Islamischen Zivilisation bestehe darin, dass er unter den Muslimen zu spalten versucht. Seitdem im Vokabular der amerikanischen Verantwortlichen und Politiker von der Schiiten-Sunniten-Frage die Rede ist, sei Besorgnis unter den Gelehrten und Experten aufgetreten, denn es war klar, dass man nach einer noch gefährlicheren Verschwörung als vorher strebt.

Er sagte, dass die Engländer  sich besonders gut darauf verstehen, zwischen den Schiiten und Sunniten zu spalten und darin lange Erfahrungen haben. Die heutigen Pläne der Amerikaner in dieser Beziehung seien jedoch noch gefährlicher.

Ajatollah Khamenei sagte: „Freuen wir uns etwa wenn eine Glaubensgruppe in der Islamischen Welt  gegenüber einer anderen (vom Feind) unterstützt wird?  Sollten wir uns etwa freuen, wenn sie uns unterstützen? Nein! Wir müssen es bedauern!  Wir sollten sehen, welche schwache Stelle sie an uns entdeckt haben, die sie ausnutzen  und für unsere angebliche Unterstützung instrumentalisieren wollen.“  

Imam Ali (gegrüßet sei er) sagt: „Fühlt euch nie vor dem Feind sicher, selbst wenn er sich bei euch bedankt!“  Und Imam Sadiq (s) sagt ebenso sehr weise: … „Manchmal tritt dir der Feind nahe, um dich dann böse zu überraschen. So sei weitsichtig und vorsichtig  und verurteile Optimismus gegenüber dem Feind.“ 

 

Ajatollah Khamenei betont das Mitspiel der westlichen Regierungen bei der Erzeugung von Zwietracht unter den Muslimen und sagt: manchmal hätten  sie von diesen Konflikten  unter dem Titel Paniranismus, oder Panturkismus oder Panarabismus und ähnlichen Begriffen gesprochen, womit sie jedoch nicht viel erreichen konnten. Heute wollten sie im Zusammenhang mit den religiösen Rechtsschulen Zwietracht stiften und die jungen Menschen aufeinander loshetzen. Er fuhr fort: „Das Ergebnis sind dann Terrorgruppen wie die Daesch (IS) und ähnliche, die mit dem Geld der US-Abhängigen  und mit der politischen Unterstützung der USA  in  Zusammenarbeit mit den US- Verbündeten in Erscheinung treten  und erstarken können  und diese Tragödien in der Islamischen Welt hervorrufen.“

Ajatollah Khamenei verwies darauf, dass der Feind unter den Muslimen selber Krieg schüren will und stellte fest, der Feind sei im Begriff die muslimischen Länder eines nach dem anderen mitsamt ihren Infrastrukturen zu zerstören. Er führte als Beispiele  Syrien, Jemen und Libyen an.

Das Revolutionsoberhaupt fuhr fort: „Warum sollen wir uns in diesen Komplott fügen? Warum sollten uns ihre Ziele verdeckt bleiben? Wir müssen in dieser Beziehung an Weitblick und Erkenntnis gelangen, wenn wir etwas erreichen wollen.“

Der Koran empfiehlt den Menschen mit dem Verstand  zu sehen. Wirklich blind ist jemand, der seine Vernunft nicht richtig einsetzt.  Imam Ali (a) sagt: „Erkenntnis und Weitblick besitzt jemand, der  hört und nachdenkt, beobachtet und wirklich sieht, Lehrreiches nutzt und den hellen Weg geht, auf dem er vor dem Sturz in Abgründe sicher ist.“  

Ajatollah Khamenei hat das Schweigen in der Islamischen Welt gegenüber den Verbrechen, die gegen die Muslime zum Beispiel in Bahrain  geschehen, scharf kritisiert und gesagt:  „Warum üben sie einen derartigen Druck in Bahrain auf die Muslime aus?“ Mit Hinweis auf die jüngsten Vorfälle in Nigeria sagte er außerdem: „Wie kann es angehen dass die Islamische Welt schweigt, wenn einem Scheich (Zakzaky) , der die Annäherung zwischen den Rechtsschulen sucht und ein aufrichtiger rechtschaffener Gläubiger ist, derartige tragische Kümmernisse bereitet werden, man ungefähr 1000 Menschen ermordet und innerhalb von 2 Jahren seine 6 Söhne zu Märtyrern macht?! Warum schweigt die Islamische Welt gegenüber diesen Tragödien? Warum erträgt sie die fast einjährige unablässige Bombardierung von Jemen? …. Ist das zum Vorteil der islamischen Welt? Auch Syrien und Irak sind jedes auf seine Weise ….Zielscheibe der Feinde. Es stecken gefährliche Absichten dahinter … wir müssen wach sein!“

In der Sure Anfal (Sure 8) sagt Gott im Vers 72, dass die Gläubigen verpflichtet sind zu helfen, wenn eine Gruppe Hilfe von ihnen  braucht,.  An einer anderen Stelle im Koran wird jemand, der angesichts von Unterdrückungen schweigt und nichts unternimmt, getadelt. Und es heißt in Sure 4 im Vers 75: „Was ist mit euch, dass ihr nicht auf Allahs Weg, und (zwar) für die Unterdrückten unter den Männern, Frauen und Kindern kämpft, die sagen: „Unser Herr, bringe uns aus dieser Stadt heraus, deren Bewohner ungerecht sind, und schaffe uns von Dir aus einen Schutzherrn, und schaffe uns von Dir aus einen Helfer.“

 

Der Islam tadelt das Schweigen gegenüber Unrecht auch dann wenn die Unterdrückten keine Muslime sind.

Und im Koran heißt es in Sure 3 im Vers 103:

„Und haltet alle fest am Seil Allahs und geht nicht auseinander! Und gedenkt Allahs (großer) Gunst an euch, als ihr Feinde wart und Er dann eure Herzen zusammenführte, worauf ihr durch Seine Gunst Brüder wurdet…“

 

Imam Ali (a) der den Koran gelebt hat sagt: „Gott ist Einer, der Prophet ist derselbe und das Buch ist das Buch ist dasselbe. Hat Gott sie zum Streit und zur Zerstrittenheit angehalten und sie gehorchen oder hat Er ihnen den Streit untersagt und sie verwehren ihm den Gehorsam?“

Die Medizin für die großen aktuellen Leiden der Islamischen Welt sind die Verse des Korans und die Überlieferungen der Makellosen (gegrüßt seien sie)  Die erleuchtenden Verse des Korans sind für immer der Wegweiser  der Wahrheitssuchenden.

 

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