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Montag, 21 Dezember 2015 06:17

Der zweite offene Brief an die jungen Menschen im Westen (Teil 5: neue Art der Jugend-Diplomatie)

Der zweite  offene Brief  an die jungen Menschen im Westen (Teil 5:  neue Art der  Jugend-Diplomatie)
Vor circa 10 Monaten hat Ajatollah Khamenei im Rahmen eines offenen Briefes eine Botschaft an die jungen Menschen im Westen veröffentlicht, die

vor allen Dingen dem Aufruf diente, dass sie sich unmittelbar aus dem Koran und der Biografie des Propheten über den Islam informieren.  Ajatollah Khamenei schrieb in seinem ersten offenen Brief:

„Ich wende mich an euch junge Menschen, nicht um eure Eltern außer Acht zu lassen, sondern deshalb, weil ich die Zukunft eures Volkes und eurer Heimat in euren Händen liegen und in euren Herzen ein vitaleres und sensibleres Verlangen nach der Wahrheit sehe.

Mit diesen Zeilen wende ich mich nicht an eure Politiker und Regierungsverantwortlichen, denn ich bin mir sicher, dass sie bewusst den Weg der Politik von dem Weg der Aufrichtigkeit und Rechtschaffenheit getrennt haben.“

 

Auch seinem zweiten offenen Brief richtet Ajatollah Khamenei an die junge Generation im Westen:

Ajatollah Khamenei hegt Zuversicht hinsichtlich der Reinheit der jungen Herzen und sagt in seiner zweiten Botschaft:

„Ich bin davon überzeugt, dass nur Ihr jungen Leute, aus den Unbilden von heute Lehren ziehen, neue Lösungen für die Gestaltung der Zukunft finden und die Irrwege blockieren könnt, welche den Westen in die jetzige Lage versetzt haben. „

Ajatollah Khamenei führt die  Revolution eines muslimischen Volkes an, welches gegenüber allen arroganten Herrenmächten Widerstand leistet und seine Unabhängigkeit und religiösen Wertmaßstäbe verteidigt.

Der Sieg dieser Revolution und ihr Fortbestand seit 40 Jahren machen einen Strich durch  die bisherigen Gleichungen für religiöse Volksbewegungen.  Der Iran ist ein einflussreicher Staat in der Region geworden, den die Weltmächte nicht einfach ignorieren können.

Was ist also der Grund weshalb der Oberste Führer dieses Landes sich nicht an die westlichen Regierungspolitiker wendet sondern an die junge Bevölkerungsschicht in Europa und Nordamerika?

Im jetzigen Jahrhundert  hat eine neue Art der  Diplomatie  namens Jugend-Diplomatie Formen angenommen.  Die traditionelle Form der Diplomatie umfasst die Aufgaben und Maßnahmen  des Außenministeriums und der Botschafter eines Landes  im Zusammenhang mit den Beziehungen zu anderen Staaten. Eine andere Art der Diplomatie ist die Public Diplomatie – so etwas wie Öffentlichkeitsdiplomatie. Sie  bereitet die öffentliche Stimmung in anderen Ländern auf diplomatische Schritte der eigenen Regierung vor.  Also richtet sich die Public Diplomacy im Unterschied zur „normalen“ Diplomatie nicht nur an staatliche Akteure, sondern auch an die Bevölkerung anderer Staaten.

Wann aber wird  von einer Jugend-Diplomatie gesprochen? Was wird durch sie erreicht?

Denker und Psychologen haben immer ein Augenmerk auf die Jugendzeit gerichtet, weil dieser Abschnitt im Leben viele wertvolle Besonderheiten aufweist.  Die Jugend-Diplomatie wird wegen der besonderen Haltung und Moral von jungen Menschen als wichtiges kulturelles Mittel betrachtet.  Junge Menschen haben keine konservative Haltung sondern sie fordern Verbesserungen. Ein junger Mensch steckt voller Energie und denkt nach.  Die Staaten nutzen diese jugendliche Energie für ihre Interessen aus.

Britannien hat als eines der ersten Länder  die Youth Diplomacy an seinen Universitäten erprobt.  Aktive englische Studenten sollten mit Hilfe des jugendlichen Geistes und Elans den Studenten aus anderen Ländern einen guten Eindruck von der britischen Regierung geben, so dass jeder Student, der wieder in sein Land zurückkehrt, ein pro-britischer Sprecher wird.  Andere europäische Länder begrüßten das Projekt und eröffneten ebenso, jedes auf seine Art – ein Kapitel für diese Art von Diplomatie.  Frankreich hat sich dabei die jugendliche  Hilfsbereitschaft zu Nutzen gemacht und demonstrativ in einigen Ländern, die früher französische Kolonien waren, humanitäre Projekte durchgeführt, in der Absicht die bitteren Erinnerungen an die Kolonialherrschaft unter der Bevölkerung der betroffenen Ländern so gut wie möglich zu löschen.

 

An diesen Fällen ist zu sehen wie  Regierungen durch Youth Diplomacy – Jugend-Diplomatie – die  Energie der Jugend in den Dienst ihrer Ziele stellen.   

Soll dies jedoch die einzige Forderung an die Jugend sein, nämlich dass sie ihr Energie in den Dienst der Regierung stellt?

In den beiden offenen Briefen von Ajatollah Khamenei, Oberhaupt der Islamischen Revolution Iran,  ruft er die junge Generation zum Nachdenken, zum Wissenserwerb und Suche nach der Wahrheit auf.  Damit schlägt er quasi ein neues Kapitel in der Jugend-Diplomatie auf.  In Wahrheit appelliert er in beiden Briefen an die menschliche Natur, nach der Wahrheit zu suchen. Diese Natur ist unter den jungen Menschen noch relativ unversehrt geblieben und ausgeprägter als bei anderen Altersgruppen.  Ajatollah Khamenei fordert die jungen Menschen auf die Fähigkeiten, die Gott ihnen verliehen hat einzusetzen, um nach Frieden und Verständigung auf der Welt zu streben und die Umsetzung von  hohen menschlichen Werten wie Gerechtigkeit und Kampf gegen Unrecht  zu erreichen.

Die Jugendzeit ist der beste Abschnitt im Leben des Menschen. In dieser Zeit kann der Mensch für seine Zukunft Entscheidungen treffen, die schicksalhaft sind. 

 

Der jungen Generation wird immer besondere Aufmerksamkeit gewidmet und sie spielt effektiv eine Rolle bei der Entstehung von  Entwicklungen und Bewegungen in Gesellschaften.  Junge Menschen haben sich noch nicht an Ungleichheit und Benachteiligungen in ihrer Umgebung gewöhnt, was sich in ihrer Forderung nach Gerechtigkeit und Verteidigung der Unterdrückten zeigt.   Die Jugendzeit ist die Zeit der Anstrengung, Aktivitäten und Vitalität.. Der junge Mensch ist eher für die Wahrheit zu gewinnen und tatkräftiger. Er stellt sich mutig  hinter eine Sache, die für ihn Recht ist.

Mut und Tapferkeit sind Tugenden, die wir verstärkt bei jungen Menschen antreffen.  Wir sehen dass es in der Mehrheit junge Menschen waren, welche die  Propheten Gottes unterstützten.  Der Prophet des Islams (Gottes Segen sei auf ihm und Friede seinem Hause) sagt: „Ich empfehle euch gut zu den Heranwachsenden und zu den jungen Menschen zu sein, denn sie haben ein weicheres Herz welches eher Tugenden in sich aufnimmt. Gott hat mich zum Propheten berufen, damit ich den Menschen die Frohbotschaft von der göttlichen Barmherzigkeit überbringe und sie vor Seiner Strafe ängstige.  Die jungen Menschen haben meine Worte aufgenommen und mit mir das Bündnis der Freundschaft geschlossen aber die alten haben sich geweigert, meine Einladung anzunehmen und begonnen, sie zu bekämpfen“

Der Koran sagt über die Anhänger Moses im Vers 83 der Sure Yunus:

„Und niemand bekannte sich zu Moses, bis auf einige junge Menschen aus seinem Volk - voller Furcht vor Pharao und seinen Vornehmen, er (Pharao) würde sie verfolgen. …“

Wir können diesem edlen Vers zwei Dinge entnehmen, nämlich erstens, dass die jungen Menschen sich als erste zur Religion Gottes bekannten, sowie  zweitens: Dass sie trotz der Befürchtung,  wegen ihres Bekenntnisses gefoltert zu werden, nicht bereit waren,  wieder von ihrem Glauben an Gott  abzulassen.“ 

Natürlich verdient der Mensch gemäß Islam in jedem Alter Achtung und es gibt zahlreiche Überlieferungen in denen die Achtung der Älteren gefordert  wird. Der Prophet sagt: „Wenn es unter euch betagte alte Menschen gibt, so führt es zur Zunahme des Segens und der Gnade des Herrn und der Ausbreitung der göttlichen Segensgaben unter euch.“

Wir dürfen daher die alten Menschen deswegen nicht als nutzlos betrachten. In Wirklichkeit sind sie oft sehr weise und besitzen  einen großen Schatz an Erfahrungen.

Aber die Jugendzeit ist eine einmalige Gelegenheit für Reformen. Junge Menschen können größere positive Änderungen hervorrufen.

Ajatollah Khamenei wendet sich gestützt auf die menschenveredelnde Lehre des Islams an die neue und nicht an die alte Generation , denn er ist sich ihrer besonderen Bedeutung für die Zukunft der Völker und der Tatsache bewusst, dass in ihnen noch viel von der Gott gegebenen edlen Natur des Menschen, der Fitra steckt., Sein offener Brief öffnet das Tor zu tiefen analytischen Gesprächen mit den neuen Generationen über die internationalen Ereignisse aufgrund eines menschlichen und religiösen Blicks. Dies ist ein Schritt, an dem sich die islamischen Gelehrten und Persönlichkeiten und Politiker und Zentren ein Beispiel nehmen können.

Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei schreibt in seiner zweiten Botschaft  an die Jugend im Westen:

„Deshalb bitte ich Euch, junge Menschen, aufgrund korrekter Kenntnis und tiefer  Überlegung, und durch Nutzung der Lehren aus unangenehmen Erfahrungen, die Grundlagen für einen gesunden und ehrenhaften Austausch mit der Welt des Islam zu legen. Dann werdet Ihr in nicht allzu ferner Zukunft sehen, dass das Bauwerk, welches  Ihr auf diesem Fundament errichtet habt, einen Schirm der Zuversicht und des Vertrauens über seinen Architekten ausbreitet, ihnen wärmende Sicherheit und Ruhe spendet, und das Licht der Hoffnung auf eine klare Zukunft in der Welt verbreitet.“

Die Jugend-Diplomatie, welche das Oberhaupt der Islamischen Revolution Iran eröffnet hat, strebt nach einem höheren Ziel. Jede Zeile seines offenen Briefes ist aufklärerisch und lädt dazu ein, sich richtig zu informieren.  Ajatollah Khamenei  verweist auf die Leiden, die den Völkern auferlegt wurden und ruft die jungen Menschen auf, die Wahrheit zu erkennen und Wege zu finden, die zu einer besseren Zukunft führen. In dieser Art von Diplomatie werden die jungen Menschen nicht für das Vorantreiben der Ziele der Regierungen instrumentalisiert sondern sie werden als dynamische Kraft beachtet, die  den Weg der Regierungen und Gesellschaften, der auf ein schlimmes Ende zuführt, ändern kann. 

 

 

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