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Dienstag, 08 Dezember 2015 06:48

Der zweite offene Brief an die jungen Menschen im Westen (Teil 1 - Erläuterungen)

Der zweite  offene Brief  an die jungen Menschen im Westen (Teil 1 - Erläuterungen)
   Das Oberhaupt der Islamischen Revolution Iran hat sich zum zweiten Mal mit einem offenen und freundlichem  Schreiben an die jungen Menschen im Westen gewandt. 

Der erste offene Brief wurde vor circa 10 Monaten, nachdem die Islamophobie im Westen eskaliert war, veröffentlicht. Damals hat er die westliche Jugend zu freiem Denken und dem Erwerb von Islamerkenntnis direkt aus den authentischen Quellen aufgefordert, dem Heiligen Koran und die Lehren des Propheten des Islams. Er sagte, sie sollen sich nicht mit dem begnügen was die Medien im Westen über den Islam und die Muslime sagen.

 

Nun, nach den jüngsten Terroranschlägen in Frankreich hat Ajatollah Khamenei als einer der bedeutendsten religiösen Führer auf der Welt sich erneut allgemein an die westliche Jugend gewandt  um ihnen unabhängig von der Skandalpropaganda der internationalen Medienriesen, die Botschaft von der Gerechtigkeitsliebe und dem freien Denken des Islams zu übermitteln. 

Ajatollah Khamenei sagte in seinem jüngsten Schreiben mit Hinweis auf die Anschläge in Paris:

 

„Wer nur ein wenig Liebe und Menschlichkeit besitzt, den schmerzen solche Szenen, ob sie sich in Frankreich abspielen oder in Palästina, Irak, Libanon oder Syrien.  Anderthalb Milliarde Muslime hegen mit Gewissheit ein solches Gefühl und verabscheuen die Urheber dieser Tragödien.  Es geht jedoch darum, dass die Leiden von heute nur bittere nutzlose Erinnerungen bleiben, falls sie nicht Anlass für die Gestaltung eines besseren und sicheren Morgen werden.  Ich bin davon überzeugt, dass nur ihr jungen Leute, aus den Unbilden von heute Lehren ziehend, neue Lösungen für die Gestaltung der Zukunft finden und die Irrwege blockieren könnt, welche den Westen in die jetzige Lage versetzt haben.“

 

                         

Am 13. November setzte abends um 21 Uhr 16 nach mitteleuropäischer Zeit eine Serie von koordinierten Terroranschläge in Paris ein, die 130 Tote und 368 Verletzte hinterließ. Es wurde der Ausnahmezustand verhängt. Es war das blutigste Ereignis in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg. Die IS übernahmen die Verantwortung für die Angriffe und erneut verbreiteten  die westlichen Propagandaapparate Angst vor dem Islam, ohne auch nur im geringsten darauf hinzuweisen, wer diese IS-Terrorgruppe eigentlich ist. Wieder waren die Speerspitzen auf alle Muslime gerichtet, dabei sind die Muslime schon seit Jahren Hauptopfer des takfiristischen Terrorismus in den Islamischen Ländern und ihr Aufschrei  wird in der heuchlerischen Welt überhört.  Während die westliche Gesellschaft um die Toten vom 13.November in Frankreich trauert ist von den westlichen Medien nichts über die bedingungslosen Unterstützungen der USA und westlichen Staaten für die IS –Terroristen zu hören.  

Ajatollah Khamenei verweist in seinem Schreiben darauf, dass der Terrorismus ein gemeinsames Problem für West und Osten ist und richtet sich mit folgenden Worten an die Jugend im Westen:

„Doch solltet ihr wissen, dass die Unsicherheit und Aufregung, die ihr bei den jüngsten Ereignissen erlebt habt, in zweierlei Hinsicht einen großen Unterschied zu dem Leid aufweisen, welche die Menschen im Irak, Jemen, Syrien und Afghanistan seit Jahren ertragen haben.  Erstens ist die Islamische Welt in weitaus größerem Umfang, viel intensiver und seit sehr viel längerer Zeit  Opfer der Hervorrufung von Schrecken und Furcht und der Gewalt.  Zweitens wurden diese Gewaltsamkeiten immer seitens einiger großer Mächte auf verschiedene Weise wirksam unterstützt.“

 

 

Ajatollah Khamenei weist in seinem offenen Brief auf die klare Rolle der Vereinigten Staaten von Amerika bei der Stärkung und Ausrüstung der Al  Kaida, Taliban und ihrer Nachfolger hin  und übt heftig Kritik an dem Zusammenschluss  des Westens mit bekannten regionalen Unterstützern des takfiristischen Terrorismus, der  Muslime exkommuniziert und  ihre Tötung erlaubt.

 

 

Ajatollah Khamenei tadelte den Westen wegen seinem doppeltwertigen Umgang mit der Islamischen Erwachungsbewegung und der widersprüchlichen Politik  wie zum Beispiel in der Palästinafrage. Er schreibt:

 

„Die Bürger in Europa suchen zurzeit für einige Tage in ihren Häusern Schutz und meiden Versammlungen und überfüllte Plätze. Aber eine Palästinenserfamilie  ist seit Jahrzehnten noch nicht einmal im eigenen Haus vor der Tötungs- und Zerstörungsmaschinerie des zionistischen Regimes sicher. Gibt es heute eine Gewalttat, die sich hinsichtlich ihrer Kaltblütigkeit mit dem Siedlungsbau des zionistischen Regimes vergleichen ließe? Dieses Regime zerstört, ohne jemals ernsthaft und wirksam von seinen einflussreichen Verbündeten oder zumindest von den scheinbar unabhängigen internationalen Einrichtungen gerügt zu werden, tagtäglich die Häuser der Palästinenser, ihre Obstplantagen und Äcker …, und gibt ihnen noch nicht einmal die Gelegenheit, ihre  Gegenstände zum Leben an einen anderen Ort zu bringen oder ihre Ackerfrüchte zu ernten. Und all das spielt sich meistens vor den entsetzten Blicken und tränenerfüllten Augen der Frauen und Kinder ab, welche erleben, wie Mitglieder ihrer Familie verprügelt und verletzt oder in einigen Fällen zu den schrecklichen Folterstätten abtransportiert werden.“

Ajatollah Khamenei verurteilte scharf, dass sich die Gewissen nicht gegenüber dieser  Barbarei regen.

Ajatollah Khamenei führte als weiteres Beispiel für die widersprüchliche Denkart des Westens  die Feldzüge der USA und westlichen Staaten, die sie in den letzten Jahren, in die islamische Welt unternommen haben, an und er verwies darauf das hunderttausende von schuldlosen Menschen Opfer dieser Feldzüge wurden und die wirtschaftlichen und industriellen Infrastrukturen dieser Nationen zerstört wurden. Er schrieb:

„Wie kann es angehen, ein Land in eine Ruine zu verwandeln und seine Städte und Dörfer dem Erdboden gleich zu machen und dann zu sagen: Bitte betrachtet euch nicht als jemand, dem Unrecht widerfahren ist. Wäre eine ehrliche Entschuldigung nicht besser als die Aufforderung, so zu tun,  als ob nichts geschehen wäre und die Tragödien zu vergessen?!  Der Kummer, den die Heuchelei und die Beschönigungen der Aggressoren in diesen Jahren in der Islamischen Welt verursacht haben, ist nicht weniger schlimm wie die materiellen Schäden. 

 

                    

Nach den mysteriösen Ereignissen vom 11.  September haben die USA unter dem vorgeschobenen Argument die Al Kaida bekämpfen zu wollen sowohl Afghanistan als auch Irak angegriffen und mehr als anderthalb Millionen Zivilisten im Laufe von 14 Jahren getötet und die Infrastrukturen dieser Länder zerstört.

Wie aber kam die Al Kaida zustande? Hillary Clinton, ehemalige US-Außenministerin und jetzige Kandidatin der Demokraten für das Amt des US-Präsidenten hat einmal auf einer Kongresssitzung  zugegeben: „Wir blicken auf eine gemeinsame Vergangenheit mit der Al Kaida zurück.  Die Leute, gegen die wir in Afghanistan und Pakistan kämpfen, haben wir von 20 Jahren selber hervorgerufen, denn wir haben sie im Krieg gegen die Ex-Sowjetunion eingesetzt.“

Ajatollah Khamenei hat an einer Stelle in seinem Schreiben unterstrichen:  Solange der Terrorismus seitens seiner mächtigen Unterstützer nach einem guten und einem schlechten unterschieden wird und solange die Interessen der Regierungen über die menschlichen und moralischen Werte gestellt werden,  braucht man nicht woanders nach den Wurzeln der Gewalt zu suchen. 

Ajatollah Khamenei kritisierte die sachten heimlichen Angriffe des Westens auf die anderen Kulturen:

Er sagte: „Ich betrachte es als stumme Gewalt und außerordentlich schädlich, die westliche Kultur den anderen Völkern aufzuzwingen und die unabhängigen Kulturen herabzusetzen.

Die reichen Kulturen werden herabgesetzt und ihre achtbarsten Teile werden verunglimpft, während die Kultur, die sie ersetzen soll, in keiner Weise als Ersatz geeignet ist.“ Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei bedauerte, dass die Aggressivität und moralische Zügellosigkeit die Hauptmerkmale der westlichen Kultur geworden sind und sogar in ihrem Ursprungsgebiet zur Abnahme ihr Popularität und Bedeutung geführt hat.  Und fuhr fort:

 

Es fragt sich: Haben wir eine Sünde begangen, wenn wir keine streitsüchtige, primitive, sinnentleerte Kultur, wollen?  „

 

 Ajatollah Khamenei unterstrich dass es achtsame  kulturelle Verbindungen geben müsse. Ungleiche, aufgezwungene kulturelle Beziehungen hätten nur Schäden versucht.  Er nannte die IS das Produkt einer solchen ungleichen kulturellen Verbindung, nämlich durch  Kreuzung der Kolonisation mit der radikalen,  verworfenen Denkweise eines Beduinenstammes,  wodurch die Saat des Extremismus in die Region gestreut wurde.

Er sagte:  „Zu meinem größten Bedauern muss ich sagen, dass niederträchtige Gruppen wie die IS aus diesen erfolglosen Verbindungen mit importierten Kulturen hervorgegangen sind. Hätten wir es wirklich mit einem Überzeugungsproblem zu tun, dann hätten wir bereits vor der Kolonisation solche Phänomene in der Islamischen Welt beobachtet. Aber die Geschichte bezeugt das Gegenteil.“

Ajatollah Khamenei  unterstrich:

„Aus einer  der höchst ethischen und menschlichen religiösen Lehren der Welt,  die in ihrem zugrundeliegenden Buch  (der Koran)  die Tötung eines einzigen Menschen mit der Tötung der ganzen Menschheit gleichstellt, kann kein Abschaum wie die IS hervorgehen!“ 

 

 

Ajatollah Khamenei beendet seinen Brief an die jungen Menschen im Westen wie folgt:

 

„Deshalb bitte ich euch jungen Menschen, aufgrund korrekter Kenntnis und  tiefer Überlegung und durch Nutzung der Lehren aus unangenehmen Erfahrungen, die Grundlagen für einen gesunden und ehrenhaften  Austausch mit der Welt des Islams zu legen.  Dann werdet ihr in nicht allzu ferner Zukunft sehen, dass das Bauwerk, welches ihr  auf diesem Fundament errichtet habt, einen Schirm der Zuversicht und des Vertrauens  über den Häuptern seiner Architekten ausbreitet, ihnen wärmende  Sicherheit und Ruhe spendet  und das Licht der Hoffnung auf eine klare Zukunft auf der Welt ausbreitet.“

                                    

 

Der jüngste Brief des Revolutionsoberhauptes  im Westen einen großen Widerhall in den Medien. Zwar hat Twitter überstürzt das Konto von Anwendern, die diesen Brief weitervermitteln wollten, geschlossen, was jedoch mit Gewissheit zur Folge hatte, dass sich noch mehr junge Menschen dafür interessierten. Es gibt interessante Reaktionen. So schrieb Chris Eldridge, politischer Aktivist und Künstler aus Pennsylvania, USA, , nachdem er diesen Brief studiert hat: „Dieses Schreiben ist sehr eindrucksvoll und trifft den Kern der Sache.  Er ist in einem schönen aber festen Ton gehalten. Es ist darin nicht von  Illusionen die Rede. Dieses Schreiben spricht von einem neuen bzw. alternativen Grund für die Beendigung des Mordens.  Es ist etwas was überall ausgesprochen werden muss aber anscheinend wird es nicht so einfach von den Menschen verstanden. Aus diesem Brief geht eindeutig hervor, dass Frieden und Achtung der Menschen zu den religiösen Überzeugungen der Muslime gehören.“

 

 

 

 

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