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Donnerstag, 30 Mai 2013 07:29

Afghanistan: Britische Armee soll Geheimgefängnis betreiben

Afghanistan: Britische Armee soll Geheimgefängnis betreiben
London (spiegel.de/IRIB) - Die britischen Streitkräfte sehen sich mit dem Vorwurf von Menschenrechtsverstößen konfrontiert.
Einem BBC-Bericht zufolge sollen sie mit Gefangenen auf ihrem größten Stützpunkt in Afghanistan nicht angemessen umgehen: Rund 85 Afghanen, die den Aufständischen zugerechnet würden, seien in einem provisorischen Gefangenenlager auf dem Stützpunkt Camp Bastion inhaftiert, berichtete der britische Sender am Mittwoch unter Berufung auf entsprechende Dokumente. Die Umstände dieser Inhaftierungen in der südlichen Unruheprovinz Helmand "könnten sich als illegal erweisen", heißt es in dem Bericht. Die Anwälte von acht der in Camp Bastion festgehaltenen Afghanen teilten mit, sie hätten vor Gericht in London Beschwerde gegen die Inhaftierung eingelegt. "Unsere Mandanten werden unter Verstoß gegen britisches und internationales Recht seit acht bis 14 Monaten festgehalten, ohne offiziell beschuldigt worden zu sein und ohne Zugang zu einem Anwalt", erklärte das Anwaltsbüro Public Interest. Der englische Verteidigungsminister Philippe Hammond teilte auf Anfrage der BBC mit, in Camp Bastion seien "rund 80, 90" Afghanen inhaftiert worden. Die Inhaftierten werden laut Hammond verdächtigt, bei Bombenanschlägen geholfen und so britische Soldaten getötet zu haben. Die britische Armee darf in Afghanistan laut Hammond Verdächtige bis zu 96 Stunden lang festhalten, unter "außergewöhnlichen Umständen" jedoch auch länger. Afghanistans Präsident Hamid Karzai betrachtet die von Ausländern geführten Gefängnisse in Afghanistan als eine schwere Verletzung der nationalen Souveränität, hatte sich anders als gegenüber den USA gegenüber Großbritannien bislang nur diplomatisch geäußert.

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