Nun prüft das Bundesverfassungsgericht die Gesetze.
Klares Signal für den bedrohten Euro aus Deutschland: Nach monatelangem Ringen haben Bundestag und Bundesrat den Weg für den milliardenschweren Euro-Rettungsschirm und den Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin frei gemacht. Das Bundesverfassungsgericht kann aber noch sein Veto einlegen. Die Linksfraktion und andere Kläger wollen die Verträge in Karlsruhe stoppen. Erste Klagen gingen noch in der Nacht ein. Bis zu einer Entscheidung liegt die deutsche Ratifizierung auf Eis. Der dauerhafte Rettungsschirm ESM kann deshalb noch nicht - wie geplant - zum 1. Juli in Kraft treten.
In beiden Parlamentskammern wurde die notwendige Zweidrittel-Mehrheit klar erreicht. Im Bundestag votierten nur die gesamte Linksfraktion und einzelne Abgeordnete anderer Fraktionen - auch von Union und FDP - mit Nein. Im Bundesrat stimmten 15 von 16 Bundesländern für die Verträge, nur das von SPD und Linken regierte Brandenburg war nicht dafür. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte vor den Abstimmungen, der Bundestag mache der Welt mit seinem Votum deutlich: „Wir stehen zum Euro.“
Die Kanzlerin hatte SPD und Grüne in der vergangenen Woche mit der Zusage einer Finanztransaktionssteuer und eines Milliardenprogramms für Wachstumsimpulse auf ihre Seite gebracht. Den Bundesländern sicherte sie unter anderem zu, etwaige Strafzahlungen für sie zu übernehmen.
Der Fiskalpakt verpflichtet die Unterzeichner unter anderem, ausgeglichene Haushalte anzustreben. Ferner sollen die Staaten nationale Schuldenbremsen einführen und in ihrem Recht verankern - kontrolliert vom Europäischen Gerichtshof EuGH. Der Rettungsschirm mit einem Stammkapital von 700 Milliarden Euro soll Mitgliedsstaaten der Eurozone unterstützen, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Deutschland haftet als größter Euro-Staat mit knapp 200 Milliarden Euro.
Letzte Meldungen
- Iranisches Öl wird durchgehend exportiert
- UNO würdigt Iran angesichts der Hilfeleistung an Flüchtlinge
- Russland unterstützt Trend der Versöhnung in Afghanistan
- Englische Soldaten aus der Armee entlassen
- Ansammlung vor türkischer Botschaft in Damaskus
- Putin: Uneinigkeit mit USA über Raketenabwehrsystem besteht weiter
- Obama gibt Art und Weise von Militärhilfe an syrische Rebellen nicht an
- Ehemaliger Ermittler des US-Außenministeriums wird bedroht
- Eine Moschee in England in Brand gesetzt
- Russland hofft auf Fortführung der Verhandlungen zwischen Iran und G5+1
Sonntag, 01 Juli 2012 16:03
Karlsruhe prüft Klagen - Bundestag und Bundesrat billigen Fiskalpakt und ESM
Berlin (AFP/ IRIB) - Bundestag und Bundesrat haben dem europäischen Fiskalpakt und dem dauerhaften Rettungsschirm ESM mit den notwendigen Zweidrittelmehrheiten zugestimmt.


