Dienstag, 26 Juni 2012 15:02

EU will Iran mit der Ölwaffe in die Knie zwingen - Ölpreise steigen wieder

EU will Iran mit der Ölwaffe in die Knie zwingen - Ölpreise steigen wieder
Written by:  Lavassani
Brüssel (dpa) - Ab dem 1. Juli gilt für alle Öllieferungen aus dem Iran ein Embargo. Damit verschärft die EU, unterstützt von den USA, die Gangart im Atomkonflikt.
 
Die EU hofft, dass dieses Embargo den Iran stärker treffen wird als die europäischen Importeure von iranischem Öl und die daraus folgenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten die iranische Regierung zwingen werden, den westlichen Forderungen im Atomkonflikt nachzugeben.
Bisher ging knapp ein Viertel der 2,4 Millionen Barrel (1 Barrel = 158,9 Liter) Öl pro Tag, die der Iran exportiert, in EU-Länder. Weil dies nur 5,7 % der gesamten EU-Importe ausmachte, glauben die EU-Experten, darauf problemlos verzichten zu können. Allerdings lag der Importanteil einiger Länder - besonders Griechenlands, Italiens und Spaniens - erheblich höher. 
Als Reaktion auf das Embargo hat sich der Iran in den vergangenen Monaten mit Erfolg bemüht, den Ausfall der EU-Kundschaft durch verstärkte Lieferungen an die traditionell wichtigen Länder Asiens zu kompensieren: Allen voran China und Indien. So akzeptiert Teheran jetzt auch indische und chinesische Landeswährung als Bezahlung, um damit Waren in diesen beiden Ländern einzukaufen.
Ein spezielles Problem hat sich daraus ergeben, dass die EU den Versicherungsunternehmen verboten hat, Tanker zu versichern, die Öl aus dem Iran transportieren. Mit China und Indien  laufen derzeit Verhandlungen über anderweitige Versicherungsmöglichkeiten. Südkoreas Entscheidung, ab dem 1. Juli kein Öl mehr aus dem Iran zu importieren, basiert auf dem Fehlen von Versicherungsmöglichkeiten.
 
Nach heftigen Kursverlusten in den vergangenen Tagen sind mittlerweile die Ölpreise wieder deutlich angestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats kostete ein Barrel am Montag im Durchschnitt 88,92 Dollar, d.h. 18 Cent mehr als am Freitag. Die Opec berechnet ihren durchschnittlichen Ölpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells. Analysten der Commerzbank halten diese Trendwende für eine Reaktion auf das bevorstehende Inkrafttreten der Iran-Sanktionen.

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