Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Dienstag, 15 Mai 2012 03:04

Menschenrechtsorganisation: Nato soll sich für getötete Zivilisten in Libyen verantworten

Menschenrechtsorganisation: Nato soll sich für getötete Zivilisten in Libyen verantworten
New York(Stimme Russlands/IRIB)- Die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ hat einen Bericht über die bei den NATO-Luftangriffen getöteten Zivilisten in Libyen veröffentlicht.

Den Experten dieser Organisation zufolge seien bei den Luftangriffen mindestens 72 Menschen, darunter 20 Frauen und 24 Kinder, ums Leben gekommen. Dabei wird der NATO vorgeworfen, die Angaben zu verschweigen und eine Untersuchung der Todesfälle zu verweigern.
Zwar habe die NATO laut HRW alle nötigen Maßnahmen getroffen, um Todesfälle unter den Zivilisten zu minimieren, aber die Allianz verweigere die vollständige Auskunft und wolle keine Ermittlungen aufnehmen. In den meisten Fällen seien Luftangriffe auf Zivilbevölkerung den Aktivisten der Human Rights Watch zufolge völlig unbegründet. Fred Abrahams, HRW-Sonderberater und einer der Autoren des Berichtes, hat von einem dieser Luftangriffe erzählt.
"Die NATO hat drei dicht aneinander liegende Wohnhäuser angegriffen. Ein Haus wurde von einer Bombe getroffen. Nachbarn und Angehörige waren dabei, die Verletzten  aus den Trümmern zu helfen. Gerade zu diesem Zeitpunkt folgte ein zweiter Angriff. 18 Menschen kamen dabei ums Leben. Beim Angriff handelte es sich vermutlich um die lasergelenkte Bombe GBU-12. Die Waffe ist sehr präzise, sie wird mithilfe infraroter Technik gelenkt. Mit dieser Technologie lässt sich das Zielgebiet sehr genau beobachten. Wir wollen nun verstehen, warum gerade diese Wohnhäuser attackiert wurden. Zudem muss der Lenkschütze vor dem zweiten Angriff Menschen auf den Trümmern gesehen haben. Es kann sich somit um ein Kriegsverbrechen handeln."
Die NATO-Operation in Libyen dauerte vom März bis zum Oktober 2011 und endete mit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi, der anschließend ermordet wurde. Die Gegner der Gewaltanwendung und Invasion von ausländischen Streitkräften – zu solchen Gegnern gehörte auch Russland – hatten vor einer hohen Zahl von Opfern unter den Zivilisten gewarnt. Moskau hat mehrmals dazu aufgefordert, die Handlungen der NATO-Streitkräfte und der Aufständischen in Libyen zu untersuchen. Doch diese Forderungen bleiben bis heute unerfüllt, meint Orientalist Sergej Demidenko vom Institut für strategische Auswertungen und Analyse.
"Um die Kriegsoperation in Libyen zusammenfassen zu können, muss man zunächst die Frage „Wozu haben sie Libyen mit Krieg überzogen?“ beantworten. Es handelt sich hier um eine Heuchelei. Das ganze Land ist tatsächlich zerstört. Das Land existiert nicht mehr in seiner Ganzheit. Dabei haben sie Mitleid mit Kindern – jetzt, da alles längst vorbei ist. Wo waren die Menschenrechtler, als Tripolis bombardiert wurde, als die westlichen Truppen Untergrundkämpfer hineinließen, um dort ein Massaker anzurichten? In diesem Fall versucht man offenbar, die Kriegsaktivität des Westens zu rechtfertigen."
Eine NATO-Reaktion auf den HRW-Bericht bleibt bislang aus.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren