Freitag, 16 März 2012 16:16

Russlands Außenminister kritisiert lange Verspätung bei Reformen in Syrien

Der Umgangston wird schärfer: Der russische Aussenminister Sergei Lawrow nach einer Sitzung des Sicherheitsrates im UNO-Hauptquartier. (12. März 2012) Der Umgangston wird schärfer: Der russische Aussenminister Sergei Lawrow nach einer Sitzung des Sicherheitsrates im UNO-Hauptquartier. (12. März 2012)
Moskau.

16.03.2012(Russland.ru/IRIB)- – Russland hat den syrischen Staatschef Baschar al-Assad scharf kritisiert. Leider gebe es bei der Umsetzung von Reformen durch die Führung in Damaskus "große Verspätungen", sagte Lawrow am Mittwoch vor dem Parlament in Moskau. Bei Weitem nicht alle Empfehlungen Russlands würden umgesetzt und schon gar nicht in der gewünschten Zeit.
Zwar seien sinnvolle Gesetze auf den Weg gebracht worden, um das System zu erneuern und "pluralistischer" zu machen, doch dies sei mit "großen Verspätungen" geschehen. Russland versuche alles, um die Krise in Syrien beizulegen, sagte Lawrow. Moskau habe durchaus Einfluss auf die Regierung von Präsident Assad.
Moskau ist einer der wichtigsten Verbündeten von Damaskus. Gemeinsam mit Peking hat Moskau bereits zwei Mal die Verabschiedung einer Resolution im UN-Sicherheitsrat zur Verurteilung der gewaltsamen Unterdrückung der Proteste blockiert.
Vor dem Sicherheitsrat will der Sondergesandte Kofi Annan am Freitag erste Ergebnisse seiner Reise nach Damaskus vorstellen. Nach Diplomatenangaben wendet sich Annan dabei per Videokonferenz aus Genf an die Sicherheitsratsmitglieder. Den Angaben zufolge erhielt er bereits eine Antwort aus Damaskus zu seinen Friedensvorschlägen. Es seien aber noch Fragen offen. Ein Sprecher des syrischen Außenministeriums erklärte dagegen, sein Land habe "klar" auf die Vorschläge Annans geantwortet und seine Version zu ihrer Umsetzung dargelegt.
Angesichts der anhaltenden Gewalt warnte die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) vor möglichen 1,4 Millionen Hungernden in Syrien. Die Getreideproduktion sei seit dem Beginn des Aufstands zehn Prozent niedriger als der Durchschnitt der vorhergehenden fünf Jahre. Die Regenfälle hätten nach teilweise langen Dürreperioden spät eingesetzt und seien unregelmäßig gewesen. Außerdem hätten viele Bauern aus Sicherheitsgründen ihre Ernte nicht einbringen können.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren