03.02.2012(dpa/afp/IRIB)- Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Kuwait vom Donnerstag(gestern) hat die islamische Opposition ersten Ergebnissen zufolge erhebliche Zugewinne erzielt. Sie konnte 34 der 50 Mandate für sich verbuchen.
Auf Liberale entfielen nur zwei Sitze.
Bisher verfügte die islamische Opposition über 20 Abgeordnete. Zudem gehörten vier Frauen dem Parlament an, die bei der Neuwahl wieder antraten. Von den mehr als 400.000 Stimmberechtigten waren 54 Prozent Frauen.
Der kuwaitische Emir, Scheich Sabah al-Ahmed al-Sabah, hatte das Parlament Anfang Dezember zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren aufgelöst, nachdem sein Neffe Scheich Nasser Mohammed al-Ahmed al-Sabah wegen Korruptionsvorwürfen als Regierungschef zurückgetreten war.
In der kuwaitischen Bevölkerung wächst die Unzufriedenheit über die vornehmlich aus Angehörigen der Herrscherfamilie bestehende Regierung. Das ölreiche Land, bis 1961 britisches Protektorat, war im August 1990 vom Irak unter Staatschef Saddam Hussein überfallen und annektiert und im Februar 1991 von US-geführten internationalen Truppen befreit worden.
Nach dem irakischen Einmarsch hatte das Herrscherhaus, dessen Vermögen auf mehrere Dutzend Milliarden Dollar geschätzt wird, das kleine Land vorübergehend verlassen müssen.
Kuwait ist ein enger Verbündeter der USA und besitzt nach Schätzungen rund ein Zehntel der weltweiten Erdölreserven.
Der seit 2006 regierende Emir hatte den Thron bestiegen, nachdem sein Vorgänger Scheich Saad al-Abdallah al-Sabah abgesetzt worden war.
In dem Emirat leben etwa 1,2 Millionen Staatsbürger und rund doppelt so viele Ausländer.
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