Donnerstag, 02 Februar 2012 14:52

Ägypten: Staatstrauer - Mubarak-Anhänger sollen für Blutbad in Port Said verantwortlich sein

Tripolis (IRIB) - Nach den schweren Fußball-Krawallen mit mehr als 70 Toten in Port Said hat der regierende Militärrat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Soldaten bezogen in der Stadt Posten, um neue Unruhen zu verhindern. Demonstranten warfen der Polizei Untätigkeit vor.
Die Demonstranten versammelten sich vor der ägyptischen Rundfunk- und Fernsehanstalt und beschuldigten Anhänger des Mubarak-Regimes, für das Geschehen verantwortlich zu sein. Außerdem forderten sie die sofortige Übertragung der Regierungsmacht an Zivilisten sowie die Säuberung des Innenministeriums von weiterhin dem ehemaligen ägyptischen Regime anhängenden Mitarbeitern.
Der Chef des Militärrats, Mohammed Hussein Tantawi, versprach, dass die Verantwortlichen für die Ausschreitungen bestraft würden. Innenminister Mohammed Ibrahim sagte, es seien schon 47 Verdächtige festgenommen worden.
Auch der Provinzgouverneur und Verantwortungsträger für die Sicherheit in der Provinz Port Said wurde bereits heute vom ägyptischen Ministerpräsidenten abgesetzt. Auch der Chef des Fußball-Clubs AlMasri wurde entlassen und soll vor Gericht gestellt werden.
Die bei den kürzlich abgehaltenen Parlamentswahlen siegreiche Muslimbruderschaft äußerte den Verdacht, dass die Ausschreitungen von Anhängern des Mubarak-Regimes inszeniert worden seien. Auch die Verantwortung der Sicherheitskräfte müsse geklärt werden.
Die Massenschlägerei im Stadion der Stadt Port Said am Suezkanal hatte gestern nach dem Abpfiff eines Spiels zwischen der örtlichen Mannschaft Al-Masri und dem Kairoer Klub Al-Ahlis begonnen. Anhänger des örtlichen Klubs stürmten das Spielfeld und machten Jagd auf Spieler der gegnerischen Mannschaft. Die Gewalt kostete nach aktuellen Angaben der Regierung 71 Menschen das Leben; von den über 1000 Verletzten sind nach Darstellung des Gesundheitsministeriums noch Hunderte in Behandlung.




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