Rasmussen hatte einst dem Parlament versichert, doch in dem Rapport, den der zuständige Parlamentsausschuss erhielt, waren alle diskreditierenden Passagen geschwärzt.
So wurde erst jetzt bekannt, dass zumindest ein Gefangener, den die Dänen der irakischen Polizei übergaben, in deren Obhut ums Leben kam; dass anderen dort die Knochen gebrochen, die Zähne eingeschlagen und sie mit Zigaretten verbrannt wurden; und dass die dänische Aufsicht nicht nur hoffnungslos unterbesetzt war, sondern auch keine Chance bekam, mit Häftlingen ohne irakische Aufpasser zu sprechen.
Dies geht aus einer Untersuchung hervor, über die Armeechef Knud Bartels Verteidigungsminister Nick Hækkerup informierte. Dass der Inhalt bekannt wurde, hat mit dem Machtwechsel im September zu tun: Bis dahin hatte die Mitte-rechts-Mehrheit sich Versuchen widersetzt, die Rechtsgrundlage der Kriegsteilnahme zu prüfen und Übergriffe zu untersuchen. Unter der Mitte-links-Regierung wird das heikle Thema nun aufgerollt.
Ex-Premier Rasmussen habe sich „grober Irreführung“ des Parlaments schuldig gemacht, sagt der neue Außenminister Villy Søvndahl. Kommt auch die Untersuchungskommission zu diesem Schluss, droht Rasmussen eine Anklage vor dem Sondergericht für Amtsmissbrauch.



