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Dienstag, 13 September 2011 15:53

Neue Verbündete gegen Israel und für Palästina

Neue Verbündete gegen Israel und für Palästina
Bisher ist Israel immer recht gut mit seiner Politik gegen die Forderungen der Palästinenser und Araber und gegen internationale Bestimmungen durchgekommen.

 Doch langsam dreht sich der Wind und auch Israel muss wohl umdenken. Zum einen stellt sich in Ägypten immer deutlicher heraus, dass der Frieden, so wie ihn Israel mit Mubarak unterzeichnete, wohl nicht mehr aufrechterhalten werden kann.

Die Ägypter wollen zwar nicht durchweg die Eskalation mit Israel, sie lehnen aber die israelische Politik ab und kritisieren vor allem das ignorante, gewaltsame Vorgehen des Nachbarn, dass vor einem Monat fünf ägyptischen Soldaten das Leben kostete. Eine angemessene Entschuldigung kam bisher nicht.

Komisch, dass man sich entsetzt, wenn man Bilder aus Kairo sieht, in denen aufgebrachte Ägypter vor der israelischen Botschaft demonstrieren, aber keinerlei Empörung zeigt, dass Israel fünf Ägypter tötet. Man kann nicht mit solch unterschiedlichem Maß messen und Recht sprechen wollen.

Wohin das führt wurde allen am vergangenen Wochenende deutlich gezeigt, als es vor der israelischen Botschaft zu Randalen kam, in deren Verlauf drei Menschen starben, über vierhundert verletzt wurden und israelische Diplomaten ausreisen mussten.

Die Regierung in Kairo wurde dazu aufgerufen, die israelischen Botschaftsmitarbeiter und die Botschaft zu schützen. AM lautesten meldete sich hier erneut Amerika, wohl auch zu Recht. Immerhin fließen noch immer erhebliche Beträge in die Kassen des Militärs.

Auch von der Türkei weht ein rauer Wind, der teilweise sogar Orkanstärke erreichen dürfte. Obwohl man irgendwie versuchte aus der Krise herauszukommen, die durch die Vorfälle auf der Mavi Marmara vor etwas über einem Jahr ausgelöst wurde, gelang dies nicht.

Ein UNO-Bericht, der Anfang des Jahres veröffentlicht wurde und Israel zwar Recht zusprach, das Vorgehen aber dennoch als unverhältnismäßig erklärte, schürte die Auseinandersetzungen zwischen der Türkei und Israel erneut. Die Türkei verlangt bis heute eine offizielle Entschuldigung und Entschädigungszahlungen für die Hinterbliebenen, die auf der Mavi Marmara ums Leben kamen.

Zwar hielt sich die Türkei bei einer im Juni gestarteten Hilfsflotte raus, kündigte jetzt aber an, sich wieder an Hilfsflotten zu beteiligen und diese sogar, wenn es notwendig wird, mit Kriegsschiffen zu schützen. Es ist also alles andere als eine Entspannung des Verhältnisses zwischen der Türkei und Israel zu erkennen.

Umso weniger verwundert es, dass sich die Türkei nun ganz eindeutig auf die Seite der Palästinenser stellt und einen Antrag auf Vollmitgliedschaft in der UNO unterstützt. Ob diese Positionierung nur aus reiner Nächstenliebe geschieht, muss zwar bezweifelt werden, aber immerhin eine Entscheidung, die den Palästinensern entgegenkommt.

Kurz vor Erdogans Reise nach Ägypten bekräftigte die Türkei noch einmal ihren Standpunkt gegenüber den Palästinensern und unterstrich die Ablehnung des israelischen Militäreinsatzes gegen die Gaza-Hilfsflotte vor einem Jahr.

Cleverer Schachzug, denn so dürfte sich Erdogan in Ägypten Freunde machen und genau das ist, was er will und braucht. Nachdem die Beziehungen zu Syrien dank Haltung der Türkei und der Unruhen in Syrien auf dem Nullpunkt ankamen und die Lage im Irak noch immer nicht so stabil ist, wie man das für gute Wirtschaftskontakte und politische Beziehungen braucht, orientiert sich die Türkei nun an Ägypten, mit der Hoffnung, dort ihren Einfluss ausbauen zu können.

Die Türkei unter Erdogan bemüht sich, die Region des Nahen Ostens nach dem Arabischen Frühling als Partner sichern zu können, immerhin schlummern sicher noch immer die alten Vorstellungen und Wünsche ein Neo-Osmanisches Reich zu errichten, zwar unter anderen Bestimmungen, aber mit Einfluss der Türkei in der Region. Da die Türkei die Entwicklungen in Ägypten gut beobachtet und sich ähnlich zu Israel positioniert wie Ägypten, ließ sich der Schritt der Türkei, sich an Ägypten anzunähern, an einer Hand abzählen.

Wie sich die Lage und Stellung Israels in der Region weiter entwickeln wird ist fraglich. Man kann aber davon ausgehen, dass es mehr isoliert wird, denn immerhin stellt sich die israelische Regierung gegen die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates. Dass das keine Freunde bringt, dürfte klar sein, scheint aber manchen westlichen Regierungen auch egal sein, die ebenfalls gegen ein unabhängiges Palästina ohne sinnlose und nichts bringende Verhandlungen stimmen werden oder ihr Veto einlegen.

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