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Mittwoch, 23 Februar 2011 15:36

Kirche lädt Sarrazin aus

Kirche lädt Sarrazin aus
Zwei Pfarrer in Halberstadt in Sachsen-Anhalt hatten Thilo Sarrazin zu einer Diskussion eingeladen. Sehr zur Freude der NPD. Jetzt hat die Kirche die Veranstaltung kurzfristig abgesagt.
BERLIN( taz)- Die Evangelische Kirche in Halberstadt hat den umstrittenen Diskussionsabend mit Thilo Sarrazin im Halberst√§dter Dom am Donnerstagabend √ľberraschend doch noch abgesagt. Pfarrer Harald Kunze, der Sarrazin zur gro√üen Freude der NPD mitten im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt in sein Kirchspiel eingeladen hatte, war zun√§chst nicht f√ľr eine Stellungnahme zu erreichen.

Die NPD hatte zuvor angek√ľndigt, die Lesung f√ľr ihren Wahlkampf auszunutzen und den "Wahlkampfhelfer Thilo Sarrazin" pers√∂nlich mit einer Kundgebung auf dem Domplatz begr√ľ√üen zu wollen. Motto: "Wir wissen: Sarrazin hat Recht!" Daraufhin riefen emp√∂rte Christen aus Halberstadt zum offenen Protest. Sie wollten vor dem Dom "Gesicht zeigen" - gegen die NPD, aber auch gegen die Kirchenveranstaltung mit Sarrazin.

Das Christliche Aktionsb√ľndnis "Kein Podium f√ľr Sarrazin in der Kirche" aus Halberstadt warnte, die Thesen Sarrazins zur Intelligenz bestimmter Menschengruppen widerspr√§chen dem "christlichen und biblischen Menschenbild, nach dem jeder einzelne Mensch als Ebenbild Gottes ein unverwechselbares Individuum ist". Christian Liebchen von der "Arbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus" begr√ľ√üte die Absage. Er bedauerte aber, dass sie erst einen Tag vor der geplanten Diskussionsrunde komme - und damit viel zu sp√§t.

Intern liefen seit Januar Gespr√§che mit den Halberst√§tdter Pfarrern. Unter anderem hatte der Kreiskirchenrat sie aufgefordert, die Veranstaltung wenigstens zu verschieben, damit die NPD daraus keinen Profit f√ľr die Landtagswahl ziehen k√∂nne. Auch die Magdeburger Bisch√∂fin Ilse Junkermann kritisierte in der taz die Einladung an Sarrazin. Allerdings zeigte sie sich zugleich machtlos: Die Kirchenleitung k√∂nne die Veranstaltung nicht verbieten. Denn das Hausrecht h√§tten die Pfarrer vor Ort.

 

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