Pjöngjang (Die Presse/IRIB)- Es soll ein historisches Ereignis für Nordkorea werden, auf dem der kränkelnde Herrscher Kim Jong-il sein politisches Erbe regeln will: Zum ersten Mal seit 44 Jahren sind die Delegierten der Arbeiterpartei zu einer Parteikonferenz in die Hauptstadt Pjöngjang zusammengerufen worden.
Bei der letzten Konferenz im Oktober 1966 hatte Staatsgründer Kim Il-sung seinen heute herrschenden Sohn der Öffentlichkeit als Nachfolger vorgestellt. So wollen die Gerüchte nicht verstummen, dass Kims dritter Sohn, Jong-un, 27, auf einen hohen Posten gehievt und damit die Dynastie in dritter Generation fortgesetzt wird.
Wie üblich bei politischen Veranstaltungen im geheimniskrämerischen Pjöngjang gab es bis Montagabend noch keine Bestätigung, ob das Treffen bereits eröffnet wurde oder heute, Dienstag, beginnen soll. Die wichtigste Zeitung des Landes, „Rodong Sinmun“, verriet auch nichts über die Tagesordnung. Sie teilte aber mit, dass ein „bedeutendes Kapitel in der Geschichte unserer Partei“ geschrieben werde. „Die Herzen der 24 Millionen Nordkoreaner erwärmen sich voller Freude und Glück in Erwartung der revolutionären, festlichen Gelegenheit“, so das staatliche Blatt.