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Mittwoch, 30 September 2015 03:27

Gespräch mit einem Zeugen der Katastrophe in Mena

Gespräch mit einem Zeugen der Katastrophe in Mena
Ein iranischer Hadsch-Pilger berichtet über das von ihm erlebte Geschehen bei der großen Tragödie in Mena:  

"Ich war sehr müde, erschöpft, ich saß im Rollstuhl.  Soldaten neben mir unterhielten sich auf Arabisch, in meiner Anwesenheit sagten sie zueinander: "Wenn sie (die Toten) Iraner sind, lass sie sterben." Das ist doch sehr bedauerlich. Die Toten lagen übereinander gestapelt. Es gab darunter auch Menschen, die noch atmeten, sie lagen aber unter den Toten. Zwei bis drei Schichten von Toten lagen übereinander. Ich war etwa zwei Stunden dort.
Es gab Pilger aus anderen Ländern, zum Beispiel aus Marokko, die mich in ihr Zelt eingeladen haben, um mich etwas auszuruhen. Ich saß  im Rollstuhl, sie halfen mir ins Zelt, gaben mir kühles Wasser zum Trinken. Ich konnte mich dort etwas erfrischen und blieb dort bis zum Nachmittaggebet.  

Journalist: Was ist Ihrer Ansicht nach die Unglücksursache?

Hadsch-Pilger: Ich glaube, ein Grund war, dass der Hinweg zum Dschamarat (zur symbolischen Teufelssteinigung) gesperrt war. Ich habe aber gehört, dass manche Hadschis (Pilger) diesen Weg benutzt haben. Vielleicht wurde der Weg später freigegeben! Also, Ursachen waren, erstens, dass der Weg zum Dschamarat gesperrt war, und zweitens, dass man mitten in der Menschenmenge nicht weiterkam. Man konnte die Strecke auch nicht zurücklaufen. Für einen Menschen wie mich im Rollstuhl, war es total unmöglich. Man konnte weder weiterlaufen noch zurücklaufen. Hunderttausende Menschen liefen, und da kam es zu dieser großen Tragödie.

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