Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Samstag, 04 April 2015 02:54

Papst wäscht 12 Häftlingen und Kleinkind die Füße

Die Geste soll Demut bekunden, wie sie Jesus seinen Jüngern erwiesen haben soll: Papst Franziskus hat in diesem Jahr das römische Gefängnis Rebibbia für die Zeremonie ausgewählt. Die Geste soll Demut bekunden, wie sie Jesus seinen Jüngern erwiesen haben soll: Papst Franziskus hat in diesem Jahr das römische Gefängnis Rebibbia für die Zeremonie ausgewählt.
Rom - Papst Franziskus hat zur traditionellen Abendmahlmesse an Gründonnerstag zwölf Häftlingen und einem Kleinkind die Füße gewaschen.

Bei der Zeremonie in der Haftanstalt Rebibbia in Rom, in der auch der frühere Papst-Attentäter Ali Agca einsaß, wiederholte Franziskus die Demutsgeste von Jesus gegenüber seinen Jüngern. "Jesus hat sich zum Sklaven gemacht, um uns zu dienen, uns zu heilen, uns zu waschen", sagte er während der Feier in der Kapelle von Roms größtem Gefängnis, an der je 150 männliche und weibliche Gefangene teilnahmen.

Ohne seine Kopfbedeckung kniete der 78-Jährige nieder, übergoss die Füße der zwölf ausgewählten Männer und Frauen mit Wasser, trocknete sie mit einem Handtuch und küsste sie. Spontan wusch er auch die Füße eines zweijährigen Kindes, das eine der Frauen auf ihren Knien hielt. Stellvertretend für die weiblichen Häftlinge waren für die Fußwaschung zwei Nigerianerinnen, zwei Italienerinnen sowie jeweils eine Frau aus Ecuador und dem Kongo ausgewählt worden, die sechs männlichen Häftlinge kamen aus Italien, Brasilien und Nigeria.

"Wenn Jesus uns die Füße wäscht, dann wäscht er uns ganz, er reinigt uns. Auch ich habe es nötig, vom Herrn gewaschen zu werden", fuhr der Papst in seiner kurzen Ansprache fort. Nach der Überlieferung hatte Jesus beim letzten Abendmahl vor seiner Kreuzigung seinen Aposteln die Füße gewaschen.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte schon kurz nach seiner Wahl im Jahr 2013 die Abendmahlmesse in einem Jugendgefängnis am Stadtrand von Rom gefeiert und zwölf Häftlingen die Füße gewaschen. Im Jahr darauf wusch er an Gründonnerstag zwölf Obdachlosen die Füße, darunter einem Muslim.

Mit seiner unkonventionellen Art kommt der aus Argentinien stammende Nachfolger von Benedikt XVI. offenbar gut bei den Deutschen an: In einer Umfrage des ARD-DeutschlandTrends vom vergangenen Montag und Dienstag waren 75 Prozent zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden mit seiner Amtsführung, nur zehn Prozent waren weniger oder gar nicht zufrieden.

Mit dem Wirken seines Vorgängers waren im Februar 2013 lediglich 52 Prozent zufrieden. Von den Katholiken unter den 1001 Befragten waren sogar 88 Prozent mit dem derzeitigen Papst zufrieden, sechs Prozent waren es nicht.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren