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Montag, 04 August 2014 15:57

"Islamischer Staat" erobert Iraks größten Stausee und vertreibt Kurden

Ein Bild des Staudamms aus dem Jahr 2007 Ein Bild des Staudamms aus dem Jahr 2007
Bagdad (dpa/Reuters/fas) - Die Terrororganisation "Islamischer Staat" hat innerhalb weniger Tage drei Städte im Nordirak sowie Iraks größten Stausee erobert. Damit geraten die Kurden in der Autonomen Region Kurdistan erheblich unter Druck, berichteten Augenzeugen und Vertreter der kurdischen Verwaltung am Sonntag.

Es handelt sich dabei um die Städte Sumar, Sindschar und Wana sowie das Salah-Ölfeld und eine benachbarte Raffinerie. Mit der Kontrolle über die Mosul-Talsperre sind die Terroristen in der Lage, Millionenstädte wie Mosul unter Wasser zu setzen. Ohnehin befindet sich der 1986 fertiggestellte Stausee seit Jahren in schlechtem baulichem Zustand. Experten der US-Armee bezeichneten den Damm 2006 als "gefährlichsten der Welt".

Der "Islamische Staat" berichtete, zahlreiche kurdische Kämpfer getötet und neben den genannten Städten auch zwölf Dörfer erobert zu haben. In Sumar sollen sie auf Gebäuden die schwarze Flagge des Islamischen Staates gehißt haben. In anderen eroberten Städten folgten auf dieses Ritual Massenhinrichtungen und die Anordnung rigider Verhaltensvorschriften. Gegenwärtig stehen die Terroristen rund 100 Kilometer vor Bagdad und drohen, auch die Hauptstadt einzunehmen.

Die früher als ISIS bekannte Bewegung "Islamischer Staat" hatte im Juni den Norden des Irak im Handstreich unter ihre Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen.

Die Kurden der Autonomen Kurdenregion im Norden des Irak appellieren seit Monaten an die USA, ihnen Waffen zu liefern, um sich gegen die Kämpfer des "Islamischen Staats" zur Wehr setzen zu können.

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