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Sonntag, 20 April 2014 06:06

Iranische Olivenbäume - ein genetischer Schatz

Olivenbäume sind begehrter als Diamanten Olivenbäume sind begehrter als Diamanten
Written by:  lavassani
  Ölbäume prägen das Bild der Mittelmeerländer. Die besonders widerstandsfähigen Arten stammen aus dem Iran und wurden dort bereits vor tausenden von Jahren kultiviert.
 
(Diemut Klärner)  Die Olivenernte konzentriert sich traditionell auf Länder rund ums Mittelmeer. Doch wenn es um die genetische Vielfalt des Ölbaums geht, steht offenbar Iran an erster Stelle. Das haben iranische und italienische Wissenschaftler herausgefunden. Im östlichen Mittelmeergebiet wurde der Ölbaum schon vor mehr als fünftausend Jahren in Kultur genommen. Dass er seit mindestens viertausend Jahren auch in Iran angepflanzt wird, lässt sich aus einschlägigen Überresten von Blütenstaub schließen. Das zehnte und elfte Jahrhundert war dort schließlich die Blütezeit des Olivenanbaus.

Mittlerweile werden Ölbäume zwar fast nur noch in der Region am Kaspischen Meer kultiviert, aber auch westlich und südlich davon wachsen mancherorts noch etliche Exemplare. Diese verstreuten Relikte eines einst weitverbreiteten Olivenanbaus haben die Biologen um Mehdi Hosseini-Mazinani vom National Institute of Genetic Engineering and Biotechnology in Teheran und Roberto Mariotti vom Institute of Biosciences and Bioresources in Perugiain in ihre molekulargenetischen Analysen einbezogen.

Wie die Forscher in der Online-Zeitschrift Plos One berichten, erwiesen sich die Ölbäume in Iran zwar als eng verwandt mit jenen im Mittelmeergebiet, fast alle gehören aber zu einer separaten Entwicklungslinie. Außerdem sind die untersuchten Exemplare in ihrer genetischen Ausstattung weitaus variantenreicher als ihre mediterrane Verwandtschaft.

Was in ihren Genen steckt, lässt ihre Herkunft erahnen: Viele müssen mit langen Dürrezeiten zurechtkommen, mit jährlich weniger als 300 Millimeter an Niederschlägen, und einige wachsen sogar unter klimatischen Bedingungen, die für Ölbäume eigentlich als unzumutbar gelten: Entweder stammen sie aus den kältesten Provinzen, wo die Temperatur im Winter bis auf minus acht Grad sinken kann, oder aus den heißesten Regionen, wo es im Sommer bis zu 46 Grad heiß wird. Derart hart im Nehmen, bieten diese Ölbäume die Chance, widerstandfähige Sorten zu züchten, die auch dem drohenden Klimawandel trotzen könnten.

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