Samstag, 10 Dezember 2011 03:38

Jalal ad-Din Rumis Beitrag zur persischen Literatur

"Von Balkh nach Konya - Jalal ad-Din Rumis Beitrag zur persischen Literatur" -unter diesem Titel wird am 18. und 19. Dezember in Teheran eine internationale Konferenz stattfinden, an der neben namhaften iranischen Wissenschaftlern Experten aus den USA, Kanada, der Türkei und aus Kasachstan teilnehmen werden.

Veranstalter der Konferenz ist das Zentrum für die Gro?e Islamische Enzyklop?die.

Der gro?e Mystiker und Dichter Rumi wurde 1207 in Balkh (heute Afghanistan) geboren. 1218 zwang der herannahende Mongolensturm Rumis Vater, dem Gelehrten Baha ad-Din, und seine Familie, Balkh zu verlassen. Auf der Pilgerreise nach Mekka begegneten sie in Naischapur Farid od-Din Attar, dem gro?en Dichter mystischer Erz?hlungen. Von Mekka zog die Familie weiter nach Anatolien, einer zur Zeit der türkischen Seldschuken-Herrschaft aufstrebenden und friedlichen Region. 1228 lie?en sie sich in Konya nieder. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Rumi dessen Lehrstuhl an der Universit?t (Madrasa). Mit seinem Sufi-Lehrer reiste er nach Aleppo und Damaskus und wurde früh ein renommierter Gelehrter. Doch 1244 nahm sein Leben durch die Begegnung mit dem Sufi Schams-e Tabrizi eine radikale Wendung. Die spirituelle Bindung zwischen beiden war au?erordentlich eng, doch nach einiger Zeit verschwand Schams-e Tabrizi spurlos (man vermutet, dass er ermordet wurde). Verzweiflung und Sehnsucht nach dem Freund inspirierten Rumi zu seiner bis heute im Iran wie in der Türkei und in arabischsprachigen L?ndern lebendigen Dichtung. Er starb am 17.12.1273; sein Mausoleum wurde zum Wahrzeichen von Konya, das allj?hrlich tausende Anh?nger des von ihm begründeten Sufi-Ordens und Besucher anzieht.

Rumis Hauptwerke sind das 25.700 Verszeilen umfassende Mathnawi, sein noch umfangreicherer Diwan-e Schams-e Tabrizi, der in den drei?ig Jahren zwischen dem Verschwinden von Schams und Rumis Tod entstand, sowie die Vortragssammlung Fihi ma Fihi (Uber das Sein und nicht Sein).

In Deutschland hat vor allem die Islamwissenschaftlerin Annemarie Schimmel (1922-2003) mit ihren kongenialen Ubersetzungen und Interpretationen zur Verbreitung von Rumis Poesie und mystischen Lehre beigetragen.

Annemarie Schimmel: Rumi: Ich bin Wind und du bist Feuer: Leben und Werk des gro?en Mystikers. München 2003

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