Nachrichten http://german.irib.ir Wed, 23 Aug 2017 21:19:56 +0000 de-de Mit uns durch Iran – 188 http://german.irib.ir/nachrichten/item/297986-mit-uns-durch-iran-–-188 http://german.irib.ir/nachrichten/item/297986-mit-uns-durch-iran-–-188 Im Namen des barmherzigen Gottes. Seien Sie gegrüßt liebe Hörer Freunde.

Die Forschung in der Geschichte von alten Städten und besonders iranischen nach dem Islam zeigt, welche Rolle die Plätze neben anderen Stadtelementen gespielt haben. Die Stadt Teheran verfügt über zahlreiche solche Plätze. Manche Plätze wie der Azadi-Platz weisen deutliche Züge der iranisch-islamischen Architektur auf; sie repräsentieren zugleich die zeitgenössische architektonische Identität Teherans. Andere Plätze mit historischer Reichweite haben im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche geschichtliche, soziale und politische Ereignisse miterlebt. Unter diesen Plätzen haben wir den Baharestan ausgesucht, um ihn Ihnen vorzustellen

Würden die Gebäude auf dem Baharestan-Platz reden können, hätten sie den Platz als einen er erinnerungsreichsten und spektakulärsten Plätze Teherans vorgestellt. Baharestan wurde zurzeit von Fatah Ali Schah Kadschar gebaut. Hier wurden große Zeremonien wie die Opferung von Kamelen am Opferfest veranstaltet. In ihrer neuen Form geht die Geschichte des Platzes auf Nasseredin Schah zurück. Der damalige Kanzler, Mirza Hossein Khan Sepahsalar, wies den Bau von Platz und Palast Baharestan an. Nach der konstitutionellen Revolution wurde das Nationalparlament dorthin verlegt. Dieses Gebäude befindet sich heute im östlichen Teil des Platzes. Die Sepahsalar-Schule und Moschee liegen auf der südöstlichen Flanke. Sie wurden 1880 gebaut und haben den Platz erheblich aufgewertet.

Der Platz erinnert an historische Ereignisse, an denen er selbst gewissermaßen beteiligt gewesen ist. Z. B. wurde das Parlamentsgebäude vom russischen Kolonel Liachov mit Artillerie beschossen, später nahm von hier aus der Putsch 1943 seinen Lauf. Die Bürger setzten sich auf diesem Platz gegen die Putschisten zur Wehr. Beim Sieg der Islamischen Revolution spielte der Platz ebenfalls eine besondere Rolle, u.a. fanden hier 100 Demonstranten den Märtyrertod. Das Militärregime, der Ausnahmezustand, die Rufe der Teheraner Bürger und tausende andere Ereignisse liegen noch in den Erinnerungen der Menschen.

Die Sepahsalar-Moschee und die Parlamentsbibliothek sind von besonderer Bedeutung, auch für den gesamten Platz, möchten wir diese zwei Bauwerke etwas näher betrachten.

Das Gebäude der Sepahsalar-Moschee wurde 1878 in Angriff genommen. Es besteht aus einer Vorhalle und einem Eingang, einem Gang, einem zweistöckigem Haus, den Räumlichkeiten bzw. Zimmern, vier Terrassen, einer großen Kuppel und einem Hof, dem Tschehelsotun, acht  Minaretten und einem  Minarett mit Kachelarbeiten sowie einer Bibliothek. Das Haupttor und der Eingang der Schule öffnen sich auf die Baherastan-Straße. Auf der östlichen Seite geht eine Tür zur Moschee und Schule. Der Gang zum Haupthof ist ein Meisterwerk der iranisch-islamischen Architektur und Kachelarbeit, bekannt als Haft Kase oder Tagh Moalagh. Die Säulen sind aus einem Felsen herausgehauen worden.

Die Schule zählt zu den größten religiösen Schulen in Teheran; sie ist 62 m lang und 61 m breit. Im Hof ist ein Garten mit Bäumen und einer großen Fontäne angelegt worden. Insgesamt wurden 60 Zimmer vorgesehen; die Kuppel ist 37 m hoch und von innen vollständig mit Kacheln bearbeitet. Der winterliche Innenhof besteht aus einem großen Saal, in dem 44 Säulen nach oben ragen. Je vier Säulen tragen ein rundes Kuppeldach mit hervorragender Stuckarbeit, die in verschiedenen Teilen des Gesamtdaches sehr abwechslungsreich und vielfältig in den Mustern ist; in jeder Kuppel ist zudem ein Name Gottes eingraviert worden: Der Barmherzige, der Geduldige, der Erhabene, der Siegreiche usw. Das Sepahsalahr-Bauwerk hat insgesamt acht Minarette, die alle mit Kacheln verziert sind.

Die "Sepahsalar-Moschee-, und Schule" haben wiederholt die Namen gewechselt: sie wurden schon Nasseriyeh, Maaghul und Manghul Fakultät, Schahid Modares und Schahid Motahari genannt. Heute nennt sich die wissenschaftliche und religiöse Schule die Hochschule Schahid Motahari und nimmt im Bachelor, Master und zur Promotion Studenten auf. Die Hochschule verfügt zudem über eine wissenschaftliche Aufsichtsfunktion, über zahlreiche Oberschulen in Teheran und anderen Städten. Sie verfügt über eine zentrale Bibliothek und ein Archiv. In der Bibliothek werden wertvolle und seltene Handschriften sowie besondere lithografische Werke aufbewahrt. Sie behandeln Wissenschaften, islamische Lehren und Technologie bei den Muslimen.

In der Bibliothek stehen die Computer-Abteilung, Mediathek, Archiv für handschriftliche Werke, Druckwerke, Lithografien und die Filmtheke zur Verfügung. In der Filmtheke werden Mikrofilme von Originalwerken angefertigt; das betrifft sowohl berühmte Werke in den eigenen Beständen als auch hunderte Mikrofilme von anderen bekannten Bibliotheken der Welt wie die Ahmadiyeh in Syrien, die öffentliche Bibliothek von Marokko, Soleymanieh in der Türkei, Universitätsbibliothek von Harvard in den USA, Khosrwo-Beyg Jugoslawien und viele andere Bibliotheken weltweit.

Neben der Schahid-Motahari-Hochschule und Moschee befindet sich das Museum und Dokumentenarchiv des Parlaments. Sie genießt weltweit hohen Bekanntheitsgrad. Sie wurde nach Sieg der konstitutionellen Revolution 1888 neben dem Parlament gebaut. Der Abgeordnete Keykhosrow Schahrokh und einige andere politische Persönlichkeiten haben sich für den Ausbau der Anlage eingesetzt, so dass sie 1923 als erste offizielle Bibliothek in Iran selbstständig arbeiten konnte. Seit damals hat sich die Parlamentsbibliothek als wissenschaftliches und kulturelles Zentrum etablieren können; dabei hat sie nicht nur die wissenschaftlichen Bedürfnisse der Judikative decken können, sondern auch stets berühmte Forscher aus In- und Ausland bedienen dürfen; dort  haben auch Studenten und Professoren sowie die Bürger Zugang zu dieser Anlage.

1996 wurde die Bibliothek reorganisiert und bekam eine neue Satzung. Sie wurde in Bibliothek, Museum und Archivzentrum des Islamischen Parlaments umbenannt und von einem Verwaltungsrat mit dem Parlamentspräsidenten als Vorsitz geführt.

Die Bibliothek selbst besteht aus zwei Teilen: Bibliothek Nr. 1, in dem allgemeinere Themen ausgestellt sind und die sich am Baharestan-Platz neben dem Parlamentsgebäude befindet. Nr. 2 ist eine Fachbibliothek für Iranistik, Islamkunde und Orientalismus; sie liegt neben dem Marmor-Palast im Museumsgebäude des Parlaments in der Imam-Khomeini-Straße.

Ein Großteil des Bestands der Parlamentsbibliothek sind Geschenke von politischen und kulturellen Persönlichkeiten, Autoren und Verlegern, Orientalisten und wissenschaftlichen Kreisen im In- und Ausland, die damit ihr Interesse und Liebe bekundeten.

Die Bibliothek verfügt über 22000 handschriftliche Werke und etwa 200.000 gedruckte Werke; zudem verfügt sie über einen großen und einzigartigen Bestand an verschiedenen Zeitschriften von den Anfängen der Kadscharen bis heute, der als Nationalschatz Irans bekannt ist.

Unter den Handschriften stößt man auf sehr alte und einzigartige Werke, z.B. einen Koran in Kufi-Schrift aus dem 3. oder 4. Jahrhundert oder das Lehrwerk Honain von ibn Ishagh von Ibn bi Sadegh Neyschaburi und Al-Tafhim Biruni aus dem 5. und 6. Jahrhundert nach Hedschra.

Neben den Druckwerken und Handschriften in Persisch oder anderen Sprachen verfügt die Bibliothek über ein Dokumentenarchiv, Zeitschriften, Mikrofilmabteilung und Computer-Scans, Pathologie, Informationsabteilung, Forschungs- und Ausbildungszentrum und ein Museum.

Die Zeitschriftenabteilung umfasst Werke aus der Nasseri-Zeit bis heute: etwa 25000 Zeitschriften in 5000 Titeln stehen Forschern zur Verfügung. Das Archiv ist ebenfalls ein angesehener Teil der Bibliothek. Inhaltlich aufgeteilt in drei Gruppen; hier  werden  historische und nationale Dokumente, Dokumente und Veröffentlichungen der UNO und internationale Gremien und Film- und Hörmaterial aufbewahrt. Das Nationalarchiv umfasst über 12 Mio. alte Dokumente, hauptsächlich aus der konstitutionellen Zeit,  und gilt als wertvolle Sammlung. Publikationen der Vereinten Nationen sowie das Film- und Hörmaterialarchiv sind ebenfalls reich ausgestattet und sehr wertvoll. Das Letztere umfasst sehr alte und wertvolle Bilder, Karten, Filme und Hörmaterial.

Damit beenden wir nun die Sendung heute und verabschieden uns bis nächste Woche.

 

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Nachrichten Wed, 02 Nov 2016 07:16:32 +0000
Mit uns durch Iran-187 http://german.irib.ir/nachrichten/item/297963-mit-uns-durch-iran-187 http://german.irib.ir/nachrichten/item/297963-mit-uns-durch-iran-187 Im Namen Gottes. Sie hören eine weitere Folge aus unserem Reisejournal „Mit uns durch Iran“. Heute möchten wir Sie zum Museumspalast Golestan einladen, ein historisches Bauwerk begleitet von einer lehrhaften Geschichte und einem wertvollen künstlerischen und kulturellen Erbe Irans.

Der Palast ist stiller Zeuge unzähliger Ereignisse und unverhüllter Geheimnisse aus den vergangenen zwei Jahrhunderten Geschichte dieses Landes. Bei der 37. Jährlichen Sitzung des Komitees für Kulturerbe bei der UNESCO, die am 23. Juni 2013 in Kambodscha stattfand, wurde der Golestan-Palast als Weltkulturerbe registriert. Heute funktioniert der Palast als Museum, ein lebendiger Zeuge von wichtigsten historischen Ereignissen in Iran; jährlichen strömen Touristen aus ganz Iran und dem Ausland zum Palast.

Der einzigartige Palast-Komplex zählt zu den wichtigen historischen und kulturellen Werken Irans, auf etwa 4.5 Hektar Land am Platz 15. Khordad im Stadtzentrum erlebte der nun vier  Jahrhunderte alte Komplex unterschiedliche Dynastien und Herrscher und birgt einen wichtigen Teil der Geschichte des Landes in sich. Der Golestan Palastkomplex ist ja eigentlich ein Teil des historischen Args von Teheran, der erhalten geblieben ist und einst wie ein Juwel in der Anlage glänzte.

Das historische Arg von Teheran geht auf die Zeit der Safawiden und Schah Tahmasb I.  zurück. Das Arg bzw. Zitadelle wurde von Karim Khan Zand restauriert und unter den Kadscharen als Hof und Residenz von Kadscharen Könige genutzt. Nasseredin Schah hat während seiner Herrschaftszeit große Änderungen dort vorgenommen. Bei den Pahlawis diente der Palast als Residenz ausländischer Gäste und Präsidenten sowie als Austragungsort offizieller Zeremonien. Leider wurden Teile des Palastes aus unerklärlichen Gründen zerstört. Die Gebäude im Komplex stammen aus unterschiedlichen Zeiten. Der Komplex hat seinen Namen vom Golestan-Saal im äußeren Vorplatz erhalten. Nach dem Sieg der Islamischen Revolution wurde der Komplex, wie andere königliche Gebäude auch, in ein Museum umgestellt, so dass er der Öffentlichkeit zugänglich wurde und die Menschen die Kunst iranischer Handwerker und Künstler dort bestaunen können.

Die einzigartigen Kunst- und Kulturwerke in diesem großen Komplex suchen wahrlich ihresgleichen. Die Sehenswürdigkeiten im Golestan-Komplex sind wahrhaft lehrreich und belehrend. Über 80.000 historische Werke und Gegenstände sowie 500.000 Seiten historische Dokumente und 50.000 Fotos aus der Zeit der Kadscharen werden in Golestan aufbewahrt. Daneben präsentieren die historischen Bauwerke im Komplex ihre architektonische Pracht, darunter der Iwan mit dem Marmor-Thron, der Spiegel-Saal, der Salam-Saal, das Berelian-Gebäude, das Windfänger-Gebäude, Das Bassin-Gebäude, der Weiße Palast und das Schams-ul Emareh. Auf dem Iwan mit dem Marmor-Thron wurden Audienzen und die offiziellen Feierlichkeiten abgehalten.

Der künstlerische Geist der Iraner inspirierte hier die Architektur, Malerei, Steinhauerei, Kachelarbeit, Stuckarbeit, Spiegelarbeit und Holzarbeiten. Es entstand ein königliches Gebäude, das man wohl selten woanders antreffen kann.

Der Iwan stammt aus der Zeit der Zand-Dynastie. 1760 ließ Karim Khan Zand den Iwan bauen. Er ist neben den Innengemächern von Karim-khan der älteste Teil des Palastes.

Der Spiegel-Saal ist das Ergebnis von jahrelanger Arbeit iranischer Künstler; Männer, die in langwieriger und schwieriger Handarbeit kleine Spiegel in geometrischen Formen nebeneinander reihten. Es ist das Symbol des Leidens der Menschen und ihre Ausbeutung durch die Könige. Der Saal ist auch wegen seiner bekannten Malerei berühmt, die von Mirza Mohammad Khan Kamalulmolk stammt. Sie stammt aus dem Jahr 1309 im Mondkalender. Neben dem Spiegel-Saal befindet sich der Salam-Saal. Beim Eintritt sind es die prächtigen Kronleuchter und das Dachgewölbe.

Die Bögen und Vorsprünge in den Wänden im Salam-Saal   sind übersät von Blumen, die der Meister Assadollah Ghazwini als Stuckarbeit angebracht hat. Um den Saal herum sind die Geschenke ausländischer Staatsführer an Kadscharen-Könige ausgestellt. Geschenke, die zu den verräterischen Verträgen der Kadscharen zur Plünderung und Ausbeutung der riesigen Schätze dieses Landes gemacht wurden.

Der Salam-Saal sollte zunächst als Museum dienen, er war für Audienzen und offiziellen Zeremonien gedacht worden. Im unteren Stockwerk befindet sich ein Bassin-Raum. Dieses große Areal ist heute in zwei Teile aufgeteilt. Im östlichen Teil befinden sich Werke mit feiner Kunst, im westlichen Teil das Malerhaus oder die Galerie der Kadscharen mit Malereien iranischer Maler aus der Zeit der Kadscharen.

Im Golestan überbieten sich die Säle und die Labyrinth-artigen Räume an Schönheit und Glanz; das Schams-ul Emareh ist jedoch ein Kapitel für sich. Es ist das erste Hochhaus in Teheran; von dort schaute man auf Landschaft und Stadt. Die Einzigartigkeit des Werkes liegt in der Höhe, in der Ausschmückung und im Design. Die besondere Dachform, bekannt als Kolah Farangi, und die Turmuhr, die am höchsten Punkt angebracht ist, sind weitere Merkmale. Der Hauptsaal befindet sich im ersten Stockwerk. Heute ist dort die Ausstellung für Kunst- und handgeschriebene Bücher untergebracht worden.

Die wertvollen Bücher des Golestan-Palastes sind einzigartig und weltbekannt. Hier befindet sich auch eines der  renommiertesten Zentren zur Restauration von handgeschriebenen und alten Büchern. Manch dieser Werke zählen zu den besten literarischen und kulturellen werken Irans und gelten als Kulturerbe dieses Landes.

Nach dem Revolutionssieg wurden die wichtigen und wertvollen Bücher auf Mikrofilm aufgenommen, 1998 war die Arbeit vollendet. Bislang sind einige der handgeschriebenen Werke gedruckt und veröffentlicht worden. Darunter befinden sich das Werk 100 Wörter von Imam Ali(a.s.), niedergeschrieben von Abdeljabar, das Gebetbuch von Imam Ali(a.s.), das Tohfat-ul Moluk und die Handschriften des Kalligrafie- Meisters Mir Emad Seifi Ghazwini.

Der Weiße Palast ist ein weiteres prunkvolles Werk im Komplex. Heute ist dort das Anthropologie-Museum untergebracht. Es zeigt die Alltagsgegenstände und Geräte der Menschen  verschiedener Völker in Städten, Dörfern. Gegründet wurde das Museum 1935; dort sind alle Städte Irans zurzeit der Kadscharen sowie der zeitgenössischen Zeit ausgestellt. 1968 wurde das Museum vom ehemaligen Weißen Palast in den Golestan-Palast verlegt. Dieses Museum ist eine der ältesten und reichsten Ausstellungen seiner Art in Iran. Im Erdgeschoss befinden sich die Büroräume und die Ausstellungssäle; im ersten Stock werden die Bekleidung verschiedener Völker sowie die Bekleidung von Männern und Frauen bei den Kadscharen gezeigt.

Gegen Ende der Herrschaftszeit von Nasserdin Schah schickte der osmanische König, Schah Sultan Abdelhamid, sehr wertvolle Gegenstände an den iranischen Thron. Da damals alle Paläste und Säle von wertvollen Gegenständen und Gemälden praktisch überliefen, beschloss Nasseredin Schah diese Geschenke in einem neuen Palast unterzubringen. Dieser Palast, der neu gebaut werden sollte, befindet sich am Ort des ehemaligen Kolah-Farangi-Gebäudes bzw. der Agha-Mohammad-Khan-Säule. Die Architektur nach dem Stil des 18. Jahrhunderts in Europa wird von einer weißen Fassade bedeckt. Auch die Treppen zum Palast sind mit weißem Marmorstein bedeckt. Der Palast wurde gleich nach dem Bau als Sitzungsort des Kabinetts genutzt.

Seit 1968 ist das Anthropologische Museum dort untergebracht.

Die eingebauten Fenster haben Einfluss von der europäischen Architektur genommen; die Muster haben einfache Züge gewonnen, die Linien sind bogenförmig und nach Sonnennamen benannt worden.

Der Eingang trägt jedoch klare Züge der geometrischen Architektur der Kadscharen.

In der nächsten Sendung werden wir uns weiter mit Sehenswürdigkeiten in Teheran befassen.

 

 

 

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Nachrichten Wed, 05 Oct 2016 09:54:19 +0000
Mit uns durch Iran-186 http://german.irib.ir/nachrichten/item/297958-mit-uns-durch-iran-186 http://german.irib.ir/nachrichten/item/297958-mit-uns-durch-iran-186 Mit uns durch Iran-186 Im Namen des barmherzigen Gottes, seien Sie gegrüßt liebe Hörerfreunde.

 

Unser Reiseziel in der vergangenen Woche, der Teheraner Basar, versammelt einen großen Teil der kulturellen und historischen Stätten der Stadt, so ist dieser Stadtteil zum Zentrum für Kultur und Geschichte geworden. Manche Werke in diesem Viertel erinnern an wichtige Zeitabschnitte in der Geschichte des Landes, u.a. Kaserne und Übungsareal  –Meydan-e Maschqh-, das Baghe Melli-Tor, Schamsul Emare, de Imam-Khomeini-Platz und andere Bauwerke, die heute als Museum funktionieren.

Der militärische Übungsplatz, Meydan-e Maschqh, wurde von Fathali Schah, ein Kadscharen-König, gebaut. Der Platz befindet sich in einem der ältesten und geschichtsträchtigsten Viertel Teherans, dem alten Tupkhaneh oder Kanonier-Platz und zwischen der Imam-Khomeini-Str. und der Si-Tir-Str. Der Platz  wurde  1998 mit der Nr. 2130 als nationales Denkmal registriert. Zurzeit von Nasseredin Schah wurde der Platz durch Mohammad Khan Sepahsalar erweitert, es wurde ein Wall mit Torbögen aus Ziegel um das Gelände errichtet. Damals umfasste das Areal 16 Hektar, täglich wurden hier Soldaten gedrillt und ausgebildet. Später, als die Streitkräfte gefördert wurden, wurde der Übungsplatz in eine Kaserne mit zahlreichen großen Gebäuden umgebaut. 1922 gab es wieder einen Umbau, dieses Mal in einen großen Garten, den man Bagh-e Melli, den National-Park, nannte und heute noch nennt. Das Außenministerium ist heute in Gebäuden in dem Garten untergebracht, dennoch kennt man diesen Stadtteil als Meydan-e Maschqh oder Bagh-e Melli. Wie die meisten Gebäude und Bauwerke aus dieser Zeit verfolgt auch hier die Architektur ihren eigenen Stil, eine Mischung aus der Architektur verschiedener geschichtlicher Epochen in Iran und europäischem Stil. Jedes Gebäude weist seine eigenen Merkmale auf.

Als Nasseredin Schah die Stadt erweitern ließ, wurde die Kaserne in der Stadt einverleibt. Manche Teile wurden als englische Botschaft oder dergleichen genutzt. Das älteste Bauwerk ist das Ghazagh-Khane- bzw. das Kasernen-Gebäude. Es wurde von Fathali Schah im nördlichen Teil des Geländes gebaut; die neuesten Werke sind die Bibliothek und das Nationalmuseum Malek; die Architektur des letzteren ist inspiriert von der traditionellen Architektur Irans; es wurde 1997 gebaut.

Während der Herrschaft Nasserdin Schahs hat das Gelände einen Eingang, der als Nasseri-Tor bekannt war; von dort aus beobachtete Nasserdin Schah die Übungen der Soldaten. Mit dem ersten wurde  der Pahlawi-Dynastie  bekam der damals zum öffentlichen Park ernannte Stadtteil ein neues Tor, das man dann Tor des National-Parks nannte.

Dieses Gelände hat im Laufe seiner Geschichte viel erlebt. Mirza Reza Kermani, der Nasseredin Schah tötete, wurde hier gehängt. Das erste Flugzeug in Iran wurde während des ersten Weltkrieges auf diesem Gelände gelandet. Dort blieb es für eine Weile und wurde von den Bürgern besucht. Die Perlen-Kanone verkündete auf diesem Platz das neue Jahr, und von hier aus stieg der erste Ballon der Stadt in die Luft. Der schiitische Geistliche und einer der Anführer der Tabak-Bewegung, Scheich Fazlolah Nuri, wurde ebenfalls hier hingerichtet.

Das Portal des National-Parks weist in seiner Architektur eine Zusammenführung der iranischen und europäischen Stile auf, was sich besonders in der Kachelarbeit und der besonderen Spitzhut-Form zeigt - inspiriert von der damaligen Architektur -   wurde zwischen 1922 und 1925 gebaut;  man gelang an dieser Stelle auf das Übungsgelände. Später wurde beschlossen, den ersten öffentlichen Park in Teheran zu eröffnen, den National-Park auf diesem Gelände, so änderte sich auch der Name vom Übungsplatz auf National-Park. Der Park stand  nur wenige Jahre den Bürgern als solchen zur Verfügung. Dann baute man die Gebäude für das Außenministerium, Nationalbibliothek und das Iran-Bastan-Museum. Der Name blieb jedoch erhalten, die Bürger sehen das Eingangstor zum National-Park weiterhin als Symbol für die zeitgenössische Geschichte Irans und der besonderen Architektur von Alt-Teheran. Das Gebäude weist zwei verschiedene Innen- und Außenfassaden auf. Die Außenfassade, die sich zur Imam-Khomeini-Straße richtet, besteht aus acht Säulen aus Ziegelsteinen, die paarweise an den drei Eingangsbögen angebracht sind, sie sind nicht in einer Reihe aufgestellt, sondern setzen um jeweils einen Säulendurchmesser zurück. Um jeden Eingang befinden sich also vier Säulen, von denen zwei etwas nach hinten gerückt sind und somit ein besonderes Spiel von Licht und Schatten bilden. Das Baghe- Melli-Tor ist vom Osten nach Westen ausgelegt und weniger als 27 Meter breit. Früher befanden sich an den Flanken zwei Wachräume. Die Innenfassade unterscheidet sich nicht sonderlich von der Außenfassade. Der Meister Jafar Khan Memar Kaschani baute das Werk. Das Skelett wurde von dem Meister Esmaili gebaut, die Säulen vom Meister Karim Manije und die Kachelarbeiten übernahm der Meister Khak-Negar. Auf der Außenfassade präsentieren sich auf Tafeln in Kachelarbeit Gedichtverse von Nadim-ul Molk. Die Kacheln zeigen selbst unterschiedliche Muster. Das Tor weist insgesamt einen Eingang für Fahrzeuge und zwei für Fußgänger auf. Die Eingänge können mit Türen aus Gusseisen geschlossen werden. Sie wurden in der Waffenschmiede Teherans vom Meister Mohammadali Kermani gebaut. Insgesamt zieren 45 Schrifttafeln auf Kacheln und zwei Mettalstiche das Portal. Die Tafeln ziehen sich wie ein Gürtel um das Gebäude; auch die Breitseiten waren mit Tafeln verziert, die dann bei späteren Bauarbeiten benachbarter Teile verloren gingen. Im Jahr 1997 nahm die Organisation für Kulturerbe das Bauwerk mit der Nr. 1968 unter Denkmalschutz.

Auf dem Park-Gelände und nahe dem Imam-Khomeini-Platz befindet sich ein sehr imposantes Bauwerk mit 10.000 qm Fläche, in dem die Bibliothek und das Nationalmuseum Malek untergebracht sind. Die Bibliothek wurde von Hadj Hossein Malek gestiftet. In seiner Jugend fand er seine Liebe zum Lesen und Sammeln von Büchern. Daher eröffnete er die Bibliothek und das Museum. 1938 stiftete er der Stiftung "Astan Quds Razawi" neben der Bibliothek noch zahlreiche andere Grundstücke. Dadurch fand er die Mittel, Bibliothek und Museum in Stand zu halten und zu verwalten. Zuvor war die Bibliothek im Haus von Hadj Hossein Agha Malek im Teheraner Basar untergebracht. Später wurde sie dann verlegt. Die heutige Bibliothek wurde 1997 eröffnet. Die Bauarbeiten dauerten 1 Jahre. In der Malek-Nationalbibliothek sind 19.000 einzigartige handgeschriebene Schriftstücke u.a. 104 allein von Avicenna, versammelt. Bücher von Ptolemäus, Euklids und Nasseredin Schah sind weitere Schätze in dieser Bibliothek. Darüber sind hier 70.000 gedruckte Bücher, 3400 Lithographien, 548 Zeitschriften in 4000 Bd. ausgestellt. Ein großer Teil der gedruckten Bücher stammt aus den Jahren vor 1941; sie zählen zu den ersten gedruckten Büchern in Iran. Die Bibliothek kauft permanent handgeschriebene Bücher und Artikel und wird so stets reicher und kostbarer. Neben Lesesälen werden in anderen Teilen die Bücher restauriert, fotografiert, in Mikrofilm umgewandelt, gebunden usw. 1969 übernahm ein einst dafür eingerichteter Verlag den Druck von den einzigartigen Handschriften. Die Bibliothek pflegt ebenfalls den Kontakt mit wissenschaftlichen Zentren weltweit. Täglich wenden sich Hunderte Forscher an diese Institution. Im Museum sind die besten Kunstwerke iranischer und ausländischer Künstler ausgestellt. Gemälde von Kamololmolk Tajwidi und Suratgar sowie Kalligrafie von Abbassi, Mir Emad, Tabrisi und andere findet man in dieser Sammlung. Der Teppichsaal des Museums umfasst 34 Teppiche und Brücken aus ganz Iran aus den letzten zwei Jahrhunderten. Das Münzmuseum umfasst 3000 Münzen aus Iran vom 6. Jahrhundert v. Christus bis zur Pahlewi-Zeit; zudem kann man Münzen aus Griechenland, Nachfolgern von Alexander, Byzanz, islamischen Kalifen und der Osmanen bestaunen. Auch die Briefmarken-Sammlung umfasst Tausende einzigartige und wertvolle Exemplare aus Iran und dem Ausland.

Im Museum vertritt das Handwerk einen ebenso anschaulichen Teil, der jeden Besucher anzieht.  Damit sind wir am Ende der heutigen Sendung angelangt. Wir verabschieden uns und sagen, alles Gute bis zur nächsten Sendung.

 

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Nachrichten Wed, 28 Sep 2016 11:07:23 +0000
Mit uns durch Iran-185 http://german.irib.ir/nachrichten/item/297947-mit-uns-durch-iran-185 http://german.irib.ir/nachrichten/item/297947-mit-uns-durch-iran-185 Im Namen Gottes. Wir begrüßen Sie zu einer weiteren Folge aus dem Reisemagazin „Mit uns durch Iran“. In der letzten Woche streiften wir im Teheraner Basar herum und lernten die Teile und Begriffe kennen, so wie Sara, Karawanserei, Timtsche, Hodschreh und  die architektonischen Eigenschaften des Basars.

 Wie gesagt, haben sich bestimmte Berufe in bestimmten Basarteilen zusammengefunden: Der Basar der Teppichhändler, der Goldschmiede-, und Verkäufer, der Stoffhändler, Schuster, Crystal-Verkäufer und Haushaltsgeräteverkäufer, um die wichtigsten zu nennen.

Unser Rundgang im Basar findet heute eine Fortsetzung. Also, belgeiten Sie uns.

In der städtischen Struktur hat der Basar stets verschiedene Rollen gespielt. Die wichtigste Rolle ist seine wirtschaftliche Bedeutung; als Zentrum für den Handel sorgt er für ein Gleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot. Somit regeln sich auch die Preise. Der Basar ist der Platz, wo neue inländische Waren angeboten und von dort aus exportiert werden. Das beeinflusst die Wirtschaftspolitik der Regierung und nimmt gleichzeitig auch von   dieser Politik Einfluss. Im Basar zeigen sich Stagnation oder Konjunktur. Mit Blick auf die Bedeutung des Perserteppichs auf Weltmärkten bildet dieser Sektor einen wesentlichen Teil des Basars. Nach dem Eingang durchquert man den Basar der Schuster, der mit unterschiedlichsten Schuhen gefüllt ist; man gelangt dann an den Basar der Teppiche oder Abbas-Abad. In den letzten Jahrzehnten nahm dieser Basar eine enorme Entwicklung auf, so dass er sich heute nicht mehr auf den Abbas-Abad-Teil beschränkt. Die angenehme Ruhe im Teppich-Basar wird wohl in keinem anderen Teil wieder zu finden sein. Auf beiden Seiten der Hauptstraße des Teppichbasars zweigen zahlreiche Gänge ab, die zu den Timtschen  und großen und kleinen Saras (سرا) führen. In den überdachten Innenhöfen sind vor den Saras und den Hodschrehen unzählige prächtige Teppiche übereinandergestapelt. Diese Fülle an handgeknüpften Teppichen zeigen sich wie ein Heft aus Wolle und Seide, auf jeder Seite sieht man ein neues abwechslungsreiches und schönes Muster; die Käufer blättern in diesem Heft nach ihrer Wahl.

In einigen Hodschrehen hängen wertvolle Bilder, ebenfalls Teppiche, die per Hand geknüpft sind. In einem anderen Teil werden Webprodukte von Nomaden verschiedener Landesregionen angeboten.

In einem anderen Sara findet man alte Teppiche; sie werden hier vor dem Export möglicherweise repariert und restauriert. Der französische Abenteurer Orsel war regelrecht verliebt in die Perserteppiche: „Der beste und sehenswürdigste Teil des Teheraner Basars sind die Teppiche, die unterschiedliche Dimensionen und Muster für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel aufweisen.“

Nach dem Teppichbasar gelangt man in den Stoffhändler-Basar. Auch er gehört zu den größeren Sektionen des Basars. Tausende Käufer suchen  in den Hodschrehen und den Gängen nach ihrem gewünschten  Stoff, in manchen Hodschrehen werden nur Stoffe für Anzüge angeboten. Doch die meisten Geschäfte bieten bunte Stoffe auch für andere Kleidung und Bettbezüge an. Trotz dieses Durcheinanders wühlen sich die Träger mit ihren Handkarren gekonnt durch die Menge und liefern die Ware an den Mann. Anschließend kommen wir über eine Hauptstraße zum Emamzadeh Zeyd.

Hier ist Seyed Zeyd bin Ali, ein Nachfahre des geehrten Propheten begraben. Im Gebäude sind  ein Innenhof und ein Iwan, bespiegelter Säulengang, Kachel-bearbeitete Kuppel und andere Teile vorgesehen. Das Hauptgebäude wurde unter den Safawiden Anfang des 10. Jahrhunderts n. Hedschra gebaut. Im Innenhof befindet sich ein Marmorgrabstein, auf dem der Name des letzten und tapferen Königs der Zandiyeh-Dynastie, Lotfali Khan Zand, eingraviert ist. In der Nähe der Grabkammer befindet sich ein Spiegelzimmer;  die umliegenden Torbögen und die unzähligen Bäume auf dem 30.000 qm großen Gelände verleihen der Anlage große Anmut. Zurzeit wird der Innenhof als Schule genutzt.

Der Basar der Goldschmiede genießt einen besonderen Ruf. Er hat sich natürlich ziemlich viel verändert im Vergleich zu jener Zeit, als Orsel ihn besuchte; er schrieb darüber: „Vor den Kunden werden nicht viele Waren ausgelegt, doch in den Hinterzimmern und fern der Kundenblicke werden hier Schätze bewahrt.“

Heute sind die Gänge und Schaufenster hell beleuchtet, große Mengen an Gold und Juwelen strahlen um die Wette; Kunden suchen sich ihr Objekt aus. Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Basarteils zeigt sich schon an der Zahl der Bankfilialen in der näheren Umgebung.

Junge Paare und ihre Familien kaufen hier ihre Eheringe für die Hochzeit.

Wir müssen noch erwähnen, dass der Basar nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich, kulturell, politisch und religiös von Bedeutung ist. Wichtige religiöse Zeremonien werden in den Moscheen im Basar veranstaltet. Ein geschlossener Basar demonstriert Trauer und Teilnahme an religiösen Zeremonien oder politischen Protesten, was Tradition hat.

Die zeitgenössische Geschichte Irans zeigt, welche Rolle der Basar in verschiedenen Epochen gespielt hat. Bei zeitgenössischen Bewegungen wie der Tabak-Aufstand, die konstitutionelle Revolution und die Islamische Revolution bildete der Basar eine geschlossene Front mit den Geistlichen gegenüber internen Despoten und ausländischen Imperialisten. Beim Aufstand 1963 und in den Jahren, die zum Sieg der Islamischen Revolution führten, haben die Basar-Leute im Gleichschritt mit Bürgern gegen das blutrünstige Schah-Regime gekämpft. Auch nach dem Revolutionssieg setzte der Basar seine Unterstützung fort. Im Laufe des Krieges flossen von hier aus Geld und Waren zur Unterstützung an die Kriegsfront gegen Irak; Bassij-Kämpfer meldeten sich an der Front.

Abgesehen von politischen Aspekten ist es die abgenutzte und komplizierte Struktur des Basars, die den Dienstleistungsorganen Kopfzerbrechen bereitet. Diese Struktur blieb durch alle Ereignisse weitgehend unberührt. Städtische Dienstleistungen wie Strom, Wasser, Gas usw. können nur schwer angeboten werden. Bei Unfällen wie Feuer oder Erdbeben sind Hilfeleistungen sehr schwierig; ein Zugang ist sehr gefährlich, denn das Alter und die Dichte in diesem Gebiet bilden das größte Problem. Denkmalschutz und Rathaus versuchen diese alte Struktur zu erhalten, aber gleichzeitig auch sie aufzubauen und zu stabilisieren, so dass sie natürlichen Katastrophen standhalten kann. Darunter zählen verschiedene Neubauten, Renovierungen, Stabilisierungsprogramme und Bau von Dächern und Kuppel. Die rasante Städteentwicklung in Teheran hat teilweise dazu geführt, dass die traditionelle Architektur geändert wurde, manche Teile wurden renoviert oder neu gebaut, daher ist die Symmetrie zwischen einigen Teilen ziemlich abhandengekommen. Neu Einkaufspassagen, die in den vergangenen Jahren gebaut wurden, haben viele Kunden, denn sie liefern den Kunden ihre Ware schneller, gleichzeitig unterscheidet sich der Preis auch nicht sonderlich vom Basar. Da kann man die Reza-Passage, Maryam-Passage oder das neue Einkaufszentrum in der Marwi-Gasse nennen.

In der nächsten Woche werden wir eine weitere Attraktion Teheran unter die Lupe nehmen.

 

 

 

 

 

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Nachrichten Wed, 21 Sep 2016 10:34:09 +0000
Mit uns durch Iran-184 http://german.irib.ir/nachrichten/item/297929-mit-uns-durch-iran-184 http://german.irib.ir/nachrichten/item/297929-mit-uns-durch-iran-184 Im Namen des Gottes! Seien Sie gegrüßt liebe Hörerfreunde. Sie hören uns mit einer neuen Folge aus dem Reisejournal „Mit uns durch Iran“.

Unser Reiseziel ist nach wie vor Teheran; ihre Bedeutung als Hauptstadt und ihre strategische Lage sowie  ihren Aufschwung und die Entwicklung der Industrie und  anderer Wirtschaft- und Gesellschaftszweige haben wir bereits begutachtet. Insgesamt haben wir festgestellt, dass Teheran sowohl in der Dienstleistung als auch im Handel einen rasanten Aufschwung erlebte, so dass der Markt in Teheran zum größten und aktivsten im Land aufstieg.

Der Basar genießt seinen Ruhm, nicht nur durch seine wirtschaftliche und soziale Bedeutung, sondern  auch durch die dort anzutreffende kulturelle Vielfalt und  seine besondere Architektur. Somit sind wir schon bei unserem heutigen Reiseziel.

Viele Reisende und Abenteurer haben den Teheraner Basar besichtigt, jeder von ihnen hat einen Teil beschrieben und seine Schönheit und Anziehungskraft gepriesen.

Der französische Reisende Ernest Orsel schrieb in seinem Reisebericht 1882: „Der Basar in Teheran gleicht einer Stadt mit etwa 20-25.000 Einwohnern und geordneten Gassen, Gängen, Kreuzungen, Gasthäusern und Moscheen. Die langläufigen und überdachten Gänge ziehen sich durch den ganzen Basar. In den Kuppeln sind Schächte eingebracht worden, durch die Licht und frische Luft ins Innere gelangen. Die Händler und jene, die dort arbeiten oder verkehren, sind vor der prallen Teheraner Sonne und Hitze gut geschützt. Der Basar ist nicht nur der größte Handelsplatz der Iraner, sondern ein guter Ort für Menschen, die umhergehen wollen, oder  Treffpunkt für unterschiedlichste Menschen, die dort ihre Angelegenheiten besprechen oder Nachrichten des Tages miteinander austauschen.“

Es scheint, Orsel beschreibt das Viertel, das sich Teheraner Basar nannte und in dem sich der eigentliche Basar befand.

1889 schrieb Lord Curzon: „Der Teheraner Basar ist im Vergleich zu vielen orientalischen Basaren hübscher und im Vergleich zu den Basaren in Schiraz, Isfahan und Täbris weit wundervoller.“

Jede Stadt in Iran hat einen Basar, der ihr eigen ist. Das Innenleben der Basare besteht aus einem komplizierten Komplex von Gebäuden, die zu verschiedenen Zwecken verwendet werden. Um den Basar und gar die Stadt besser zu verstehen, sollte man sich mit der Funktion dieser Gebäude näher auseinandersetzen. Die Basare in Teheran wurden vom Kadscharen-König Fathali Schah gebaut. Heute bilden sie eine Anlage, die aus Labyrinth-artigen Gassen und Gängen und unendlichen Geschäften besteht. In anderen Stadtteilen wurden in den vergangenen Jahren andere Geschäfts- und Handelszentren gebaut, der Basar aber ist trotz seines Alters  das Hauptgeschäftszentrum von Teheran und sogar Iran. Die Architektur entspricht der aller traditionellen Basare, die den klimatischen Bedingungen, der Wärme und Trockenheit trotzen müssen; so ist er überdacht mit kuppelartigen Formen; dabei wurde hauptsächlich der Ziegel als Baumaterial eingesetzt.

Am Basar-Eingang befindet sich die Imam-Khomeini-Moschee, eine der größten Moscheen Teheran und sehr bekannt; sie wurde von Fathali Schah, dem Kadscharen-König, gebaut. Sein Name ist in Nasta´liq-Schrift über dem großen Iwan Richtung Mekka festgehalten. Durch Restaurationen zeigt sich die Hauptkuppel als glatte Fassade. Sehr beachtlich sind die Größe der Höfe und Innenhöfe, der großen mit Kacheln bearbeitete Kuppel, die Torbögen und Eingänge; sie präsentieren die ausgezeichnete Kunst der Kachelarbeit bei den Kadscharen.   

Durch die große Fläche und ihre Lage sowie ihre Position –denn hier werden religiöse Zeremonien und das Gemeinschaftsgebet der Basarleute veranstaltet- gilt die Moschee als Verbindungsglied zwischen verschiedenen Basarteilen. Man geht einfach durch die Moschee, um in die anderen Basarteile zu kommen.

Der Basar verfügt über einige Hauptstraßen bzw. Hauptgänge, diese nennt man hier „Rasteh“. Die kleineren Straßen bzw. Gassen werden „Dalan“ genannt. Die Einteilung richtet sich nach dem Produkt, das angeboten wird, so dass ein Hauptgang oder Rasteh nach dem Geschäftsbereich benannt wird, z. B. das Rasteh der Goldschmiede oder Juweliere, Stoffhändler oder Teppichhändler, Haushaltsgeräte und Crystal-Gefäße, um einige berühmte zu nennen. Junge Paare, die ihr neues Heim einrichten wollen, machen dann samt Familie einen Einkaufsgang durch den Basar.

Im Teheraner Basar hat es zahlreiche Kleinbasare gegeben, von denen noch einige erhalten sind. Hier werden nicht nur Wirtschaftsgeschäfte abgewickelt, sondern sie sind auch anderweitig aktiv, was ihre Bedeutung im Gesamtkomplex untermauert. Dazu gehört z. B. der Kleinbasar Beyn-ul Harameyn. Da er sich zwischen der Imam-Khomeini-Moschee und der Freitagsmoschee befindet, nennt man ihn den Basar zwischen den heiligen Städten also Beyn-ul Harameyn. Einige Zeit wurde er Dar-ul Olum – Haus der Wissenschaften - genannt, denn hier versammelten sich die Buchhändler des alten Teherans. Heute wird hier Papier und Schreibwaren angeboten. Da, wo sie im Basar zwei Hauptstraßen kreuzen, nennt man Tschahar Sou oder Tschahar Sough. Früher genoss sie sozial und sogar politisch einen besonderen Stellenwert. So unterscheidet sich die Architektur dieser Kreuzungen von anderen Teilen. Das Dach besteht aus einer Kuppel. Die Wände sind mit Kacheln geschmückt.

Ein weiterer wichtiger Ort im Basar ist das Timtscheh; es besteht aus Räumen, die um einen überdachten Hof angereiht sind, in der Mitte liegt ein Bassin und ein Lichtschacht im Dach spendet Licht. Die Geschäfte drum herum – sie nennen sich Hodschreh - sind in zwei oder drei Stockwerken angelegt. Ein Geschäftsmann bezieht für gewöhnlich ein Hodschreh. Eines der schönsten und berühmtesten Timtscheh im Basar ist das Hadjeb-ul Doleh-Timtscheh. Hier werden Crystal und Haushaltsgeräte angeboten; Besucher gelangen über 20 Eingänge in die zahlreichen Gänge und an das große Bassin. Dort herrscht für gewöhnlich freudiger Hochbetrieb, denn die Mitgift der neuen Bräute wird meistens hier zusammengekauft. Ein „Sara“ besteht aus einigen Hodschreh. Sie verfügen meistens über Lagerräume. Das Mirza-Taqhi-Khan-Amir-Atabak-Sara bekannt als Atabakiyeh ist einer der bekanntesten Lagerräume.

Früher gehörten zahlreiche Karawansereien zum Basar.  Orsel schreibt dazu: „Die meisten Karawansereien sind gestiftete Güter. Darin werden Ankömmlinge kostenlos verpflegt. Die Wächter sind für gewöhnlich freundliche Menschen; sie nennt man Charwadar, sie genießen großen Ruhm als die aufrichtigsten Perser.“

Die Hodschreh, Timtscheh, Sara und Karawansereien haben eine besondere Struktur geschaffen. Dazu müssen noch Gebäude öffentlichen Dienst berücksichtigen: Bäder, Schulen, Moscheen, Imamzadeh, Wasserspeicher und Spender, Kaffeehäuser, Restaurants usw. Sie bilden einen Gesamtkomplex, die verschiedene Aspekte des Lebens der Bürger ansprechen und decken.

Viele wichtige Teile dieses Komplexes sind heute erhalten geblieben, doch muss man zugeben, dass die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten ihrer Zeit entsprachen. Heute hat sich die Lage geändert, so hat sich auch der Basar trotz Beibehaltung seiner Einzelteile gründlich geändert. Ein Großteil der Handelsgeschäfte sind heute in andere Stadtteile außerhalb des Basars verlegt worden. In den Hauptstraßen der Straßen trifft man auch Märkte und Großkaufhäuser und Geschäfte, die viele Bedürfnisse der Bürger decken können. 

Weiteres über den Teheran Basar werden nächste Woche miteinander besprechen. Auf Wiederhören bis zu der nächsten Sendung!  

 

 

 

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Nachrichten Wed, 07 Sep 2016 09:03:25 +0000
Mit uns durch Iran-183 http://german.irib.ir/nachrichten/item/297916-mit-uns-durch-iran-183 http://german.irib.ir/nachrichten/item/297916-mit-uns-durch-iran-183 Im Namen des bahrherzigen Gottes, seien Sie gegrüßt, liebe Hörerfreunde. Letzte Woche haben wir uns über die Geschichte Teherans bis vor dem Sieg der Islamischen Revolution  1979 unterhalten. Heute setzen wir den Bericht von diesem Datum fort.

 

1979 war Teheran wie auch andere Städte und Dörfer im Land Zentrum einer großen revolutionären Bewegung. Tausende Bürger demonstrierten und protestierten auf den Straßen. Sie forderten den Sturz des despotischen Regimes und Umsetzung der Parole „Unabhängigkeit, Freiheit und Islamische Republik“. Die Streitkräfte und Schergen des Schah-Regimes gingen gegen die Bevölkerung vor. Die Universität Teheran, Moscheen, Straßen und besonders der Enghelab-Platz und der Schohada (bzw. Märtyrer-Platz) waren die wichtigen Zentren der Revolution. Am 8. Sept. 1978 wurden die Menschen auf dem Märtyrer-Platz vom Regime niedergemetzelt. Zahlreiche Frauen, Kinder und Männer wurden regelrecht ermordet.

Am 4. November des  gleichen Jahres griffen Schergen des Schah-Regimes Bürger, Studenten und Schüler in der Universität Teheran und umliegenden Städten an. Am 1. Feb. 1979 war Teheran Schauplatz beispielloser Demonstrationen. Mio. Menschen haben in einem 30 km langen Zug Imam Khomeini im Land willkommen geheißen. Zehn Tage später, also am 11. Feb, stürzte das Schah-Regime; die Fremden zogen ab und die Islamische Revolution siegte mit der Führung Imam Khomeinis. Seitdem haben Teheraner Bürger stets an allen politischen und gesellschaftlichen Ereignissen einsatzbereit teilgenommen.

Am 4. Nov. 1979 wurde die US-Botschaft in Teheran, die als Spionagezentrum Washingtons gegen die iranische Nation agierte, von revolutionären Studenten eingenommen. Imam Khomeini sprach von einer zweiten Revolution. Die Nachricht ging rasant um die Welt. Es herrschte weltweit Staunen über die Eroberung des Spionagenestes der aggressiven Supermacht Amerika.

Wie auch in den Monaten vor der Revolution, wo Mio. Bürger auf Straßen und Plätzen immerfort Präsenz zeigten, fanden  die Revolution und ihre Ideale auch nach ihrem Sieg stets Bestätigung bei Großereignissen durch Bürger.

Jede Woche findet das Freitagsgebet in der Universität Teheran statt, an dem zahlreiche Bürger teilnehmen.

Dieses Ereignis ändert freitagmittags wöchentlich die Atmosphäre in Teheran. Sie demonstriert die Freundschaft und Geschlossenheit der Bürger und die Spiritualität. Gleichzeitig gibt das Freitagsgebet den Verantwortlichen die Möglichkeit, die wichtigsten Ereignisse in Iran und auf der Welt zu erörtern.

Am 22. Sept. 1980 dröhnten plötzlich irakische Kampfflugzeuge über Teheran; sie bombardierten den Mehrabad-Flughafen in Teheran. Die bis an die Zähne bewaffnete irakische Armee griff unter dem Saddam Hussein- Kommando` Städte im Westen und Süden Irans an. Teheran lag zwar weit weg von den Fronten, doch während des achtjährigen Krieges 1980-1988 änderte sich das Stadtbild kriegsbedingt. Aus dem Süden und Westen Irans rollte eine riesige Flüchtlingswelle auf Teheran zu; andererseits wurden auch irakische Flüchtlinge, die sich vor dem Bath-Regime von Saddam retten wollten, aufgenommen. So stieg die Bevölkerungszahl  in Teheran. Der Krieg hinterließ auch in Teheran große Schäden, denn die Stadt wurde wiederholt von irakischen Bombern angegriffen; später schlugen hunderte Raketen in Teheran ein. Mit dem Kriegsende schlug eine neue Zeit an. Aufbau, Arbeit und Behebung der Schäden standen nun auf der Tagesordnung.

Manche Städte und Dörfer Irans litten unter den mangelnden Möglichkeiten und Armut, die durch die Politik des Pahlawi-Regimes verursacht waren. In den ersten Jahren der Revolution begann daher die Wanderung Richtung Teheran und anderer Großstädte des Landes. Neben den schlimmen Kriegsfolgen belastete die zügellose Einwanderung zusätzlich die Stadt Teheran enorm. Trotz all dieser Schwierigkeiten versuchte Teheran in den vergangenen drei Jahrzehnten seine Identität zu bewahren und sich zu einer der schönsten Städte der Welt emporzuarbeiten. Der Ausbau der Grünanlagen, die Beseitigung der so genannten Favelas und Gruben, in denen die ärmeren Bürger ihr Zuhause suchten und deren Umbau in Parks und Gärten, die gerechte Verteilung der Möglichkeiten zwischen Süden und Norden der Stadt, Bau von Autobahnen und Schnellstraßen, U-Bahn-Linien, Brücken, Hochhäusern und neuen Gebäuden, Förderung von Ausbildungs- und Kulturzentren, Management von Oberflächengewässer und zahlreiche andere Projekte wurden in diesen Jahren umgesetzt.

Zurzeit leben über 10 Mio. Menschen in dieser Stadt. Daraus entsteht natürlich gewaltiger Verkehr und viel Luftverschmutzung. Die Stadt liegt in den Berghängen vom Elburz, drumherum befinden sich viele Erholungsorte, die wiederum die Menschen anziehen. Vielleicht ist das der Grund, warum die Menschen immer wieder hierherreisen; das war eigentlich schon immer der Fall gewesen. Viele Touristen und Reisende haben von ihren Erlebnissen in Teheran berichtet. Die Teheraner haben sich daran gewöhnt, bei jeder Gelegenheit einen Ausflug in diese Gebiete zu machen und sich zu erholen. Es ist nur ein kleiner Sprung bis zu den Bergen um die Stadt, auch die Erholungsorte mit ihrem angenehmen Klima helfen, dass die Menschen den Stress von einer Woche Arbeit abstreifen.

Der letzte Teil unserer heutigen Sendung bezieht sich auf ein Buch über Teheran. „Teheran auf einen Blick“ wurde von einer Autorengruppe verfasst und 1992 vom Ministerium für islamische Kultur und Führung  veröffentlicht. Dutzende kunstvolle und aussagekräftige Bilder über Teheran untermauern das Werk. Der geneigte Leser lernt die historischen, natürlichen, traditionellen und Kulturellen Gegebenheiten der Stadt sowie den Alltag kennen. Die Fotos vom alten Teheran sind Schwaz-Weiß, die Farbfotos bescheren dem Zuschauer in scharfen Farben einen Rundgang in der Stadt. Die Informationen werden in Persisch und Englisch wiedergegeben. Dazu gesellen sich Gedichte großer iranischer Dichter. „Teheran auf einen Blick“ eignet sich besonders für Touristen, die sich in dieser Stadt umschauen wollen.

In der nächsten Sendung werden Ihnen die Hauptstadt Teheran weiter ein Stück näherbringen.


 

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Nachrichten Wed, 31 Aug 2016 07:17:32 +0000
Mit uns durch Iran-182 http://german.irib.ir/nachrichten/item/297908-mit-uns-durch-iran-182 http://german.irib.ir/nachrichten/item/297908-mit-uns-durch-iran-182 Im Namen Gottes. Willkommen zu einer weiteren Folge aus dem Reisejournal "Mit uns durch Iran."

 Letzte Woche besprachen wir die Geschichte Teherans. 1875 ernannte Agha Mohammad Khan Qadjar Teheran zu seiner Hauptstadt. 1795 ließ er sich dort offiziell zum König krönen; fortan galt Teheran als Regierungszentrum. Der Qadjar-König richtete  einen Regierungs- und Verwaltungsapparat ähnlich dem der Safawiden ein; damit verlieh er der mitgenommenen Stadt neues Leben. Mit Aufbau und Entwicklung der Stadt nahm die Einwanderung und die Bevölkerung zu, es wurden neue iranische und europäische Gebäude gebaut und neue Verwaltungs- und Religionsgebäude haben zu großen Änderungen in der Städtestruktur geführt. 85 Jahre nach Eroberung Teherans durch das Qadjar-Heer verloren die Türme, Wall und die Tore von König Tahmasb ihre Bedeutung. Das traditionelle Teheran ließ notwendigerweise die Änderungen über sich ergehen, es nahm neue Gestalt an und die Nasseri-Regierungsstadt wurde gegründet. Darüber sprechen wir heute in unserem Beitrag.

Die Herrschaftszeit von Nasserdin Schah ist bekannt als die Nasseri-Ära; sie gilt als Zeit des politischen und kulturellen Umbruchs in Iran. Beeinflusst vom industrialisierten Europa und der imperialistischen Politik des Westens schritt Iran in ein neues Zeitalter; die Konsequenzen zeigten sich unmittelbar nach dem Tod Nasseredin Schah in Form der institutionellen Bewegung und anderen Entwicklungen. Die 50-jährige Herrschaftszeit von Nasseredin Schah gilt als Zeit des Fortschritts und der Entwicklung der iranischen Hauptstadt. Leider wurden in dieser Zeit auch sehr wertvolle Werke zerstört. Zu Beginn seiner Herrschaft hatte die Bevölkerung so zugenommen, dass keine weiteren Bauten mehr innerhalb der alten Stadtmauern mehr möglich waren. So schloss man neue Ländereien dem Teheraner Territorium an, es wurden neue Wälle errichtet und neue Gräben gegraben, und so entstand das neue Regierungszentrum Dar-ul Khalafe der Nasseri-Ära.

"Amir Kabir"  ließ neue Anlagen errichten, die Darolfonun Schule, der Amir-Basar, der Schuster-Basar und das Amir-Basar-Viertel. 1826 fertigte der russische Orientalist Berezin eine erste Stadtkarte für Teheran an und druckte sie in St. Petersburg. 1237 im Sonnenkalender fertigte eine Gruppe unter Führung von Eetezad-ul Saltaneh in Zusammenarbeit mit dem Artilleriekommandeur, Lehrer Monsieur Kerschisch (کرشیش)und einigen Schülern der Darulfonun-schule eine zweite Teheran-Karte an. Das ist die erste Teheran-Karte im Verhältnis 1:1000; damals hatte die kartografische Gruppe keine technischen Möglichkeiten zur Verfügung, daher wurden die Distanzen mit Schritten und die Winkel schätzungsweise aufgezeichnet. Dennoch war die Karte bei der Darstellung von Form und Lage der Stadt, Viertel und Tore, sehr erfolgreich.

1867 erstellten französische Wissenschaftler eine neue Karte von Teheran. Neue Gebiete wurden einbezogen und die Stadt wurde von den Gräbern und neuen Türmen in einem Achteck eingegrenzt. Die Stadt erhielt 12 Tore (Darwazeh), wodurch der Verkehr floss: Darwazeh Schemiran, Doulat, Youssef-Abad, Duschan-Tappeh, Doulab, Khorassan, Bagh-Schah, Ghazwin, Gomrok, Hazrat Abdelazim, Ghar und Khani-Abad.

Nach dem tödlichen Terroranschlag gegen Nasseredin Schah bestieg 1895 Mozaffaredin-Schah den Thron. 1905 sah sich Teheran der Konstitutionellen Bewegung gegenüber. Ursachen, Motive und Folgen liegen jedoch nicht im Interesse dieser Sendung. Doch muss gesagt werden, dass bei der Gestaltannahme der Bewegung der Basar und Moscheen in Teheran eine große Rolle spielten.

Teheraner Bürger haben angeführt von Geistlichen nach langen Versammlungen und Demonstrationen in Moscheen schließlich 1906 den Konstitutionserlass von Mozaffaredin-Schah erhalten. Dieser starb nur wenige Monate, nachdem er den Erlass unterschrieb. Am 18. Januar des gleichen Jahres wurde Mohammad-Ali Schah im Golestan-Palast gekrönt. Er akzeptierte die Konstitution nicht und versuchte unter unterschiedlichsten Vorwänden, sie auszuschalten. 1908 rief er die Kosaken und ihre Soldaten zu Hilfe, ließ das Parlament unter Artilleriebeschuss nehmen und tötete einige Abgeordnete, andere ließ er inhaftieren und errichtete damit nochmals die Despotie.

Nach diesen Ereignissen erlebte Teheran durch die politische, wirtschaftliche und soziale Instabilität eher einen Rückschritt. Unter Mohammad-Ali Schah wurden alte und wertvolle Gebäude zerstört oder sie verfielen einfach. Durch die Kriege der Kosaken und der despotischen Kräfte gegen die Freiheitskämpfer wurden bekannte Gebäude wie das Baharestan-Gebäude und die Sepah-Salar-Moschee stark beschädigt.

Die letzten Jahre der Qadjaren gingen mit den Unruhen des ersten Weltkrieges und lokalen Scharmützel sowie Unsicherheit und Hungersnot einher. Die Entwickilung der Stadt war damit gestört. Die Regierungen waren schwach und mit politischen Belangen beschäftigt. So gab es keine sonderlichen Veränderungen in den Städten. 1921 putschte sich Reza-Khan Mirpandj an die Macht. Damit entstand eine neue Situation in Teheran. Das wichtigste Merkmal war, dass sich das Land Richtung eines kapitalistischen Systems und Modernität, die mit Diktatur und Unterdrückung einhergingen, bewegte. Daher setzte sich der Zug Richtung Westen, der von Nasserdin Schah und während der konstitutionellen Bewegung begonnen hatte, nochmals in Bewegung. Entwicklung und Fortschritt wurden fortan als absolute Nachahmung westlicher Länder definiert.

Regierungsapparate wurden ausgebaut; um Teheran entstanden zahlreiche Fabriken. Gleichzeitig wurden die Stadtwälle zerstört, die Gräben gefüllt und die Tore beseitigt. Die Bevölkerung nahm zu; Teheran war gegen Ende der Qadjaren-Zeit die größte Stadt Irans. Die ersten demografischen Studien in Iran fanden 1957 statt. Teheran war mit 1.560.934 Bürgern die bevölkerungsreichste Stadt des Landes.

Die hohen Einnahmen durch den Ölverkauf, der exklusiv dem Gefolge und Anhängern des Pahlawi-Regimes zugesprochen war, hat zu Investitionen in bestimmten Bereichen in Teheran geführt. Der Preis dafür war, dass andere Städte und Dörfer keinen Anteil an dem Reichtum hatten; Teheran erlebte einen unausgewogenen Aufschwung. Alle Möglichkeiten und Jobs waren in dieser Stadt konzentriert, was ihre Attraktivität wiederum erhöhte. Die zügellose Zuwanderung zwischen 1942 und 1977 bescherte der Stadt einen riesigen Zuwachs der Stadtfläche, es entstanden kleine und große Vorstädte und Vororte und Viertel im Süden, Westen und Osten der Stadt, die dann nach und nach zusammenwuchsen. Laut Volkszählung 1977 lebten 4.5 Mio. Menschen in Teheran; sie entwickelte sich zu einer internationalen Mega-Stadt.

Von 1977 bis 1979 nahm die Zuwanderung wieder ungeheure Dimensionen an; das Regime trachtete ungeachtet der katastrophalen kulturellen und sozialen Folgen immer weiter nach neuen Palästen an den Berghängen des Elburz, indem es das Volkseigentum plünderte. Die Probleme stiegen mit der Zeit. 1979 erhob sich das Teheraner Volk gegen das Regime, das dann schließlich stürzte.

Die Zeit nach der Revolution werden wir in der nächsten Woche behandeln. Bis dahin, auf Wiederhören!

 

 


 

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Nachrichten Wed, 24 Aug 2016 08:41:14 +0000
Hochrangiger IS-Führer möglicherweise bei Luftangriff getötet http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297635- http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297635- Washington (dpa/IRIB) - Die USA haben bei einem Luftangriff in Syrien möglicherweise einen hochrangigen Führer der IS-Terrormiliz getötet.

Das Pentagon bestätigte am Dienstag, dass ein Angriff nahe des Ortes Al-Shaddadi dem Tschetschenen Tarkan Batiraschwili gegolten habe.

Batiraschwili - Kampfname Abu Omar al-Schischani oder «Omar der Tschetschene» - gehört zum Führungszirkel des IS. Eine Bestätigung, dass er tatsächlich tot ist, gab es zunächst nicht. Die Operation werde noch ausgewertet, erklärte Pentagon-Sprecher Peter Cook. Batiraschwili habe sich zum Zeitpunkt des Angriffes in Al-Shaddadi befunden, um Terroristen zu unterstützen.

«Seine mögliche Beseitigung hätte negative Auswirkungen auf die Rekrutierung ausländischer Terroristen - besonders aus Tschetschenien und der Kaukasus-Region», erklärte Cook. «Und es würde den IS auch bei der Koordination von Attacken sowie der Verteidigung seiner Hochburgen wie Al-Rakka oder Mosul schwächen.»

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Nahost Wed, 09 Mar 2016 07:14:19 +0000
Telefonate südkoreanischer Regierungsvertreter von Nordkorea gehackt http://german.irib.ir/nachrichten/item/297634- http://german.irib.ir/nachrichten/item/297634- Seoul (IRIB/dpa) - Südkoreas Geheimdienst hat Hacker in Nordkorea für den Diebstahl von Smartphone-Daten südkoreanischer Regierungsvertreter verantwortlich gemacht. Die Hacker hätten sich Zugriff auf Text- und Sprachnachrichten verschafft, teilte der Geheimdienst am Dienstag mit.

Seoul geht davon aus, dass Hacker aus Nordkorea hinter Spitzelattacken in den vergangenen Wochen stecken. Der Geheimdienst teilte mit, Ziel der Angriffe zwischen Ende Februar und Anfang März seien Smartphones Dutzender Beamter gewesen.

Südkoreanische Sender berichten, einige Spähaktionen seien erfolgreich gewesen.

Einer Erklärung des südkoreanischen Geheimdienstes zufolge beabsichtigen sie einen Cyberangriff auf das südkoreanische Bankennetzwerk.

Falls dieses Vorgehen nicht kontrolliert werde, werde es ein finanzielles Chaos, wie die Blockade des Internetbanksystems und die ungewollte Überweisung von Beträgen südkoreanischer Bankkonten nach Nordkorea geben.

Am Montag hatte Nordkorea auf den Beginn des südkoreanisch-amerikanischen Militärmanövers mit der Androhung eines präventiven Atomschlags reagiert. Nordkorea unterstellt den USA Angriffsvorbereitungen, was beide Länder aber bestreiten.

Nordkorea sieht das gemeinsame alljährliche Manöver der USA mit Südkorea als Bedrohung der nationalen Souveränität und warnte, falls militärsche Übergriffe erfolgen, werde die nordkoreanische Armee diese beiden Länder angreifen.

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Nachrichten Wed, 09 Mar 2016 07:07:39 +0000
Kanadisches Unterhaus verabschiedet Plan für Entsendung von Ausbildern nach Irak und Syrien http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297633- http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/297633- Ottawa (IRIB) - Das Unterhaus des kanadischen Parlamentes hat einen Entwurf zur Entsendung von Ausbildern nach Irak und Syrien verabschiedet.

Dieser Entwurf wurde mit 178 Ja-Stimmen und 147 Nein-Stimmen angenommen.

Nach Beendigung der kanadischen Luftoperationen im Irak und in Syrien, als Mitglied der IS-Koalition unter Führung der USA, hat das kanadische Unterhaus nun diesen Entwurf zur Entsendung von Ausbildern in diese beiden Länder verabschiedet.

Die kanadische Armee hat im vergangenen Monat in einer Erklärung mitgeteilt, dass sie ihre Luftangriffe in Irak und Syrien beendet habe.

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Nahost Wed, 09 Mar 2016 06:41:40 +0000