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Mittwoch, 02 November 2016 07:16

Mit uns durch Iran – 188

Im Namen des barmherzigen Gottes. Seien Sie gegrüßt liebe Hörer Freunde.

Die Forschung in der Geschichte von alten Städten und besonders iranischen nach dem Islam zeigt, welche Rolle die Plätze neben anderen Stadtelementen gespielt haben. Die Stadt Teheran verfügt über zahlreiche solche Plätze. Manche Plätze wie der Azadi-Platz weisen deutliche Züge der iranisch-islamischen Architektur auf; sie repräsentieren zugleich die zeitgenössische architektonische Identität Teherans. Andere Plätze mit historischer Reichweite haben im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche geschichtliche, soziale und politische Ereignisse miterlebt. Unter diesen Plätzen haben wir den Baharestan ausgesucht, um ihn Ihnen vorzustellen

Würden die Gebäude auf dem Baharestan-Platz reden können, hätten sie den Platz als einen er erinnerungsreichsten und spektakulärsten Plätze Teherans vorgestellt. Baharestan wurde zurzeit von Fatah Ali Schah Kadschar gebaut. Hier wurden große Zeremonien wie die Opferung von Kamelen am Opferfest veranstaltet. In ihrer neuen Form geht die Geschichte des Platzes auf Nasseredin Schah zurück. Der damalige Kanzler, Mirza Hossein Khan Sepahsalar, wies den Bau von Platz und Palast Baharestan an. Nach der konstitutionellen Revolution wurde das Nationalparlament dorthin verlegt. Dieses Gebäude befindet sich heute im östlichen Teil des Platzes. Die Sepahsalar-Schule und Moschee liegen auf der südöstlichen Flanke. Sie wurden 1880 gebaut und haben den Platz erheblich aufgewertet.

Der Platz erinnert an historische Ereignisse, an denen er selbst gewissermaßen beteiligt gewesen ist. Z. B. wurde das Parlamentsgebäude vom russischen Kolonel Liachov mit Artillerie beschossen, später nahm von hier aus der Putsch 1943 seinen Lauf. Die Bürger setzten sich auf diesem Platz gegen die Putschisten zur Wehr. Beim Sieg der Islamischen Revolution spielte der Platz ebenfalls eine besondere Rolle, u.a. fanden hier 100 Demonstranten den Märtyrertod. Das Militärregime, der Ausnahmezustand, die Rufe der Teheraner Bürger und tausende andere Ereignisse liegen noch in den Erinnerungen der Menschen.

Die Sepahsalar-Moschee und die Parlamentsbibliothek sind von besonderer Bedeutung, auch für den gesamten Platz, möchten wir diese zwei Bauwerke etwas näher betrachten.

Das Gebäude der Sepahsalar-Moschee wurde 1878 in Angriff genommen. Es besteht aus einer Vorhalle und einem Eingang, einem Gang, einem zweistöckigem Haus, den Räumlichkeiten bzw. Zimmern, vier Terrassen, einer großen Kuppel und einem Hof, dem Tschehelsotun, acht  Minaretten und einem  Minarett mit Kachelarbeiten sowie einer Bibliothek. Das Haupttor und der Eingang der Schule öffnen sich auf die Baherastan-Straße. Auf der östlichen Seite geht eine Tür zur Moschee und Schule. Der Gang zum Haupthof ist ein Meisterwerk der iranisch-islamischen Architektur und Kachelarbeit, bekannt als Haft Kase oder Tagh Moalagh. Die Säulen sind aus einem Felsen herausgehauen worden.

Die Schule zählt zu den größten religiösen Schulen in Teheran; sie ist 62 m lang und 61 m breit. Im Hof ist ein Garten mit Bäumen und einer großen Fontäne angelegt worden. Insgesamt wurden 60 Zimmer vorgesehen; die Kuppel ist 37 m hoch und von innen vollständig mit Kacheln bearbeitet. Der winterliche Innenhof besteht aus einem großen Saal, in dem 44 Säulen nach oben ragen. Je vier Säulen tragen ein rundes Kuppeldach mit hervorragender Stuckarbeit, die in verschiedenen Teilen des Gesamtdaches sehr abwechslungsreich und vielfältig in den Mustern ist; in jeder Kuppel ist zudem ein Name Gottes eingraviert worden: Der Barmherzige, der Geduldige, der Erhabene, der Siegreiche usw. Das Sepahsalahr-Bauwerk hat insgesamt acht Minarette, die alle mit Kacheln verziert sind.

Die "Sepahsalar-Moschee-, und Schule" haben wiederholt die Namen gewechselt: sie wurden schon Nasseriyeh, Maaghul und Manghul Fakultät, Schahid Modares und Schahid Motahari genannt. Heute nennt sich die wissenschaftliche und religiöse Schule die Hochschule Schahid Motahari und nimmt im Bachelor, Master und zur Promotion Studenten auf. Die Hochschule verfügt zudem über eine wissenschaftliche Aufsichtsfunktion, über zahlreiche Oberschulen in Teheran und anderen Städten. Sie verfügt über eine zentrale Bibliothek und ein Archiv. In der Bibliothek werden wertvolle und seltene Handschriften sowie besondere lithografische Werke aufbewahrt. Sie behandeln Wissenschaften, islamische Lehren und Technologie bei den Muslimen.

In der Bibliothek stehen die Computer-Abteilung, Mediathek, Archiv für handschriftliche Werke, Druckwerke, Lithografien und die Filmtheke zur Verfügung. In der Filmtheke werden Mikrofilme von Originalwerken angefertigt; das betrifft sowohl berühmte Werke in den eigenen Beständen als auch hunderte Mikrofilme von anderen bekannten Bibliotheken der Welt wie die Ahmadiyeh in Syrien, die öffentliche Bibliothek von Marokko, Soleymanieh in der Türkei, Universitätsbibliothek von Harvard in den USA, Khosrwo-Beyg Jugoslawien und viele andere Bibliotheken weltweit.

Neben der Schahid-Motahari-Hochschule und Moschee befindet sich das Museum und Dokumentenarchiv des Parlaments. Sie genießt weltweit hohen Bekanntheitsgrad. Sie wurde nach Sieg der konstitutionellen Revolution 1888 neben dem Parlament gebaut. Der Abgeordnete Keykhosrow Schahrokh und einige andere politische Persönlichkeiten haben sich für den Ausbau der Anlage eingesetzt, so dass sie 1923 als erste offizielle Bibliothek in Iran selbstständig arbeiten konnte. Seit damals hat sich die Parlamentsbibliothek als wissenschaftliches und kulturelles Zentrum etablieren können; dabei hat sie nicht nur die wissenschaftlichen Bedürfnisse der Judikative decken können, sondern auch stets berühmte Forscher aus In- und Ausland bedienen dürfen; dort  haben auch Studenten und Professoren sowie die Bürger Zugang zu dieser Anlage.

1996 wurde die Bibliothek reorganisiert und bekam eine neue Satzung. Sie wurde in Bibliothek, Museum und Archivzentrum des Islamischen Parlaments umbenannt und von einem Verwaltungsrat mit dem Parlamentspräsidenten als Vorsitz geführt.

Die Bibliothek selbst besteht aus zwei Teilen: Bibliothek Nr. 1, in dem allgemeinere Themen ausgestellt sind und die sich am Baharestan-Platz neben dem Parlamentsgebäude befindet. Nr. 2 ist eine Fachbibliothek für Iranistik, Islamkunde und Orientalismus; sie liegt neben dem Marmor-Palast im Museumsgebäude des Parlaments in der Imam-Khomeini-Straße.

Ein Großteil des Bestands der Parlamentsbibliothek sind Geschenke von politischen und kulturellen Persönlichkeiten, Autoren und Verlegern, Orientalisten und wissenschaftlichen Kreisen im In- und Ausland, die damit ihr Interesse und Liebe bekundeten.

Die Bibliothek verfügt über 22000 handschriftliche Werke und etwa 200.000 gedruckte Werke; zudem verfügt sie über einen großen und einzigartigen Bestand an verschiedenen Zeitschriften von den Anfängen der Kadscharen bis heute, der als Nationalschatz Irans bekannt ist.

Unter den Handschriften stößt man auf sehr alte und einzigartige Werke, z.B. einen Koran in Kufi-Schrift aus dem 3. oder 4. Jahrhundert oder das Lehrwerk Honain von ibn Ishagh von Ibn bi Sadegh Neyschaburi und Al-Tafhim Biruni aus dem 5. und 6. Jahrhundert nach Hedschra.

Neben den Druckwerken und Handschriften in Persisch oder anderen Sprachen verfügt die Bibliothek über ein Dokumentenarchiv, Zeitschriften, Mikrofilmabteilung und Computer-Scans, Pathologie, Informationsabteilung, Forschungs- und Ausbildungszentrum und ein Museum.

Die Zeitschriftenabteilung umfasst Werke aus der Nasseri-Zeit bis heute: etwa 25000 Zeitschriften in 5000 Titeln stehen Forschern zur Verfügung. Das Archiv ist ebenfalls ein angesehener Teil der Bibliothek. Inhaltlich aufgeteilt in drei Gruppen; hier  werden  historische und nationale Dokumente, Dokumente und Veröffentlichungen der UNO und internationale Gremien und Film- und Hörmaterial aufbewahrt. Das Nationalarchiv umfasst über 12 Mio. alte Dokumente, hauptsächlich aus der konstitutionellen Zeit,  und gilt als wertvolle Sammlung. Publikationen der Vereinten Nationen sowie das Film- und Hörmaterialarchiv sind ebenfalls reich ausgestattet und sehr wertvoll. Das Letztere umfasst sehr alte und wertvolle Bilder, Karten, Filme und Hörmaterial.

Damit beenden wir nun die Sendung heute und verabschieden uns bis nächste Woche.

 

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