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Dienstag, 08 Dezember 2015 03:45

US-Präsidentschaftsbewerber Trump fordert Einreiseverbot für Muslime

Präsidentschaftsbewerber Trump: "Hass auf Amerikaner in der muslimischen Bevölkerung" Präsidentschaftsbewerber Trump: "Hass auf Amerikaner in der muslimischen Bevölkerung"
Washington (mka/aar/AFP/dpa) - US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump fordert in einer Presseerklärung ein Einreiseverbot für Muslime in die USA. Dazu verweist er auf eine Umfrage, wonach "in breiten Teilen der muslimischen Bevölkerung" ein "großer Hass auf Amerikaner" bestehen soll.
Die Umfrage wurde angeblich im Frühsommer 2015 unter 600 Menschen durchgeführt. Die Ergebnisse sollen am 23. Juni veröffentlicht worden sein. Nach Auskunft von Trumps Wahlkampfleiter Corey Lewandowski würden nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Touristen und Studenten von einem Einreiseverbot betroffen sein. Die "vollständige und komplette Schließung" der Grenzen für Muslime solle gelten "bis die Vertreter unseres Landes herausfinden können, was vor sich geht," so Trump.

Diese Forderung des zur Zeit führenden republikanischen Bewerbers um die amerikanische Präsidentschaft kommt wenige Tage nach einer vermuteten Terrorattacke, bei der im kalifornischen San Bernadino 14 Menschen erschossen wurden. Als Täterin wird eine Frau verdächtigt, die der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) auf Facebook die Treue geschworen haben soll.

Trump bemerkte dazu: "Solange wir dieses Problem und die damit verbundenen Gefahren nicht verstehen, darf unser Land kein Opfer der Attacken von Leuten werden, die an den Dschihad glauben."

Das Weiße Haus wies Trumps Vorstoß mit der Erklärung zurück, dass ein Einreiseverbot für Muslime gegen die amerikanischen Werte verstoße und die Landessicherheit gefährden würde. "Teil unserer Verfassung ist der Respekt vor Religionsfreiheit", sagte ein Berater des Weißen Hauses, Ben Rhodes, im Interview mit dem Fernsehsender CNN.

Auch Trumps innerparteiliche Rivalen für die Nominierung der Republikaner gingen auf Distanz. Jeb Bush twitterte: "Donald Trump ist verwirrt." Der Republikaner Ben Carson sagte, der Glaube sollte zwar nicht ausschlaggebendes Kriterium für eine Einreise in die USA sein, doch  sollte jeder Besucher während seines Aufenthalts überwacht werden. Dies sei in anderen Staaten eine gängige Praxis.

Noch einen Tag vor Trumps Forderung hatte Präsident Barack Obama vor Islamophobie gewarnt. In seiner Rede zur Lage der Nation sagte er: "Die Gefahr durch den Terrorismus ist real, aber wir werden sie überwinden." Zugleich appellierte er an die Amerikaner, Muslime nicht unter Generalverdacht zu stellen, sondern sie als enge Verbündete zu betrachten. Der Krieg finde nicht zwischen Amerika und dem Islam statt, sagte er, denn "der IS spricht nicht im Namen des Islams".

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