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Dienstag, 17 November 2015 12:01

Die IRH verurteilt die Terroranschläge in Paris

Eine Frau in Genf zündet Kerzen für die Opfer der Terroranschläge in Paris an. © Salvatore di Nolfi/dpa Eine Frau in Genf zündet Kerzen für die Opfer der Terroranschläge in Paris an. © Salvatore di Nolfi/dpa
Pressemitteilung   -    Im Namen der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen/IRH verurteile ich die Terroranschläge in Paris auf das Schärfste und spreche den Opfern, ihren Familien und der französischen Gesellschaft unser Beileid aus.

 

Diese abscheulichen Terroranschläge in Paris zeigen erneut, dass der Terror keine Grenzen mehr kennt. Der Terror betrifft Europa genauso wie den Nahen Osten. Der Terror ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das Ziel dieser Terroranschläge, egal von wem sie ausgehen und gegen wen sie sich richten, ist die Zerstörung des gesellschaftlichen Friedens und das Schüren eines Kulturkampfes. Wir, Religionsgemeinschaften und Gesamtgesellschaft, dürfen uns deshalb von keiner Seite, weder von den Terrororganisationen noch denjenigen Kreisen, die solche Terroranschläge zu ihren rassistischen Zwecken missbrauchen wollen, gegeneinander stellen lassen. Wir müssen alle gemeinsam gegen den von extremistischen Kreisen geschürten Kulturkampf kämpfen. Ein Kulturkampf wird nur ihren Interessen dienen. Deshalb müssen wir uns alle gemeinsam vor allem gegen alle Extremisten in unseren eigenen Reihen entschieden einsetzen, welche das Leben und die Würde des Menschen verachten und unseren gesellschaftlichen Frieden zerstören wollen.

Insbesondere im Zusammenhang der aktuellen Debatte um die Flüchtlingspolitik in Europa appelliere ich an die Politik, Gesellschaft und Medien in Frankreich, Deutschland und Europa, diese Terroranschläge in Paris nicht für Stimmungsmache gegen die Flüchtlinge zu missbrauchen. Die Flüchtlinge sind eben Opfer von Terror und Kriegen in ihren Herkunftsländern und suchen bei uns in Europa Schutz und Sicherheit. Deshalb dürfen sie hier in Europa nicht zur Zielscheibe werden und nicht weitere Leiden erfahren.

Nicht zuletzt will ich auf unsere Grundsatzposition zur Bekämpfung des Extremismus und Terrorismus nochmals hinweisen. Wir alle können mehrmals den Terrorismus verurteilen, aber es ist schon die Zeit, dass wir uns nunmehr über die Ursachen und die Folgen des Extremismus und des Terrorismus sowie über die richtigen Methoden zu deren Bekämpfung gründlich und ernsthaft Gedanken machen. Ohne die ursprünglichen Ursachen zu beseitigen, kann man den Extremismus und den Terrorismus nicht erfolgreich bekämpfen. Das heißt nicht, dass der Terrorismus und das Töten von Menschen durch irgendwelche Gründe auch immer zu legitimieren und zu rechtfertigen sind.

 

Eine gerechtere Welt ist auch eine sichere Welt. Gleichberechtigt und gerecht behandelte Menschen neigen kaum zur Unterstützung von Extremismus und Terrorismus. Deshalb muss man einerseits den terroristischen Gewalttätern, unabhängig von ihren religiösen und nationalen Zugehörigkeiten und von ihren Beweggründen, entschlossen entgegentreten, andererseits muss man langfristige Anstrengungen verstärken, die zur sozialen Gerechtigkeit in der Welt und zum Frieden der Völker beitragen.

 

In diesem Sinne rufe ich die Bundesregierung erneut auf, mit ihren Möglichkeiten zu einem Umdenken in der internationalen Politik im Zusammenhang der Lösung der Konflikte in der islamischen Welt und dem Nahen Osten beizutragen, um somit den Dialog und Frieden der Kulturen statt den Kampf der Kulturen zu fördern. Dadurch kann entscheidend dazu beigetragen werden, den Extremisten auch in unserem Land Deutschland genauso wie in Europa den wichtigen Nährboden und Missbrauch zu entziehen.

Frankfurt am Main, 14. November 2015

Ramazan Kuruyüz

Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen/IRH

 

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