Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Mittwoch, 23 September 2015 11:31

Opfere Deinen Ismail, damit er erscheint

Symbolbild Symbolbild
Von: Dr. Yavuz Özoguz Das freiwillige Opfern um der Liebe Gottes Willen gehört zu der Tradition aller Religionen, aber im Islam ist es das größte Fest.


Wer opfert, dem wird zuteil werden, wer aber etwas krampfhaft festhält, der wird es verlieren. Das ist eine Art „Naturgesetz“ in der göttlichen Schöpfung, die zum Ziel hat, dass der Mensch vor allem und nur für die Liebe Gottes lebt und stirbt. Der großartige Prophet der Menschheitsgeschichte Abraham (a.) hatte nur ein Hindernis zur vollkommenen Liebe Gottes, und das war sein erstgeborener Sohn Ismail, nach dem er sich so lange gesehnt hatte. Genau den sollte er auf Befehl Gottes opfern: Opfere Deinen Ismail! Er war bereit dazu aus Liebe zu Gott und er erhielt seinen Sohn unversehrt und durfte sein Weiterleben in Dankbarkeit genießen. Jakob musste seine geliebten Söhne Josef, und später auch Benjamin opfern, um sich voll und ganz der Liebe Gottes zu widmen. Er erhielt sie zurück. Die Mutter Mose musste Moses opfern, um ihn schon bald zurück zu erhalten. Moses musste die Beziehung zu seinem Lehrer opfern, um die Lehre zu verstehen. Hiob musste all sein Hab und Gut und seine Familie opfern, um alles noch schöner zurückzuerhalten. Salamo musste seinen eigenen Thron, auf dem er sich als Leichnam gesehen hatte, opfern, um den viel schöneren und unerreichbar erscheinenden Thron der Geliebten zu erhalten. Die Heilige Maria (a.) musste Jesus (a.) opfern, damit er eines Tages wiederkommt und die lichterfüllte Ehre Marias wieder seinen Anhängern erklärt. Jesus (a.) musste sich selbst aufopfern, um eines Tages zurückzukehren und seine Anhänger zur Wahrheit zu leiten. Für jeden Propheten kann diese Opfergeschichte erläutert werden, und bei jedem Propheten ist sie faszinierender als zuvor.

Doch es gab einen Propheten, der die Krönung des Opfers durchlebt hat, denn er selbst ist die Krönung der Gottesliebe. Prophet Muhammad (s.) musste zuerst seinen geliebten Onkel Abu Talib (a.) und kurze Zeit darauf seine geliebte Chadidscha (a.) opfern. Und als wenn das noch nicht genug wäre, erhielt er kurz darauf den Befehl, seinen Seelenspiegel Imam Ali (a.) in sein eigenes Bett zu legen und den Speeren der Mörder auszusetzen. Er opferte und Imam Ali (a.) legte sich in voller Gottesliebe in jenes Bett. Der Prophet erhielt seinen Vertreter zurück.

All dessen gedenken wir, wenn wir an das Opfer Abrahams denken. Das geschah am Tag des Opferfestes, am 10. des Monats Dhulhidscha, dem letzten Monat im islamischen Mondkalender. Genau einen Monat danach, am 10. Muharram, erfolgte das größte Opfer der Menschheitsgeschichte vom größten Opferer aller Zeiten. Imam Husain (a.) hatte miterlebt, wie sein geliebter Großvater, der Prophet der gesamten Menschheit und Gnade für die Universen gestorben ist. Er hatte miterlebt, wie seine Mutter, die Fürstin der Weltenfrauen Fatima (a.), ihren schweren Verletzungen erlegen ist. Er hatte miterlebt, wie sein Vater, der erste Imam nach dem Propheten, Imam Ali (a.) ermordet worden ist. Er hatte miterlebt, wie sein geliebter Bruder Imam Hasan (a.) vergiftet worden ist. Waren das nicht genug Ismails? Doch er musste auch noch miterleben, wie seine Brüder, seine Kinder, seine engsten Gefährten vor seinen Augen abgeschlachtet wurden von den Monstern ihrer Zeit, bis er schließlich sein eigenes Leben geopfert hat. Das war das große Opfer, das Abraham angekündigt wurde als Auslösung seines Sohnes. Doch die Geschichte des Opfers ist nicht zu Ende. Wer opfert erhält zurück. Imam Husain (a.) hat all das geopfert, um die Wahrheit zu schützen und die Tyrannei zu besiegen. Die Anhänger der damaligen Monster sind wieder auferwacht und wüten in der Welt. Doch auch der wahrhaftige Anhänger Imam Husains, der heutige al-Hussaini ist da und betet für die baldige Erlösung.

Ein Ur-Urenkel des Imam Husain (a.) ist Imam Mahdi, auf den die Muslime so sehnsüchtig warten. Er wird zurückkehren und die Wahrheit auf den Thron erheben und die Tyrannei endgültig von der Erde zu vertilgen. Und so hat jedes Opfer auf Gottes Weg seinen besonderen Sieg errungen, den Sieg über das „Ich“ zur Hinwendung zur wahren Liebe. Mögen wir, denen kaum ernsthafte Opfer abverlangt werden, zumindest diese geringen Prüfungen auf Gottes Weg bestehen – so Gott will.

Zum bevorstehenden Opferfest wünscht das gesamte Muslim-Markt-Team allen Lesern Gottes Segen und die innere Bereitschaft, seinen Ismail zu opfern.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren