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Mittwoch, 31 Dezember 2014 13:17

Christlich-Muslimischer Religionsgipfel im Vatikan

Christentum und Islam im Dialog Christentum und Islam im Dialog
Rom (de.radiovaticana.va) - Im Vatikan fand im Dezember der 3. Christlich-Muslimische Religionsgipfel statt, an dem hochrangige Vertreter beider Religionen teilnahmen.

Am Ende der Begegnung wurde ein „Aufruf des Gipfels zum Handeln“ verlesen, in dem es heißt, dass das Treffen von „gegenseitigem Respekt, Öffnung und Zuhören“ bestimmt war. Der Aufruf sei „eine Botschaft der Versöhnung, des Friedens und der Brüderlichkeit, die in unserer Welt sehr benötigt“ werde.

Für den Vatikan nahm Kardinal Jean-Louis Tauran, der Präsident des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, an dem Treffen teil. Die Delegation des sunnitischen Islam wurde von Prinz El Hasan bin Talal aus Jordanien geleitet. Der schiitische Islam war durch Ayatollah Sayyed Mostafa Mohaghegh Damad vertreten, Leiter der Abteilung für Islamstudien an der iranischen Akademie der Wissenschaften. Als Vertreter der Anglikanischen Kirche war der US-amerikanische Bischof John Bryson Chane aus Washington angereist, und das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel wurde vom Metropolitan Emmanuel von Frankreich als Ehrengast repräsentiert. Ebenfalls als Ehrengast nahm der argentinische Rabbiner Abraham Skorka teil, der mit Papst Franziskus seit langen Jahren befreundet ist. Franziskus begrüßte die rund 30köpfige Gruppe persönlich und war einen ganzen Tag bei der Tagung anwesend.

Der Christlich-Muslimische Religionsgipfel wurde nach den Verwirrungen rund um die sogenannte „Regensburger Rede“ von Papst Benedikt XVI. ins Leben gerufen. Dieser hatte bei einer Vorlesung über Glauben und Vernunft an der Regensburger Universität 2006 ein Zitat verwendet, in dem ein Gelehrter des Spätmittelalters den Propheten Mohammed als gewaltbereiten Religionsführer darstellte. 138 muslimische Gelehrte schrieben daraufhin einen kritischen offenen Brief namens „Ein gemeinsames Wort zwischen Uns und Euch“ an den Papst und andere christliche Religionsführer.

Seitdem finden Begegnungen zwischen islamischen und christlichen Religionsführern nicht nur im Rahmen dieses Religionsgipfels. sondern auch bei zahlreichen anderen Gelegenheiten statt. So nahm Kardinal Jean-Louis Tauran im November dieses Jahres in Teheran am neunten Dialogforum zwischen dem iranischen „Zentrum für Interreligiösen Dialog“ und dem von Tauran geleiteten Päpstlichen Dialograt teil. Themen waren Spiritualität, religiöse Werte als „Antwort auf Extremismus und Gewalt“ sowie die Rolle der Medien. In einem Schluss-Statement verurteilen Schiiten und Katholiken jedwede Gewalt, die im Namen von Religion verübt wird, und mahnen die Medien, sie sollten „positive Beziehungen zwischen Christen und Muslimen fördern“.

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