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Donnerstag, 14 August 2014 11:51

Islamische Gemeinschaft schiitischer Gemeinden besorgt über IS-Terror

Die Extremisten haben das Grab des Propheten Jona in die Luft gesprengt. Zivilisten sichern sich Trümmer als Andenken. Foto: dpa Die Extremisten haben das Grab des Propheten Jona in die Luft gesprengt. Zivilisten sichern sich Trümmer als Andenken. Foto: dpa
Presseerklärung der IGS: Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen! Die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS) beobachtet mit zunehmender Besorgnis und großer Bestürzung die anhaltenden terroristischen Aktionen im Irak und Syrien durch die Terrormilizen der IS(früher ISIS).

In diesen Wochen und Monaten sind wir Zeugen von Grausamkeiten, Gewalt, Zerstörung von Lebensgrundlagen der Menschen, Entvölkerung, Vertreibung und Ähnlichem. Der Vormarsch der IS und die dabei begangenen barbarischen Handlungen haben eine neue Dimension der Grausamkeit erreicht. Dabei vernichten und vertreiben die ISIS-Terroristen alle, die ihrem Weltbild nicht entsprechen. Die Existenz hunderttausender Menschen, ob Iyazadien (Jesiden), Christen, Schiiten und sogar Sunniten, die ihnen nicht Folge leisten, ist akut bedroht.

Die Lage der Flüchtlinge ist katastrophal. Viele Menschen, vor allem Kinder, sterben, weil ihnen Nahrung und Wasser fehlen. Wir, die IGS, unterstützen die längst überfällige Ankündigung von Bundesaußenminister Steinmeier, die humanitäre Hilfe aufzustocken. Aber das allein reicht nicht, um dem Terror im Irak Einhalt zu gebieten. Vielmehr muss die internationale Gemeinschaft alle Optionen ausschöpfen, um nicht nur den bedrohten Menschen im Irak und in Syrien zu helfen, sondern dem Terror selbst die Grundlage zu entziehen. 

Während den Terroristen seit Jahren auf bekannten wie unbekannten Wegen Hilfestellung finanzieller und militärischer Art zukommt, was die gesamte Region destabilisiert, haben viele Länder und ihre Mächtigen die Gefahr unterschätzt. Die Konsequenz dieser Politik des Wegschauens ist das Erstarken der Terrorgruppen, darunter al-Nusra und IS. Die IS und ihre Gleichgesinnten, die weltweit, wie jüngst im Libanon, Bombenanschläge verüben, in Syrien Menschen massakrieren und sich nun im Irak anschicken, eine Terrorherrschaft aufzubauen, stellen nicht nur eine Bedrohung für den Nahen Osten dar. Längst droht der Konflikt nach Europa und Deutschland überzuspringen. Das dschihadistisch-salafistische Gedankengut ist längst in den Köpfen vieler junger Menschen in Deutschland. Hunderte von ihnen kämpfen bereits an der Seite der Terroristen im Irak und Syrien. Man sollte  sich im Klaren sein, dass ein Erfolg der IS im Irak diese Anhänger und Sympathisanten hier bestärkt.

Deswegen appellieren wir an alle Menschen in Deutschland, sich gemeinsam gegen diejenigen zu stellen, die solch ein Gedankengut hegen oder befürworten. Dieses Weltbild darf keinen Platz in Deutschland, Europa und anderswo haben. Es sind nun alle Kräfte gefordert, um den Terrormarsch der IS zu stoppen, d.h. auch unsere deutschen Kräfte und Potentiale.

Der Vorstand der IGS

13. August 2014

Die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands bzw. Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden in Deutschland (IGS) ist ein Dachverband von 110 schiitischen Moscheegemeinden, der am 7. März 2009 in Hamburg gegründet wurde. Ihr Sitz ist formell in Hamburg, wobei die Geschäftsführung derzeit praktisch in Berlin bzw.Frankfurt am Main erfolgt.

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