Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Samstag, 28 Juni 2008 16:42

Die "Islamische Welt und Russland-Konferenz" in Moskau

Die islamische Welt mit etwa 1,5 Milliarden Einwohnern und ergiebigen Reichtümern und Möglichkeiten nimmt eine besondere Bedeutung bei den internationalen Beziehungen ein.
Mit Blick auf die zunehmende Zahl der Muslime nimmt auch der spirituelle Einfluss des Islam zu. Auch die Einwirkungsmöglichkeiten der Muslime wachsen. Deshalb sind die westlichen Staaten mit dem Islam und den Muslimen auf Konfrontationskurs gegangen und die westlichen Medien versuchen ein entstelltes Bild dieser Gottesreligion aufzuzeigen. Hingegen gibt es jedoch nicht-islamische Länder, die eine Politik der Zusammenarbeit und guten Beziehungen mit der islamischen Welt wählten. Dazu gehört sicherlich auch Russland, das um gute Beziehungen mit der islamischen Umma bemüht ist, was auch im Interesse der russischen Bevölkerung ist.

Die "Russland und die Islamische Welt-Konferenz", die am 23. und 24. Juni 2008 in Moskau stattfand, warf einen Blick auf die Beziehungen und Ansichten beider Seiten. Auf dieser Konferenz wurden die Bedeutung und die überregionale Macht des Islam mit seinen weltweiten Anhängern hervorgehoben. Auch wurde die Stellung Russlands als ein militärisch und ökonomisch wichtiges Land auf dem Globus beleuchtet. Interessant ist, dass die westlichen Staaten heute den Islam - nach dem Zusammenbruch des Kommunismus - als ein neues Feindbild ansehen, den es zu bekämpfen gilt. Dabei muss betont werden, dass der Islam gegen die Unterdrückung und Hegemonialbestrebungen ist, unabhängig davon, von wem dies ausgeübt wird. Der Islam tritt überall für die Würde der Menschen und gegen die Unterdrückung und Okkupation ein. Außerdem ist die islamische Lehre inhaltlich viel reicher als die anderer Lehren wie die des Kommunismus und des westlichen Liberalismus. Russland, als einstiger Konkurrent des Westens, insbesondere der USA, ist über die amerikanische Machtexpansion sowie Alleingänge Washingtons und dessen Unilateralismus sehr besorgt. So trifft die Aussage zu, dass die islamische Welt und Russland in der Frage der Kriegstreiberei der USA und der anderen westlichen Staaten etwa gleicher Auffassung sind.

In diesem Zusammenhang unterstrich der Generalsekretär des "Weltforums für die Annäherung der islamischen Glaubensrichtungen", Ayatollah Taskhiri, zu Beginn der Konferenz " Die islamische Welt-und Russland" in Moskau: "Die Zusammenarbeit zwischen Russland und der islamischen Welt richtet sich gegen eine monopolitische Welt." Bei dieser Zusammenarbeit darf jedoch die starke Rolle der russischen Muslime nicht übersehen werden.
Nach amtlichen Statistiken liegt die Zahl der Muslime in Russland bei etwa 15 Millionen, die Muslime beziffern diese Zahl jedoch mit etwa 25 Millionen. Die Anhänger des Islam  haben in Russland eine lange Geschichte und spielten bei den Entwicklungen und Fortschritten in diesem Land eine herausragende Rolle.
Während der kommunistischen Herrschaft in Russland wurden die Muslime wie die anderen religiösen Menschen unterdrückt, und durften nicht nach ihrem Glauben leben. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 wurde es den Muslimen jedoch gestattet,  wieder ihren religiösen Geboten nachgehen und sie versuchten ihre wahre Stellung in der russischen Gesellschaft wieder zu erlangen.

Dabei muss erwähnt werden, dass auch Russland an seinem Umgang mit der muslimischen Minderheit beurteilt und gemessen wird, so  wie es auch bei den anderen Ländern mit einer islamischen Minderheit der Fall ist.
Der russische Außenminister, Sergej Lawrow, verwies in einer Botschaft an die Konferenz "Die islamische Welt und Russland" in Moskau auf die Freiheiten, die die Muslime in Russland genießen hin und erklärte: Es sind in Russland Institute zur Unterstützung der islamischen Kultur, Wissenschaft und Bildung errichtet worden, der Fernsehsender "Al Youm" wurde gegründet, der Programme in Arabisch ausstrahlt und auch islamische Forschungszentren sind eingeweiht worden. Der Vertreter des russischen Präsidentenbüros, Alexi Griechin, sagte auf dieser Konferenz:
"Die russischen Gesetze sind im Zusammenhang mit der Religionsfreiheit sehr demokratisch." Er fügte hinzu: " Die Ausarbeitung und Umsetzung von Hilfsprogrammen beim islamischen Unterricht an den Universitäten und staatlichen Bildungsinstituten sind weitere Schritte, die Russland hinsichtlich der Religionsfreiheit unternommen hat."

Die Beziehungen zwischen der islamischen Welt und Moskau waren wegen Misshandlung der Muslime und Gewaltausbrüchen gegenüber diesen in den letzten Jahren getrübt. Bezeichnend dafür war die Krise in Tschetschenien, die nun teilweise eingedämmt worden ist. Es gibt aber noch immer eine gewisse Besorgnis über die Situation der Muslime in Südrussland sowie die Hilfen Moskaus an einige zentralasiatische Länder und Kaukasien, in denen die Muslime niedersgeschlagen werden. Dennoch glaubt die islamische Welt, dass die Muslime in Russland ein Minimum an Möglichkeiten besitzen, und man durch intensivere Beziehungen der islamischen Welt zu Russland auf eine Verbessung derer hoffen kann.
Hodschat ol Islam Mohsen Ghomi, der stellvertretende Vorsitzende für internationale Angelegenheiten im Büro des geehrten Oberhaupts der Islamischen Revolution, bezeichnete die "Islamische Welt-Russland-Konferenz" als ein Zeichen für das Interesse der islamischen Denker an der Herstellung kultureller, wirtschaftlicher, politischer und sozialer Beziehungen mit Russland.

Die wichtigste Bemühung Russlands ist es, als Beobachter bei der "Islamischen Konferenzorganisation (OIC)" zu fungieren. Lawrow bemerkte in seiner Botschaft an die Konferenz: " Nach der Aufnahme Russlands als Beobachter bei der OIC im Jahr 2005 unternahm das russische Außenministerium ernsthafte Schritte zum Ausbau der bilateralen Beziehungen mit der islamischen Welt." Es besteht kein Zweifel daran, dass die Möglichkeiten in der islamischen Welt jedes Land anreizt, seine Beziehungen mit den islamischen Ländern zu intensivieren und auszubauen.
Dennoch erwarten die islamischen Länder, einschließlich der Muslime in Russland, dass Moskau in der Frage der Islamfeindlichkeiten in den westlichen Ländern nicht unparteiisch bleibt und bei der Verteidigung der religiösen Heiligtümer die Maßnahmen der "Organisation der Islamischen Konferenz" unterstützt.

Der frühere russische Ministerpräsident und der Präsident der russischen Industrie- und Handelskammer, Ewgenij Primakow, sagte auf der Konferenz "Die islamische Welt und Russland": " Die Kooperationen und Beziehungen Russlands mit der islamischen Welt sind sehr konstruktiv und im Ausbau befindlich." Als Nahost-Experte wies er auf einen weiteren wichtigen Punkt hin und unterstrich: "Der Dialog zwischen den islamischen und westlichen Zivilisationen soll dauerhaft sein, damit die Bemühungen derjenigen, die versuchen, einen Zusammenprall der Zivilisationen zu schüren, neutralisiert werden." Das ist genau der Vorschlag, den auch die Islamische Republik Iran einst der Staatengemeinschaft auf einer UN-Vollversammlung in New York unterbreitet hatte. Dieser Vorschlag wurde unterschiedlich aufgenommen. Die große Mehrheit der UN-Mitglieder begrüßte ihn, hingegen gab es aber auch Länder, die den Konfrontationsweg mit den islamischen Ländern wählten. Dennoch könnten Gespräche zwischen den Denkern verschiedener Religionen, darunter zwischen den muslimischen Gelehrten und orthodoxen Christen, die in Russland in der Mehrzahl sind, zur Herstellung von Sicherheit und Frieden auf der Welt beitragen.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren