Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Sonntag, 01 Juni 2008 13:40

Interview mit Mohammad Al Atrash, Leiter der Islamischen Partei Frankreich

über die Zunahme der Islamfeindlichkeit in Frankreich

Ein Interwiew des französischen Rundfunks der Stimme der IRIB mit dem Leiter der Islamischen Partei Frankreichs, Ali  Atrash

IRIB: Was ist Ihre Meinung über die Zunahme der Islamfeindlichkeit in Frankreich und im Allgemeinen in Europa?


Al Atrash: Islamfeindlichkeit existiert, worüber auch gesprochen werden muss.In Frankreich gibt es eine kleine Gruppe, die den Islam nicht mag und diese Religion als eine aggressive Religion sieht und denkt, dass die Muslime niemanden außer sich dulden.
Dies ist kein großes Problem, denn es gibt darauf eine Antwort. Doch das Problem besteht darin, dass die Islamfeindlichkeit in Frankreich eine Wende erlebt. Die Islamfeindlichkeit wird in Frankreich zu einem Grundbegriff. Die französischen Funktionsträger, die sich als tolerant und als Befürworter der Menschenrechte sehen, gesellten sich der islamfeindlichen Gruppe an, was die eigentliche Gefahr darstellt.
Wenn ein Film wie "Fitnah" produziert wird, kann man sehen, dass die führenden Funktionsträger des Landes bei der Produktion dieses Filmes mitgewirkt haben.
Sarkozy unterstützte als französischer Staatspräsident eine Zeitung, in der der Islam beleidigt wurde. Dies geschieht zu einer Zeit, in der die Muslime die größte religiöse Minderheit bilden und er sich als Präsident aller Franzosen sieht.
Der Innenminister, der die Verantwortung für diese Geschehnisse trägt, schweigt. Wir sind in Frankreich Zeuge der Diskriminierung der Muslime gegenüber den Juden. In Frankreich darf niemand die Juden kritisieren, und in einem solchen Falle wird er automatisch verfolgt.
So gesehen kann man feststellen, welche Minderheit in Frankreich unterstützt wird und welche in Gefahr schwebt.
Es  ist die islamische Gesellschaft die in Gefahr ist. Unter diesen Umständen ist die Zusammenarbeit der islamischen Länder mit so einem Land eine Beleidigung der islamischen Gesellschaften.
Wir veranstalteten am vorherigen Samstag eine große Demonstration in Straßburg und protestierten gegen die 60 Jahre andauernden Verbrechen der Zionisten in den besetzten Ländern und betonten, dass Hisbollah und Hamas Widerstandsgruppen sind.
Dies war unsere Botschaft an Sarkozy. Wir zeigten Sarkozy, dass Iran kein Terroristenland ist und genauso wie Frankreich das Recht besitzt, zur nuklearen Technologie zu gelangen. Iran hat genauso wie die USA das Recht, Atomtechnologie zu besitzen.
Die USA sind selbst in Besitz von Atomwaffen und haben kein Recht, den Anderen Moralpredigten zu halten. Sarkozy unterstützt ganz offenkundig seine zionistischen Freunde, doch unter diesen Umständen sehen wir, dass im Gegensatz dazu die arabischen Oberhäupter gegenüber den Qualen, die die muslimische Welt erleiden muss, gleichgültig ist.
Sie sehen ihre wirtschaftlichen Potentiale nicht und achten nicht darauf, wie sehr sie mit diesen Möglichkeiten mitreden könnten.
Sarkozy versucht mit einem diabolischen Plan, unter dem Deckmantel "Mediterrane Union", die Grundlage für den Eintritt Israels in diese Union zu schaffen. Doch nun versammelten sich die Funktionsträger der Anrainerstaaten des Mittelmeers in Kairo und außer Algerien und Tunesien sind alle mit diesem Plan einverstanden. Marokko und Ägypten rivalisieren über den Posten der arabischen Führung in dieser Union.
Uns mangelt es an Vertrauen, leider vertrauen sich viele arabische Länder über ihre Verpflichtungen gegenseitig nicht. Die Väter von unseren französischen Muslimen vergossen ihr Blut für Frankreich und angesichtes ihrer Vaterlandliebe haben wir das Recht, unsere Religion und unsere religiösen Brüder zu verteidigen. Unser Problem liegt in der Islamfeindlichkeit und im Schweigen der islamischen Welt.
Leider denken die Oberhäupter der islamischen Welt nur an den Ölpreis. Wie kann man unter solchen Umständen an die Kristallisierung der Stabilität in der islamischen Welt glauben.


IRIB: Einige sind der Meinung, dass die Islamfeindlichkeit vom Zionismus geschürt wird, wie denken Sie darüber?


Al Atrash: Genau. Der Weltzionismus uns das französische zionistische Kartell sind die Urheber dieser Feindlichkeit.
Sie setzen ihre Kenntnisse über das Weltgeschehen für ihre diabolischen Ziele ein und versuchen die islamische Welt gegen die christliche Welt aufzuhetzen.
Ihre einzige Waffe ist die Politik des Hasses. Sie haben sich nur für Vernichtung und Zwietrachtstiftung vereint.
Israel zelebriert sein 60. Gründungsjubiläum, ohne auf die Zukunft zu hoffen. Sie fürchten die islamische Welt.
Imam Khomeini bezeichnete Israel als ein Krebsgeschwür. Dieses Krebsgeschwür wird eines Tages vernichtet werden. Dies ist eine Tatsache, an der die Zionisten auch gelangt sind, die sie jedoch nicht wahr haben wollen.
Ihre Zuhörer müssen wissen, dass wir in einer Welt leben, die Demokratie- Menschenrechtsparolen ausruft, doch in der Tat niemanden verschont.


IRIB: Wir sind Zeuge einer Welle von Verunglimpfung der islamischen Heiligtümer. Worauf will dies hinaus?


Al Atrash: Der Angriff auf Grabstätten ist dem Angriff auf die Moscheen gewichen. Zuvor haben wir noch nie einen Angriff auf Grabstätten erlebt. Doch diese Bewegung begann mit der Verabschiedung des Gesetzes über das Verbot des Hijabs in Frankreich. Die Debatten über dieses Gesetz zogen sich in die Medien.
Wenn Sie die Programme in den französischen Medien gesehen haben, verstehen Sie die Furcht der Muslime.
Es wird erzählt, dass die Taliban die Hand einer Frau abhackten, nur weil sie Nagellack trug.
Die Zionisten kontrollieren die französischen Medien und haben vier Schulen für Reporter unter ihrer Kontrolle. Daher konnte man von den Demonstrationen zur Unterstützung der Palästinenser in den französischen Medien nichts mitbekommen.
Französische Politiker behaupteten vor ihrer Wahl, dass sie nicht gegen den Islam sind, doch sobald sie gewählt sind ändern sie ihre Standpunkte.
Sie nutzen den Islam, um ihre Ziele zu erreichen. Dazwischen finden sich einige Idioten und greifen direkt die Heiligtümer, wie die Grabstätten, an und werfen abgetrennte Schweinsköpfe in die Moscheen und zünden die Moscheen daraufhin an. All dies geschieht im Schatten der Islamfeindlichkeit in Frankreich.
Die Franzosen sind nicht gegen den Islam. Doch die Politiker und Medien sind dagegen. Sie versuchen die ’Verbrechen der Zionisten zu vertuschen und gegen den Islam und die Muslime zu propagieren. Dies geschieht, während Sie sehen, wie Muslime und nicht Muslime friedlich nebeneinander leben, und wie ein Kreuzzug gegen den Islam und die französischen Muslime geführt wird.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren