Diese Webseite wurde abgebrochen. Wir wechseln auf Pars Today German.
Sonntag, 25 Mai 2008 16:23

Symbolischer Protest gegen Islamfeindlichkeit

Intellektuelle, Akademiker, Künstler, Wissenschaftler, und Eliten der islamischen Welt brachten in einem Schreiben ihren symbolischen Protest gegen die Europäische Union in Sachen Islamfeindlichkeit sowie Beleidigung und Verbreitung von Hassgefühlen gegen die islamischen Wertmaßstäbe zum Ausdruck.

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir, die Unterzeichner dieses kulturellen Plädoyers und dieser moralischen Klageschrift stammen zum größten Teil aus wissenschaftlichen, künstlerischen und nichtstaatstaatlichen Bereichen. Wir blicken aus einer logischen und juristischen Perspektive auf die Szene der Weltkultur und bedauern die unzivilisierten Handlungen mancher Regierungen, Medien und politischen Lobbys in Europa. Wir wundern uns darüber und verkünden unseren Protest gegen die Schwarzmalereien, Lügengeschichten und den faschistischen Ton der Islam- und Mohammadfeindlichen Agitationen und plädieren an Sie, sich für Logik, Moral, bilaterale Freiheiten, Verneinung von Zensur und Schmähung des Islam sowie einen transparenten und offenen Dialog vor dem Gericht des Weltgewissens einzusetzen.
Wir sind besorgt darüber, dass ein unfaires und gewaltsames Projekt in Europa gegen den Islam und die Muslime in Gange ist, das sich mit der Produktion und Verbreitung von Hass und Angst vor dem Islam befasst, und dabei auch nicht zurückschreckt, Mittel mit barbarische Psycho- und Agitationskriege gegen das leuchtende Antlitz des großen Propheten Gottes und Lehrer für Moral und Spiritualität, Mohammad ibn Abdollah, den Überbringer von Barmherzigkeit und Gerechtigkeit für alle Menschen einzusetzen. Dies stellt ein typisches Zeichen für den agitatorischen Terrorismus, kulturelle Aggressivität und Verletzung der Rechte von 1,5 Milliarden Muslime weltweit dar und könnte unvorhersehbare und unabwendbare Ergebnisse mit internationalen Dimensionen haben.
Diese Kultur der Aggressivität und hasserfüllten Methoden, die unter dem Deckmantel der "Redefreiheit" vonstatten gehen, nehmen nicht nur das Antlitz des letzten Propheten, Friede sei mit Ihm, sondern auch das leuchtende Antlitz von Jesus Christus (a.), Maria (a.), Moses (a.) und Abraham (s.) zum Ziel und verbreiten das Hassgefühl und den Kulturterrorismus.
Manche Verantwortliche der europäischen Regierungen, insbesondere der deutsche Außenminister als Sprecher der EU haben in ihren Worten diese diabolischen, amoralischen und unzivilisierten Handlungen unterstützt und alle Medien Europas aufgefordert, den Erhabenen Propheten des Islam zu schmähen. Dies zeigt, dass diese Vorgehensweise nicht von ungefähr ist und der Angriff auf den Islam zu einer offiziellen und staatlichen Politik geworden ist.
Wir verfassen diesen Brief, da wir uns noch nicht vergewissert haben, ob dies eine allgemeine und neue Politik der EU darstellt, oder die persönliche Ansicht mancher europäischer Sprecher und Staatsmänner unter dem Druck der Zionisten ist?
Wenn wir annehmen, dass das Problem Europas tatsächlich in der "Redefreiheit" besteht, so ist es angebracht, diese Fragen zu beantworten:
Stellt Freiheit ohne Moral und Logik eine Freiheit der Verschmähung und Lügen im Dienste des "Wachstums und Bewusstseins" dar oder aber  gilt sie als "Diskriminierung und Aggressivität"? Nehmen Sie sich gegenseitig eine solche Freiheit und ein solches Recht, und gibt es das auch für andere gegen Ihre Wertmaßstäbe.  Wenn nein, aus welchem Grunde nicht?
Wie kommt es, dass Europa, das selbst die Kleidung der muslimischen Mädchen nicht erträgt und die Rechte der Frau, an deren Spitze das Recht zur Distanzierung von Nacktheit und Wahrung der weiblichen Würde sowie freie Kleidungswahl mit dem Gesetz des Hidschab-Verbots niederschlägt, ein Europa, das die Redefreiheit nicht einmal bei der Fragestellung über den Holocaust und die Illegitimität des Besatzerregimes von El-Kuds einhält, ein Europa, das seit dem 18. Jahrhundert und während der letzten Jahrhunderthälfte an der Seite der USA durch Okkupation und Militarismus stets die islamische Welt von Marokko bis Ägypten und von Palästina bis zum Irak, Afghanistan, Indien und Malaysia geplündert und massakriert hat, ein Europa, das anstatt freier und gleichberechtigter Dialoge das Projekt der Verschmähung, Beschimpfung und Erniedrigung von anderen gewählt hat, und das nicht nur die islamischen und menschlichen Wertmaßstäbe, sondern auch die so genannten europäischen Werte auf derart leichte Weise mit Füssen tritt.?!
Der Islam plädiert für Monotheismus, Spiritualität, Bruderschaft und Frieden. Aber weshalb sind die westlichen Potentaten nach 2 Jahrhunderten Mord und Ausplünderung der islamischen Welt, Fortdauer der Kreuzzüge und säkularen Kriege gegen die Muslime und andere Menschen immer noch nicht bereit, ohne Hassgefühl und Vorurteil die Worte Mohammads (s.) zu hören und dem europäischen Volk das Recht auf freies Zuhören und freie Beurteilung zuzuerkennen.?
Es ist zwar richtig, dass das Tempo der Verbreitung des Islam im Westen und weltweit sowohl den Papst, als auch die westlichen Regierungen, die zionistischen Medien und die kapitalistischen Unternehmen beunruhigt hat, aber stellen Defamierung, Erniedrigung, Täushung der öffentlichen Meinung und Beschimpfung eine richtige Methode für die Bekämpfung des Islam oder jeder anderen logischen und moralischen Denkschule dar.?!
Wenn die christlichen und säkularen Bürger im Westen gruppenweise zum Islam konvertieren, sollte man sich mit den Wurzeln befassen. Ihr Lösungsweg besteht in der Verbreitung von Angst und Hassgefühl gegen den Islam und der Darstellung eines falschen Gesichts von dem erleuchteten Antlitz Mohammad ibn Abdullahs (s.).
Die unvernünftigen und widersinnigen Methoden, seien es die der Faschisten, Stalinisten oder Liberalisten sind jedenfalls zum Scheitern verurteilt. Genauso wie die Rhetorik von Goebbels, Stalin und den sibirischen Verbannungsstätten nicht imstande waren, die Überlegungen der materialistischen Ideologien zu garantieren und auch die Krise der Spiritualität und Absurdität nicht beigelegt werden konnte, werden auch Gefangenenlager wie Guantánamo, die beleidigende Rhetorik des heutigen Westens gegen den Islam und die Muslime nicht imstande sein, die Krisen des liberalistischen Kapitalismus als letzte materialistische Ideologie des Westens und der Modernität beizulegen können.
Wenn Europa sich wegen seiner Vorgeschichte in Sachen Religion und Religiosität quält und die Erinnerungen an das Mittelalter, Herrschaft der Päpste, Inquisitionsgerichte, Kreuzzüge, christliche Folterstätten, Feindseligkeit gegen Wissenschaften und Verbrennen von Wissenschaftlern auf dem Scheiterhaufen das Gewissen Europas belastet, sollten sie wissen, dass sie dies durch die Bekämpfung jeder Religion und Spiritualität nicht wiedergutmachen können. Man kann sich also nicht für sein religiöses Mittelalter am Islam, der die Religion der "Wissenschaft, Rationalität, Menschenrechte und Gerechtigkeit " darstellt rächen. Stimmt es denn nicht, dass die neue europäische Zivilisationsgeschichte deutlich zugegeben hat, dass der Austritt Europas aus den Jahrhunderten des Mittelalters und seine Bekanntschaft mit den neuen Wissenschaften und die wissenschaftliche und religiöse Renaissance des Westens zunächst durch den Kontakt mit der islamischen Zivilisation vonstatten ging und die Übersetzung der neuen Wissenschaften von den jeweiligen Sprachen in europäische Sprachen und Bekanntschaft des Westens mit den islamischen Labors, Universitäten, und Krankenhäuser eine Rolle spielte?
Das säkulare Europa muss wissen, dass es die christlichen und kirchlichen Aggressivitäten der vergangenen Jahrhunderte nicht durch säkulare und moderne Aggressivitäten in Form von fanatischen Reaktionen auf den Islam, der nichts mit den aggressiven europäischen Aktionen und der Geschichte zu tun hatte, wiedergutmachen kann.
Wie ist es möglich den Heiligen Koran, der das Leben eines einzelnen Menschen dem Leben der ganzen Menschheit gleichsetzt und alle himmlischen Propheten wie Moses (s). und Christus (s). würdigt und den erhabenen Propheten des Islam (s)., der die körperliche und sogar verbale Aggressivität, als große Sünde und Vielgötterei bezeichnet, einen Propheten der den "Verstand" nicht als Verkörperung Satans, sondern als Gesandter des Rechts und der Rechtfertigung Gottes bezeichnet und der in Medina den Christen, Juden und Zarathustrier mit Berücksichtigung der Menschenliebe und Religionsfreiheit begegnete und der während der ersten islamischen Jahrhunderte in kürzester Zeit die größte Zivilisation der Welt in Gang setzte, mit einigen Karikaturen bzw. Verschmähung und Lügengeschichten abzuschaffen und zurückzudrängen?
Die Muslime erwarten von Ihnen keine Toleranz und keinen Pluralismus mehr, sie fordern nur etwas Anstand und Gerechtigkeit. Auch die Frustration vor den internationalen Gremien hat sich leider verbreitet, aber mit diesem säkularen Dogmatismus und der eisernen Oligarchie des kapitalistischen Systems im Westen und den expansionistischen und unterdrückenden Methoden, der Rhetorik der "Erniedrigung und Diffamierung" und den diktatorischen und kriegslüsternen Disziplinen werden nur die beidseitigen Fanatismen geschürt.
Sollte Ihr Ziel darin bestehen, den raschen Fortschritt des Islam in der nichtmuslimischen Welt, insbesondere in Europa und Amerika zu bremsen, die Bewegung des islamischen Erwachens in den jungen muslimischen Generationen zu unterbinden, sollten Sie auch in diesem Falle die Methode der Argumentation, des Dialogs und der Moral prüfen um in einer demokratischen und logischen Rivalität, den muslimischen Bürgern die Rückkehr zur "Rede-" und "Kleidungsfreiheit"  erlauben, "Verschmähung" in Dialog und Disput umwandeln und  gestatten, dass unsere Argumente mit einander kämpfen, nicht wir selber.!
Die "westliche Hegemonie" kann durch die Okkupation Palästinas, des Irak und Afghanistans sowie mit der Bedrohung Irans, Syriens und der anderen muslimischen Völker, mit ungleichem Krieg, unlogischen und amoralischen Methoden, dem diskriminierenden Bremsen der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritte der Muslime nicht bewahrt werden?
Die Unterstützung der EU-Regierungen für Salman Rushdie und die jüngsten dummen Karikaturen, die Verwandlung von "Redefreiheit" in "Beleidigungsfreiheit" und Fortdauer der Kreuzzüge mit säkularen Zielen sind nichts anderes als Aggressivität und kultureller Terrorismus.
Wäre es nicht besser, wenn Sie, anstatt des Gebrauchs von Bedrohung und Beleidigung erlauben, dass die Vertreter der islamischen Welt in einem transparenten akademischen und mediengerechten Dialog vor dutzenden Millionen muslimischen und nichtmuslimischen Bürgern Europas sich frei ausdrücken und die Antwort der Gegenseite hören. Sie sollten das Auffassungsvermögen der europäischen Bürger respektieren und ihnen erlauben, die Worte beider Seiten zu hören und dann selber Entscheidung zu treffen?! Unsere logische und minimale Forderung besteht darin, dass Sie die kulturellen Rechte der Muslime und das Auffassungsvermögen der europäischen Bürger respektieren.
Die Verbreitung von Lügengeschichten über den Islam und die agitatorische Bombardierung der erleuchteten Persönlichkeit des erhabenen Propheten des Islam (s.), der eine himmlische Barmherzigkeit für die ganze Menschheit darstellt, sind nicht anders als eine Inquisition, säkularer Fundamentalismus sowie die Abschaffung von Rationalität, Liebe und Moral aus der Medienlandschaft und der internationalen Politik.
Wenn Krieg auch für manche eine einkommensreiche Tätigkeit darstellt, empfehlen wir dennoch als Gewissen der Intellektuellen und Akademiker der islamischen Länder den EU-Regierungen, insbesondere den säkularen Eliten und Denkern sowie religiösen Persönlichkeiten, die aggressiven, unterdrückerischen und gewaltsamen Methoden in jeder Art und Weise einzudämmen und zu kontrollieren und sich menschlichere und zivilisierte Methoden zur Bekämpfung des Islam und Unterbindung seiner Verbreitung einfallen zu lassen, damit der Weg zum transparenten und gleichberechtigten Dialog geebnet wird.
Ja, die Welt könnte auch anders sein. Wir sind bereit für eine solche Welt zusammenzuarbeiten.

Unterzeichnet: Eine Anzahl Akademiker, Intellektuelle, Dichter, Schriftsteller, Künstler, Journalisten und Wissenschaftler aus islamischen Ländern

100 Zeilen

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren