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Freitag, 25 September 2015 15:40

Neue Erkenntnisse zum Mossad-Cyberangriff auf die Atomverhandlungen Irans mit der G5+1

Kein abgeschiedenes Örtchen, nirgends: John Kerry in Lausanne im Hotel „Beau Rivage“, im April dieses Jahres, als die Atomverhandlungen mit Iran weitergingen. Kein abgeschiedenes Örtchen, nirgends: John Kerry in Lausanne im Hotel „Beau Rivage“, im April dieses Jahres, als die Atomverhandlungen mit Iran weitergingen.
Zürich (Tagesanzeiger/NBC/IRIB) - Der Zürcher „Tages-Anzeiger“ berichtete Anfang dieser Woche über das volle Ausmaß einer Cyberattacke des israelischen Geheimdienstes auf die Atomverhandlungen zwischen Iran und der G5+1 im Juni dieses Jahres. Nach iranischen Informationen soll auch die amerikanische NSA daran beteiligt gewesen sein.
Schon im Juni gab es darüber erste Meldungen. Das russische Sicherheitsunternehmen Kaspersky Lab hatte bei Hotels, die seine Klienten waren, ungewöhnliche Vorgänge entdeckt. Betroffen waren Nobelherbergen, in denen Teilnehmer an den Gesprächen mit Iran untergebracht waren, so Hotels in Wien, in Montreux, in Lausanne das „Beau Rivage“ und in Genf das „Président Wilson“. Dort kam es im Sommer zu einer Hausdurchsuchung, bei der man in Überwachungskameras und Mikrofonen auf Spuren des Trojaners Duqu fand, der dem israelischen Geheimdienst Mossad zugerechnet wird. Laut Kaspersky handelte es sich um eine extrem hoch entwickelte Spionage-Software, deren Entwicklung fünfzig Millionen Euro gekostet haben müsse.

Die Schweiz hätte die Vorfälle - wie üblich - am liebsten verschwiegen, was Kaspersky jedoch verhinderte. Jetzt stellte sich heraus, dass die Angriffe von Anfang an durch den Schweizer Geheimdienst beobachtet wurden. Doch erst nachdem eine Geheimhaltung nicht mehr möglich war, entschloss sich die Schweizer Regierung zu einer Anzeige. Seitdem ermittelt die Bundesanwaltschaft.


Für Ermittlungen bei sogenannten politischen Delikten, zu denen Spionage gehört, erteilt der Bundesrat nur selten eine Ermächtigung, denn man will ausländische Regierungen – insbesondere befreundete – nicht vor den Kopf stossen und diplomatische Querelen verhindern. So kommen selbst Staaten, die bei der Spionage dreist vorgegangen sind, oft ohne Strafverfahren und ohne Medienrummel davon. Wie "diskret" die Schweiz sich gegenüber Israel verhält, zeigte sich auch bei der als extrem schwierig bezeichneten Hausdurchsuchung im „Président Wilson“. Das Sicherheitspersonal dieses Hotels ist nämlich mutmaßlich nach wie vor für Israel tätig. Obwohl das Hotel nach einem ihrer Präsidenten benannt ist, wird es von den Amerikanern gemieden. So wohnte John Kerry während der Verhandlungen in Genf im näher zur amerikanischen Botschaft gelegenen „Intercontinental“.

Der Berater für internationale Angelegenheiten des iranischen Parlamentspräsidenten, Hossein Sheikholeslam, kommentierte den Cyberangriff in einem Exklusivinterview in Zusammenhang mit einem Bericht des amerikanischen TV-Senders NBC, wonach der US-amerikanische Geheimdienst NSA (National Security Agency) alle Telefongespräche und die gesamte Kommunikation der 143 iranischen Delegationsmitglieder auf der 62. UN-Generalvollversammlung 2007 in New York abgehört hat. Die Delegationsmitglieder seien deswegen bereits zuvor von den iranischen Sicherheitsbehörden gewarnt worden und hätten sich darauf eingerichtet, sagte Sheikholeslam. Nach seinen Informationen habe die NSA auch an dem diesjährigen Cyberangriff des Mossad auf die Atomverhandlungen in Wien mitgewirkt.

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