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Dienstag, 22 März 2011 07:55

Teil 300: Sure At Tauba (Towbeh) Verse 104- 107

Teil 300: Sure At Tauba (Towbeh) Verse 104- 107
Die kleine Koraninterpretation geht nun weiter mit Vers 104 der Sure At Tauba, der 9. Koransure. Vers 104, Sure 9, lautet in der deutschen Sprache:
(9: 104- 107)

أَلَمْ يَعْلَمُوا أَنَّ اللَّـهَ هُوَ يَقْبَلُ التَّوْبَةَ عَنْ عِبَادِهِ وَيَأْخُذُ الصَّدَقَاتِ وَأَنَّ اللَّـهَ هُوَ التَّوَّابُ الرَّحِيمُ 
"Wissen sie (denn) nicht, dass Gott es ist, der die Reue von Seinen Dienern annimmt und der Empfänger der Spenden ist und dass Er der Reue-Annehmende und Barmherzige ist?" (9: 104)

Im Vers 103 hatte Gott Anweisung gegeben, dass der Prophet eine Spende von den Reuevollen annehmen soll. Hier, im Vers 104, heißt es nun: Zwar ist es der Prophet der die Sadaqa und Zakat von euch annimmt und sie unter den Bedürftigen verteilt, aber der eigentliche Empfänger ist Gott. Der Prophet folgt nämlich nur der göttlichen Anweisung. In islamischen Überlieferungen heißt es deshalb: Die Spenden erreichen zuerst Gott, bevor sie die Armen erreichen.

Es leuchtet ein, dass diejenigen die gegen die göttlichen Anordnungen verstoßen haben und Gottes Geboten nicht gefolgt sind, sich Ihm wieder reuevoll zukehren müssen, damit Er ihnen verzeiht. Er alleine kann die Reue annehmen und niemand anderes.

Zum Vers 104 hier noch folgende beiden Punkte:

Erstens: Bei der Bezeugung der Reue (At Tauba) reicht es nicht aus eine Tat nur zu bereuen, sondern der Mensch muss auch etwas tun, um es wieder gut zu machen.

Zweitens: Die Sadaqa und auch die Zakat, die ebenso mit Sadaqa bezeichnet wird, gehören zu den heiligen Handlungen der Muslime, denn der Empfänger dieser Spenden und Abgaben ist Gott.

Wir setzen mit dem Vers 105 der Sure 9 fort:

وَقُلِ اعْمَلُوا فَسَيَرَى اللَّـهُ عَمَلَكُمْ وَرَسُولُهُ وَالْمُؤْمِنُونَ ۖ وَسَتُرَدُّونَ إِلَىٰ عَالِمِ الْغَيْبِ وَالشَّهَادَةِ فَيُنَبِّئُكُم بِمَا كُنتُمْ تَعْمَلُونَ
"Und sag: Handelt (wie ihr wollt!) Bald werden Gott und Sein Gesandter und die Gläubigen es sehen. Und ihr werdet vor Den gebracht werden, Der über das, was verborgen und was allgemein bekannt ist, Bescheid weiß. Dann wird Er euch Kunde geben über das, was ihr getan habt." (9: 105)

Dieser Vers warnt auf indirekte Weise die Heuchler und jene, die gegen die Gebote Gottes verstoßen. Sie sollen nicht denken, dass es Gott, dem Propheten und den Gläubigen verborgen bleibt, was sie tun. Sondern ihre Entlarvung und Bloßstellung wird bald erfolgen. Schon in diesem Leben, und erst recht am Jüngsten Tag, wenn sie vor Gott Rede und Antwort stehen müssen: dem Einen Gott, der alles weiß - auch das Verborgene. Er weiß alles was jene, die heucheln und die Gebote Gottes übertreten, heimlich tun.

Laut Überlieferungen ist das Wissen des Propheten über die Handlungen der Menschen nicht auf sein irdisches Leben beschränkt, auch jetzt noch sieht er, was sein Volk tut. Die ganz reinen Gottesfreunde, die Imame, stehen ebenso auf einer solchen Stufe und sind auch nach ihrem irdischen Tod mit Gottes Erlaubnis über die guten und schlechten Taten der Menschen unterrichtet.

Wir entnehmen der Koranstelle 9:105 unter anderem:

Erstens: Der beste Weg um sich von Sünden frei zu halten und den Geist der Gottesfürchtigkeit zu bewahren besteht darin, dass wir darauf bedacht sind, dass wir immer unter Aufsicht Gottes stehen und, dass er über unsere Taten Bescheid weiß.

Zweitens: Je mehr Zeugen es für die Handlungen des Menschen gibt, desto mehr schämt sich der Mensch etwas Schlechtes zu tun und gegen Gebote zu verstoßen. Insbesondere wenn er weiß, dass Gott, Seine Propheten und die Gottesfreunde seine Verstöße sehen.

Es folgt Vers 106 der Sure 9, Sure At Tauba:

وَآخَرُونَ مُرْجَوْنَ لِأَمْرِ اللَّـهِ إِمَّا يُعَذِّبُهُمْ وَإِمَّا يَتُوبُ عَلَيْهِمْ ۗ وَاللَّـهُ عَلِيمٌ حَكِيمٌ
"Und es gibt eine andere Gruppe über die Gott (später) entscheidet. Entweder bestraft Er sie, oder Er wendet sich ihnen wieder zu. Gott weiß Bescheid und ist weise." (9: 106)

In den vorhergehenden Versen wurden die Merkmale der Heuchler beschrieben. Hier im Vers 106 weist Gott noch auf eine andere Gruppe hin, eine Gruppe, die nicht an ihrer Heuchelei festhält und auch nicht reuevoll davon abgelassen hat. Es sind Leute, die sich weder stur weiter auf Abwegen befinden, noch die vorherige Heuchelei bereut haben. Es liegt bei Gott, wie Er mit ihnen verfahren will: ob Er sie bestraft oder ob Er ihnen verzeiht.

Wir lernen aus diesem Vers:

Erstens: Gott selber entscheidet über die Bestrafung oder die Vergebung der Sünder. Wir können Gott nichts vorschreiben!

Zweitens: Göttliche Strafe oder Gnade beruhen auf Seinem Wissen und Seiner Weisheit, und erfolgen nicht aufgrund von Rache oder unangemessener Milde.

Der Vers 107 der Sure 9 lautet in Deutsch wie folgt:

وَالَّذِينَ اتَّخَذُوا مَسْجِدًا ضِرَارًا وَكُفْرًا وَتَفْرِيقًا بَيْنَ الْمُؤْمِنِينَ وَإِرْصَادًا لِّمَنْ حَارَبَ اللَّـهَ وَرَسُولَهُ مِن قَبْلُ ۚ وَلَيَحْلِفُنَّ إِنْ أَرَدْنَا إِلَّا الْحُسْنَىٰ ۖ وَاللَّـهُ يَشْهَدُ إِنَّهُمْ لَكَاذِبُونَ 
"Und diejenigen, die sich eine Moschee genommen haben, um (dem Islam) zu schaden und Unglauben zu verbreiten und unter den Gläubigen zu spalten und als Stützpunkt für Leute, die früher gegen Gott und Seinen Gesandten Krieg geführt haben und bestimmt schwören, dass sie es in bester Absicht getan haben: Aber Gott bezeugt, dass sie lügen!" (9: 107)

Dieser Vers beinhaltet den Hinweis auf die Zarar- Moschee. Und zwar hatten die Heuchler, angeblich um Bedürftigen und Kranken zu helfen, gegenüber der Quba-Moschee noch eine andere Moschee gebaut, damit sie sich unter dem Deckmantel eines Moscheenbesuches dort versammeln konnten und diese Moschee ihr Stützpunkt wird. Kurz vor dem Tabuk-Gefecht luden sie den Propheten ein, in dieser Moschee das Gebet zu verrichten und die Moschee zu eröffnen. Aber da wurde dem Propheten Vers 107 der Sure At Tauba geoffenbart und somit erfuhr er von den schlechten Absichten der Heuchler. Er erfuhr, dass es ihnen nicht um gottesdienstliche Handlungen und das gemeinsame Gebet geht, sondern darum, von einem Stützpunkt aus für Spaltung und Zwietracht unter den Muslimen zu sorgen. Da gab der Prophet den Befehl diese Moschee zu zerstören und das Grundstück als Abfallhaufen zu benutzen.

Wir entnehmen dem Vers 107 der Sure 9:

Erstens: Heuchler und Feinde nutzen Moscheen und religiöse Motive aus, um gegen die wahre Religion vorzugehen. Deshalb sollte uns kein Ruf, der nur scheinbar im Namen des Islams und der Religion erschallt, in die Irre führen.

Zweitens: Die Vernichtung der Einheit in der islamischen Gemeinschaft und Zwietrachtstiftung in den Reihen der Muslime stehen mit dem Unglauben auf einer Stufe. Wenn eine Moschee zum Ausgangspunkt für Zwietracht unter den Muslimen wird, ist sie nicht besser als die Zarar-Moschee, welche die Heuchler zur Zeit des Propheten bauten, und muss zerstört werden.

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