| Präsidentschaftskandidaten und ihre Ansichten |
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| Dienstag, 09. Juni 2009 um 08:08 |
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Die Wahlgesetze fordern dass die Kandidaten sich möglichst realistisch vorstellen um eine Irreführung der Wähler zu verhindern.
Es ist erwünscht, dass die Wähler aufgrund der Kenntnis der Tatsachen wählen. Ayatollah Chamenei hat alle aufgerufen, den am meisten geeigneten Kandidaten zu wählen.Bei den diesjährigen Wahlen sind insgesamt zwei geistige Strömungen durch jeweils zwei Kandidaten vertreten. Die Prinzipalisten auf der einen Seite, denen an der Wahrung der Ziele der Islamischen Revolution besonders gelegen ist und die Reformer , die zwar auch an die Grundlagen der Revolution glauben aber Änderungen für notwendig halten.
Der Kandidat mit den zweitgrößten Chancen ist nach bisherigen Meinungsumfragen nach Dr. Ahmadinedschad, der 68-jährige Mir Hussein Mussawi. Er hat den akademischen Diplomlehrgang für Architektur und Städtebau an der Schahid-Beheschti-Universität in Teheran absolviert und vor der Revolution an den religiösen und Anti-Schah-Treffen teilgenommen. Nach der Revolution wurde er Mitglied des Hohen Rates für die Kulturrevolution und war kurze Zeit Außenminister bis er 1981 Premierminister wurde. Bis 1989 verblieb Mussawi auf dem Posten des Premierministers und begnügte sich dann mit einem Lehrstuhl an der Universität. Seitens Ayatollah Chamenei wurde er nach dem Verscheiden des Imams als Mitglied des Landesinteressenrates gewählt. Mussawi war ebenso Berater der Staatspräsidenten Haschemi Rafsandschanis und Chatemis . Bei Mossawi stehen vor allen Dingen wirtschaftliche Anliegen auf dem Plan. Er hat bekannt gegeben, dass er Armut und Arbeitslosigkeit bekämpfen will. Ebenso hat er eine Verminderung der Inflationsrate versprochen. Außerdem sieht er Änderungen in der Struktur der Exekutivgewalt vor, um das Leistungspotential der Regierung zu steigern. Er unterstreicht die Bekämpfung von Unterschlagung, Korruption und Missbrauch von öffentlichem Eigentum und fordert eine verstärkte Teilnahme der Frauen an der Regierung sowie eine Beschleunigung der Privatisierung mit abgeänderten Methoden. Er ist davon überzeugt, geeignete Wege zur Lösung von Fragen wie die iranischen Atomakte zu finden und fordert einen stärkeren Austausch mit den verschiedenen Ländern sowie Gespräche mit den USA, macht diese aber wie alle anderen Kandidaten von der Wahrung der Interessen der iranischen Nation abhängig.
Der dritte Kandidat ist Hodschat-ul-Islam Mehdi Karubi. Auch er gehört der Reformerbewegung an. Karubi ist mit 72 der älteste der Kandidaten. In der Vergangenheit hat er gegen das Schah-Regime gekämpft und hat deswegen mehrmals im Gefängnis gesessen und ist gefoltert worden. Dennoch hat er neben seinen theologischen Studien auch an der Universität im Fach islamisches Religionsrecht und Rechte einen Abschluss erworben. 1980 wurde er von Imam Chomeini zum Leiter der Märtyrerstiftung bestimmt und im gleichen Jahr wurde er in das neu gegründete islamische Parlament gewählt. Er war in insgesamt 4 Legislaturperioden Parlamentsabgeordneter. 1985 bestimmte Herrn Karubi als seinen Vertreter in Hadschfragen. Er hat bei den letzten Präsidentschaftswahlen auch kandidiert. Hodschat-ul-Islam Karubi fordert eine bessere Verwaltung des Landes und Planung. Eine seiner wichtigen Pläne ist die Festlegung eines laufenden monatlichen Einkommens aus den Erdöleinnahmen für jeden Bürger. Er fordert auch, dass die ethnischen und religiösen Minderheiten mehr Beachtung finden und die Rolle der Frauen in der Gesellschaft und Regierung verstärkt wird. Zu seinen Plänen gehört die Studenten- und Arbeitslosenversicherung ebenso wie die Unabhängigkeit von Erdöleinnahmen. In seinem Programm misst er der Festlegung der Strategien auf dem Gebiet der Informatik besondere Bedeutung bei. Er fordert die Herstellung von aktiveren Beziehungen mit der restlichen Welt.
Der vierte Kandidat gehört auch den Prinzipalisten . Es ist der 55-jährige Dr. Mohsein Resai. Auch er blickt auf eine revolutionäre Vergangenheit zurück. Als junger Mann gründete er mit Gleichgesinnten eine Gruppe namens Mansurun zum bewaffneten Kampf gegen das Schah-Regime. Nach dem Sieg der islamischen Revolution wurde er von dem verstorbenen Imam Chomeini 1981 zum Oberbefehlshaber des Pasdaran- Heeres der islamischen Revolution bestimmt. Während der heiligen Verteidigung hat er das Pasdaran-Heer bei der Abwehr der Angriffe der Saddam-Armee geleitet. 1997 dankte er ab und setzte sein Studium fort. 2000 erlangte er den Doktortitel im Fach Wirtschaftswissenschaften. Er wurde von dem Oberhaupt der Islamischen Revolution, Ayatollah Chamenei, zum Mitglied des Landesinteressenrates gewählt. Auch er hat an den letzten Präsidentschaftswahlen kandidiert, doch zwei Tage vor den Wahlen trat er zurück. Mohssein Resai ist der Überzeugung, dass eine Koalitionsregierung zu bilden ist, damit alle leistungsstarken Kräfte eingesetzt werden. Er fordert das gestiegene Lebensniveau durch Senkung von Inflation und Arbeitslosigkeit und Stärkung der Landeswährung. Dr. Mohssein Resai plant die Bildung von 9 wirtschaftlichen Bundesgebieten mit eigenen Entscheidungs- und Verwaltungsbefugnissen. Er sieht eine Verkleinerung des staatlichen Apparates und eine Steigerung der Wirtschaftsdisziplin und der Tätigkeit auf dem Privatsektor vor und strebt Fortschritte im Bereich des Sportwesens an. Für den außenpolitischen Bereich hat er bestimmte Vorstellungen hinsichtlich eventueller Gespräche mit den USA und näherer Beziehungen zu den südlichen Anrainerstaaten des Persischen Golfes. Musik Ayatollah Chamenei hat die iranische Bevölkerung aufgerufen, besonders auch auf Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein, Aufrichtigkeit und Leistungsfähigkeit der Kandidaten zu achten und dementsprechend einem von ihnen ihre Stimme zu geben. |

Wahlkandidaten haben das Recht ihre Standpunkte darzulegen und die Bevölkerung hat das Recht sich frei für einen von ihnen zu entscheiden.
Der Hauptvertreter der Prinzipalisten ist Mahmud Ahmad Nedschad, der jetzige Staatspräsident. Er ist 53 Jahre alt und wie bei den letzten Wahlen der jüngste Kandidat. Musik Ahmadinedschad ist Dr. für Ingenieurwesen und Planung für Transportwesen von der Teheraner Universität Wissenschaft und Industrie und hat jahrelang an iranischen Universitäten gelehrt. Nach dem Sieg der islamischen Revolution 1979 war er religiös und politisch tätig und hat an der Front das Land gegen die Angriffe des irakischen Diktators verteidigt. 1993 war er 4 Jahre lang Gouverneur der neuen Provinz Ardebil in Nordwestiran und 2003 Teheraner Oberbürgermeister. 2005 wurde er im zweiten Wahlgang mit relativ hoher Stimmenmehrheit zum Staatspräsidenten gewählt. Zu seinen wichtigsten Maßnahmen gehören die Besuche in den verschiedenen Provinzen die der Verbesserung der Lage in den weniger entwickelten Gebieten diente. Außerdem legte er Wert auf wirtschaftliche Gerechtigkeit, die Bekämpfung von Korruption und die Vorantreibung des friedfertigen Atomprogramms Irans. Mahmud Ahmadinedschad will bei einem Sieg bei den Wahlen, seine bisherigen Programme fortsetzen. Während seiner Amtszeit hat er Aktienanteile unter den Bevölkerungsteilen mit schwachem Einkommen verteilt. Er plant die gezielte Vergabe von staatlichen Hilfen. Oftmals hat er der Wirtschaftskorruption den Kampf angesagt. Außenpolitisch verfolgt er die Verbesserung der strategischen und regionalen Position, den Ausbau der Beziehungen zu den Entwicklungsländern sowie nähere Zusammenarbeit mit den Nachbarländern und aktivere Teilnahme in internationalen Gremien. 





