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Donnerstag, 24 April 2014 11:35

Teil 517: Sure Maryam (Heilige Maria) Verse 81- 86

Teil 517: Sure Maryam (Heilige Maria) Verse 81- 86
Wir beginnen diesen Koranbeitrag mit den Versen 81 und 82 der Sure Maryam, Sure 19:

(19: 81 – 86)


وَاتَّخَذُوا مِن دُونِ اللَّـهِ آلِهَةً لِّيَكُونُوا لَهُمْ عِزًّا

„Und sie haben sich an Gottes Statt Götter genommen, um durch sie an Macht (und Ansehen) zu gelangen." (19: 81)



كَلَّا ۚ سَيَكْفُرُونَ بِعِبَادَتِهِمْ وَيَكُونُونَ عَلَيْهِمْ ضِدًّا

„Aber nein! Sie (d.h. die vermeintlichen Götter) werden einst ihre Verehrung abstreiten und  gegen sie eingestellt sein." (19: 82)

Im letzten Beitrag haben wir davon gesprochen, dass einige das irdische Leben über alles lieben und Besitz und Kinder als Zeichen der Größe und Macht betrachten. In diesen beiden Versen heißt es nun, dass die Ungläubigen erwarten, dass ihnen andere, die sie als Teilhaber neben den Einen Gott stellen, zu Ehre und Größe verhelfen. Aber ihnen wird in diesem Vers verheißen, dass sich ihre Götzen und Abgötter im Jenseits von ihnen lossprechen. Diejenigen, die sie im Leben vergöttert haben, werden nicht für ihre Anbeter Fürbitte einlegen und ihnen helfen, sondern sich sogar gegen sie stellen.

Aus dem Koran geht hervor, dass sogar Götzenbilder aus Stein und Holz – weil Gott es so will - am Jüngsten Tag sprechen werden und sich von den Götzendienern distanzieren.

Aber Imam Sadiq aus dem Hause des Propheten sagt zu dem Vers 81, dass hier mit den Göttern, die  „Alihatan"  die Herren und Mächtigen gemeint sind, denen sich einige  unterwerfen, um selber an Macht und Ehre zu gelangen. Daher ist in diesem Vers mit dem Gottesdienst nicht gemeint, dass sich jemand vor einem Götzenbild niederwirft, sondern  es ist gemeint, dass er einem Abgottherrscher gehorcht. Wer aber aus Gehorsam gegenüber einem Geschöpf Gottes, eine Sünde gegenüber Seinem Schöpfer begeht, der hat in Wahrheit dieses Geschöpf angebetet und ihm gedient.

Wir lernen daraus:

Erstens: Das Verlangen nach Ehre und Größe ist in der Natur des Menschen (der Fitra) verankert, aber viele suchen bei anderen als bei Gott nach einer Stillung dieses Bedürfnisses, obwohl doch nur Gott  die Quelle von Größe und Ehre ist.

Zweitens:  Dieselben, auf die der Mensch statt auf Gott hofft, werden sich gegen ihn stellen. Wenn jemand auf einen anderen hofft als auf Gott, wird dieser andere am Jüngsten Tag gegen ihn sein.

In den Versen 83 und 84 steht daraufhin Folgendes:


أَلَمْ تَرَ أَنَّا أَرْسَلْنَا الشَّيَاطِينَ عَلَى الْكَافِرِينَ تَؤُزُّهُمْ أَزًّا

„Hast du nicht gesehen, dass Wir die Satane über die Ungläubigen gesandt haben, damit sie sie zur Sünde und Begierde  aufhetzen?" (19: 83)


فَلَا تَعْجَلْ عَلَيْهِمْ ۖ إِنَّمَا نَعُدُّ لَهُمْ عَدًّا

„Verlange nun nicht, (dass) schleunig etwas  gegen sie (unternommen wird)! Wir zählen ihnen genau (ihre Taten und sogar ihre Atemzüge) ab." (19: 84)

Wie wir sagten, werden die Ungläubigen  keinen Vorteil davon haben, dass sie anstatt den Einen Gott, Götzen anbeten und Abgöttern gehorchen. Am Jüngsten Tag  werden sie und ihre Götzen zu Gott zurückkehren und es wird mit ihnen abgerechnet.  Warum haben wir es dann mit ihrer Vernichtung eilig? Alle ihre Taten werden doch registriert! Sogar die Atemzüge, die sie tun. Ihre Taten werden in  ihre Lebensakte geschrieben.

Der Embryo reift im Mutterleib körperlich heran und wird vollendet, während der Mensch  die seelische und geistige Vollendung erst  nach seiner Geburt im Laufe des Lebens erreichen kann.

Das  Leben ist so lang, wie  Gott es  für einen Menschen vorgesehen hat. Deshalb sollte niemand den Tod herbeiwünschen, weder für einen rechtschaffenen Gläubigen noch einen sündigen Ungläubigen, noch für sich selber.

Beim Gottesleugner und –Verleumder  werden im Leben die Sünden gezählt, damit er die  entsprechende Strafe erfährt, und beim Gläubigen werden seine guten Taten gezählt, damit er dafür belohnt wird.

Wir können uns merken:

Erstens: Eine der Strafen für den Widersacher Gottes  besteht darin, dass der Satan die Oberhand über ihn gewinnt.

Zweitens: Satan heizt den Menschen auf. Aber er kann ihn nicht zur Sünde zwingen, auch wenn er ihn noch so sehr dazu anspornt.

Drittens: Es ist Gottes Tradition, den Menschen eine Frist einzuräumen. Gott  hat keine Eile, die Ungläubigen zu vernichten.

Zum Schluss die Verse 85 und 86 der Sure 19:


يَوْمَ نَحْشُرُ الْمُتَّقِينَ إِلَى الرَّحْمَـٰنِ وَفْدًا

„(Gedenke) des Tags, da Wir die Gottesfürchtigen als ehrenvolle Gäste zu dem Barmherzigen  versammeln werden" (19: 85)


 وَنَسُوقُ الْمُجْرِمِينَ إِلَىٰ جَهَنَّمَ وِرْدًا

„und die Schuldigen zur Hölle hinabtreiben, während sie durstig sind." (19: 86)

In diesen beiden Versen ist von zwei Gruppen am Jüngsten Tag die Rede: den „Mutaqin"  und den „Mudschrimin." Mit  „Mutaqin" werden  die Gottesfürchtigen bezeichnet. Sie sind am Jüngsten Tag Gäste Gottes und werden ins Paradies geführt. Aber die „Mudschrimin" (die Schuldigen und Sünder) werden anders behandelt. Wie durstige Kamele, die zur Tränke getrieben werden, werden sie zur Hölle gedrängt. Aber dort gibt es kein Wasser, sondern nur Feuer.

Der Ausdruck Ila-rrahman – „zu dem  Barmherzigen" im Vers 85 bildet das Gegenstück zu dem  Begriff „Ila Dschahannam" – „zur Hölle". Er beinhaltet,  dass die Gottesfürchtigen, wenn sie zu dem Barmherzigen versammelt werden, ins Paradies gelangen.

Im Paradies einzukehren  bedeutet nämlich in die Nähe Gottes zu gelangen und die Einkehr ins Paradies ist die Einkehr beim Barmherzigen.

In dem zweiten der beiden obigen Verse aus der Sure Maryam, nämlich dem Vers 86,  werden die Leute, die in die Hölle getrieben werden als „Schuldige" bezeichnet. Durch die Verwendung dieses Wortes wird deutlich, warum sie in die Hölle getrieben werden, nämlich wegen ihrer Sünden.  Umgekehrt ist  bei der  Versammlung zum Barmherzigen von den Gottesfürchtigen die Rede, damit klar wird, dass die Paradiesbewohner ins Eden gelangen, weil sie gottesfürchtig dachten und handelten.

Wir sehen:

Erstens: Der Jüngste Tag ist der Tag, an dem der Unterschied zwischen den Gottesfürchtigen und den Sündern klar zum Vorschein kommt. Die Gottesfürchtigen sind Gäste  Gottes, der sie großzügig belohnt,  aber die Sündigen werden unter Schmach in die Hölle gebracht.

Zweitens: Die Barmherzigkeit Gottes und Seinen Segen zu erfahren, ist noch wichtiger als die Einkehr ins Paradies.

Drittens: Der Schlüssel zum Paradies ist die Gottesfürchtigkeit. Diese muss im ganzen Leben eines gläubigen Menschen spürbar werden.

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