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Sonntag, 16 Oktober 2016 09:27

Teil 728: Sure Luqman (Das byzantinische Reich) Verse (14- 16)

Teil 728: Sure Luqman (Das byzantinische Reich) Verse (14- 16)
Liebe Hörerfreunde, die Koranstelle die wir heute besprechen sind die Verse 14 bis 16 der Sure 31 (Sure Luqman). Wir beginnen mit Vers 14:

(31: 14- 16)


 وَوَصَّيْنَا الْإِنسَانَ بِوَالِدَيْهِ حَمَلَتْهُ أُمُّهُ وَهْنًا عَلَىٰ وَهْنٍ وَفِصَالُهُ فِي عَامَيْنِ أَنِ اشْكُرْ لِي وَلِوَالِدَيْكَ إِلَيَّ الْمَصِيرُ

„Und Wir haben dem Menschen seine Eltern anbefohlen – seine Mutter hat ihn unter wiederholter Schwäche getragen, und seine Entwöhnung (von der Muttermilch erfolgt) innerhalb von zwei Jahren –: „Sei Mir und deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist die Rückkehr (aller) ." (31: 14)

 

Schon im letzten Teil haben Sie über Ratschläge des Weisen Luqman an seinen Sohn erfahren. Ab Vers 16 folgen weitere, wobei der obige Vers 14 und der darauffolgende Vers 15 sind eingeschobene Mahnungen Gottes sind. Im Vers 12 und 13 ist Luqman erwähnt worden, der seinen Sohn väterlich ans Herz legt, Gott dankbar zu sein und Ihm keinen Teilhaber zur Seite zu stellen. Und nun macht Gott im Vers 14 den Menschen darauf aufmerksam, seine Eltern zu schätzen.

 

Im Vers 14 werden Vater und Mutter zunächst beide dem Menschen anempfohlen. Denn Gott hat den Menschen aus beiden hervorgehen lassen, d.h. die Eltern waren beide an der Entstehung der befruchteten Zelle beteiligt. Dann aber hat die Mutter den Menschen 9 Monate lange im Leib getragen und nach der Geburt zwei Jahre lang gestillt und ihrem Kind Liebe erwiesen. Daher wird im Vers 14 auf die Mühen hingewiesen, die die Mutter des Menschen unter Ertragen von vielen körperlichen und seelischen Belastungen, die sie geschwächt haben, auf sich genommen hat. Dem Menschen wird empfohlen seiner Mutter besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Wir müssen uns nicht nur gegenüber Gott für seine Gaben Dankbarkeit erweisen, sondern auch den Eltern zeigen, dass wir für ihre Mühen dankbar sind.

 

Wir können uns merken:

Erstens: Die Achtung der Eltern ist eine menschliche Pflicht und ein Menschenrecht. Der Mensch muss daher auch dann seinen Eltern Wohltaten erweisen, wenn sie ungläubig sind. Keiner hat das Recht, seine Eltern respektlos zu behandeln.

Zweitens: In der Islamischen Kultur nimmt die Mutter einen besonderen Platz ein, weil sie mehr als der Vater Mühen für ihr Kind auf sich nimmt und eine größere Rolle für die Fortsetzung seines Lebens spielt.

 

Es folgt der Vers 15 der Sure 31:



وَإِن جَاهَدَاكَ عَلَىٰ أَن تُشْرِكَ بِي مَا لَيْسَ لَكَ بِهِ عِلْمٌ فَلَا تُطِعْهُمَا ۖوَصَاحِبْهُمَا فِي الدُّنْيَا مَعْرُوفًا ۖ وَاتَّبِعْ سَبِيلَ مَنْ أَنَابَ إِلَيَّ ۚ ثُمَّ إِلَيَّ مَرْجِعُكُمْ فَأُنَبِّئُكُم بِمَا كُنتُمْ تَعْمَلُونَ 

„Wenn sie (die Eltern) sich aber darum bemühen, dass du Mir das beigesellst, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht, doch geh mit ihnen im Diesseits in rechtlicher Weise um. Und folge dem Weg dessen, der sich Mir reuig zuwendet. Zu Mir wird hierauf eure Rückkehr sein, da werde Ich euch kundtun, was ihr zu tun pflegtet." (31: 15)

 

Der Vers 15 warnt im Anschluss an die Empfehlungen über die Achtung der Eltern, dass jeder seine geistige Unabhängigkeit bewahren soll. Das heißt die Achtung der Eltern darf nicht dazu führen, dass ein Kind alles, was sie sagen, bedingungslos akzeptiert und sich den Sitten und Bräuchen der Vorfahren unterwirft. Denn oft vertreten Väter oder Mütter falsche abwegige Ansichten und möchten, dass ihre Kinder die gleichen Ansichten übernehmen. Aber Gott ist nicht damit einverstanden, dass der Mensch wegen familiärer Gefühlsbindungen, von seinen Eltern eine abwegige Ansicht übernimmt, selbst dann nicht, wenn die Eltern ihn aus der Familie verstoßen.

Aber es heißt zugleich im obigen Vers, dass der Gläubige seinen Eltern Gutes tun soll, auch wenn sie Gott leugnen oder anderem dienen als Gott. Ein Kind hat unter keinen Umständen das Recht, seine Beziehung zu den Eltern abzubrechen. Solange sie leben muss er gute Beziehungen zu ihnen pflegen und darf ihnen nicht respektlos und aggressiv gegenübertreten. Wenn seine Eltern ungläubig sind, so soll er es Gott überlassen, was mit ihnen geschieht. Gott ist über alles im Bilde. Jedenfalls darf ein Gläubiger seine Eltern nicht schlecht behandeln.

Wir sehen:

Erstens: Die Pflicht, auf die Eltern zu hören, gilt nicht absolut, sondern hängt von den Bedingungen ab. Die elterlichen Forderungen sind solange zu beachten, wie sie nicht im Widerspruch zu den Forderungen Gottes stehen.

Zweiens: Die Befolgung der Sitten der Vorfahren als nationale Kultur oder aus einem anderen Grund, ist nur dann richtig, wenn es nicht gegen die Vernunft und das Gesetz Gottes verstößt. Anderenfalls ist es irrationale blinde Nachahmung.

Drittens: Gottes Recht geht vor. Sein Recht steht über dem Recht der Eltern. Die Beachtung unserer Eltern darf nicht dazu führen, dass wir Gott, der unser aller Schöpfer ist, vergessen.

Viertens: Aus der Sicht des Islams ist das Zusammenleben mit Nicht-Muslimen gestattet, solange es nicht dazu führt, dass die Muslime von den Ansichten und Werten der Nicht-Muslime beeinflusst werden und sich deren Kultur anschließen.

 

Es folgt noch der Vers 16 der Sure 31 (Luqman):



يَا بُنَيَّ إِنَّهَا إِن تَكُ مِثْقَالَ حَبَّةٍ مِّنْ خَرْدَلٍ فَتَكُن فِي صَخْرَةٍ أَوْ فِي السَّمَاوَاتِ أَوْ فِي الْأَرْضِ يَأْتِ بِهَا اللَّـهُ ۚ إِنَّ اللَّـهَ لَطِيفٌ خَبِيرٌ 

„O mein lieber Sohn, gewiss, würde es (dein Handeln) dem Gewicht eines Senfkorns gleichkommen und befände es sich in einem Felsen oder in den Himmeln oder in der Erde, holt es Gott (am Jüngsten Tag zur Verrechnung) hervor. Gewiss, Allah ist Feinfühlig und Allkundig. (31: 16)

 

Wenn der Mensch in Gedanken Bilanz über seine guten und schlechten Taten zieht, denkt er nur an die größeren Angelegenheiten und vergisst die kleineren. Es ist jedoch so dass die Fortsetzung und Wiederholung von geringen Handlungen die Grundlage für größeren Taten schafft, ob gute oder schlechte. Deshalb bestimmen kleine Taten und Handlungen nicht weniger als die großen über den jenseitigen Ausgang des Menschen.

Im Vers 16 kehrt der Koran, nach den zwischengeschobenen Mahnungen von Gott im Vers 14 und 15 wieder zu den Empfehlungen Luqmans an seinen Sohn zurück. Mit Hilfe des Zitats von Luqman erinnert Gott an Seine Genauigkeit bei der Verrechnung der Taten des Menschen am Jüngsten Tag. Luqman macht seinen Sohn darauf aufmerksam, dass Gottes Wissen alles umfasst, auch die kleinsten Taten an den heimlichsten Orten. Der Weise Luqman sagt zu seinem Sohn: Gott wird alle Taten am Tag des Jüngsten Gerichtes herbeiholen und er wird dich aufgrund dieser Taten bestrafen bzw. belohnen.

 

Der obige Vers lehrt uns:

Erstens: Es gehört zu den Aufgaben der Eltern, ihr Kind an den Jüngsten Tag und daran zu erinnern, dass eine Abrechnung über alle Taten stattfinden wird.

Zweitens: Gott ist im Bilde über jede Tat des Menschen und sei sie noch so klein. Die Veränderung des Menschen zum Guten, beginnt bei dem Glauben des Menschen an die Auferstehung und an die sorgfältige Abrechnung Gottes über seine Taten.

Drittens: Die Taten des Menschen vergehen nicht. Bis zum Jüngsten Tag begleiten sie und seine Folgen ihn.

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