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Samstag, 03 September 2016 10:08

Teil 723: Sure Rom (Das byzantinische Reich) Verse (50- 54)

Teil 723: Sure Rom (Das byzantinische Reich) Verse (50- 54)
Von der Sure 30, die insgesamt 60 Verse hat, sind noch 10 zu besprechen. Wir nehmen die Besprechung dieser Sure 30, Sure Rom, nun bei den Versen 50 und 51 wieder auf:

(30: 50- 54)


فَانظُرْ إِلَىٰ آثَارِ رَحْمَتِ اللَّـهِ كَيْفَ يُحْيِي الْأَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَا ۚ إِنَّ ذَٰلِكَ لَمُحْيِي الْمَوْتَىٰ ۖ وَهُوَ عَلَىٰ كُلِّ شَيْءٍ قَدِيرٌ

„Schau dann auf die Spuren von Allahs Barmherzigkeit (dem Regen) , wie Er die Erde nach ihrem Tode belebt. Wahrlich, Derselbe wird auch die Toten erwecken; denn Er hat Macht über alle Dinge." (30: 50)


وَلَئِنْ أَرْسَلْنَا رِيحًا فَرَأَوْهُ مُصْفَرًّا لَّظَلُّوا مِن بَعْدِهِ يَكْفُرُونَ

„Und wenn Wir einen Wind entsenden würden und sie sie (die Ernte) vergilbt (versengt) sähen, so würden sie gewiss danach undankbar sein." (30: 51)

Wir sprachen beim letzten Mal aufgrund der vorhergehenden Verse über Wind und Regen und ihre Bedeutung für die Fruchtbarkeit der Erde und für das Leben auf ihr. Die beiden eben zitierten Verszeichen 50 und 51 der Sure Rom erinnern nun anschließend daran, dass Wind und Regen dem Befehl Gottes folgen und dass auch ihre Wirkungen in Gottes Hand liegen. Immer wenn Gott es will, bringt der Regen Segen und er erweckt die Erde, welche im Winter tot war, durch den Regen aus den Wolken, die der Frühlingswind herbeigebracht hat, wieder zu neuem Leben und lässt sie ergrünen. Aber Gott kann genauso gut, wenn Er das will, einen heißen Wind schicken, durch den die ganze Ernte vergilbt und der die grünen Blätter der Bäume wie Herbstlaub zu Boden wirft.

Regen hat eine unsäglich große Bedeutung für die Existenz der Lebewesen auf dem Planet Erde und für das Leben der Menschen: Regen lässt die Pflanzen ergrünen und reinigt die Luft, er füllt die Quellen und Brunnen, bringt die Flüsse zum Strömen und sorgt außerdem für Temperaturausgleich, um nur einige Auswirkungen dieser großen göttlichen Barmherzigkeit zu nennen. Doch wir sollten unseren Blick nicht nur auf diese natürlichen Erscheinungen beschränken. Vielmehr sollten wir über den Rand dieser materiellen jetzigen Welt hinaussehen und an die Welt nach dem Tod denken, d.h. angesichts dem Gleichnis der Wiederbelebung der abgestorbenen Erde im Diesseits sollten wir zu der Überzeugung gelangen, dass Gott die Macht besitzt, im Jenseits den Toten neues Leben zu verleihen.

Es sind folgende drei Punkte, die wir zu dieser Stelle in der Sure Rom hervorheben wollen:

Erstens: Der Koran bezeichnet den Regen als göttliche Barmherzigkeit, welcher der Erde und den Bewohnern der Erdkugel Leben verleiht.

Zweitens: Regen und erneute Belebung der Erde sind Zeichen der Macht Gottes, den Toten am Tag der Auferstehung neues Leben zu geben.

Drittens: Bei schwachen Menschen gerät der Glaube schnell ins Schwanken, wenn sie Schwierigkeiten und bitteren Ereignissen begegnen und sie werden undankbar.

Es folgen die Verse 52 und 53 der Sure Rom:


فَإِنَّكَ لَا تُسْمِعُ الْمَوْتَىٰ وَلَا تُسْمِعُ الصُّمَّ الدُّعَاءَ إِذَا وَلَّوْا مُدْبِرِينَ

„(Ihre Herzen sind gestorben und) Weder kannst du die Toten hörend machen (so dass sie deinen Ruf hören), noch kannst du die Tauben den Ruf hören lassen, wenn sie sich abwenden," (30: 52)


وَمَا أَنتَ بِهَادِ الْعُمْيِ عَن ضَلَالَتِهِمْ ۖ إِن تُسْمِعُ إِلَّا مَن يُؤْمِنُ بِآيَاتِنَا فَهُم مُّسْلِمُونَ

„noch wirst du die Blinden aus ihrem Irrweg leiten können. Nur die wirst du hörend machen, die an Unsere Zeichen glauben und sich (Recht und Wahrheit) ergeben." (30: 53)


An dieser Stelle im Koran werden die Menschen in vier Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe sind diejenigen, die nur nach außen hin leben, aber derenHerzen tot sind und die keinerlei Wahrheit begreifen und nicht glauben.

Die zweite Gruppe sind diejenigen, die nicht bereit sind den Ruf der Propheten zu hören. Sie wenden sich vom Wort der Wahrheit ab und suchen das Weite.

Die dritte sind diejenigen, die die Augen vor der Wahrheit geschlossen haben und sich weit auf dem Irrweg befinden.

Dann gibt es noch eine vierte Gruppe und das ist die Schar der Gläubigen, die die Wahrheit hören und sehen und akzeptieren wollen, und sich ihr ergeben, wenn sie sie gefunden haben.

Wir sehen an diesen Versen, dass es gemäß Koran nicht nur das stoffliche Leben und Lebensende gibt sondern auch ein seelisches Leben und den seelischen Tod. So ist es möglich, dass manch einer, der stofflich gesehen tot ist, gemäß dem Koran lebt – wie die Märtyrer auf dem Wege Gottes. Und umgekehrt ist es gemäß Koran möglich, dass jemand dem Anschein nach lebt, weil er stofflich noch existiert, aber dass er seelisch tot ist, weil er auf dem Irrweg ist und sich selber von dem Licht der göttlichen Rechtleitung ausgeschlossen hat.

Die obigen Verse lehren uns verschiedene Dinge. Zum Beispiel:

Erstens: Wenn jemand nicht bereit ist, die Wahrheit kennenzulernen, dann kann selbst der edle Prophet Gottes keine Wirkung mehr auf ihn haben.

Zweitens: Es genügt nicht im Besitz von Gehör, Augen und einem Verstand zu sein. Wichtig ist die Empfänglichkeit für die Wahrheit. Diese hilft dem Menschen bei seinen Bestrebungen nach Wahrheitserkenntnis, die Wahrheit anzuhören, sie zu erkennen und sie zu akzeptieren.

Drittens: Eigensinnigkeit gegenüber der Wahrheit und Abkehr von ihr führen den Menschen so weit weg auf den gefährlichen Irrweg, dass die Möglichkeit der Rückkehr gering wird.

Viertens: Es ist Aufgabe der Propheten und der religiösen Vorbilder und Führer, die Menschen auf den Weg der Vervollkommnung zu lenken. Aber sie können niemanden zwingen, die Wahrheit anzunehmen.

Fünftens: Der innere Glaube alleine genügt noch nicht. Ergeben sein bedeutet: den Glauben praktizieren.

Wir schließen unseren heutigen Teil mit dem Vers 54 der Sure 30:


اللَّـهُ الَّذِي خَلَقَكُم مِّن ضَعْفٍ ثُمَّ جَعَلَ مِن بَعْدِ ضَعْفٍ قُوَّةً ثُمَّ جَعَلَ مِن بَعْدِ قُوَّةٍ ضَعْفًا وَشَيْبَةً ۚيَخْلُقُ مَا يَشَاءُ ۖ وَهُوَ الْعَلِيمُ الْقَدِيرُ 

„Gott ist es, Der euch in Schwäche erschaffen hat, und nach der Schwäche gab Er (euch) Stärke. Dann wiederum, nach der Stärke, gab Er (euch) Schwäche und graues Haar. Er schafft, was Er will. Und Er ist der Allwissende, der Allmächtige. (30: 54)


Im Mittelpunkt der Sure Rom, Sure 30, stehen die göttlichen Gaben und die Zeichen für die Einheit Gottes (Tauhid). So verweist auch der Vers 54 auf die verschiedenen Phasen im Leben des Menschen. Der Mensch ist nämlich, nachdem seine Mutter ihn zur Welt brachte, einige Jahre lang schwach. Aber er wächst und wird kräftiger und erstarkt schließlich zu einem jungen Menschen. Jedoch lassen seine Kräfte mit zunehmenden Alter wieder nachund er wird schließlich schwach und gebrechlich. Gott weist darauf hin, dass er es ist, der diese Phasen festlegte, und der Mensch keinen Einfluss darauf hat.

Wenn der Mensch über die eigene Schöpfung bestimmen könnte, würde er es sicherlich so einrichten, dass er nicht altert, denn niemand mag es dass seine körperlichen Kräfte nachlassen. Aber die Schöpfung liegt in Gottes Hand und es nicht der Mensch der über die körperliche Kräfte in der Jugend verfügt und sie im Alter bewahren könnte.

Wir können uns Folgendes einprägen:

Erstens: Das Leben des Menschen beginnt und endet mit Schwäche. Jemand, der sich zwischen diesen beiden Schwächephasen befindet und stark geworden ist, soll sich nichts auf diese kurze Phase seiner Stärke einbilden. Er sollte diese kurze Zeit, in der seine Kräfte groß sind, zu schätzen wissen und sie auf die beste Weise nutzen.

Zweitens: Die Phasen menschlicher Schwäche und Stärke wurden von Gott, dem Allwissenden und Allmächtigen,festgelegt.

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