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Samstag, 03 September 2016 09:42

Teil 720: Sure Rom (Das byzantinische Reich) Verse (39- 42)

Teil 720: Sure Rom (Das byzantinische Reich) Verse (39- 42)
Wir begrüßen Siezu unserer Kurzexegese des Korans. Heute geht es um die Verse 39 bis 42 der Sure 30, Sure Rom. Wir beginnen mit dem Vers 39:

 (30: 39- 42)


وَمَا آتَيْتُم مِّن رِّبًا لِّيَرْبُوَ فِي أَمْوَالِ النَّاسِ فَلَا يَرْبُو عِندَ اللَّـهِ ۖ وَمَا آتَيْتُم مِّن زَكَاةٍ تُرِيدُونَ وَجْهَ اللَّـهِ فَأُولَـٰئِكَ هُمُ الْمُضْعِفُونَ

„Und was immer ihr auf Zinsen verleiht, damit es sich mit dem Gut der Menschen vermehre, es vermehrt sich nicht vor Gott; doch was ihr an Zakatentrichtet, indem ihr nach Gottes Zufriedenheit verlangt, - sie (die so handeln) sind es, die vielfache Mehrung empfangen werden" (30: 39)

 

In dem Vers 38 der Sure Rom, mit dem wir unseren vorherigen Beitragsteil abgeschlossen haben, wurde zum Spenden an die Bedürftigen aufgerufen. Es ging vor allen Dingen auch darum, dass dem Spenden, die Absicht vorausgehen soll, Gott zufrieden zu stellen. Im Vers 39 heißt es im zweiten Teil, dassdie Spenden von Gläubigen, im Verlangen nach Gottes Zufriedenheit, wie die Zakat-Abgabe, – von Gott um ein Vielfaches belohnt werden. Aber wenn jemand anderen etwas gibt, in der Hoffnung, dass es sich vermehrt und er selber davon einen Vorteil hat, dann ist seine Absicht nicht mehr rein.
Die Absicht ist zum Beispiel nicht mehr lauter, wenn jemand einem anderen etwas leiht, in der Hoffnung darauf, dass sich das Geld vermehrt und der andere ihm von dem Gewinn in Form von Zinsen zurückzahlt. Dies wird laut dem obigen Vers 39 der Sure daher auch nicht von Gott belohnt. Es geht dem Verleiher ja nicht mehr um die Zufriedenheit Gottes, sondern darum, seinen eigenen Besitz durch das Zinsgeschäft zu vermehren.

Wir können uns merken:

Erstens: Beim Verleihen von Geld oder beim Spenden kommt es auf unser Motiv an. Menge und Art sind zweitrangig.

Zweitens: Ein Handeln wird wertvoll, wenn ihm ein heiliges Motiv zugrunde liegt,nämlich die Suche nach Gottes Wohlgefallen. Eine Handlung ist nichts wert, wenn ihr dieser Rückhalt fehlt.

Drittens: Die Welt ist wie ein Bazar: Einige machen mit anderen Geschäfte auf diesem Bazar, damit sie im Diesseits einen Gewinn einstreichen. Aber andere streben auf diesem Bazar nach einem Handel, der davon verschieden ist – Dieser Handel besteht darin, dass sie im Leben gute Werke vollbringen, damit Gott sie im Jenseits dafür belohnt.

Es folgt der Vers 40 der Sure 30:


اللَّـهُ الَّذِي خَلَقَكُمْ ثُمَّ رَزَقَكُمْ ثُمَّ يُمِيتُكُمْ ثُمَّ يُحْيِيكُمْ ۖ هَلْ مِن شُرَكَائِكُم مَّن يَفْعَلُ مِن ذَٰلِكُم مِّن شَيْءٍ ۚ سُبْحَانَهُ وَتَعَالَىٰ عَمَّا يُشْرِكُونَ

„Gott ist es, Der euch erschaffen hat, und dann hat Er euch versorgt; dann wird Er euch sterben lassen, und dann wird Er euch wieder lebendig machen. Ist etwa unter euren Göttern einer, der davon etwas vollbringen könnte? Gepriesen sei Er und Hocherhaben ist Er über das, was sie neben Ihm anbeten!" (30: 40)

 

Der obige Vers verweist auf die einmalige Macht Gottes und Seine Herrschaft über das Dasein. Es heißt: Gott hat euch erschaffen und versorgt euch im Leben. Euer Tod und eure Wiederbelebung am Jüngsten Tag liegen ebenso in Seiner Hand.

Warum stellt ihr dann einige Leute oder Gegenstände Gott zur Seite? Haben diese denn irgendeinen Einfluss auf die Dinge, die genannt wurden? Auf eure Erschaffung, Versorgung, euren Tod und die Wiederbelebung?

Ob heute oder gestern: Die Götzendiener können diese Frage doch nur mit einem Nein beantworten, wenn sie richtig nachdenken. Denn es muss ihnen einleuchten, dass die Dinge oder Personen, die sie anbeten, keinen Einfluss auf Leben, Tod und Versorgung haben. Sie werden feststellen, dass sie nur deswegen leblose Götzen anbeten und für etwas Heiliges halten, weil ihre Vorfahren dies getan haben, aber sonst keinen logischen Grund dafür haben.

Wir sehen:

Erstens: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und unsere Versorgung liegen alle in Gottes Hand. Wir solltenalso nur Ihm dienen und nur Ihn anbeten und nichts und niemanden als Seinen Teilhaber betrachten.

Zweitens: Wir sollten uns vergegenwärtigen, dass die Gesetze der Natur und dieMittel undUrsachen der Materie alle von Gott erschaffen wurden. Keine andere Macht ist unabhängig von Ihm. Keine andere Macht kann irgendein Geschöpf, und sei es auch noch so klein,erschaffen.

Wir besprechen nun noch die Verse 41 und 42 der Sure Rom:


ظَهَرَ الْفَسَادُ فِي الْبَرِّ وَالْبَحْرِ بِمَا كَسَبَتْ أَيْدِي النَّاسِ لِيُذِيقَهُم بَعْضَ الَّذِي عَمِلُوا لَعَلَّهُمْ يَرْجِعُونَ

„Unheil ist auf dem Festland und auf dem Meer sichtbar geworden um dessentwillen, was die Hände der Menschen gewirkt haben, auf dass Er sie die (Früchte) so mancher ihrer Handlungen kosten lasse, damit sie sich besännen" (30: 41)


قُلْ سِيرُوا فِي الْأَرْضِ فَانظُرُوا كَيْفَ كَانَ عَاقِبَةُ الَّذِينَ مِن قَبْلُ ۚكَانَ أَكْثَرُهُم مُّشْرِكِينَ

„Sprich: 'Wandert auf Erden umher und seht, wie das Ende derer zuvor war! Die meisten von ihnen waren Götzendiener'." (30: 42)


In den beiden angeführten Versen der Sure Rom weist Gott auf den direkten Zusammenhang zwischen dem falschen Glauben und Verhalten der Menschen und dem Auftreten von Übeln und Unheil auf. Die eigentliche Ursache aller Schwierigkeiten sind der Unglauben und das Götzentum oder es liegt daran, dass die Menschen Gott vergessen. Wer bei seinem Tun und Lassen nicht daran denkt, was Gott von Ihm erwartet, der fürchtet sich nicht zu sündigen. Aber damit handelt er sich, seinerFamilie und seiner Gesellschaft die Folgen seines falschen Tuns ein. Ein Teil dieser Folgen wird auf der Welt und im Leben der Menschen sichtbar und ein weiterer Teil wird die Sünder im Jenseits in die Verdammnis bringen.

Der Koran empfiehlt den Muslimen sich die Geschichte der früheren Völker oder auch das Leben einiger heutiger Völker anzuschauen und auf die Folgen der Sünde und der Verderbnis in der Gesellschaft zu achten. Die Muslimen müssen wissen, dass Gott den Menschen die Folgen von einigen ihrer Taten schon im Diesseits zu spüren gibt, damit sie vielleicht aufwachen und von ihren Vergehen ablassen.

An verschiedenen Orten der Welt sind die Spuren berühmter Zivilisationen erhalten geblieben. Die Herrscher dieser Kulturen waren einmal mächtig und reich, aber wegen dem Unrecht, das sie begingen und wegen Verschwendung und Luxusliebe sind sie schließlich untergegangen, so dass heute nur noch die Ruinen ihrer Paläste an sie erinnern.

Es ist interessant, dass der Koran alle Sünden und alles Unheil auf den Götzenglauben zurückführt. Auf diese Weise hebt er den wichtigen Punkt hervor, dass das Götzentum zur Vernichtung führt. Wahres Wohl, Frieden und Sicherheit werden dahingegen möglich, wenn die Menschen nur dem Einen Gott dienen.

Wir lernen daraus:

Erstens: Die schlechten Taten des Menschen wirken sich auf die Naturordnung aus und tragen zur Entstehung von unliebsamen Phänomenen in der Natur bei. Das Unheil in der Umwelt geht auf das zerstörerische Verhalten der Menschen zurück.

Zweitens: Die Umwelt, ob auf dem Festland oder in den Meeren, ist ein Pfand, das Gott dem Menschen anvertraut hat. Zweifelsohne lässt Gott – der Herr der Welten - nicht zu, dass jemand dieses Pfand nur für sich beansprucht.

Drittens: Der Islam empfiehlt ein zielorientiertes Reisen. Der Mensch soll aus seinen Reiseerlebnissen und -eindrücken eine Lehre ziehen.

Viertens: Wenn die Mehrheit einer Gesellschaft moralisch abgewichen ist, wird diese Gesellschaft Gottes Zorn erfahren und die Auswanderung zur Wahrung der Religion ist angesagt.

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