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Samstag, 03 September 2016 09:36

Teil 719: Sure Rom (Das byzantinische Reich) Verse (35- 38)

Teil 719: Sure Rom (Das byzantinische Reich) Verse (35- 38)
Wir setzen die Besprechung der Sure Rom fort. Es ist die Sure 30 im Koran. Der Vers 35 dieser Sure lautet wie folgt:

 (30: 35- 38)

 
أَمْ أَنزَلْنَا عَلَيْهِمْ سُلْطَانًا فَهُوَ يَتَكَلَّمُ بِمَا كَانُوا بِهِ يُشْرِكُونَ

„Haben Wir ihnen etwa eine Ermächtigung niedergesandt, die für das spräche, was sie Ihm zur Seite stellen?“ (30: 35)

 

Dieser Vers knüpft an die vorherigen über das Götzentum an und die Götzendiener werden gefragt, ob sie denn einen Beweis und eine Ermächtigung dafür haben, dass sie Gott Teilhaber zur Seite stellen?  Haben sie in der Natur oder an sich selber ein Zeichen dafür gefunden, dass Gott Teilhaber hat?  Ist ein Buch seitens  Gott auf sie herabgesandt worden, in denen Gott verkündet, dass es noch andere Götter neben Ihm gibt?

Keines dieser Dinge trifft zu! Die Götzenanbeter halten nur aufgrund ihrer Ignoranz und aus blinder Nachahmung ihrer Vorfahren an ihrem Aberglauben fest. Weder können sie einen einleuchtenden  Grund vorbringen noch ein schriftliches Dokument.

Der Vers 35 der Sure Rom  macht uns unter anderem auf zwei Punkte aufmerksam:

 

Erstens: Der Islam ist eine Religion, die auf der Logik und dem Beweis aufbaut.  Er fordert von seinen Gegnern Beweise.

Zweitens: Im Gegensatz zu der Tauhid-Lehre – der Lehre von dem Einen Gott -, welche feste, tiefgehende Gründe hat, gibt es für das Götzentum  keinerlei logischen Argumente. Dem Götzenglauben fehlen die Grundlagen.

 

Wir wenden uns dem Vers 36 der Sure Rom zu. Dort heißt es:


وَإِذَا أَذَقْنَا النَّاسَ رَحْمَةً فَرِحُوا بِهَا ۖ وَإِن تُصِبْهُمْ سَيِّئَةٌ بِمَا قَدَّمَتْ أَيْدِيهِمْ إِذَا هُمْ يَقْنَطُونَ

„Und wenn Wir die Menschen Barmherzigkeit kosten lassen, freuen sie sich darüber; doch wenn sie ein Übel um dessentwillen trifft, was ihre eigenen Hände vorausgeschickt haben, siehe, dann verzweifeln sie.“ (30: 36)

 

Dieser Vers beschreibt eine typische Eigenschaft der Götzendiener oder derjenigen, die nur einen schwachen Glauben haben. Diese schwanken nämlich zwischen Stolz und Resignation, d.h. wenn ihnen ein Segen von Gott beschert wird, werden sie stolz und wenn sie in Not geraten, verzweifeln sie.

Unterdessen bewegt sich der gläubige Mensch zwischen Dankbarkeit und Geduld. Er dankt Gott für seinen Segen und übtsich bei Schwierigkeiten in Geduld.

 

Es fällt auf, dass in dem obigen Vers der Sure 30 wie in ähnlichen Versen des Korans  die Segensgaben mit „Barmherzigkeit seitens Gott“ umschrieben werden, während Missgeschicke und Übel als Folgen unserer eigenen Handlungen vorgestellt werden.

 

 Gott will Seinen Geschöpfen nur Gutes und Barmherzigkeit erweisen und in Wahrheit gehen die meisten Schwierigkeiten des Menschen auf sein eigenes falsches Verhalten oder auf das Unrecht, dass andere begehen, zurück.

 

Der Vers 35 mahntFolgendes an:

Erstens: Menschen ohne Glauben oderbei denen derGlaube nur schwach ist,  besitzen auch nur eine schwache moralische Kapazität. Wenn sie Glücksgaben erhalten, werden sei trunken, und blendet sie der Stolz, und schon bei einem kleinen bitteren Ereignis verlieren sie die Hoffnung.

Zweitens: Die diesseitigen Freuden sind nicht beständig. Der  Mensch darf sich nicht von ihnen blenden lassen und er darf sich nicht auf sie verlassen, denn dann wird er bei ihrem Verlust resignieren und hoffnungslos.

 

Es folgen zum Abschluss die Verse 37 und 38 der Sure Rom:

أَوَلَمْ يَرَوْا أَنَّ اللَّـهَ يَبْسُطُ الرِّزْقَ لِمَن يَشَاءُ وَيَقْدِرُ ۚ إِنَّ فِي ذَٰلِكَ لَآيَاتٍ لِّقَوْمٍ يُؤْمِنُونَ

„Haben sie denn nicht gesehen, dass Gott dem, dem Er will, die Mittel zum Unterhalt erweitert und beschränkt? Hierin sind wahrlich Zeichen für Leute, die glauben.“ (30 37)



فَآتِ ذَا الْقُرْبَىٰ حَقَّهُ وَالْمِسْكِينَ وَابْنَ السَّبِيلِ ۚ ذَٰلِكَ خَيْرٌ لِّلَّذِينَ يُرِيدُونَ وَجْهَ اللَّـهِ ۖ وَأُولَـٰئِكَ هُمُ الْمُفْلِحُونَ

„So gib dem Verwandten, was ihm zusteht, wie auch dem Bedürftigen und dem bedürftigen Reisenden. Das ist besser  für die, die nach Gottes Zufriedenheit  verlangen, und sie sind die Erfolgreichen.“ (30: 38)

 

Im Vers 36 hieß es, dass Menschen, die schwach im Glauben und der Moral sind, von einem Glück, das Gott ihnen zukommen lässt,  schnell geblendet werden und bei einem Unglück resignieren.  Aber aus dem Vers 37 können wir entnehmen, wie gläubige Menschen das Leben sehen. Sie sind davon überzeugt, dass der Unterhalt des Menschen bei Gott liegt und Er ihn aufgrund seiner Allweisheit erweitert oder beschränkt.  Es kommt öfters vor, dass jemand sich enorm anstrengt, um an Reichtum zu gelangen, aber nicht an sein Ziel gelangt, während andere, die sich normal Mühe geben, großen Erfolg erzielen.

 

Wichtig ist, dass wir uns im üblichen natürlichen Umfang  Mühe geben. Aber inwieweit unsere Bemühungen zu unserem Wohlstand führen, hängt von zahlreichen Faktoren ab, auf die wir keinen Einfluss haben.  Wenn uns nur das Verlangen nach größerem Eigentum zur verdoppelten Anstrengung motiviert, wird es uns bekümmern, erfolglos zu bleiben.

 Aber wenn wir es als unsere Aufgabe betrachten, uns Mühe zu geben und es Gott überlassen, welches Resultat wir ernten, werden wir immer mit dem,  was wir besitzen, zufriedensein und nicht etwa denken, dass Gott uns etwas schulden würde.

 

Der nächste Vers 38  macht uns klar, dass der Mensch finanzielle Pflichten gegenüber den anderen hat. Diese Pflicht ist für den, der mehr verdient,  entsprechend größer. Er muss nicht nur an die Versorgung seiner Familie denken, sondern auch an die Bedürftigen in der Gesellschaft. Dabei besitzen die Verwandten den Vorrang. 

Es heißtallerdings: „Gib dem Verwandten was ihm zusteht!“

Beim Spenden soll der Mensch also nicht über die Stränge schlagen. Er soll nicht soviel spenden, dassfür ihn selber und seine Familie nichts mehr übrig bleibt. 

Wie aus dem letzten Satz des Verses 38 hervorgeht,  soll der Gläubige außerdem  in der Absicht spenden, Gott zufrieden zu stellen. Ein Spenden zur Selbstdarstellung ist nicht richtig. Zum Beispiel, um sich einen Namen als Wohltäter zu schaffen. Wenn der Mensch beim Spenden nur nach dem Wohlgefallen Gottes strebt, wird er sich auch nicht großspurig gegenüber dem Bedürftigen verhalten und von ihm irgendwelche Gegenleistungen verlangen.

 

Wir können uns fünf Dinge im Zusammenhangmit dem Vers 37 und 38 der Sure 30 merken:

Erstens: Wenn wir davon überzeugt  sind, dass unser Unterhalt von Gott kommt, werden wir nichts versäumen, den Bedürftigen in der Gesellschaft davon zu spenden.

Zweitens: Wenn das Spenden an Bedürftige nicht aus  reiner Gottesliebe geschieht, wird der Empfänger der Spende etwas im Diesseits davon haben, aber der Spender selber hat im Jenseits nichts davon.

Drittens: Den  Verwandten und Entbehrenden in der Gesellschaft steht etwas von dem, was der Mensch besitzt, zu. Der Gläubige  muss dieses Recht geeignet erwidern.

Viertens: Die Wohlhabenden müssen nicht nur Chums- und Zakkatzahlen. Vielmehr dürfen sie sich nicht mit diesen religiösen Pflichtabgaben begnügen  und  müssen auch etwas von ihrem Besitz  an die Bedürftigen spenden, damit die Gesellschaft von der Armut befreit wird.

Fünftens: Der Islam widmet der Bekämpfung von Entbehrung und Armut in der Gesellschaft besondere Aufmerksamkeit und unterstützt intensiv die Armen und Notleidenden und gefährdeten Bevölkerungsgruppen.

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